Home » Frauen-WM 2011

Die Frauenfußball-WM 2011 wird ein Gedicht

Von am 4. Februar 2011 – 9.51 Uhr 1 Kommentar

Die einen nehmen sich zum Jahreswechsel vor mit dem Rauchen aufzuhören, die anderen wollen vielleicht ein paar Pfunde abnehmen. Einen originelleren Vorsatz hatte an Silvester Paul Thaller. Denn er wird 2011 über die Frauenfußball-WM in Gedichtform berichten.

Anzeige

Schon drei Weltmeisterschaften bei den Männern und eine Europameisterschaft begleitete er mit seinen Versen, nun dachte er sich anlässlich der WM im eigenen Land, dass es auch die Damen einmal verdient hätten, im Fokus seiner Gedichte zu stehen.

Und so wird Paul Thaller die Frauenfußball-WM 2011 mit „Spielgedichten“ begleiten. Während der WM wird so zu jedem Spiel ein eigenes kurzes knackiges Gedicht entstehen, das wir Euch jeweils noch am selben Tag präsentieren werden.

Wer jetzt schon einmal eine Kostprobe sehen möchte, wie so ein Gedicht aussieht, kann sich schon einmal auf Paul Thallers Website umsehen oder vorab sich ein kleines „Mottoverserl“ zu Gemüte führen mit dem Namen „Freid durch Neid“ oder „Leid durch Neid“, einmal in bayerischer Landessprache oder wahlweise in der dazugehörigen hochdeutschen Version. Viel Spaß!

Screenshot der Website von Verserl Paule

Screenshot der Website von Verserl Paule

Freid durch Neid?
Ein bayerisches Verserl zur Frauen-Fußball-WM 2011

Neid, meine sehr verehrten Damen und Herrn,
soid aus meiner Sicht ja eigentlich verboten werrn.
Denn Neid macht eher krank als gsund
doch heier im Sommer gibt’s an Grund,

a für die, die Neid sonst ned so schätzen
oamoi voi auf Neid zu setzen.
Denn heier is Frauen-Fuaßboi-WM (WeÄmm),
mir derfas sogor in Deitschland erlämm.

Und do is Neid dann ganz ganz nah,
mit Vornama hoaßt Neid dann Silvia.
Klar, dass dieser Neid uns intressiert,
weil Neid unser Damen-Team trainiert.

Ja, Neid spuid sicher a große Roin,
für die andern is ned leicht wos zu hoin.
I frei mi auf diese WM scho heid,
und wünsch eich olle „Vui Freid durch Neid!“

Leid durch Neid?
Hochdeutsche Version zu meinem bayerischen Gedicht zur Frauen-Fußball-WM 2011

Neid, meine sehr verehrten Damen und Herrn,
haben viel zu viele Menschen oft zu gern.
Dabei macht Neid eher krank als gesund
doch heuer im Sommer gibt’s einen Grund,

auch für die, die Neid sonst nicht so schätzen
einmal voll auf Neid zu setzen.
Denn heuer ist Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft,
Deutschland drückt die Daumen mit voller Kraft.

Und da ist auch Neid dann ganz ganz nah,
mit Vornamen heißt Neid dann Silvia.
Klar, dass dieser Neid uns interessiert,
weil Neid unser Damen-Team trainiert.

Ja, Neid wird sicher eine große Rolle spielen,
die andern werden hoffentlich neidisch auf uns schielen.
Möge unsere Mannschaft schöne Spiele bestreiten,
und möge Neid nicht zu viel Leid verbreiten!

© Paul Thaller

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »