Silvia Neid zur Welttrainerin gekürt, Marta erneut Weltfußballerin

Von am 10. Januar 2011 – 19.53 Uhr 34 Kommentare

Bundestrainerin Silvia Neid ist im Kongresshaus von Zürich mit dem erstmals verliehenen Titel der Welttrainerin des Jahres ausgezeichnet worden, die Brasilianerin Marta wurde zum fünften Mal in Folge Weltfußballerin.

Neid setzte sich gegen U20-Nationaltrainerin Maren Meinert und US-Trainerin Pia Sundhage durch. Sie sagte in ihrer Dankesrede: „Ohne das Vertrauen der Spielerinnen, die Unterstützung des Verbands und die Zusammenarbeit mit meiner Crew und den Vereinstrainern würde ich nicht hier stehen. Ein Dank an all diese und die mich gewählt haben.“

Bei der Wahl zur Weltfußballerin des Jahres setzte sich erwartungsgemäß die 24-jährige Marta klar gegen ihre Konkurrentinnen aus Deutschland, Birgit Prinz und Fatmire Bajramaj, durch. Die dreifache Weltfußballerin Prinz, die am Nachmittag Kritik am Wahlmodus geübt hatte, belegte den zweiten Platz, Bajramaj kam bei ihrer erstmaligen Nominierung auf Platz 3.

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Silvia Neid

Bundestrainer Silvia Neid darf sich ab sofort Welttrainerin nennen © Frank Scheuring / girlsplay.de

Marta den Tränen nahe
Eine bewegte Marta freute sich über die neuerliche Auszeichnung zur weltbesten Fußballerin. „Ich kann es kaum glauben, dass ich diesen Preis schon wieder gewonnen habe. Ich bin emotional überwältigt, ich empfinde so viel Glück und möchte allen Menschen danken, die um mich herum sind. 2010 war ein herausragendes Jahr, weil ich mit meinem Verein Meister geworden bin und sich Brasilien für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland qualifiziert hat.“

Bajramaj freut sich über besondere Erfahrung
Prinz (33) erklärte: „Persönlich war 2010 für mich ein Übergangsjahr im Verein. Für die deutsche Nationalmannschaft war es dafür wahrscheinlich ein umso erfolgreicheres Jahr.“ Und Bajramaj (22) erklärte: „Ich habe überhaupt nicht mit einer Nominierung gerechnet. Ich habe nicht geglaubt, dass das geschehen könnte, von daher ist das jetzt eine ganz besondere Erfahrung. Mein Verein ist deutscher Meister geworden und hat die UEFA Champions League der Frauen gewonnen, und ich persönlich habe einen großen Schritt nach vorn gemacht.“

Die Fairplay-Auszeichnung ging an die U-17-Frauenfußball-Nationalmannschaft Haitis, die „trotz des unermesslichen Leids und der zahllosen Verluste nach dem katastrophalen Erdbeben im Januar 2010 nie aufgegeben hat“, heißt es auf der FIFA-Website.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

34 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    @ sitac:
    Der offizielle Titel lautet bereits jetzt „Beste/r Trainer/in im Frauenfussball“. So steht’s jedenfalls auf der Internetseite der FIFA.

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  • Rainer sagt:

    Vorweg. Diese Auszeichnungen sind vor allem dazu da, dem Sport Glamour zu verleihen und letztlich auch seine Kommerzialisierung zu unterstützen.

    Wenn man sich dann darauf einlässt und wir alle interessieren uns dafür, dann finde ich

    a) das keine andere als Marta diesen Titel verdient hat. Auch zum fünften Mal. Sie war mit 19 Toren erfolgreichste Torschutzin der amerikanischen Profiliga WPS, mit 24 Punkten (19 Toren plus 5 Assists) auch die erfolgreichste Punktejägerin. Ihr Verein FC Gold Pride wurde nicht zuletzt dank ihr Meister der WPS.
    Ihre Nationalmannschaft führte sie bei der WM-Qualifikation, die gleichzeitig Südamerikameisterschaft war, zur WM und zum Titelgewinn und nebenbei war sie die erfolgreichste Torschützin auch dieses Turniers. Es gibt nach wie vor niemand anderen weiblichen Geschlechts, die auch nur ähnlich Fußball spielt wie Marta.

    b) unter den Top 3 hätte ich Maren Meinert als Siegerin bei den Trainerinnen erwartet. Frau Neid hat lediglich Freundschaftsspiele bestritten und im vergleich schätze ich den WM-Sieg im Finale gegen Nigeria höhe ein als den 8:0-Sieg in einem unbedeutenden Freundschaftsspiel gegen dasselbe Land, den Frau Neid verbuchen konnte. Ich vermute mal, dass sie das ähnlich sieht.

    c) und eigentlich offtopic da Männerfussball finde ich auch, dass Messi den Pokal verdient hat, denn was er in den ersten sechs Monaten des Jahres im BarcelonaTrikot gezaubert hat, gehört zum Besten, was Männer je geleistet haben in diesem Sport. Dass er bei der WM und nicht zuletzt gegen Deutschland dann keinen Stich bekam, steht auf einem andern Blatt.

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  • Steffen sagt:

    @Rainer

    zu a) Es gab, es gibt und es wird auch in Zukunft weibliche Fussballerinnen geben, die Weltklasse sind. Marta hat besondere Fähigkeiten, keine Frage, womit man sie zu dieser Kategorie zählen kann. Aber es gibt auch noch ein dutzend anderer solcher Spielerinnen mit besonderen Fähigkeiten, die ein Spiel im Alleingang einscheiden können. Ich kenne aber keine Spielerin ohne irgendwelche Schwächen. Wenn es so eine Spielerin geben würde, dann könnte man sie eine Stufe höher setzen als alle anderen. Aber das entspricht nicht der Realität!

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  • pinkpanther sagt:

    @Rainer
    zu a) Ich halte die Entscheidung, Marta zur Fußballerin des Jahres zu wählen auch für vertretbar – im abgelaufenen Jahr hat sie es tatsächlich verdient.
    zu b) schließe mich deiner Argumentation an. Maren Meinert wäre auf jeden Fall die verdiente Siegerin gewesen, keine andere!
    zu c) Hier hinkt deine Begründung und widerspricht auch der Argumentation in a und b. Bei der Wahl ging es um das GESAMTE abgelaufene Jahr und da war Messi beim wichtigsten Turnier des Herrenfußball in diesem Jahr, der WM, nunmal eine riesige Enttäuschung! Xavi und Iniesta waren in allen drei wichtigen Wettbewerben (Liga, CL UND WM) Top, Iniesta schoss Spanien sogar zum Weltmeister. Warum also Messi? Versteh ich nicht! Bei den besten 11 Spielern gibt es meines Erachtens noch zahlreiche weitere Fehlbestzungen, aber jetzt reichts auch mit Offtopic.
    Fazit: Sowohl bei den Männern als auch den Frauen gibt es dieses Jahr einige fragwürdige Wahlergebnisse. Betrifft also nicht nur den Frauenfußball (auch wenn das nur ein schwacher Trost ist)

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