Die Tops und Flops der Woche 45/2010

Von am 18. November 2010 – 12.57 Uhr 7 Kommentare

Im Mittelpunkt der Tops und Flops steht in dieser Woche ein starker Bundesligist aus dem hohen Norden, eine vorbildliche Nationalspielerin sowie ungewohnte Live-Übertragungen, aber auch einmal mehr die kriselnde US-Profiliga WPS und eine unfaire Aktion.

Tops

HSV immer stärker
5 Siege aus 7 Spielen – der Hamburger SV hat sich in den vergangenen Wochen zur Mannschaft der Stunde in der Frauenfußball-Bundesliga gemausert. Und das, obwohl Nationalspielerin Kim Kulig mit einem Außenbandriss derzeit fehlt. Der schwedische Neuzugang Antonia Göransson wurde schnell ins Team integriert, die Elf besticht durch mannschaftliche Geschlossenheit. Man darf gespannt sein, wie es in den nächsten Wochen weitergeht.

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Kopf-an-Kopf-Rennen an der Spitze
Ein packendes Duell an der Spitze der Frauenfußball-Bundesliga liefern sich seit Wochen der 1. FFC Turbine Potsdam und der 1. FFC Frankfurt. Beide Teams eilen von Sieg zu Sieg, zuletzt schickten die Turbinen den FC Bayern München mit einem 3:0-Sieg nach Hause, Frankfurt gewann in Herford mit 7:0. Und am Sonntag kommt es am Brentanobad zum direkten Duell – ein echter Showdown mit wegweisender Bedeutung für den Titelkampf.

Topspiel live im Dritten
Auch den Fernsehanstalten ist die Spannung in der Frauenfußball-Bundesliga nicht verborgen geblieben. Und so wird es zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder zu einer Live-Übertragung aus der Bundesliga kommen. Sowohl der HR als auch der RBB sind am Sonntag, 21. November, ab 14.00 Uhr live dabei, wenn der 1. FFC Frankfurt den 1. FFC Turbine Potsdam im Duell Zweiter gegen Erster empfangen wird.

Sonja Fuss für Engagement geehrt
Nationalspielerin Sonja Fuss ist im Kreis Euskirchen mit dem Margaretha-Linnery-Preis als „Frau des Jahres 2010“ ausgezeichnet worden. Die Jury ehrte damit das Engagement der 32-Jährigen auch abseits des Rasens. So setzt sich Fuss unter anderem für Mädchenfußball-Projekte des Kinderhilfswerks „Plan International“ ein.  „Ich bin zutiefst gerührt und fühle mich geehrt, gleichzeitig aber auch bestätigt, meine Arbeit mit gleicher Kraft weiter zu machen“, so Fuss.

Flops

Ersatzspielerin verhindert Ausgleich
Der 2:1-Auswärtssieg des 1. FC Lok Leipzig bei Holstein Kiel hat ein bitteren Nachgeschmack. Denn die außerhalb des Spielfelds befindliche Ersatztorhüterin Griseldis Meißner sprintete plötzlich aufs Feld, um einen Ball zu klären, der auf das leere Tore zurollte und den Ausgleich bedeutet hätte. Für die Spiel entscheidende Aktion gab es regelkonform nur eine Gelbe Karte und indirekten Freistoß. Die Punkte mag Leipzig in der Tasche haben, doch das Image von Spielerin und Verein dürften langfristig Schaden genommen haben, der Fairplay-Gedanke wurden mit Füßen getreten.

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Nina Jokuschies

Der Hamburger SV kommt immer besser in Schwung © Frank Scheuring / girlsplay.de

Abwärtsspirale beim FF USV Jena
Der DFB-Pokalfinalist der Vorsaison gerät immer tiefer in den Abstiegsstrudel. Die 0:3-Heimniederlage gegen Bayer 04 Leverkusen bringt die Thüringerinnen immer mehr in die Bredouille. Doch statt schonungsloser Fehleranalyse gibt es öffentliche Streicheleinheiten. Denn in der Pressemitteilung des Vereins wurde dem Verein eine „überzeugende Leistung“ attestiert. Interimstrainer Daniel Kraus darf mangels entsprechender Lizenz nur bis zum 20. Dezember weitermachen – nicht gerade die besten Voraussetzungen für die schwierigen kommenden Monate.

Fehlstart in die Rückrunde
In der Hinrunde war der SC 07 Bad Neuenahr die positive Überraschung, doch die ersten beiden Rückrundenspiele gingen kräftig daneben. Erst verlor man bei der SG Essen-Schönebeck mit 1:2, dann setzte es eine herbe 2:6-Heimniederlage gegen den Hamburger SV. Dass es die Mannschaft von Trainer Thomas Obliers besser kann, hat sie bereits mehrfach unter Beweis gestellt.

WPS verliert nächstes Team
Erst Los Angeles Sol, dann Saint Louis Athletica, jetzt FC Gold Pride – die US-Profiliga hat nach nur zwei Spielzeiten bereits drei Topteams verloren, Weltfußballerin Marta muss sich einmal mehr einen neuen Verein suchen. Auch der Fortbestand der Chicago Red Stars steht auf der Kippe. Mit drastischen Kostensparmaßnahmen soll die Liga in den nächsten Jahren auf solide Beine gestellt werden. Doch ist die WPS wirklich noch zu retten? Zweifel sind angebracht.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • Schnappa sagt:

    Die Geschichte mit Leipzig ist ja schon heftig. Erinnert mich an ein Spiel aus der Landesliga der Männer, wo in der Nachspielzeit ein Zuschauer auf den Platz lief und den Siegtreffer der Gastmannschaft verhinderte.
    Nicht auszudenken, wenn Leipzig am Ende punktgleich oder mit 1 Punkt Vorsprung aufsteigt.

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  • laasee sagt:

    „Kopf-an-Kopf-Rennen an der Spitze“

    hmmmm, no mention of Duisburg???

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  • Expert sagt:

    Leipzig, ja da muß die FIFA halt nachdenken, und eine Regelung finden. Solche Fälle hat es schon immer gegeben.In den Regeln sind immer noch Löcher. aber über eine Torkamera da wird diskutiert.( Damit kann man ja Geld machen)

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  • Marc sagt:

    @markus: der Sender neben dem HR heißt RBB (rundfunk berlin-brandenburg)

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  • Markus Juchem sagt:

    @Marc: Danke, hab’s korrigiert.

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  • Marc sagt:

    kein problem

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  • FFFan sagt:

    Der Fall der Leipziger Ersatztorhüterin hat jetzt doch noch ein verspätetes Medien-Echo gefunden. In der aktuellen Ausgabe der „Sport-Bild“ wird (neben anderen Kuriositäten im Regelwerk) darauf eingegangen. Dabei wird Meißner mit der Aussage zitiert, sie habe durch einen SR-Lehrgang gewußt, dass ihr nur eine gelbe Karte droht.

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