Bürki schießt Jena mit Hattrick ab

Von am 30. Januar 2011 – 17.39 Uhr 14 Kommentare

Der FC Bayern München hat sein Nachholspiel vom 16. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga gegen den FF USV Jena klar gewonnen und somit die Abstiegsnöte der Thüringerinnen vergrößert.

Beim 5:0 (2:0)-Sieg vor 157 Zuschauer auf dem Kunstrasenplatz an der Säbener Straße brachte Julia Simic ihr Team mit einem Heber in Führung (28.), nachdem zu Beginn beide Teams eine Weile brauchten, um mit den ungewohnten Rahmenbedingungen zurechtzukommen.

Pech für Jena
Zuvor hatten die Bayern bei einem Pfostenschuss der Gäste Glück, nach einem Freistoß von Kathleen Radtke aus dem Halbfeld kam Julia Arnold noch mit der Fußspitze an den Ball (18.). Längert verhinderte zudem gegen Jenas Stürmerin Genoveva Anonma kurz darauf einen Rückstand (21.), ein Querpass auf die freistehende Sylvia Arnold wäre wohl die bessere Option gewesen. Sylvie Banecki erhöhte kurz vor der Pause nach scharfer Flanke von Clara Schöne zum 2:0 (41.).

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Hattrick von Bürki
Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkten waren die Münchnerinnen auch in der zweiten Halbzeit Spiel bestimmend, ein Hattrick der Schweizerin Vanessa Bürki (57., 59., 84.) schraubte das Ergebnis zugunsten der Bayern in die Höhe. Bayern-Trainer Thomas Wörle freute sich: „Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und einen tollen Start ins Jahr hingelegt!“

Abstiegsnöte
Bayern München schob sich somit in der Tabelle bis auf einen Punkt an den Sechstplatzierten SC 07 Bad Neuenahr heran, der allerdings ein Spiel weniger bestritten hat. Jena verharrt weiter auf Platz 11, allerdingst beträgt der Abstand zum rettenden Ufer derzeit nur einen Punkt.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

14 Kommentare »

  • Fußballmama sagt:

    Respekt Mädels !! Weiter so !!

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  • mrx sagt:

    Bilder aus München:

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  • susifan sagt:

    Das war absehbar, sozusagen der Anfang vom Ende für Jena. Verstärkungen in der Winterpause waren ja nicht nötig, ja der Vorstand hat lieber gebetsmühlenartig immer wieder versichert wie toll man doch ist… Die Wetten laufen ob der FF USV wenigstens gegen Herford gewinnt. Ach ja, hab montags in der Lokalpresse gelesen, dass jetzt das falsche Schuhwerk der Spielerinnen Schuld war, um Ausreden und Entschuldigungen ist man in Jena wohl nie verlegen. Glückwunsch an die Bayern, bei so einem Ergebniss gibts doch keine Interpretationsmöglichkeit, die waren einfach viel besser!

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  • hexe sagt:

    Jetzt ist der DFB Schuld (Jena Homepage), denn schließlich hat man ja eine Klasse Vorbereitung hingelegt…
    Übrigens gegen jämmerlich auftretende Leipzigerinnen und die eigene Zweite Mannschaft.
    Leverkusen ist weg, jetzt noch Saarbrücken gegen Essen (Essen vielleicht weg??) und was man zu vergessen scheint, in Herford hat man noch lange nicht gewonnen…

    Ich denke es gibt ne Punkteteilung und damit kann man wenigstens anfangen für die neue Saison zu planen, wobei es da wohl nicht mehr viel zu planen gibt, da man ja jegliche Gespräche vor sich her schiebt…

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  • sitac sagt:

    Die Sache mit den Schuhen finde ich fast unglaublich. Offensichtlich wusste man um die Problematik von Kunstrasenplätzen. Und trotz dieses Wissens war es nicht möglich, in Gottes Namen dann halt noch für alle Spielerinnen ein Paar Noppenschuhe mitzunehmen.

    Die Äußerungen von Markus Etzel auf der Homepage von Jena finde ich aber im Übrigen schon in Ordnung. Ich denke, es stimmt, dass der DFB, der sonst auf alle Kleinigkeiten seiner Vorschriften und Regularien beharrt, jetzt unter dem Termindruck plötzlich alles, was nach bespielbarem Platz aussieht, akzeptiert. Außerdem kann ich auch die Problematik von Mittwochsspielen als Ersatztermin nachvollziehen. Aus Arbeits–, Ausbildungs– und Studiengründen müssen bei diesen Nachholterminen möglicherweise wichtige Spielerinnen fehlen, zumal bei Vereinen, die nach oben und unten nichts mehr gewinnen oder verlieren können.

    Aber, wenn man „Detlef“ glauben kann (und ich tue es :=) ), waren alle Bundesligavereine in die katastrophale Terminplanung des DFB eingebunden und hätten sich wehren können. Also hier kommt Markus Etzel tatsächlich um einige Monate zu spät.

    Noch ein Gedanke: ich bin mir nicht sicher, inwieweit Genoveva Anonma noch wirklich ganz in Jena präsent ist. Vielleicht ist sie in Gedanken schon längst bei der Weltmeisterschaft und kann im Bundesligaalltag ihre Qualitäten nicht mehr abrufen. Wenn ich im Übrigen die Kommentare und Berichte zum Spiel Frankfurt gegen Duisburg lese, habe ich den Verdacht, dass ähnliches auch bereits schon für deutsche Nationalspielerinnen gilt. Meine Prophezeiung, dass Nationalspielerinnen, vor allem bei schlechten Platzverhältnissen, nur noch eines im Sinn haben werden, nämlich nicht verletzt zu werden, scheint sich zu bewahrheiten.

    Was mir aber jetzt hauptsächlich durch den Kopf geht, ist die Tatsache, dass hohe Niederlagen selbst gegen vermeintlich schwächere Gegner schon in den letzten Spielen unter Heidi Vater die Regel waren. Ich frage mich, warum die damalige Trainerin nicht schon zu diesem Zeitpunkt Alarm geschlagen hat, dass die Abwehr von Jena möglicherweise gar nicht bundesligatauglich ist.

    Neuer Schlachtgesang für Jenaer Fans: „2.Liga, wir kommen!!!! Aber fürchtet euch nicht!!!! “ ???

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  • hexe sagt:

    Leute, das ist doch alles Käse…
    Jena trainiert auf Kunstrasen und da fällt mir als Verantwortlicher auf wer falsches Schuhwerk trägt. Es ist doch nicht so, dass man in München zum ersten Mal auf Kunstrasen stand und nur ein paar Tage vorher die Spielerinnen zum Schuhkauf hätte schicken können. Ich weiß nicht was dies sollte, aber es ist lachhaft. Auch es darauf zu schieben, dass es unterschiedliche Generationen von Kunstrasenplätzen gibt und man noch nie auf solch einem wie an der Säbener Strasse war. Wo sind wir denn hier? Welcher Fußballer/Fußballerin spielt Wo für Wo auf identischem Geläuf? Mal abgesehen von verschiedenen Platzgrößen, sind selbst die Rasenbedingungen (Wetter, Wachstum, Jahreszeit)jede Wo wechselhaft.
    Es tut mir leid, ich kann darüber nicht mal mehr schmunzeln, denn diese Unfähigkeit zu erkennen, dass man in verschiedenen Mannschaftsbereichen zu schwach ist zerstört den Erstliga Frauenfussball in Jena für Jahre.
    Statistiken helfen manchmal und wenn man ständig zu den Abwehrschwächsten Teams der Liga gehört, dann steigt man irgendwann ab.
    Übrigens sollte vor allem Jena ganz vorsichtig sein, dem DFB vorzuwerfen, er würde sonst zu sehr auf seine Regularien zu achten (aber das Thema ist ja bekannt)…

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  • susifan sagt:

    @hexe und sitac: Wenn Jena irgendwo in der Tabellenmitte wäre, würde das wahrscheinlich alles niemanden interessieren und sich keiner gross aufregen. Aber so bleibt es wie es war, alle anderen sind schuld und der Vorstand des FF USV schweigt und zeigt keinerlei Reaktion. So macht man den Frauenfussball nicht attraktiver, sondern aus Unfähigkeit kaputt.

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  • hexe sagt:

    Mich ärgert das schon und es macht mich wütend, dass man immer wieder nach Ausreden sucht. Immer sind es die anderen, man selbst macht alles richtig, kann sich immer alles nicht erklären.

    Ich denke man hat keinen „aktiven“ neuen Trainer gesucht, weil man Angst hatte, dass jemand Klartext redet. Lieber redet man sich stark oder wie ich es empfinde, man lügt sich die Taschen voll und verschließt sich der Realität.

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  • sitac sagt:

    @hexe :“ Es tut mir leid, ich kann darüber nicht mal mehr schmunzeln, denn diese Unfähigkeit zu erkennen, dass man in verschiedenen Mannschaftsbereichen zu schwach ist……..“
    Ich glaube, hier war der Finaleinzug 2010 ein echtes Verhängnis. Dieser Erfolg überblendete die desaströs schlechte Rückrunde 2009/2010 völlig.
    Vielleicht hätte ein starker Gegner im Vorfeld, der die weitere Pokalteilnahme beendet hätte, für einen nüchternen Blick gesorgt.
    Und im Finale in Köln hat dann eine auf sensationellem Weltklasse-Niveau spielende Jana Burmeister (allein diese Performance war die Reise nach Köln wert) und ein als „FCR Chancentod“ aufspielender Gegner erneut vernebelt und beschönigt, dass die Jenaer Abwehr sich eins ums andere Mal in Desorientierung und sogar teilweiser Auflösung befand.
    Andererseits verstehe ich, dass es nicht einfach und bitter ist (für alle: Spielerinnen, Fans, Trainer und Vereinsführung), einigen verdienten und einst gefeierten Leuten aus dem Aufstiegspersonal zu signalisieren, dass die Leistung zum Halten der Liga einfach nicht reicht. Aber eine aufgestiegene Mannschaft, egal in welcher Sportart, muss hier schmerzhafte Schnitte machen, sonst folgt unweigerlich der Wiederabstieg.

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  • susifan sagt:

    @hexe sitac: Seh ich genau so, das Finale war das schlimmste was passieren konnte. Saarbrücken hat`s ja vorgemacht, da lief es doch fast genau so. Ich versteh nur einfach nicht, warum da immer noch keiner aufwacht und endlich mal Klartext redet, aber jetzt ist`s ja wahrscheinlich eh schon zu spät. Am Wochenden Niederlage gegen Herford und goodbye erste Liga…

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  • sitac sagt:

    Hallo Bayer Leverkusen: Noppenschuhe! Oder doch nicht?

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  • sitac sagt:

    susifan: Ich glaube, gegen Herford setzt es eine weitere Niederlage. Meiner Meinung nach sind, wie gesagt, einige Spielerinnen schon nicht mehr ganz bei der Sache. Die eine denkt möglicherweise nur noch an die WM, andere möglicherweise – nicht zu Unrecht- an ihre weitere Karriere. Und andere können es einfach nicht besser. Ich muss Zaunmüller Abbitte leisten. Wahrscheinlich hat er sogar das Maximale herausgeholt. Eure Analysen, susifan und hexe, gespeist durch eure präzisen Vor-Ort-Kenntnisse, bestätigen sich voll und ganz. Echt schade.

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  • susifan sagt:

    @sitac: Kurze Atempause, das Spiel ist abgesagt. Ja wirklich schade, denn hier ist in wenigen Jahren (trotz teils unwürdiger und amateurhafter Umstände) wirklich viel enstanden und wird nun durch die Unfähigkeit der Verantwortlichen genau so schnell wieder verschwinden…. Ich sag`s gern nochmal und das ganz ernst gemeint, mir ist echt zum heulen…

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  • mrx sagt:

    Ex-Kollege Zaunmüller wurde von Kollege Kraus übrigens bestätigt, wie es um die professionellen Standards in Jena bestellt ist. Auch wenn diesmal die Verpackung der Worte etwas hübscher ausgefallen ist:

    „Zu Recht waren die Trainer nach dem Spiel bedient: „Von einer Leistungssportlerin erwarten wir, dass sie sich so auf das Spiel vorbereitet, dass sie für alle Eventualitäten gerüstet ist“, so Daniel Kraus.“

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