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Die Tops und Flops der Woche 12/2011

Markus Juchem am 14 Kommentare
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Im Mittelpunkt der Tops und Flops stehen in dieser Woche ein Verein, der eine titellose Zeit beendet hat, und das erste spezielle Modelabel für den Frauenfußball, aber auch dumme Gelbe Karten und eine prominente WM-Absagerin.

Tops

Frankfurt beendet titellose Zeit
Drei Jahre lang blieb der 1. FFC Frankfurt ohne Titel, doch mit dem 2:1-Sieg im DFB-Pokalfinale gegen den 1. FFC Turbine Potsdam haben die Hessinnen ein kräftiges Ausrufezeichen gesetzt. In der kommenden Saison gilt nun das Augenmerk ganz der neuen Bundesligasaison und der erstmaligen Teilnahme in der Champions League. In der Saison 2011/12 findet das Champions-League-Finale in München statt und der Termin ist im FFC-Kalender bereits dick angestrichen.

Champions-League-Halbfinale live im TV
1. FFC Turbine Potsdam gegen den FCR 2001 Duisburg – das rein deutsche Duell im Halbfinale der Champions League verspricht Spannung pur und da sagt auch das Fernsehen nicht nein. Der WDR überträgt das Hinspiel in Duisburg am Samstag, 9. April, live ab 15.25 Uhr, das Rückspiel soll am Sonntag, 17. April, 14.15 Uhr, live im ZDF zu sehen sein.

Modelabel Ballzauber gestartet
In Köln wurde am Samstag das neue Funktions- und Lifestylebekleidungslabel Ballzauber vorgestellt. In Zusammenarbeit mit U20-Weltmeisterin Turid Knaak sowie Freestylerin Aylin Yaren entwickelte der Designer András Laube ein Kollektions- und Designkonzept für die erste Frauenfußballmarke in Deutschland. „Das wird krachen, denn das Tolle ist, dass man es nicht nur auf dem Fußballplatz tragen kann. Ballzauber schafft die Kurve zwischen Performance und Lifestyle“, so Nationalspielerin Sonja Fuss.

Marseille ruft Frauenfußball-Team ins Leben
Olympique de Marseille will zukünftig auch im Frauenfußball mitmischen, wie der Verein am Wochenende bekanntgab. Im April sollen an zwei Tagen die 22 Spielerinnen gefunden werden, die dann ab September auf Punkt- und Torejagd gehen sollen. So schnell wie möglich will man dann von der District de Provence (4. Liga) nach oben klettern und in einigen Jahren in die Topliga aufsteigen.

Flops

Toni Duggan (li.) im Zweikampf mit Simone Laudehr

Simone Laudehr (re.) ist im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gesperrt © Nora Kruse / ff-archiv.de

Laudehr im CL-Halbfinale gesperrt
Sportlich war Everton LFC im Viertelfinale der Champions League für den FCR 2001 Duisburg keine große Hürde, doch das Team hat sich unnötig selbst geschwächt. Torschützin Simone Laudehr beraubte sich durch eine unnötige Gelbe Karte des Halbfinal-Hinspiels gegen den 1. FFC Turbine Potsdam. Und auch Inka Grings und Mandy Islacker fingen sich in der Schlussphase den Gelben Karton ein, sollte im Halbfinal-Hinspiel eine weitere hinzukommen, wären die beiden jeweils für das Rückspiel in Potsdam gesperrt.

Neid sagt Nein zur ARD
Bei der Live-Übertragung des DFB-Pokalfinales am vergangenen Samstag wollte die ARD in der Halbzeitpause Bundestrainerin Silvia Neid interviewen. Die hatte jedoch offenbar keine Lust und verärgerte nicht nur den Sender mit ihrer Absage, sondern fing sich einen Rüffel von DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach ein. Neid entschuldigte sich umgehend bei DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger – sie habe die Tragweite unterschätzt.

Chapman hat keine Lust auf die WM
Nur drei Monate vor der Frauen-WM 2011 hat die englische Nationalspielerin Katie Chapman ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. International Fußball zu spielen würde sich mit der Familie nicht mehr in Einklang bringen lassen. Ein schwerer Schlag für Nationaltrainerin Hope Powell, die nun doch recht kurzfristig ihre Planungen verändern muss. War diese zeitliche Belastung aber nicht schon lange absehbar?

Australischer Verband ohne Frauenfußball-Chefin
In einem ungewöhnlichen Rundumschlag hat der australische Fußballverband (FFA) gleich neun hochrangige Mitarbeiter entlassen, drei weitere kamen ihrer Entlassung zuvor und räumten freiwillig ihre Posten, darunter auch der Kopf der Frauenfußball-Abteilung, Leeanne Grantham. Die Entlassungen gehören zu einem breiten Umstrukturierungsprogramm, das den Verband auf gesundere Füße stellen soll. Denn zuletzt hatte der FFA für die Saison 2009/10 einen Verlust von 4,25 Millionen Euro verkündet.

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Markus Juchem (47) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ und Kicker.

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14 Kommentare »

  • tomdo sagt:

    Mit Entsetzen muss ich hier lesen, dass der vorläufige Verzicht von Katie Chapman auf die Nationalmannschaft unter Flops aufgeführt wurde. Das halte ich zurückhaltend formuliert für absolut unangebracht! Dazu kommt noch die Überschrift „Chapman hat keine Lust auf die WM”.

    Ich finde im Gegenteil toll, dass Sie es bisher mit zwei Kindern geschafft hat, Familie, Vereinsfußball und Nationalmannschaft zu meistern. Man kann doch nicht ernsthaft annehmen, dass sie keine Lust auf die WM hat! Dass sie so kurz vor der WM absagt, lässt eher die Vermutung zu, dass unvorhergesehene Schwierigkeiten aufgetreten sind (hoffentlich keine gesundheitlichen Probleme der Kinder).

    Jedenfalls kann ich nur zu jeder Spielerin „top” sagen, die versucht, Familie/Kinder und Leistungssport unter einen Hut zu bringen.

    Hätte Nora Kruse das auch unter Flops registriert?

  • Markus Juchem sagt:

    @tomdo: Der Flop ist für mich, dass man eine solche Entscheidung so kurz vor einem so wichtigen Turnier trifft und somit auch die Mannschaft incl. Trainerin ein wenig im Regen stehen lässt. Dass die zeitliche Belastung im WM-Jahr hoch sein würde und ihr Verein Arsenal LFC möglicherweise auch in der Champions League nicht all zu früh ausscheiden würde, hätte man vor 6 oder 12 Monaten bereits vorhersehen können. Ihrer Mannschaft hat sie mit der Entscheidung einen Bärendienst erwiesen, zumal die Reaktion von Hope Powell erahnen lässt, dass zuvor auf diesen Schritt nichts hingedeutet hat.

  • helena sagt:

    Das Problem ist vielleicht eher, dass solche Einteilungen in “Top & Flop” nur “schwarz oder weiß” zulassen (augenfällig wird es immer dann, wenn sich ein Spieler verletzt und deshalb in den “Flops” landet).
    Wenn Jemand sich, aufgrund einer vielleicht unbedachten Aktion, eine gelbe Karte einhandelt und damit dann dummerweise seinem Verein nicht für ein Halbfinale zur Verfügung steht, ist es eigentlich auch kein “Flop”. Ähnlich verhält es sich mit Chapman. Natürlich ist es für die Mannschaft nicht dienlich, dass Laudehr ausfällt ebenso wie Chapman. Und vielleicht ist es ärgerlich für den ein oder anderen Fan. Aber ist es deswegen gleich ein “Flop”? Abgesehen mal davon, dass ich schon der Meinung bin, dass 10 Wochen vor der WM durchaus noch Möglichkeiten für das Team offen halten, Frau Chapman zu ersetzen. Vielleicht hat sie ja jetzt erst so richtig realisiert, was es heißt, fußballerisch im Verein unter (Termin-)Druck zu stehen und zeitgleich eine Familie zu managen plus dann noch der enorme Druck vor einer WM. Kann man wirklich immer schon 6 oder 9 Monate vorher einschätzen, ob man einer bestimmten Situation gewachsen ist oder nicht, gerade wenn man Kinder hat? Ist man etwa nicht in der Lage, sie adäquat zu ersetzen? Das wäre dann allerdings kein Armutszeugnis für Frau Chapman, sondern für den engl. Fußball – aber so weit will ich nicht gehen.

  • Markus Juchem sagt:

    @helena: Dann definiere ich Flop vermutlich einfach ein bisschen anders als Du. Ich würde gerne mal sehen, wie hier diskutiert würde, wenn Frau Prinz, Frau Bajramaj oder Frau Angerer morgen ihre WM-Teilnahme aus ähnlichen Gründen absagen würden.

  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ich möchte es mal so formulieren, Markus rangiert die schon extreme Verhaltsweise, die eher unnormal als normal ist, unter “Flop” ein.
    Somit wird einzig die geschilderte Situation und nicht etwa der gesamte Mensch Katie Chapman beruflich wie auch privat ins Abseits gestellt! Das sollte man so trennen und auch akzeptieren.
    Den angeführten Vergleich finde ich treffend, wenngleich er fiktiver Art (zum Glück!) ist.

  • helena sagt:

    @Markus: Ja, wahrscheinlich ist es wirklich eine Definitionsfrage, was ich versuchte mit dem Beispiel “verletzter Spieler” darzustellen. Für mich ist ein Flop ein “Versagen” oder ein “Reinfall”, vielleicht sogar grobe Unsportlichkeit oder Unfairness.

  • tomdo sagt:

    Ich kann durchaus verstehen, wenn die neue Situation der englischen Natio als Flop bezeichnet wird. Mehr noch hat mich allerdings die abwertende Formulierung gestört:
    “hat keine Lust auf die WM”
    “zeitliche Belastung war schon lange absehbar”

    Wer zwei so kleine Kinder hat, kann immer aus irgendwelchen Gründen beruflich ausfallen, evtl. können die Gründe auch schicksalhaft sein. Lt. Veröffentlichung des englischen Fußballverbandes hat jedenfalls Hope Powell nach einem persönlichen Gespräch mit Chapman volles Verständnis für Ihre Entscheidung.

    Ich wünsche jedenfalls Katie Chapman und ihrer Familie alles Gute. Ich hätte Sie gerne bei der WM in Deutschland gesehen.

  • laasee sagt:

    Katie Chapman should NOT have been included as a ‘Flop’ item.
    There are personal reasons for her decision – not football matters.

    Sylvia Neid deserved to be in the ‘Flop’ section.
    Her attitude is bad.
    Maybe the FIFA award has gone to her head! (I still can not understand how she won that award – a big mystery).

    The yellow cards for Inka, Simone and Mandy were strange.
    I think it has more to say about internal matters at FCR and not because the players are stupid.

  • Winter sagt:

    Eine Frau Neid wird langsam peinlich. Nicht nur, das sie viele Spielerinnen mit der besten Entwicklung und Leistungen nicht im WM-Kader berücksichtigt, sondern sich auch noch Sonderrechte rausnimmt. Zur realistischen Beurteilung hätte ich mir auch gewünscht, dass sie sich auch mal Live ein Spiel in Potsdam ansieht, nicht nur ständig in Frankfurt und sporadisch in Duisburg. Nach der WM sollte diese Trainerin spätestens ihren Stuhl räumen, auch weil ihr jegliche Vision, Objektivität und Kreativität für den Frauenfussball fehlt!

  • WalesGER sagt:

    zum Thema Katie Chapmen…ich sehe es als FLOP für den Frauenfussball insbesondere die Einstellung der Englischen FA zu dem Thema Fussballspielende Mütter…. und die Überschrift ist FLOP!!
    Katie Chapmen ging nach Chicago weil Sie dachte, mit dem dort verdienenden Geld besser Familie und Fussball “unter einen Hut” zu bekommen, zumal in den USA die Kinderbetreuung in den Vereinen (und auch der Nationalmannschaft) wesentlich besser organisiert ist!
    Da Ihr Mann keinen Job dort gefunden hat und sie als Spielerin sicherlich besser und früher wusste, wie es um die Red Stars bestellt ist ( bekanntermaßen wird Chicago aus Finanziellen Gründen kein Team diese Season stellen!) ging Sie zurück nach England und zu den ALFC .. dort weiß man, was man an ihr hat und vorallem ist dort mehr flexibilität gegeben..d.h. der verein gibt den Spielerinnen mehr freiraum hinsichtlich Trainingszeiten etc. Kinder und Familie dürfen mitreisen auf Kosten des vereins etc.

    Die Engländerinnen fangen JETZT d.h. also am Montag Ihre WM Vorbereitung ebenfalls schon an, sind zum ersten traininugscamp gereist wegen dem Spiel gegen die USA am Samstag.
    (Sidekick…. nebenbei hat übrigens gestern bereits ein Trainingsspiel zwischen den USA und ENGLAND stattgefunden- hinter verschlossenen Türen!!! USA gewann 2-0 .. das alles nenne ich auch mal einen FLOP!!)
    danach wird es wohl noch nach einer kurzen Pause ein weiteres Trainingscamp geben mit einem weiteren Spiel am 2ten oder 3ten Maiwochenende -was genaueres weiß man nicht…und offensichtlich auch nicht die Spielerinnen den Englischen Nationalmannschaft!! und das ist nicht meine Meinung sondern Tatsache!! ( Informationen aus der Englischen Natio!) ..somit ist es natürlich schwer für eien Mutter mit zwei Kindern deren Ehemann auch berufstätig ist, zu planen!! Ich glaube wenn man dann auch noch von der FA gesagt bekommen, dass der sogenannte National-Contract nicht verlängert wird ( so geschehen letztes Jahr bei Chapman weil sie eben in die WPS wechselte) und man entsprechend auch keine finanzielle Absicherung hat, reicht es irgendwann und die Priorität wird eben dann auf Familie gesetzt!! immerhin hat man die ein lebenlang :)

    ACH JA ..wie oben schon angemerkt…der richtige FLOP ist die Überschrift..sie habe keine LUST auf die WM!! :(

  • WalesGER sagt:

    und Frau Neid hat sich also entschuldigt….bisschen spät die Einsicht!!
    im anderen Treat sahen es einige als okay an, dass sie einen Freien Tag hat… etc.
    Nicht wenn man so einen Aufwand für die Heim-WM betreibt und immer wieder betont, wie wichtig diese WM ist etc… und vorallem wäre es auch mal ein Statement zur Liga an sich gewesen ( auch wenn es ein Pokal-Spiel war) ..also demnach auch mal ein Statement zum vereinsfussball..aber das scheint Frau Neid sowieso nicht zu interessieren..ok ja sie ist ja auch Nationaltrainerin…nur ohne den Vereinsfussball, hätte Sie auch nicht so eine starke Nationalmannschaft…
    da drängt sich für mich wieder einmal ganz klar der Verdacht auf, das es doch garnicht um die Förderung des Frauenfussballes in unserem Lande an sich geht, sondern nur um das Frauen-WM Spektakel…danach wird sowieso wieder kein ****** über Frauenfussball reden/berichten…. :(
    ausser natürlich Womensoccer, Framba und co :D

  • Markus Juchem sagt:

    @WalesGER: Ich bin mir sicher, es hätte Mittel und Wege gegeben, die Priorität erst nach der WM auf die Familie zu legen.

  • Nora Kruse sagt:

    Dass die Kinderbetreuung im US-Verband weit besser geregelt ist, ist bekannt. Wenn ich nicht irre, profitieren davon auch die Schiedsrichterinnen.

    Der englische Verband hätte sich dem Thema in der Tat eher annehmen können und müssen, Katie Chapman ist nicht die erste Familienmutter im Team. Die mittlerweile nicht mehr aktive Mary Phillip hat ebenfalls zwei Kinder. In Schottland hat Julie Fleeting den Verband in gewisser Hinsicht vor die Wahl gestellt: Wenn ihr Kind nicht mitreisen darf, spielt sie nicht mehr. Konsequenz: Kind darf mit.

    Von daher ist der Rücktritt vielleicht auch ein ganz guter Wachrüttler für den Verband – wobei der Zeitpunkt für die Mannschaft natürlich hart ist.

    Dass die Spielerinnen zum Teil nicht wissen, gegen wen weitere Spiele anstehen o.ä., ist keine Schwäche des englischen Verbandes. Auch in anderen Nationen kennen Spielerinnen zum Teil nur Zeitpläne, sind über Details aber nicht unbedingt informiert (das beinhaltet auch Testspielgegner).

    Der Vertrag zwischen Verband und (National)spielerinnen in England war von Beginn an an die Auflage gebunden, dass diese geförderten Spielerinnen auch im Land bleiben müssen. Das war angesichts der “Abwanderungswelle” in die WPS ja einer der Hintergedanken. Das ist also keine nachträgliche “Grausamkeit”, den bei einem Wechsel in die USA zu kündigen – wobei die Situation von Katie Chapman natürlich eine andere ist und anderer Absicherung bedarf. Daher habe ich für ihren Schritt auch Verständnis, aber der Zeitpunkt kann natürlich hinterfragt werden. Alle Hintergründe, die möglicherweise noch hinzu kommen, sind mir aber nicht bekannt.

  • laasee sagt:

    @Winter

    I fully agree with your comments.

    Neid is not good for FF.

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