Frauen-WM 2011: Rekordprämie für Titelgewinn

Von am 4. Februar 2011 – 10.40 Uhr 4 Kommentare

Sollten die deutschen Spielerinnen bei der Frauenfußball-WM 2011 im eigenen Land den Titel holen, winkt eine Rekordprämie.

Der DFB lobt für den dritten Titelgewinn in Folge 60 000 Euro pro Spielerin aus. Für den Erfolg bei der Frauenfußball-WM 2007 in China hatte es 50 000 Euro gegeben.

Staffel-Prämien
Der DFB verständigte sich mit dem Spielerinnen-Rat auf eine leistungsbezogene Prämienregelung. Demnach erhalten die WM-Teilnehmerinnen für die Teilnahme am Viertelfinale 15 000 Euro. Sollte die DFB-Auswahl das Halbfinale erreichen, erhöht sich der Betrag auf 25 000 Euro. Belegt das deutsche Team am Ende Platz 3 erhalten die Spielerinnen jeweils 30 000 Euro. Als Vize-Weltmeister würden 40 000 Euro gezahlt werden. Zusätzlich zu der WM-Prämie erhält die Mannschaft erfolgsunabhängige Vergütungen. Dabei handelt es sich um eine Beteiligung an den Sponsoring-Einnahmen und eine Sonderzahlung für das umfangreiche Engagement des Teams für die Frauenfußball-WM 2011.

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Der DFB-Elf winkt eine lukrative Prämie © Nora Kruse, ff-archiv.de

Zwanziger: „Besondere Situation“
DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger sagt: „Wir haben mit der Weltmeisterschaft im eigenen Land eine besondere Situation. Der tragen wir auch in Form der Prämien Rechnung. Ich weiß, mit welcher Gewissenhaftigkeit und mit welchem Eifer sich unsere Frauen auf dieses Turnier vorbereiten. Die Identifikation mit ihrer WM ist sehr groß – und diese Einstellung und Leistung wollen wir honorieren.“

Zwanziger ergänzt: „Allerdings möchte ich auch erwähnen, dass diese Zahlen kein Maßstab für künftige EM- oder WM-Turniere sein werden. Natürlich auch vor dem Hintergrund, dass die finanziellen Zuwendungen durch den Veranstalter FIFA sich zwischen einer WM der Männer und einer der Frauen sehr gravierend unterscheiden.“

Fitschen und Prinz zufrieden
Doris Fitschen, Managerin der Frauen-Nationalmannschaft, erklärt: „Ich freue mich, dass mit diesen Prämien auch der Einsatz der Spielerinnen außerhalb der Stadien honoriert wird. Insgesamt ist das einmal mehr ein Zeichen dafür, welchen Stellenwert der Frauenfußball beim DFB genießt.“

Auch Birgit Prinz, die Spielführerin der DFB-Frauen, ist zufrieden: „Der Spielerinnen-Rat ist mit klaren Vorstellung in die Gespräche gegangen. Mit dem Ergebnis sind wir alle zufrieden. Gut, dass das Thema so zügig geklärt wurde, jetzt kann die WM kommen.“

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

4 Kommentare »

  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ich halte die Aussage von Zwanziger:“…,dass die finanziellen Zuwendungen durch den Veranstalter FIFA sich zwischen einer WM der Männer und einer der Frauen sehr gravierend unterscheiden.“ als nicht sonderlich relevant, wenn es um Prämienfrage unserer Mädels und Frauen geht!
    Schliesslich ist der DFB einer der reichsten Verbände und durchaus in der Lage, Gelder aus z.B. dem Männerbereich neu zu polarisieren! Wer bekommt davon schon was mit und verboten ist es schliesslich auch nicht. Nun gut, man könnte den Standpunkt vertreten, 60000 EUR wären genug, aber mir persönlich ist die Schere zu Männern einfach zu groß. Oder meint man(n) etwa, dort wo die WM-Titelwahrscheinlichkeit größer ist, braucht man sich nicht so nach der Decke strecken? 😉

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  • FFFan sagt:

    Ich hatte eigentlich erwartet, dass bei dieser ‚Heim-WM‘ die Titelprämie erstmals eine sechsstellige Höhe erreicht. Davon ist der jetzt ausgehandelte Betrag weit entfernt. Er liegt nur knapp über dem Wert von 2007 (55.000 Euro inkl. 5.000 Euro für die Olympia-Qualifikation). Offenbar sind im Frauenfußball die Grenzen des Wachstums erreicht. Das gilt auch für die Frauen-Bundesliga. Die Vereine müssen sich darauf gefasst machen, dass es ab 2012 weniger Fernsehgeld gibt. Die Einführung des Vollprofitums, von der einige träumen, rückt damit in weite Ferne.

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  • mrx sagt:

    Laut einer ehemals großen deutschen Zeitung mit den vier Buchstaben (*puh*) liegt die Prämie bei knapp 70.000 Euro. Mit den weiteren Einnahmen durch die kleine Beteiligung an Marketing und Sponsoren soll (oder besser: kann) der mögliche Gesamtbetrag bei etwa 100.000 Euro liegen. Sagt jedenfalls die Bildung-bildet.

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  • FFFan sagt:

    @ mrx:
    Da hat die deutsche Zeitung mit den großen Buchstaben doch recht – 60.000 Euro sind ja „KNAPP 70.000 Euro“! 😉
    Und dass die Spielerinnen an den Sponsorengeldern beteiligt werden sollen, war auch in anderen Medien zu erfahren.

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