Tanja Walther-Ahrens erhält Auszeichnung

Von am 10. März 2011 – 15.36 Uhr

Am 29. Mai 2011 verleiht die Landesarbeitsgemeinschaft für Lesben in Nordrhein-Westfalen zum 3. Mal den „Augspurg-Heymann-Preis“. Geehrt wird die frühere Bundesligaspielerin Tanja Walther-Ahrens – für ihr engagiertes Eintreten gegen Homophobie im Fußballsport.

Mit der Verleihung will die Landesarbeitsgemeinschaft, ein Zusammenschluss von 49 überwiegend ehrenamtlich engagierten Lesbengruppen und Initiativen in Nordrhein-Westfalen, „Wertschätzung ausdrücken und einen Anstoß geben, damit sich weitere Frauen an ihnen ein Vorbild nehmen.“ Erste Preisträgerinnen waren die Schriftstellerin Mirjam Müntefering sowie die Schauspielerin und Entertainerin Maren Kroymann.

Die Gesellschaft verändern
Walther-Ahrens hat erkannt, dass Fußball ein Abbild der Gesellschaft ist. „Wenn wir hier etwas ändern können, kann man vielleicht auch in der Gesellschaft etwas ändern“, so ihre Einschätzung. Früher stürmte sie für Tennis Borussia Berlin und den 1. FFC Turbine Potsdam, heute ist sie seit über zehn Jahren aktiv im SV Seitenwechsel, dem Frauen/Lesben Sportverein Berlin e. V. Walther-Arens hält zudem Vorträge zum Thema Homophobie im Sport, besucht Konferenzen, ist Abgesandte der European Gay and Lesbian Sport Federation (EGLSF). Als solche hält sie auch den Kontakt zum DFB.

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Tanja Walther-Ahrens

Voller Engagement bei der Sache: Tanja Walther-Ahrens © privat

Fußball-AGs gegründet
Weil Mädchensport insgesamt zu kurz kommt, hat Walther-Ahrens außerdem in den Berliner Bezirken Kreuzberg und Friedrichshain fünf Fußball-AGs ins Leben gerufen. Im Februar 2011 ist ihr Buch „Seitenwechsel – Coming out im Fußball“ im Gütersloher Verlagshaus erschienen. Bereits 2008 erhielt Tanja Walther-Ahrens zusammen mit Philip Lahm und Dr. Theo Zwanziger den TOLERANTIA-Preis.

Aktuelles Projekt
Seit über zwei Jahren betreibt die LAG Lesben Aufklärungsarbeit. Im Vorlauf der im Sommer stattfindenden Frauen-WM 2011 will sie bei ihrem aktuellen Projekt in Kooperation mit dem Lesben- und Schwulenverband Deutschlands Landesverband Nordrhein-Westfalen und den Freizeitkickerinnen „Golden Sixties“ aus Düsseldorf auf die nach wie vor existierende Diskriminierung und Unsichtbarkeit von lesbischen Frauen in der Fußballwelt (als Spielerin, Trainerin/Betreuerin, Fan, Schiedsrichterin etc.) aufmerksam machen. Darüber hinaus soll das Selbstbewusstsein lesbischer Frauen gefördert und der Abbau von Vorurteilen und Klischees vorangetrieben werden.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.