Die Tops und Flops der Woche 48/2010

Von am 9. Dezember 2010 – 11.18 Uhr 9 Kommentare

Im Mittelpunkt stehen in dieser Woche die deutsche Dominanz bei der Wahl zur Weltfußballerin und stattliche Zahlen beim WM-Ticketverkauf, aber auch zwei Fernbleiber und eine unwürdige Zuschauerzahl.

Tops

Deutsche dominieren Weltfußballerinnen-Wahl
Am 10. Januar 2011 werden in Zürich die Weltfußballerin und die Welttrainerin des Jahres gekürt. Und in beiden Kategorien hat Deutschland jeweils gleich zwei heiße Eisen im Feuer. Fatmire Bajramaj und Birgit Prinz haben in der vierfachen brasilianischen Weltfußballerin Marta aber ebenso starke Konkurrenz, wie Bundestrainerin Silvia Neid und U20-Nationaltrainerin Maren Meinert in Pia Sundhage, Trainerin der amerikanischen Frauenfußball-Nationalmannschaft. Doch egal wer am Ende die Nase vorn haben wird – seinen Stempel hat das Frauenfußball-Land Deutschland der Veranstaltung bereits jetzt aufgedrückt.

Anzeige

WM-Ticketverkauf läuft wie geschmiert
700 000 Tickets sind im freien Verkauf für die Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland erhältlich und bereits jetzt wurden mehr als 400 000 Tickets abgesetzt, trotz nicht gerade günstiger Ticketpreise. Noch bis zum 31. Dezember 2010 werden Einzeltickets in der Reihenfolge des Bestelleingangs verkauft. Begehrt sind vor allem Tickets für die deutschen Spiele, das Eröffnungsspiel und das Finale. Wer noch nicht zugeschlagen hat, sollte nicht mehr allzu lange zögern.

Panini plant Frauenfußball-Album
Seit den 60er-Jahren erfreuen sich die Alben des italienischen Panini-Verlags größter Beliebtheit. Die Klebebildchen genießen Kultstatus. Und in diesen Genuss soll jetzt auch erstmals der Frauenfußball kommen, denn zur WM im kommenden Jahr soll ein WM-Album auf den Markt gebracht werden. Ob ein solches reißenden Absatz finden wird, mag noch in den Sternen stehen, doch auf dem Weg zu weiterer Akzeptanz sollte man die Außenwirkung in der Öffentlichkeit nicht unterschätzen.

Flops

WM-Auslosung

Blick auf die Bühne der WM-Auslosung © Frank Scheuring / girlsplay.de

Schlagwörter:

Lospate schwänzt WM-Auslosung
Nicht jeder mag das Fernbleiben von Oliver Kahn bei der Endrunden-Auslosung zur Frauenfußball-WM 2011 in Frankfurt als Flop empfunden haben. Doch mit dem Nicht-Erscheinen brüskierte der ehemalige Nationaltorhüter das WM-Organisationskomitee. Dass der Flieger in München wegen der winterlichen Bedingungen nicht abheben konnte, kann jeder nachvollziehen. Nicht jedoch, warum Kahn nicht auf die Dienste von WM-Förderer Deutsche Bahn zurückgriff. Doch die dreistündige ICE-Fahrt München – Frankfurt war dem Titan wohl zu beschwerlich.

Wolfsburg-Trainer boykottiert Pressekonferenz
Für einen Boykott der anderen Art sorgte VfL Wolfsburgs Interimstrainer Frank Pichatzek. Aus Protest, dass das Bundesligaspiel 1. FFC Turbine Potsdam gegen den VfL Wolfsburg trotz schneebedeckten Rasens im Karl-Liebknecht-Stadion über die Bühne ging, blieb er nach der 0:4-Niederlage der Pressekonferenz fern. Über Bespielbarkeit oder Nicht-Bespielbarkeit des Rasens mag man trefflich streiten können, über das Verhalten jedoch nicht: das war unstrittig unprofessionell.

Wo bitte geht’s nach Norderstedt?
Wegen der winterlichen Bedingungen wurde die Bundesligapartie zwischen dem Hamburger SV und dem 1. FC Saarbrücken vom Wolfgang-Meyer-Stadion in Hamburg auf einen Kunstrasenplatz nach Norderstedt verlegt. Wir wissen nicht, ob der Platz so schwer zu finden ist, das Navi versagt hat, oder die Winterkälte schuld ist – doch nur 78 Zuschauer verloren sich beim 3:1-Sieg der Hanseatinnen im Stadion. Eine Minuskulisse, die in der vergangenen Saison nur von Tennis Borussia Berlin unterboten wurde. Nur wenige Monate vor der WM im eigenen Land ein gewisses Armutszeugnis.

Tags:

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

9 Kommentare »

  • laasee sagt:

    The FIFA awards fiasco should be in the “ flops “ category.

    The coach of Turbine Potsdam wins the CL and Buli but is not on the final list.

    The German Footballer of the Year does not even make the starting list but other German players make the final list.

    (0)
  • Stefan sagt:

    @laasee: Da stimme ich Dir zu, wollte das auch gerade schreiben…

    (0)
  • Fuxi sagt:

    Ach, Markus…
    Die Zuschauerzahl wird verschiedene Ursachen haben:
    1. Wetter – 2 Grad plus, gefühlt wie 10 Grad minus (böiger Wind, Eisregen)
    2. Straßenverhältnisse – der halbe Parkplatz in Norderstedt war wegen Schnee nicht benutzbar, und so sah es auch auf den Straßen aus; zudem waren die Wege auch auf der Anlage spätestens nach dem Spiel ziemlich glatt
    3. Unsicherheit – Die Greenkeeper an der PHA haben grünes Licht gegeben, aber ob das die Schiris auch so sehen, war vorher nicht klar (auch Klopfer aus dem FF-Forum war ja nicht sicher); bis eine halbe Stunde vor Anpfiff wurde der Platz noch mit Trecker und Schneeschaufeln geräumt.
    4. Die wenigsten kennen die PHA in Norderstedt, da dort normalerweise nur trainiert wird; nur die 1.B, 1.C und ab RL abwärts werden die Spiele dort ausgetragen
    5. Der Wechsel des Austragungsort kam für die Verbreitung über konventionelle Medien zu spät.

    (0)
  • WS sagt:

    Wir können alle froh sein, dass Günter Netzer den Auslosungsjob (souverän und sympathisch)gemacht hat, nachdem er am Vortag in der BamS Abbitte bei den Fußballfrauen geleistet hatte. Vom „Titan“ Kahn dagegen durfte ich lesen, dass er seiner 11-Jährigen Tochter das Fußballspielen verboten hat. Wer kam eigentlich auf die Idee, diesen Superegomanen überhaupt für die Auslosung in Betracht zu ziehen? Soll er sich doch lieber weiter mit Mario Basler über „Weiberfußball“ lustig machen…und im Sommer 2011 bloß nicht behaupten, er sei schon immer ein großer Fan des Frauenfußballs gewesen!
    Die Verlegung des HSV-Spiels war eine reine Notlösung. Die Saarbrückerinnen waren angereist und wollten nicht tatenlos heimreisen und später womöglich irgendwann in der Woche wiederkommen, wenn auch nicht wesentlich mehr Zuschauer gekommen wären. Ich war jedenfalls einer von 78 und habe mein Kommen trotz eisiger Kälte nicht bereut. Schade nur, dass sich zwei Saarbrückerinnen aufgrund des rutschigen Kunstrasens verletzt haben.

    (0)
  • Webcam sagt:

    Was erwartet man eigentlich von Olli Kahn – und immerhin hatte er eine noch gute Entschuldigung.
    Laut Grimme-Preisträger ‚heute-show‘ ist die Fußball-WM der Frauen die sinnloseste Veranstaltung überhaupt … Na, wer da nicht lacht! (der wird selbst zur Lachnummer gemacht).
    So was muss man sich beim Zappen anhören. Dagegen sind die hier genannten Flops noch echte Tops …

    (0)
  • WS sagt:

    Was man von Olli Kahn erwartet (hätte)? Ich hätte erwartet, dass er, als er gefragt wurde, ob er Lospate sein wolle, gesagt hätte: „Nee, Frauenfußball finde ich […]. Sucht euch lieber einen anderen!“ Aber dazu scheint er zu mediengeil zu sein. Und drei Stunden im ICE wären für so einen wichtigen Titanen ja wohl eine echte Zumutung gewesen. Aber keine Sorge: Beim WM-Finale wird er sich als „Ehrengast“ feiern lassen, zusammenmit dem „Ehrenpräsidenten“ MV. Und wer interessiert sich eigentlich für die Zyniker der „heute-show“? Die sollen doch ruhig weiter Rotzlöffel wie Paolo Guerrero dafür bewundern, dass der 4,2 Mio. pro Jahr abzockt dafür, dass er fast nur Mist baut. Das nenne ich doch echte Sinnhaftigkeit…

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

    (0)
  • Webcam sagt:

    Der Unterschied ist, Olli Kahn hätte eben keinen Grimme-Preis dafür bekommen, wenn er öffentlich gesagt hätte:
    Frauenfußball finde ich […].

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

    (0)
  • WS sagt:

    Hat er denn den noch nicht bekommen für „Eier, wir brauchen Eier!“? 😉

    (0)
  • Webcam sagt:

    😉
    Kahns Wort zum Ostersonntag? 😉

    (0)