Die Tops und Flops der Woche 8/2011

Von am 1. März 2011 – 21.09 Uhr 9 Kommentare

In dieser Woche drehen sich die Tops und Flops um die Halbfinal-Spiele im DFB-Pokal und eine treffsichere afrikanische Stürmerin, aber auch um eine kurzerhand langweilig gewordene WM-Vergabe und einen Pechvogel.

Top 3

Traumfinale im DFB-Pokal
Der FC Bayern München und der SC 07 Bad Neuenahr werden da zwar anderer Meinung sein, aber das Duell der beiden deutschen Topteams zwischen dem 1. FFC Turbine Potsdam und dem 1. FFC Frankfurt wird am 26. März in Köln die Fans elektrisieren. In beiden Mannschaften zusammen stehen derzeit 16 aktuelle Nationalspielerinnen. Hinzu kommen einige internationale Spielerinnen, mit denen es bei der Frauenfußball-WM 2011 ein Wiedersehen geben wird.

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Anonmas Tore retten Jena
Was wäre der FF USV Jena ohne seine Torschützin vom Dienst Genoveva Anonma?! Beim 4:3-Erfolg gegen den Herforder SV traf die Stürmerin aus Äquatorialguinea gleich dreimal (10., 24., 66.) ins Schwarze und besiegelte mit ihren Saisontreffern 10 bis 12 nicht nur den Abstieg des Aufsteigers aus Westfalen, sondern erhöhte damit die Chancen auf den Klassenerhalt der Thüringerinnen beträchtlich. Im Sommer wird die 21-Jährige für ihr Land bei der WM in Deutschland auf Torejagd gehen.

Verloren, aber trotzdem gewonnen
Der FC Bayern München und der SC 07 Bad Neuenahr mögen zwar ihre Halbfinal-Spiele im DFB-Pokal verloren haben, doch die Sympathien und den Respekt hatten beide Teams trotz der Niederlagen auf ihrer Seite. In Aschheim brachten die Münchnerinnen den Favoriten aus Potsdam trotz eines schnellen 0:3-Rückstands noch einmal in Bedrängnis, ehe der Potsdamer Sieg feststand. Und auch in Frankfurt ließ das Team von der Ahr die Zügel ungeachtet eines frühen Zwei-Tore-Rückstands nicht schleifen und lieferte den Frankfurterinnen bis zum Schluss einen verbissenen Kampf.

Flop 3

Ladenhüter WM 2015
Mit Spannung wollte man am Mittwoch und Donnerstag nach Zürich blicken, wo das FIFA-Exekutivkomitee nach seinen Sitzungen den Ausrichter der Frauenfußball-WM 2015 bekanntgeben wird. Doch die Spannung ist inzwischen der Langeweile gewichen, denn der letzte mögliche Konkurrent Simbabwe hat seine Bewerbung zurückgezogen. Schon jetzt herrscht in Kanada Freude, denn als einziger verbliebener Bewerber kann man die Sektkorken bereits knallen lassen. Bleibt zu hoffen, dass es für die WM 2019 wieder mehrere ernsthafte Bewerber geben wird.

Spielszene Bayern gegen Potsdam

Das Spiel FC Bayern München gegen den 1. FFC Turbine Potsdam bot packende Zweikämpfe © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Pechvogel Bartusiak
Saskia Bartusiak heißt der Pechvogel des vergangenen Wochenendes. Denn die Verteidigerin des 1. FFC Frankfurt wurde im Pokal-Halbfinale gegen den SC 07 Bad Neuenahr wegen eines Fouls von Schiedsrichterin Riem Hussein mit einer Roten Karte vom Platz geschickt – und nicht alle wollten bei der Aktion ein zu ahndendes Foul der 28-Jährigen gesehen haben. Doch die Folgen der Entscheidung sind nachhaltig, denn Bartusiak muss ihre Strafe somit ausgerechnet im Pokalfinale gegen den 1. FFC Turbine Potsdam absitzen.

Keine Übertragungen von Algarve Cup und Cyprus Cup
Vom 2. bis zum 9. März sind in Portugal (USA, Norwegen, Schweden, Japan) und auf Zypern(Kanada, Frankreich, England, Neuseeland, Mexiko) gleich 9 der 16 Teilnehmer der Frauenfußball-WM 2011 im Einsatz, darunter in Frankreich und Kanada auch zwei Gruppengegner der deutschen Mannschaft. Schade, dass es etwas mehr als 100 Tage vor Beginn des Turniers in Deutschland keine Fernsehbilder zu sehen gibt. Denn ein schöner Vorgeschmack auf die Teams und Spielerinnen der WM wäre es allemal gewesen.

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

9 Kommentare »

  • Oliver sagt:

    Saskia Bartusiak erhielt für ihren Rempler sogar die glatte Rote Karte. Das ändert aber natürlich nichts an der Tatsache, dass sie im Finale gesperrt ist…

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  • Markus Juchem sagt:

    Dankeschön, ist korrigiert.

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  • Jennifer sagt:

    Boa, das tut mir unendlich leid für Saskia Bartusiak. Habe durch ein Foul so eine ähnliche Situation als aktive Spielerin mal erlebt und weiss wie bitter das ist. Alles Gute von meiner Seite aus an Saskia Bartusiak.

    Zu den fehlenden Fernsehbildern: Tja, da kann man wirklich nur Staunen. Keine Bilder von den DFB-Halbfinals, Algarve-Cup usw., aber dafür eine Ms. Jones, die um die Welt reisen muss. Da fragt sich der „normale Fan“ des Frauenfussballs tatsächlich, was da werbewirksamer und kostengünstiger wäre.

    Mit dem DFB ist das auch so ein Trauerspiel, aber da will ich gar nicht erst drauf eingehen, dann wird mein Kommentar wahrscheinlich nicht mehr veröffentlicht …

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  • licaro sagt:

    @jennifer:
    es gibt auf dfb-tv eine zusammenfassung beider dfb-pokalhalbfinals.

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  • FFFan sagt:

    Top: mit Herford-Jena konnte bereits Ende Februar das letzte Nachholspiel absolviert werden, die Tabelle ist ‚begradigt‘ und wenn nicht ein erneuter Wintereinbruch noch einen Strich durch die Rechnung macht, kommt der DFB mit seiner riskanten Terminplanung tatsächlich durch. Respekt!

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  • Garrincha sagt:

    Der DFB setzt bei der Frauen-WM auf dieselben betriebswirtschaftlichen Mechanismen wie bei der Männer-WM 2006: z.B. Aufmerksamkeit durch prominete Werbeträger. Ich hätte mich gefreut, wenn der DFB die Frauen-WM ganz anders angegangen wäre: Werbung in den Schulen, geringe Eintrittspreise (5€ – SIC!), Freikarten für Jugendfussballerinnen, Ansprache für Familien, etc.
    Wäre der Werbeeffekt bei dieser Zielgruppe nicht erheblich höher gewesen? Hätten Sponsoren nicht wesentlich mehr mit dieser Zielgruppe (junge sportlich begiesterte Mädchen) anfangen können? Es wäre mutig gewesen, die WM eventuell nicht mit einem wirtschaftlichen Gewinn abzuschließen…für eine Zukunft des Frauenfußballs. Der DFB hat ganz sicher die Möglichkeiten. Muß ja so sein, wenn man sich z.B. eine Frau Jones leistet (Was macht die Dame eigentlich genau?).
    Warum geht der DFB im Frauenfußball nicht eigene Wege? Immer wird betont, daß FF eine eigen Sportart ist und nicht vergleichbar mit dem MF. Also, warum nicht auch ein anderer Weg? Aber anscheinend geht der FF den Weg aller Frauenmannschaftssportarten. „Highlights“ wie WM und EM werden hervorgehoben, der Ligabetrieb dann wieder vergessen!
    Ich habe nur die Sorge, daß über die FF-WM vom ersten Tag an sehr euphorisch berichtet wird (wie bei der Ski-WM in Garmisch;teilweise wirklich lachhaft, wer da alles zu Wort kommt, um die Olympiabewerbung zu unterstützen!!!), nach der WM oder bei einem Ausscheiden unserer Nationalmannschaft sich absolut niemand mehr für FF interessiert.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Garrincha

    Das ist halt die Kommerzialisierung des FF wie sie im Buche steht!
    Ich teile Deinen obigen Beitrag zu 100%, denn man hätte wirklich Vieles anders anpacken und besser, nämlich dem Anliegen, im Speziellen, den besonderen Eigenheites des FF, besser gerecht werden sollen. Mit der Familienkarte allein ist es nicht getan, der Preis ist dennoch die Kehrseite der Medaille…

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  • Frieda sagt:

    @ Garrincha
    Man kann viel sagen, aber nicht, dass die WM überteuert ist! Ich zahle keine 90 Euro und kann 3 Gruppenspiele und ein Viertelfinale schauen. Bei einer WELTmeisterschaft.

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  • Jennifer sagt:

    @licaro: sollte fehlende live Fernsehbilder heissen. Ich bin der Meinung, dass der DFB (oder wer auch immer da zuständig ist) locker eines der DFB Halbfinalspiels übertragen könnte. Wenn es hinterher eine Zusammenfassung auf DFB TV von beiden Spielen gibt, dann war ein Kamerateam bei beiden Spielen vor Ort. Warum dann keine live oder zeitlich versetzte Übertragung speziell im WM-Jahr?

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