Home » Frauen-WM 2015

Nur zwei Bewerber für Frauenfußball-WM 2015

Von am 18. Januar 2011 – 11.02 Uhr 22 Kommentare

Anfang März wird das FIFA-Exekutivkomitee entscheiden, wo die Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2015 ausgetragen wird. Nur noch zwei Bewerber stehen als potenzielle Ausrichter auf der Kandidatenliste.

Anzeige

Schon jetzt steht fest, dass das Turnier in Kanada oder Simbabwe stattfinden wird.

Kanada war bereits einer der Kandidaten für die Frauenfußball-WM 2011, nur knapp musste man sich vor vier Jahren Deutschland geschlagen geben. Auch damals blieben am Ende nur noch zwei Bewerber übrig, nachdem die Schweiz, Frankreich, Australien und Peru ihre Kandidaturen zurückgezogen hatten.

Favorit Kanada
Für 2015 gilt Kanada, das 2002 bereits die U19-WM der Frauen und 2007 die U20-WM der Männer erfolgreich ausrichtete, als Favorit, der afrikanische Kontinent könnte erstmals Ausrichter einer Frauenfußball-WM werden, Simbabwe hat allerdings noch nie an einem FIFA-Turnier teilgenommen und zuletzt für negative Schlagzeilen gesorgt. Allerdings hat die Vergabe der Männer-WM 2022 nach Katar gezeigt, dass Überraschungen nicht ausgeschlossen sind.

Kanadische Nationalmannschaft

Kanada ist Favorit auf die Ausrichtung der Frauenfußball-WM 2015 © Nora Kruse / ff-archiv.de

Ursprünglich hatten auch Chile, Türkei, Neuseeland und Schottland ihr Interesse an der Ausrichtung des Turniers bekundet, letztlich aber ihre Pläne wieder auf Eis gelegt. Der Ausrichter der Frauenfußball-WM 2015 wird wie schon beim vergangenen Turnier auch Ausrichter der U20-Weltmeisterschaft 2014 sein.

Entscheidung Anfang März
Am 2./3. März wird das FIFA-Exekutivkomitee seine Entscheidung über die Frauenfußball-WM 2015 sowie weitere fünf Turniere fällen, darunter auch die U17-Frauenfußball-WM 2014, für die sich Costa Rica, Ghana, Mazedonien, Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate und Usbekistan beworben haben.

„Ein so großes Interesse sowohl an den Frauen- als auch an den Jugendwettbewerben der FIFA zeigt, wie attraktiv unsere Turniere sind“, meint FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke.

Tags: ,

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

22 Kommentare »

  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Na ja, dann tippe ich mal auf Simbabwe! 😉

    (0)
  • Fuxi sagt:

    Ja, warum bloß gibt es nur zwei ernsthaft interessierte Bewerber??? Das verwundert mich jetzt aber WIRKLICH…

    Im Ernst: Deutschland gilt ja noch als reiches Land, das es sich leisten kann, dass Großsponsoren und FIFA dran verdienen und ansonsten der Riesenaufwand kaum Ertrag und keinen dauerhaften Boom erbringt. Da geht’s auch eher um’s Image. Wie bei Kanada auch. Simbabwe wird wohl darauf hoffen, dass durch die Aufmerksamkeit vielleicht wirtschaftlich doch was geht und das Land ja gar nicht so schlimm wie sein Ruf ist, wenn sie zeigen, dass sie so ein Turnier ausrichten können. Zudem hat man in Simbabwe sicher breite Erfahrung mit Korruption, da kann einen die FIFA nicht mehr schocken.

    Tja, und die anderen Länder werden wohl einfach mal nachgerechnet haben…

    (0)
  • Detlef sagt:

    Ich tippe auf Kanada!!!
    Um eine Frauen-WM ausrichten zu dürfen, wird doch in Afrika niemand Bestechungsgelder zahlen!!!
    Aber nur mit genügend „Schmierstoff“, hätte Simbabwe überhaupt eine reelle Chance!!!

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    Man darf vor allem auch nicht vergessen, dass das Turnier dann erstmals mit 24 Mannschaften ausgetragen wird. Das ist ja auch eine logistische und infrastrukturelle Herausforderung. In diesem Fall würde es mich schon sehr wundern, wenn Kanada nicht den Zuschlag erhalten sollte.

    (0)
  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ich ließ mich bei meiner Prognose jedenfalls nicht von Bestechungsgeldern leiten, sondern von einer ähnlichen Zielvorgabe, den afrikanischen (Frauen-)Fussball mit entsprechender Motivation und Strategie zusätzlich auf internationalem Parkett zu puschen.
    Und das dann 24 Teams die WM spielen, wird Simbabwe bei Bewerbungsabgabe auch bekannt gewesen sein. Und wenn es davor nicht abgeschreckt hat, weshalb dann jetzt?

    (0)
  • laasee sagt:

    Ahhh, possible WM in Zimbabwe?…..with Mugabe and Blatter counting the money.

    The world has gone mad!!!

    (0)
  • spoonman sagt:

    Mal ehrlich: Eine Vergabe der WM nach Simbabwe würde doch den Frauenfußball um Lichtjahre zurückwerfen. Worldstadiums.com listet für das Land gerade mal drei Stadien auf, die mehr als 10.000 Plätze haben. Man müsste also weitere drei bis sechs Stadien aus dem Boden stampfen, die nötige Infrastruktur schaffen (Verkehr, Hotels) und die Sicherheit der Teams gewährleisten. Das alles war im benachbarten Südafrika möglich, weil der Männerfußball das nötige Geld quasi aus sich selbst heraus generiert, aber im Frauenfußball ist das absolut illusorisch.

    Andererseits: Eigentlich bräuchte man überhaupt keine großen Stadien, weil es im Umkreis von 5.000 Kilometern um Simbabwe sowieso kein nennenswertes Fanpotenzial existiert…

    Allein die Aufstockung der WM auf 24 Teams ist schon riskant genug, weil es dadurch jede Menge niveauarme und sinnlose Spiele geben wird. Wenn man das Turnier dann auch noch in Afrika austragen würde, wäre das für die FIFA glatter Selbstmord.

    Ich bin mir zu 100% sicher, dass die WM 2015 in Kanada stattfindet. Dort ist der Frauenfußball ganz gut verankert, Stadien und Infrastruktur sind vorhanden, die Sicherheit ist gewährleistet, und man kann in nennenswertem Ausmaß mit WM-Touristen rechnen – hauptsächlich aus den USA, aber auch aus Europa.

    (0)
  • Fuxi sagt:

    @spoonman
    Der Männerfußball in Südafrika bringt auch nicht das Geld ein. Irgendwo hab ich kürzlich gelesen (den Link suche ich gerade noch), dass die meisten Stadien in Südafrika seit der WM unbenutzt sind, weil die Unterhaltungskosten einfach viel zu hoch sind – für Stadien zwischen 40.000 und 60.000 Plätzen, wenn nur 3.000 Zuschauer kommen.
    Das gleiche würde Simbabwe natürlich auch drohen, wie Du richtig erkannt hast. Allerdings hat das die $I$A von Südafrika und Katar auch nicht abgehalten…

    @laasse
    Bingo! Couldn’t say that with better words.

    @Detlef
    Mit der WM in Simbabwe könnte das so sein wie mit Griechenland in der EU: Die Kalkulation, ob man sich leisten kann, es NICHT zu tun (Stichwort „verpasste Chancen“ und so), wenn es doch überall so hochgejubelt wird.

    (0)
  • laasee sagt:

    Qatar for mens WM !!!
    Neid gets Coach of the Year Award !!!
    Zimbabwe is allowed to apply to host WM !!!

    FIFA is out of control !!!

    (0)
  • FFFan sagt:

    FF-WM 2015 in Simbabwe? Kann ich mir nicht vorstellen. Dann schon lieber Kanada. Das führt dann dazu, dass dort nach 2002 (damals U19-WM)zum zweiten Mal die U20-WM stattfindet. (btw: wo findet eigentlich die U20-WM 2012 statt?)

    Dass sie sich nach der Niederlage vor vier Jahren erneut um die Ausrichtung beworben haben, zeigt die Ernsthaftigkeit der Bemühungen. Und die U19-WM war damals von den Zuschauerzahlen her ein voller Erfolg. Interesse am Frauenfussball ist in dem Land also vorhanden.

    (0)
  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Auch bei den letzten WM-Vergaben schlugen die Wellen haushoch und es gab und gibt immer noch reichlich Diskussionsstoff. Daher würde es mich nicht wundern, wenn die anstehenden Vergaben nach ähnlichem Strickmustern erfolgen. Daher mein Tipp, dass Simbabwe den Zuschlag bekommen könnte (Begründung s.o.).
    Markus Hinweis ist sicher nicht von der Hand zu weisen, aber man sollte die Relationen, wie sie nunmal beim FF herrschen, nicht gänzlich ausser acht lassen. Und wie bereits geschrieben, Simbabwa hat sich sicher bei der Bewerbung von dem Umstand des 24er Feldes nicht abschrecken lassen und kann diese WM ähnlich stemmen wie Südafrika die des vergangenen Jahres.

    (0)
  • spoonman sagt:

    Allein die Tatsache, dass Simbabwe noch nie an einem FIFA-Turnier teilgenommen hat (und übrigens auch nicht an der Afrikameisterschaft 2010), macht die Bewerbung für mich unseriös.

    (0)
  • Ralf sagt:

    @FFFan: die U20-WM 2012 findet in Vietnam statt.

    Ich frage mich auch, was eine WM in Simbabwe bringen soll. Es würden sicher nicht viele Touristen ins Land kommen und ein Imagegewinn ist es sicher auch nicht, wenn man im Fernsehen Spiele in leeren Stadien sehen kann. Wenn die nicht massig Karten an Schülergruppen verschenken, würden sich doch selbst TeBe-Fans im Stadion verloren vorkommen.

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    @Ralf: Die Entscheidung über den Ausrichter der U20-WM 2012 ist meines Wissens nach noch gar nicht gefallen.

    (0)
  • Ralf sagt:

    Okay sorry. Da will man einmal glauben, was auf Wikipedia so verzapft wird…

    (0)
  • uwe sagt:

    Nur mal so ins blaue gefragt,was hat Simbabwe für Temperaturen im Sommer? Oder plant man bei den Frauen 2015 eine Winter WM,quasi als Test für die Männer WM 2022.

    (0)
  • Ossi sagt:

    Simbabwe hat den Vorteil, eine Winter-WM ausrichten zu können, wenn in Europa Sommer ist. 🙂 So wie Südafrika letztes Jahr auch.

    (0)
  • pinkpanther sagt:

    @Ralf: Dem englischen Wikipedia bin ich auch schonmal auf den Leim gegangen 🙁 Aber das steht da schon seit Monaten so drin, ebenfalls dass das nicht bestätigt wurde inner Fußnote – war wohl Wunschdenken von irgendeinem Fan …

    (0)
  • timmy sagt:

    Na, seit gestern steht es jedenfalls nicht mehr drin, weder in der deutschen, noch der englischen. 😉 Selbst ist der Mann.

    (0)
  • pinkpanther sagt:

    Dafür is Wikipedia ja da. Hätt glatt von mir kommen können die Idee zur Korrektur 😉 🙂

    (0)
  • Jan sagt:

    Kanada. – Es sei denn 2012 beginnt eine neue Eiszeit.

    (0)

3 Pingbacks »

  • […] Rückschlag für WM-Bewerbung „Der kanadische Fußballverband hat und wird das nationale Frauenfußball-Programm weiter unterstützen, um bei der Frauenfußball-WM 2011 und darüber hinaus für den größtmöglichen Erfolg zu sorgen“, wird der CSA auf der Website von CBC zitiert. Der Rücktritt von Morace, die am kommenden Samstag ihren 47. Geburtstag feiern wird, wäre ein großer Rückschlag und wirft einen Schatten auf die Bewerbung um die Ausrichtung der Frauenfußball-WM 2015. […]

  • […] zu glätten. Kein gutes Bewerbungsschreiben für die Frauenfußball-WM 2015, für die sich Kanada neben Simbabwe bewirbt. Anfang März entscheidet das FIFA-Exekutivkomitee über den […]

  • Simbabwe als Austragungsland der Frauenfußball-WM 2015? | Touring-Afrika: Afrika Blog sagt:

    […] der zweite Bewerber ist für uns etwas überraschend Simbabwe, wie das Frauenfußball-Fachmagazin Womensoccer berichtet. Dies wäre die erste Austragung der Frauen-Weltmeisterschaft in Afrika, nur 5 Jahre nach […]