Neid: „Mit dieser Gruppe kann ich sehr gut leben“

Von am 30. November 2010 – 1.49 Uhr

Bundestrainerin Silvia Neid gab sich nach der Auslosung zur Endrunde der Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland entspannt, auch wenn sie davor warnte, die deutschen Gruppengegner auf die leichte Schulter zu nehmen.

Die kurze, knackige Auslosung, bei der wegen der winterlichen Witterungsverhältnisse zahlreiche Prominente, wie Lospate Oliver Kahn, Franz Beckenbauer und auch zahlreiche Mitglieder der verschiedenen Teams kurzfristig ihre Teilnahme absagen mussten, bescherte dem deutschen Team anspruchsvolle Aufgaben.

Spielplan der Frauenfußball-WM 2011

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Das slowakische Model und Frauenfußball-Botschafterin Adriana Karembeu sowie Günter Netzer als Kahn-Ersatz losten im Saal „Harmonie“ des Frankfurter Kongress-Centers unter der Führung von FIFAs Frauenfußball-Beauftragter Tatjana Haenni und OK-Chefin Steffi Jones der DFB-Elf Kanada, Frankreich und Nigeria in die Gruppe.

Prominente Gästeliste
600 geladene Gäste waren vor Ort dabei, die zum ersten Mal den offiziellen Spielball „Speedcell“ in Augenschein nehmen konnten. Unter ihnen Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth, USA-Botschafter Philip D. Murphy aus Berlin, FIFA-Exekutivmitglied Worawi Makudi als Vorsitzender der Kommission für Frauenfußball und die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft, DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, OK-Präsidentin Steffi Jones, DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach, zahlreiche weitere DFB-Präsidiums- und Vorstandsmitglieder, die Oberbürgermeister der neun WM-Städte, die Delegationen der teilnehmenden Nationen, der einstige US-Weltstar Mia Hamm, etliche deutsche Nationalspielerinnen mit Birgit Prinz an der Spitze sowie hochrangige Vertreter der FIFA Partner und Nationalen Förderer.

Eröffnungsspiel gegen Kanada
Im Eröffnungsspiel trifft die DFB-Elf am 26. Juni 2011 in Berlin auf Kanada, einen Gegner, den man kürzlich in einem Testspiel in Dresden mit 5:0 bezwang. Vier Tage später geht es in Frankfurt gegen Nigeria, ein Team, das man erst vor wenigen Tagen in Leverkusen gar mit 8:0 nach Hause schickte. „Beide werden im nächsten Jahr anders auftreten, wir haben sehr großen Respekt vor ihnen“, warnt Neid davor, dass diese Begegnungen kein Selbstläufer werden. Und Birgit Prinz erklärt: „Beide sind sehr athletisch, von daher können sie uns auch gefährlich werden, genauso wie Frankreich, das sehr schlitzohrig spielt.“

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Deutschlands WM-Gruppe

Die Trainer der Gruppe A: Bruno Bini (Frankreich, li.), Silvia Neid (Deutschland), Carolina Morace (Kanada) und Eucharia Uche (Nigeria) ©Nora Kruse // ff-archiv.de

Respekt, aber Zuversicht
Gegen die Französinnen geht es zum Abschluss der Vorrunde am 5. Juli in Mönchengladbach. Eine Mannschaft, die man 2009 bei der EM in Finnland mit 5:1 ebenfalls deutlich schlagen konnte. Und so überwog bei allem Respekt für die Konkurrenz bei der Bundestrainerin das Selbstvertrauen und die Hoffnung, dass man in der Vorrunde keine großen Probleme bekommen sollte. „Es ist eine Gruppe, wo man auch schon ein bisschen mit Gruppe B liebäugeln kann.“ Denn dort wird Deutschlands potenzieller Viertelfinalgegner ermittelt, Gruppenfavoriten sind England und Japan.

Mit Spaß zum Erfolg
Dass die große Erwartungshaltung der Öffentlichkeit ihren Spielerinnen schwere Beine machen könnte, glaubt Neid nicht. „Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen, denn wir wissen, was wir können, müssen unser Spiel spielen und Spaß haben. Wir freuen uns auf das Eröffnungsspiel und es ist auch egal, gegen wen wir dort spielen.“ Schritt für Schritt will man sich dem großen Ziel annähern, den Titel im eigenen Land zu erobern.

Turnierbeginn herbeigesehnt
Auf dem Weg zur Krone erwartet Neid engere Spiele, als noch vor vier Jahren bei der WM in China. „Ein zweistelliges Ergebnis wie das 11:0 damals gegen Argentinien wird kaum passieren, das war eine einmalige Sache, weil wir damals richtig ins Rollen gekommen und dann kaum zu stoppen sind.“ Stürmerin Inka Grings kann es schon jetzt 209 Tage vor Turnierbeginn kaum noch erwarten, dass es los geht. „Man hat schon grundsätzlich Gänsehaut, wenn man an die WM denkt. Von mir aus könnte es schon morgen los gehen.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.