Jena trennt sich von Geschäftsführer Etzel

Von am 18. März 2011 – 16.22 Uhr 14 Kommentare

Frauenfußball-Bundesligist FF USV Jena und Geschäftsführer Markus Etzel gehen zukünftiger getrennter Wege. Die Nachfolge wird vorerst befristet bis 30.06.2011 von Michael Werner übernommen.

Der Vorstand „distanziert sich von Inhalt wie auch Art und Weise der am Dienstag in der Presse und im Fernsehen verbreiteten Aussagen des Geschäftsführers Herrn Markus Etzel und trennt sich von ihm mit sofortiger Wirkung“, heißt es in einer vom Verein verbreiteten Erklärung. Laut diverser Presseberichte soll Etzel aber bereits vor den öffentlich verbreiteten Aussagen um Vertragsauflösung gebeten haben.

Problembewusstsein

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Der Vorstand räumt ein, sich der „bestehenden Probleme bewusst“ zu sein. „Eine mit einer Struktur- und Personaldiskussion einhergehende Unruhe im Verein mitten im Abstiegskampf – wie sie in anderen Vereinen bspw. vorgekommen ist – sollte jedoch vermieden werden, um das Erreichen der sportlichen Zielstellung, den Klassenerhalt der 1. Mannschaft, nicht noch zusätzlich zu gefährden“, heißt es in der Erklärung.

Logo des FF USV Jena

Logo des FF USV Jena © FF USV Jena

Rahmenbedingungen verbessern

Und es heißt weiter: „Nachdem die Mannschaft am vergangenen Sonntag nach einer engagierten und spielerisch guten Rückrunde den Klassenerhalt geschafft hat, nimmt der Vorstand auch die bspw. von diesen Spielerinnen geäußerten Hinweise auf bestehende Defizite in unserem Verein ernst und wird notwendige Schritte und Veränderungen einleiten, damit sich die Rahmenbedingungen für alle Leistungs- und Nachwuchsmannschaften weiter verbessern.“

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Außerordentliche Mitgliederversammlung

Den dringend notwendigen Veränderungsprozess wollen die Vorstandsmitglieder nun gemeinsam auf den Weg bringen. „Hierzu wird es innerhalb der nächsten vier Wochen eine außerordentliche Mitgliederversammlung geben, bei der sich die Mitglieder des Vorstands vor den Mitgliedern erklären werden. Zudem wird der Vorstand den Mitgliedern bei der Vollversammlung Möglichkeiten aufzeigen, wie der Verein strukturell zukunftsfähig aufgestellt werden kann.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

14 Kommentare »

  • licaro sagt:

    was hat herr etzel denn geäußert?

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  • Markus Juchem sagt:

    @licaro: Der besagte Artikel „Fußball-Geschäftsführer redet Klartext“ aus jena.otz.de ist inzwischen leider nicht mehr verfügbar. Etzel hat den Vorstand öffentlich zum Rücktritt aufgefordert und den Spielerinnen empfohlen, den Verein zu verlassen. Dazu aber auch:

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  • FF-observer sagt:

    Er ist noch verfügbar:

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  • Markus Juchem sagt:

    Danke, FF-observer. Seltsamerweise führt der Link, den ich zuletzt verwendet habe, ins Leere.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    In dem Zusammenhang frage ich mich doch ab und an, was Heidi Vater wohl sich dabei denkt! Findet sie ihre Entscheidung, den USV zu verlassen, im Nachhinein als die richtige oder gibt sie sich sogar eine Teilschuld an den derzeitigen Zuständen, weil es u.U. mit ihr, nicht so weit gekommen wäre. Na ja, eigentlich egal, aber wieso trifft es ausgerechnet immer wieder Ostvereine?

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  • susifan sagt:

    Ich glaub das ist wirklich kein Ostproblem, sondern ein allgemeines Fussballproblem, da gibt`s einfach zu viele Wichtigtuer die sich da um Ämter drängen und nix können (da gibts ja genug Beispiele auch bei den Männern). Ich verfolg das hier ja nun schon ein paar Jahre und irgendwie is es immer schlimmer geworden. Aber soweit ich das weiss, sind genau die Leute um die es jetzt geht un die Herr Etzel find ich zu Recht angegriffen hat, genau die alte Clique von Heidi Vater, also mit ihr wär das keinesfalls besser geworden/gewesen. Wenn ihr die lokale Presse verfolgt (am besten unter tlz.de), dann kommt einem echt das Gruseln, da gibts schon wieder typische FF USV Vorstandsstatements in denen nix konkret gesagt wird, dafür aber schön rumgeredet. Auf der Vereinshomepage steht tagelang gar nix dazu, auf der Fanpage erst recht nicht und zurüchgetreten is auch keiner, die haben nicht mal den Arsch in der Hose zu sagen, das Markus Etzel unrecht hat. Aussitzen, nix sagen und irgenwie durchmauscheln, zumindest da scheinen sich die feinen Herrschaften ja sehr einig zu sein. Ich hoff mal, dass die MV im April die alle absetzt und sich hier endlich mal wieder jemand ernsthaft um den Sport kümmert. Ich will jedenfalls als Fan in der kommenden Saison nich absteigen!

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  • SEHER sagt:

    Neues Szenario:
    Das „Team des Vorstands“ (Website des FF USV Jena) wird zerfallen.

    Zuerst wird das rücktrittserprobte Vorstandsmitglied zurücktreten, polternd und stänkernd den Verein verlassen und versuchen, möglichst viele mitzunehmen.

    Ein weiterer Rücktritt wird mit der neuen Aufgabe im großen Verein begründet werden.

    Einen Rücktritt aus persönlichen/beruflichen Gründen wird es auch geben.

    Alsdann haben wir noch einen gesundheitlich bedingten Rücktritt.

    Der nächste Rücktritt steht unter dem Motto „Undankbare Bande, ihr werdet schon sehen!“

    Ein zwischen Vorstands- oder anderem Amt im Verein zerrissenes Mitglied wird sich zu entscheiden haben.

    Ein Mitglied wird an seinem -meist leeren- Sessel kleben bleiben wollen.

    Schließlich wird in menschlich verwerflichster Weise ein Abschiebe-Unternehmen gestartet werden.

    Der Captain wird selbstverständlich an Bord bleiben, aus Verantwortung gegenüber dem Verein, der Uni, der Stadt, …
    Er wird sich neue Offiziere suchen; schließlich braucht man einen Vorrat an neuen potentiellen Bauernopfern.

    Das Schiff wird weiter aus dem Ruder geraten, vollständig Schlagseite erhalten … und letztlich sinken.

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  • susifan sagt:

    @seher: -grins- Ich weiß genau wen du meinst…

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  • SEHER sagt:

    http://j.mp/eKrVuZ

    Fortschreibung vom 22.03.2011 – Neues Szenario: Das „Team des Vorstandes“ (Website des FF USV Jena) wird zerfallen. Nun also doch nicht alles nur wilde Spekulation! Das rücktrittserprobte Vorstandsmitglied ist bereits zurückgetreten. Andere Vereine kommunizieren solche Fakten selbst. Die weitereren Rücktritte erhalten vor ihrer Bekanntgabe noch ein Generalmotto: Beseitigung eines Defizits, das der Vorstand auch erkannt hat, durch Umbau. Die Entscheidung des zwischen Vorstands- oder anderem Amt im Verein zerrissenen Mitglieds ist nun also zumindest teilweise, hier gegen die Trainertätigkeit, gefallen. Ein Mitglied will wohl noch unverändert an seinem -meist leeren- Sessel kleben bleiben. Der Captain will also an Bord bleiben, natürlich nur aus Verantwortung gegenüber dem Verein, der Uni, der Stadt, … . Er will sich neue Offiziere suchen; schließlich braucht man einen Vorrat an neuen potentiellen Bauernopfern. Offen bleibt noch, ob in menschlich verwerflichster Weise die Abschiebung des verdienstvollsten Vorstandsmitglieds als Teil des Umbaus durchgezogen wird. ¿Wir stellen uns dieser Verantwortung¿ – wann stellt sich der Vorsitzende endlich seiner und macht den Weg frei für den dringend erforderlichen Neuanfang? Seine erneute Kandidatur wäre doch jederzeit ohne Weiteres möglich. Noch zählt der Jenaer Frauenfußball in Deutschland, im Land des Weltmeisters, zu den zwölf besten Teams. Das soll bitte, bitte auch so bleiben.

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  • aha sagt:

    Statt Mitgliederversammlung nun außerordentliche Plauderstunde – Wie der Vorstand des FF USV Jena e.V. Satzung und Vereinsdemokratie mit Füßen tritt

    Die Mitgliederversammlung ist das höchste Organ des Vereins. Aufgaben der Mitgliederversammlung sind insbesondere die Beratung und Beschlussfassung zu grundsätzlichen Fragen der Entwicklung des Vereins sowie über Satzungs-änderungen und Anträge, ferner die Wahl des Vorstands.
    Um ihrer Stellung und ihren Aufgaben auch gerecht werden zu können, muss die Mitgliederversammlung allerdings zunächst einmal satzungsgemäß durch den Vorstand einberufen werden: Der Termin und die Tagesordnung der Mitgliederver-sammlung sind spätestens vier Wochen vorher den Mitgliedern durch Aushang bekannt zu geben.
    So steht es unter § 10 der Satzung des FF USV Jena e.V., nachzulesen auf der offiziellen Website des Vereins.

    Eigentlich alles ganz simpel und selbstverständlich – sollte man meinen. Nicht jedoch der Vorstand des FF USV Jena e.V., der dazu eine gänzlich andere, an Unverschämtheit und Zynismus kaum noch zu überbietende Meinung vertritt.

    Schriftlich hingewiesen auf den Satzungsverstoß und befragt, ob dem Vorstand somit bewusst sei, dass die Mitgliederversammlung am 12.04.2011 nicht satzungsgemäß einberufen worden ist und grundsätzlich von vornherein nicht beschlussfähig sein wird, teilt der Vorstand durch seinen Rechtswart Liane Hartung nunmehr am 08.04.2011 lapidar mit:

    „der Vorstand weiß, dass die für den 12.04.2011 anberaumte außerordentliche Mitgliederversammlung im Sinne der Satzung nicht ordnungsgemäß einberufen worden ist.“
    Trotz dieser Kenntnis habe sich der Vorstand entschieden, dem Mitgliederbe-gehren schnellstmöglich nachzukommen.

    Der Vorstand möge zur Kenntnis nehmen, dass die Einhaltung der Satzung nicht seiner Entscheidung, seinem Gutdünken unterliegt.
    Umgesetzt hat dies der Vorstand dergestalt, dass zwischen der Vorstands-sitzung, welche die Einberufung beschlossen hat, und dem festgesetzten Termin der außerordentlichen Mitgliederversammlung 3 ½ statt der vorgeschriebenen 4 Wochen liegen. Mit diesem „enormen“ Zeitgewinn versucht der Vorstand also, die vollständige Kastration der Mitgliederversammlung nun auch noch zu recht-fertigen.

    Und weiter teilt der Vorstand mit, es sei unerheblich, dass die Ladungsfrist nicht satzungskonform ist, da man ja laut Tagesordnung ohnehin keine Beschlüsse geplant habe.
    Der Vorstand vorsorglich und wohlweislich sicher nicht, aber vielleicht die Mitglieder. Die insoweit lediglich vorläufige Tagesordnung hätte selbstver-ständlich auf entsprechende Anträge hin ergänzt bzw. geändert werden können, so denn die Mitgliederversammlung beschlussfähig wäre.

    Jedenfalls sind die Vorstandsmitglieder nun gut geschützt, sowohl vor Aufträgen oder Weisungen und anderen Belästigungen durch die Mitgliederversammlung, als auch gegen Anträge aller Art, insbesondere solche auf Widerruf ihrer Bestellung. Egal, was die Mitgliederversammlung am 12.04.2011 auch anstellt, zu entscheiden hat sie jedenfalls nichts.

    Statt Mitgliederversammlung nun also außerordentliche Plauderstunde!
    Das Ganze ist nicht nur eine Farce, sondern nunmehr schon vorsätzliche, dreiste und plumpe Mitgliederverdummung getreu dem Motto: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.“
    Aber wie lange noch? Diese Frage können nur die Mitglieder, die Anhänger und die Sposoren des Vereins beantworten.

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  • susifan sagt:

    Kaos in Jena! Jetzt ist sie durch, die MV die keine war. Wie befürchtet: großteils peinliche Selbstdarstellungen des Vorstandes, Konsequenzen, Veränderungen? Fehlanzeige!! Immer schön weiter so. Eine Versammlung die keine ist, die dann, obwohl nicht beschlussberechtig erstmal beschließt die Presse aus dem Raum zu schmeißen… Ohne Worte, was sich die Damen und Herren da anmaßen. Ach ja, ausser dem Präsidenten war sich auch niemand irgendeiner Schuld bewusst, bzw. sah Defizite oder Fehler. Warum nur, hat man das aber genau in der offiziellen Stellungnahme damals geäußert wenn alles so toll ist?? So kriegt man einen Verein kaputt und alle gucken zu oder noch schlimmer, machen mit. Abstieg 2011/2012 definitiv!

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  • tig sagt:

    und dann werden auch noch die kritischen Bemerkungen von der Fanseite gelöscht….

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  • susifan sagt:

    Was ist hier nur los? Jetzt stehen die kritischen Kommentare (teilweise) wieder im FF USV Online-Gästebuch, dafür fehlen nun die Kommentare anderer Fans die sich eben gerade über die ständige Zensur des Vereins beschwert haben… Das erinnert an gute alte Stasi- und C0 Methoden! Wenn ihr Angst vor der Meinung der Fans habt (anscheinend zu Recht), dann darf man(n) halt kein solches Forum bieten. Der Verein wäre alledings wohl besser beraten, wenn man mal liest was die Fans bewegt udn zwar ohne ständige Zensur!!

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  • SEHER sagt:

    „Jeder Verein hat den Vorstand, den er verdient“ – nicht von mir und auch nicht neu, aber nun auch an die Adresse der Spielerinnen und der übrigen Mitglieder des FF USV Jena gerichtet zutreffend, wenn es nach all dem
    (http://jena.tlz.de/web/lokal/sport/detail/-/specific/Geschlossene-Gesellschaft-FF-USV-Versammlung-geriet-zur-Farce-788329583;
    http://j.mp/i4VwQa
    )
    doch nur ein Sturm im Wasserglas bleibt.

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