DFB-Elf will mit Erfolgserlebnis überwintern

Von am 25. November 2010 – 0.13 Uhr 10 Kommentare

Duell der Kontinentalmeister: Welt- und Europameister Deutschland empfängt heute Abend (ab 17.45 Uhr live in der ARD) in Leverkusen im letzten Länderspiel des Jahres den frisch gekürten Afrikameister Nigeria. Von der Papierform her ein echter Härtetest, doch der Gegner beklagt sich über die Terminansetzung und dämpft die Erwartungen.

Bundestrainerin Silvia Neid ist sich vor dem Aufeinandertreffen in der BayArena sicher: „Nigeria wird uns in allen Belangen fordern.“ Denn laut Neid haben die Westafrikanerinnen alles, was ein starkes Team ausmacht: Athletik, technische Finesse, Zweikampfstärke. Und auch in puncto Taktik hat sich Nigeria weiterentwickelt. „Sie haben sich in allen Belangen verbessert. Ich habe sehr großen Respekt vor ihnen“, lobt sie das Team von Trainerin Eucharia Uche, das sich gerade in Südafrika durch einen Sieg gegen Äquatorialguinea zum Afrikameister krönte.

Deutschland ohne Vier
Gleich fünf Spielerinnen fehlen Neid beim letzten Test, bevor es ins WM-Jahr geht. Kim Kulig, Célia Okoyino da Mbabi, Ursula Holl, Sonja Fuss und Bianca Schmidt fehlen verletzungsbedingt oder aus gesundheitlichen Gründen, in Jennifer Zietz, Tabea Kemme und Almuth Schult wurden drei Spielerinnen gar kurzfristig nachnominiert, Linda Bresonik steht nach überstandener Verletzung wieder zur Verfügung. Anders als in früheren Jahren wird diesmal auf die Ergebnisse der Testspiele mehr Wert gelegt, um den Druck auf die Spielerinnen trotz fehlender WM-Qualifikationsspiele hoch zu halten.

Anzeige

Defensive muss sich steigern
„Mit Kanada, Australien und jetzt Nigeria, haben wir uns anspruchsvolle Mannschaften ausgesucht, die uns fordern“, so Neid. „Wir sind in die vergangenen beiden Spiele mit dem Vorsatz gegangen zu gewinnen, und wir tun das auch jetzt.“ Nach dem knappen 2:1-Sieg gegen Australien fordert Neid vor allem von ihrer Defensive eine Steigerung. „Gegen Australien in Wolfsburg standen wir als Team nie kompakt. Daran haben wir intensiv gearbeitet. Und wenn wir nach vorne spielen, dürfen nicht so einfache Fehlpässe passieren.“

Uche: „Schlechtes Timing“
Im nigerianischen Team freut man sich zwar auf das Kräftemessen mit der DFB-Elf, doch Uche ist alles andere als zufrieden mit der Terminansetzung. „Das Timing für dieses Testspiel ist einfach schlecht, da wir gerade erst ein wichtiges Turnier beendet haben. Aber der Fußballverband hat diesen Deal eingefädelt und wir denken, das Spiel wird für uns ein guter Gradmesser. Wir werden gegen den Weltmeister unser Bestes geben.“ Uche schraubt die Erwartungen dennoch nach unten. „Es ist ein Testspiel, wir sind nicht unter Druck und wir werden so viele Spielerinnen wie möglich zum Einsatz bringen.“

DFB-Elf

Schlagkräftiges Trio: Fatmire Bajramaj, Inka Grings und Simone Laudehr © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Nigeria mit 20 Spielerinnen in Deutschland
Mit 20 Spielerinnen ist Nigeria nach Deutschland gereist, vergessen sind die Visaprobleme und die zwischenzeitliche Suspendierung des nigerianischen Fußballverbands. Um gut vorbereitet in das Spiel zu gehen, wurde den Spielerinnen nach dem Gewinn der Afrika-Meisterschaft keine Pause gegönnt, direkt nach der Rückkehr aus Südafrika wurde das Team wieder zu einem Lehrgang in Abuja zusammengezogen.

Schlagwörter:

Akribische WM-Vorbereitung
Das Spiel in Deutschland soll für Nigeria der Auftakt sein zu einer umfangreichen WM-Vorbereitung mit zahlreichen Testspielen gegen starke Gegner, denn anders als bei großen Turnieren in der Vergangenheit will man sich diesmal lang und akribisch auf die Titelkämpfe in Deutschland vorbereiten. „Die WM ist weitaus größer als die Afrika-Meisterschaft und wir wollen diesmal gute Ergebnisse erzielen“, so Mike Umeh, Vizepräsident des nigerianischen Fußballverbands.

Tags:

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

1 Pingbacks »

  • […] rein sportlich gute Argumente, das Spiel heute live zu verfolgen: Das Fachmagazin womensoccer.de preist die Partie als das „Duell der Kontinentalmeister“ […]