Auslosung als Meilenstein auf dem Weg zur WM

Von am 29. November 2010 – 12.58 Uhr 6 Kommentare

Heute Abend findet im Frankfurter Congress Center (ab 19.35 Uhr live im ZDF) die Gruppen-Auslosung zur Frauenfußball-WM 2011 statt. 600 Gäste, mehr als 200 Medienvertreter und Millionen Zuschauer an den Fernsehschirmen werden dem Event beiwohnen.

OK-Präsidentin Steffi Jones freut sich: „Die Auslosung ist ein absoluter Meilenstein. Nicht zuletzt durch die Live-Übertragung im ZDF wird die Frauen-WM bei Millionen Fans präsent sein. Übrigens nicht nur in Deutschland. Die Bilder werden in 200 Länder gesendet. Damit betreten wir internationales Parkett, die WM bekommt ihr internationales Gesicht.“

USA auf Umwegen zur WM
Neben dem Weltranglistenersten USA, der sich als letztes Team im Play-off gegen Italien durchsetzte, sowie Gastgeber und Weltmeister Deutschland werden auch Äquatorialguinea, Australien, Brasilien, England, Frankreich, Japan, Kanada, Kolumbien, Mexiko, Neuseeland, Nigeria, Nordkorea, Norwegen und Schweden an der sechsten Frauenfußball-WM teilnehmen.

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Steffi Jones

WM-OK-Präsidentin Steffi Jones hofft auf attraktive Paarungen © Nora Kruse / ff-archiv.de

Viele mögliche Traumpaarungen
Jones fiebert der Auslosung entgegen, bei der der frühere Nationaltorhüter Oliver Kahn sowie das slowakische Model und Frauenfußball-Botschafterin Adriana Karembeu als Lospaten fungieren werden: „Es gibt viele mögliche Traumpaarungen. Schließlich sind alle Teams aus den Top-Ten der FIFA-Weltrangliste dabei. Eines ist sicher: Alle neun Spielorte können sich auf spannende Begegnungen freuen, denn überall werden Spitzenmannschaften antreten.“

Gleich vier Teams gesetzt
Bei der FIFA wollte man nicht alles dem Zufall überlassen, die vier besten Teams der Top-Konföderationen wurden allesamt als Gruppenköpfe A1 bis D1 gesetzt: Deutschland (A1), Japan (B1), USA (C1) und Brasilien (D1). Den gesetzten Gruppenköpfen (Topf 1) eins werden je ein Team aus den anderen Töpfen zugelost. In Topf 2 befinden sich: Australien, Nordkorea, Kanada, Mexiko. Topf 3: Nigeria. Äquatorialguinea, Neuseeland, Kolumbien. Topf 4: England, Frankreich, Schweden und Norwegen.

Deutschland gegen USA bereits im Halbfinale möglich
Gewinnen Deutschland und die USA ihre Vorrundengruppen und ihre Viertelfinalspiele, würde es bereits im Halbfinale in Frankfurt zu einem Aufeinandertreffen der beiden Frauenfußball-Großmächte kommen. Zudem ist somit ein spektakuläres Spiel um Platz 3 mit deutscher oder amerikanischer Teilnahme garantiert.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

6 Kommentare »

  • Martin sagt:

    Wieso lost die FIFA nicht aus, welcher Gruppenkopf in welche Gruppe kommt?
    Es ist auch nicht gerade fair, dass Kolumbiens Wahrscheinlichkeit in Gruppe A zu kommen, 50% beträgt, in Gruppe B oder C jedoch jeweils nur 25%.

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  • Jan sagt:

    Hallo Martin, die genannten Wahrscheinlichkeitswerte kann ich nicht nachvollziehen.

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  • Martin sagt:

    Hallo Jan,

    gab es für den Topf mit Kolumbien(K), Nigeria(Ni), Neuseeland(Ns) und Äquatorialguinea(Ä) folgende 24 Auslosungsmöglichkeiten:

    1. Fall: Kolumbien wird zu erst gezogen:
    K – Ä – Ni – Ns
    K – Ä – Ns – Ni
    K – Ni – Ä -Ns
    K – Ni – Ns – Ä
    K – Ns – Ä – Ni
    K – Ns – Ni – Ä

    2.Fall: Äquatorialguinea zuerst gezogen -> automatisch in Gruppe D
    K – Ni – Ns – Ä
    K – Ns – Ni – Ä
    Ni – K – Ns – Ä
    Ni – Ns – K – Ä
    Ns – K – Ni – Ä
    NS – Ni – K – Ä

    analog Fälle 3 und 4 (Nigeria bzw. Neuseeland in Gruppe D)
    => noch jeweils 2 Fälle mit Kolumbien in Gruppe A

    macht insgesamt 12 von 24 Fällen, in denen Kolumbien in Gruppe A gelost wird. Dementsprechend weniger Möglichkeiten gibt es mit Kolumbien in Gruppe B (C).

    Hätte man zuerst unter den 3 anderen Mannschaft ausgelost, welche in Gruppe D kommt, und dann die Kugel Kolumbiens hinzugefügt, wäre die Wahrscheinlichkeit bei 1/3 pro Gruppe gelegen.

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  • Jan sagt:

    Verstehe. – Wer hat’s erfunden?…
    Oder man hätte für die Fälle 2 – 4 zunächst einen weiteren Topf mit 3 Kugeln für die Gruppen A, B u. C verwenden müssen. Ergäben sich für Topf 2 eigtl. auch ungleiche Wahrscheinlichkeiten?

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  • Martin sagt:

    Beim 2.Topf konnte ich keine ungleichen Wahrscheinlichkeiten, die nicht aus dem Kontinentalprinzip entstehen, entdecken.
    Ich glaube, dei FIFA beauftragt Profis, das Auslosungsverfahren zu ermitteln, daher verblüfft es mich schon, dass solche Sachen nicht auffallen.

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  • pinkpanther sagt:

    @Martin: Da wäre ich mir nicht so sicher, dass das den Damen und Herren bzw. den beauftragten Profis -wie du mutmaßt- nicht aufgefallen ist 😉
    Im Prinzip gibt es, sagen wir mal, 3 Möglichkeiten, die Gruppen aufzuteilen:
    1. Ein Kommitee entscheidet und stellt die Gruppen zusammen – absolut unüblich und in der Öffentlichkeit wohl kaum vermittelbar.
    2. Es gibt ein reines Losverfahren – auch das ist unüblich und birgt die Gefahr in sich, dass zu deutlich ungleicheren Gruppen kommt wie bei der aktuellen Auslosung. Z.B. eine Gruppe A bestehend aus Deutschland, USA, Brasilien und Nordkorea, eine Gruppe D bestehend aus Äquatorialguinea, Neuseeland, Kolumbien und Mexiko, usw. wären dann möglich. Das wäre sicherlich auch nicht der „goldene“ Weg, dass dann schonmal zwei der Topfavoriten schon in der Vorrunde auf der Strecke bleiben, während zwei Mannschaften weiterkämen, die es in jeder Gruppe anderen Gruppe schwer haben.
    3. Man entscheidet sich – wie international mittlerweile üblich – für eine Mischung aus Setzen und Losen und muss dann halt damit leben, dass bestimmte Kombinationen mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit eintreten. Und ich denke unterm Strich ist das auch gut so.
    Aber etwas beruhigendes hat das Ergebnis ja schon: Obwohl die Wahrscheinlichkeit für Auslosung Kolumbiens in Gruppe A deutlich höher war als für die anderen Mannschaften, ist es ja trotzdem Nigeria geworden, die Wahrscheeinlichkeit war eben nicht 100% 😉

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