Mit ehrgeizigen Zielen nach vorne

Von am 18. Januar 2011 – 16.00 Uhr

Das Hallenturnier in Bielefeld hat Kristianstads DFF zwar nicht gewonnen, die Sympathien des Publikums aber schon. Die Spielerinnen hatten Spaß auf dem Feld, bejubelten ihre Tore und strahlten Ehrgeiz aus. An der Spitze Nationaltorhüterin Hedvig Lindahl, die für eine Schwedin fast untypisch auftritt – und genau das gut findet.

Ihre Leistung brachte ihr den Titel als beste Torhüterin des Turniers ein; sie war extrovertiert und animierte immer wieder das Publikum. „Ich liebe das. Publikum und Atmosphäre hier geben uns richtig Energie“, so Lindahl, deren Augen anfangen zu strahlen, wenn sie über Fußball und ihre Ziele spricht.

Zurück in der Halle
„Es ist mein erstes Hallenturnier seit meiner Knieverletzung“, sagt Lindahl. „Es macht einfach Spaß und ist ein guter Baustein in der Vorbereitung. Man lernt andere Spielerinnen kennen und sieht auch, wie sie mental agieren. Darüber hinaus sind Tempo und technische Fähigkeiten gefragt, was uns natürlich voran bringt.“

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In Kristianstad etwas aufbauen
Lindahl kam erst vor der Saison von Göteborg nach Kristianstad – es ist das erste Turnier mit der Mannschaft. „In den Medien stand so viel Negatives über Kristianstad: Chaos, schlechte Wirtschaft, wenige Spielerinnen. Aber jetzt, wo ich hier bin, fühlt es sich an, wie an einem Neuaufbau beteiligt zu sein – und ich möchte Teil dieser Reise sein.“ Die Atmosphäre sei anders, als bei ihren früheren Vereinen Göteborg und Linköping. „Hier herrscht so viel Energie, und das liebe ich. Ich mag es, aufs Feld zu gehen und im Zentrum dessen zu sein. Ich möchte für keine Mannschaft spielen, bei der ich das nicht finden kann.“

Hedvig Lindahl

Beste Torhüterin in Jöllenbeck: Hedvig Lindahl. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Entgegen des schwedischen Gleichheitsgebots
Lindahl hat ehrgeizige Ziele, spricht diese aus – und ist froh darüber, dass sie das kann. „In Schweden sagen wir immer, man könne nicht besser sein als die anderen. Alle sind lagom (Anm.: „gerade richtig“, nicht hervorstehend, gleich).“ Weil Kristianstads Trainerin Elisabet Gunnarsdottir keine Schwedin ist, sei die Einstellung in der Mannschaft anders. „Sie kommt aus Island. Für sie ist es okay, die Beste sein zu wollen und zu denken, dass man das schaffen kann – das liebe ich.“

In Deutschland gehe man damit lockerer um, denkt Lindahl. „Aber in unserer Kultur ist es schwer, aufzustehen und zu sagen: Ich werde die Beste sein. Dass man dann genau daran arbeitet und es vielleicht schafft, gefällt mir aber und gibt mir die Energie für den Sport.“

Große WM-Ziele
Noch hat die 27-jährige Torhüterin ein knappes halbes Jahr Zeit, weiter Topleistungen zu erbringen und sich damit im Tor gegen Konkurrentin Kristin Hammarström durchzusetzen. Das ist das große Ziel, denn auch bei der Weltmeisterschaft im Sommer hat sie viel vor. „Wir haben gute Spielerinnen, eine gewisse Geschichte im Frauenfußball und wissen viel. Wenn wir es schaffen, im Sommer all das zusammen zu bringen, sind wir schwer zu schlagen und können ganz oben mitmischen. Aber natürlich muss dann tatsächlich jede die Beste sein.“

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