Duisburg feiert Arbeitssieg gegen Bayern

Von am 28. November 2010 – 12.49 Uhr 13 Kommentare

Der FCR 2001 Duisburg hat am 15. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga mit einem glanzlosen Sieg gegen den FC Bayern München Anschluss an das Spitzenduo gehalten.

Ohne die verletzte Stürmerin Inka Grings kamen die Duisburgerinnen zu einem verdienten 2:1 (2:0)-Sieg. Alexandra Popp brachte ihr Team per Kopf nach Freistoß von Femke Maes in Führung (39.), nahezu mit dem Pausenpfiff erhöhte Simone Laudehr ebenfalls per Kopf nach Flanke von Linda Bresonik auf 2:0 (45.). Lena Lotzen konnte für die Gäste in der Schlussphase verkürzen (86.).

Ausgeglichener Beginn
Die 1 420 Zuschauer im PCC-Stadion von Homberg sahen in der ersten Halbzeit ein ausgeglichenes Spiel, in dem Mandy Islacker mit einem Schuss die erste gute Torchance hatte (18.). Auch die Gäste kamen einige Male gefährlich in den Duisburger Strafraum, scheiterten aber an ihrer Abschlussschwäche und machten zu wenig aus ihren Chancen. Früh musste Duisburgs Abwehrspielerin Luisa Wensing vom Feld, die sich zuvor in einem Zweikampf mit Bayern-Torhüterin Kathrin Längert verletzte (26.).

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Entscheidung noch vor der Pause
Die Entscheidung im Spiel fiel in den Minuten vor der Pause: Popp brach mit einem kraftvollen Kopfball den Bann (39.), kurz darauf scheiterte Laudehr aus kurzer Distanz mit einem Schussversuch (40.). Doch Minuten später stand sie goldrichtig, um noch vor der Halbzeitpause für die Entscheidung zu sorgen (45.), auch bei diesem Kopfball war Längert machtlos.

Wenig Highlights
In der zweiten Halbzeit übernahm Duisburg immer mehr das Kommando, Kozue Ando verpasste die Gelegenheit, auf 3:0 zu erhöhen (65.). Das Spiel plätscherte vor sich hin, Bayern versuchte zunächst vergeblich, wieder besser ins Spiel zu kommen, Duisburg tat nicht mehr als nötig, um die Führung zu verteidigen.

FCR 2001 Duisburg

Der FCR 2001 Duisburg hält Anschluss an die Spitze © Frank Scheuring / girlsplay.de

Duisburg wackelt in der Schlussphase
In der Schlussviertelstunde hielten die Bayern noch einmal besser dagegen und kamen zu ihrer besten Torchance, nach Fehler von Jennifer Oster hob Julia Simic den Ball aber von der Strafraumgrenze über das Tor (78.). Und es kam noch einmal Spannung auf, denn ein Abwehrversuch von Turid Knaak prallte von Lena Lotzen zum 1:2-Anschlusstreffer ins Tor (86.). Bayern witterte noch einmal Morgenluft, Nicole Banecki schoss über das Tor (87.), auch Sarah Puntigams Schuss sorgte für keine Gefahr (89.), so dass Duisburg den Sieg über die Zeit brachte.

Voss-Tecklenburg zufrieden
Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg erklärte: „Wir haben über gute Standards schöne Tore gemacht, in den letzten 25 Minuten aber nicht mehr laufstark gespielt und uns in Schwierigkeiten gebracht. Damit kann ich nicht zufrieden sein, aber wir haben die drei Punkte.“ Bayerns Lena Lotzen meinte: „Wir haben zwei dumme Tore bekommen, mit ein bisschen Glück wäre ein Remis möglich gewesen. Wenn wir uns so weiterentwickeln, müsste es in den nächsten Jahren aber ganz gut bei uns aussehen.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

13 Kommentare »

  • Bernhard sagt:

    Für Thomas Wörle war die 20te Minute die spielentscheidende:
    http://j.mp/gUuamL

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  • rockpommel sagt:

    Herr Wörle sollte einmal einen Termin bei Fielmann vereinbaren. 😉

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  • Jennifer sagt:

    Die Kommentare hier sind auf jeden Fall schon mal besser als das ganze Spiel. Was für ein müder Kick!

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  • laasee sagt:

    FCR controlled the game and fully deserved to win.
    The mistake by Turid Knaak was not good but better it happened today and not next Sunday.

    It is very difficult to have top quality football when teams have to play on hard pitches in the cold weather.
    Perhaps the DFB should help the clubs so that they can have under soil heating?

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  • Tobias sagt:

    Die Vereine müssten ja nur in die großen Arenen gehen. Da würden sich allerdings die Zuschauer etwas einsam fühlen. ^^

    War die Szene in der 20. Minute etwa so klar? Ich hab`s mir nicht in Zeitlupe angeschaut, aber astrein war das nicht.

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  • Jan sagt:

    Duisburgs zuverlässigste Konstante: die Verletzungsserie.

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  • Detlef sagt:

    @rockpommel,
    Wenn Du Dir die Zeitlupe ansiehst, dann ist ganz klar zu sehen, wie Poppi, Silvie Baneckie zu Fall bringt!!!
    Ob es jetzt aus Versehen oder absichtlich geschehen ist, zumindest hat sie damit eine klare Bayern-Chance zunichte gemacht!!!
    Was das bedeutet, muß ich Dir hoffentlich nicht erklären!!!

    Ob es jetzt allerdings im 16-er passierte, sieht man bei DFB-TV nicht, da die Linien auf dem nassen Rasen kaum zu sehen sind!!!

    Also wer muß jetzt zu Fielmann???

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  • rockpommel sagt:

    Ich stand direkt auf der Höhe des 16ers an der Bande. Es war deutlich vorm Strafraum.
    Hr. Wörle stand ca. 75m entfernt in der Coachingzone.

    Ob Foul oder „Nichtfoul“ bin selbst ich mir unsicher! Herr Wörle hat die Situation aber „voll im Blick“! 😉

    Die Szene war es DFB-TV noch nicht einmal Wert in der Zusammenfassung gezeigt zu werden.

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  • jeanwood sagt:

    Mir ist es egal, ob oder wer zum Augenarzt oder zum Optiker muss. Ich finde es auch gut, wenn sich ein Trainer hinter seine Truppe stellt. Wo mein Verständnis aufhört, immer dann wenn der FCB gegen den FCR verliert, ist es ungerecht, ist man betrogen worden, wäre das Spiele anders gelaufen, wenn die eine bestimmte Szene anders verlaufen wäre. Diese Verhaltensweise zeichneten bzw. zeichnen -zumindest im Umgang mit dem FCR Duisburg- Wörle senior und jetzt Wörle junior aus. Verlieren gehört auch zum Fussball wie Ehrgeiz oder Siege. Aber da sitzt irgendwo ein Kloss im Magen dieser beiden, der anscheinend nicht verdaut werden kann. Rührt wohl aus der Saison 2008/09 her, in der Duisburg dem FCB in die Meisterschaftssuppe gespuckt hat? Andere Trainer halten sich bei einer Niederlage oder einem Arbeitssieg eher an die eigenen Spieler und setzen da die Kritik an.

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  • Detlef sagt:

    @jeanwood,
    ich würde es jetzt nicht so drastisch sehen wie Du!!!

    Ob Thomas Wörle jetzt damit recht gehabt hat, daß diese 20. Minute die spielentscheidende Situation war, bezweifle ich allerdings auch!!!

    Bayern hatte vorher und nachher genügend Zeit, Tore zu erzielen!!!
    Chancen dazu waren genügend vorhanden, aber sie wurden (bis auf eine) zT kläglich vergeben!!!
    Und dann kann man so eine Partie eben auch nicht gewinnen, wenn man seine Chancen nur sehr mangelhaft nutzt!!!

    Andererseits darf man natürlich darüber spekulieren, ob der FCR mit einer Spielerin weniger (über 70 Minuten) dann auch so glücklich gewonnen hätte!!!
    Zumindest Poppi hätte ihr Tor nicht mehr machen können!!!

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  • Tobias sagt:

    Die zitierte Äußerung von Herrn Wörle, die ich finde, lautet: „Für mich war das die spielentscheidende Szene: Elfmeter für uns und rote Karte wären möglich gewesen! Geahndet wurde gar nichts.“ Wo weiß da irgendjemand irgendetwas besser oder behauptet, die Situation perfekt beurteilen zu können?

    Und Betrug unterstellt Herr Wörle nun beim besten Willen nicht. Dass man auf eine strittige Szene hinweist, wenn man nach einer Spielanalyse gefragt wird, ist doch selbstverständlich. Und dass sich die Kritik an Schiedsrichter-Entscheidungen nur auf Duisburg-Spiele konzentriert, wäre mir auch neu. Vielleicht ist es ja auch nur so, dass die Duisburger ihre mäßige Leistung nicht auch noch durch Glück bei Schiedsrichter-Entscheidungen entwertet wissen wollen?

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  • FFFan sagt:

    Zu der strittigen Szene in der 21.Minute:
    Auch nach dem Betrachten mehrerer Zeitlupen ist mir nicht klar, wer hier wen gefoult hat (wenn überhaupt). Die Schiedsrichterin, die keine Zeitlupe zur Verfügung hatte, konnte es offenbar auch nicht erkennen und hat deshalb klugerweise das Spiel weiterlaufen lassen.

    Zu erkennen ist jedoch, dass sich die Situation außerhalb des Strafraums abgespielt hat. Ein Elfmeter kommt somit nicht in Frage. Und ob -falls ein Foulspiel von Popp vorliegt- die Aktion als ‚Notbremse‘ zu werten wäre, darüber lässt sich auch trefflich streiten.

    Für mich war das daher eher nicht die spielentscheidende Szene.

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  • Webcam sagt:

    Duisburg hat m.E. schlecht gespielt, und mich wundert, dass MVT das so in Ordnung fand.

    Ich habe mir die besagte Aktion mehrfach angeschaut – aber sie war doch klar außerhalb des Strafraums, auch wenn man vlt. Freistoß hätte geben können.

    Unabhängig davon, und bei allem Respekt, wenn es sich dermaßen häuft, dass Trainer (und Fans) immer das ganze Spiel an einem Konjunktiv in einer Situation festmachen und sich betrogen fühlen, ist das nicht gerade ein eleganter Stil, egal um welchen Verein es sich handelt.

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