WPS-Saison 2011 ohne Meister FC Gold Pride

Von am 16. November 2010 – 19.53 Uhr 10 Kommentare

Die US-Frauenfußball-Profiliga WPS muss eine weitere Hiobsbotschaft verkünden. Denn ausgerechnet Meister FC Gold Pride wird in der Saison 2011 nicht mehr dabei sein. Doch zumindest der Kollaps der Liga konnte verhindert werden.

„Es ist natürlich für die Liga und seine begeisterten Fans, Spielerinnen und Partner enttäuschend, dass der FC Gold Pride nicht die notwendige Unterstüzung erhalten hat, aber die anderen WPS-Teams haben sich voll zur Saison 2011 bekannt“, erklärt WPS-Chefin Anne-Marie Eileraas. Größer als die Enttäuschung über den Verlust des Meisters ist die Erleichterung darüber, dass es mit dem professionellen Frauenfußball in den USA überhaupt weitergeht.

WPS 2011 wohl nur mit sechs Teams
Denn dies stand in den vergangenen Wochen lange auf der Kippe. Allerdings werden in der Saison 2011 voraussichtlich nur sechs Teams an den Start gehen – Atlanta Beat, Boston Breakers, Sky Blue FC, Philadelphia Independence, Washington Freedom und Western New York. Möglicherweise stoßen die Chicago Red Stars als siebtes Team hinzu, bis zum 15. Dezember hat man Zeit, Investoren zu finden. „Wir freuen uns auf einen großartigen WM-Sommer nächstes Jahr, auch im Hinblick auf die Frauenfußball-WM 2011, wo Fans weltweit die Gelegenheit bekommen werden, WPS-Spielerinnen auf der internationalen Bühne zu bewundern“, so Eileraas weiter. Spielplan und Playoff-Format sollen im Dezember bekanntgegeben werden.

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WPS-Logo

Offizielles Logo der US-Profiliga WPS © Women's Professional Soccer (WPS)

Buhlen um Marta
Bereits heute Nacht öffnet das Transferfenster, um die Spielerinnen des FC Gold Pride dürfte dann das große Buhlen einsetzen, allen voran um Weltfußballerin Marta. Der aktuelle Titelträger ist nach Los Angeles Sol und Saint Louis Athletica bereits das dritte Team, das seine Pforten schließt. „Die Geschichte des Sports hat gezeigt, dass in den frühen Jahren einer Liga Teams kommen und gehen“, versucht Eileraas die negativen Entwicklungen schönzureden.

Harte Einschnitte
Nur mit drastischen Kosteneinsparungen ist es gelungen, das Fortbestehen der Liga vorerst zu sichern. „In den vergangenen Monaten haben wir harte Einschnitte unternommen, um das Geschäftsmodell effizienter und dauerhafter zu gestalten“, so Thomas Hofstetter, Sky-Blue-FC-Präsident und Mitglied der WPS-Geschäftsführung. „Diese Veränderungen haben uns dazu in die Lage versetzt, das Wachstum der nächsten Jahre auf ein solides Fundament zu stellen.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

  • Fuxi sagt:

    Wann lernen es die Amis endlich? Fußball besteht NICHT aus 60 Minuten Bewegung und 120 Minuten Werbung. Ergo: Frauenfußball insbesondere lässt sich nicht als „Big Business“ betreiben.
    Strukturell sind die USA allein schon nicht geeignet, einen nicht im eigenen Land erfundenen Sport, der in Europa gewachsen ist, einfach zur Geldmaschine zu erheben. Die europäische Sportvereinskultur hat ihre Wurzeln und ihre Vorteile. Leistungssport als Mittel zum Zweck (Investitionsmodell zum einen, Beiwerk für’s Uni-Stipendium zum anderen) funktioniert nicht bei riesiger Konkurrenz. Entweder betreibt man einen Sport mit Herz und bleibt ihm auch ehrenamtlich treu, wenn man nicht mehr aktiv ist, oder man lässt ihn als Episode des Lebens hinter sich. Ersterer Fall: Deutschland. Zweiterer Fall: USA. Aber in den Vereinigten Staaten wird es nie eine derartige Vereinskultur wie in Deutschland geben. Nie. Und darum wird auch der Fußball immer nur eine nachrangige Folge spielen. Insofern ist die Etablierung der MLS seit 1994 schon ein mittleres Wunder…

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  • licaro sagt:

    @fuxi: dem kann ich mich nur anschließen. ist doch jedes jahr der gleiche krampf mit den amis…
    eine liga mit nur 6 mannschaften- ist ja nicht gerade abwechslungsreich für die spielerinnen und ihre entwicklung.

    man darf aber auch nicht außer acht lassen, dass unser hiesiger frauenfußball finanziell enorm vom männerfußball profitiert (durch den dfb).

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  • laasee sagt:

    The WPS franchise football has been a farce since it started.
    They hype it as being the best in the world – but it is just a sham!

    The FIFA World Player Farce Award will most likely be going to a player from the WPS Bankrupt League. It is pathetic!!!!

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  • Mosan sagt:

    Ich verstehe nicht ganz, weshalb hier ausschließlich auf der Systemdebatte herumgeritten wird. In den Staaten funktioniert es halt anders und bis zur Ebene der Erwachsenen (und inzwischen evtl. Spitzenföderung) sind wir meilenweit von deren Verhältnissen und aktiven Spielerinnenzahlen entfernt. Der entscheidende Schnitt kommt nach dem Collegue/der Uni. Da gab es nach WUSA und vor WPS nur eine Sackgasse. Es sei denn Frau war wagemutig und am Ausland interessiert.

    Eine WEITERE semiprofessionelle Liga ausserhalb des gewohnten europäischen Systems schadet keinem und hilft dem Frauenfußball in seiner Fortentwicklung erheblich.

    Dies gesagt, bin ich überrascht nach den Negativmeldungen der vergangenen Wochen, dass man doch noch die Kurve für die nächste Saison hinbekommen hat. Gold Pride hatte seit dem Ligastart Probleme und bereits während der vergangenen Saison zeigte sich, dass selbst eine siegende Starmannschaft, diese Probleme nicht beheben würde. Erstaunt bin ich eher über die Unsicherheit in Chicago. Erschien mir bisher als die Franchise mit der besten Führung und Infrastruktur.

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  • FFFan sagt:

    Bin mal gespannt, welches der verbliebenen Teams sich traut, Marta zu verpflichten. Einerseits winkt da der Titel, andererseits droht aber auch die Pleite…

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Vielleicht macht ja bei max. 7 Teams Marta den Unterschied aus, aber ein gutes Zeugnis bekommt dafür keiner!
    Sollte es dieses Jahr mit dem Titel bei Ff. wieder nicht klappen, dann wird SiDi vielleicht auch Interessent – wer weiß… 😉

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  • Frieda sagt:

    Fußball ist und bleibt Frauensport Nummer 1 in den USA und wird es auch bleiben.
    Das Problem ist nicht mangelndes Interesse, sondern die Konkurrenz zwischen der College Ligen und der „Profiliga“. Qualitativ nehmen sich beide nicht wirklich etwas, nur ist der College Soccer schon länger da, hat also eine große Fanbase. Warum soll ich als Fußballfan dann auf einmal in ein anderes Stadion gehen und mehr Geld ausgeben?
    Und warum sollte ich als Spielerin auf eine solide Ausbildung neben dem Fußball verzichten, wenn ich es doch auch als College-Spielerin in die Nationalmannschaft schaffen kann?
    Möglichkeit 1: Wenn es eine Profiliga geben soll, müssen dadrin die Topteams der NCAA Soccer Championship integriert werden.
    Möglichkeit 2: Warten bis der Männerfußball in den USA endgültig zündet (die Zuschauerzahlen explodieren gerade zumindest in Städten wie New York) und davon profitieren.

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  • laasee sagt:

    @Schenschtschina Futbolista

    Marta for Sidifurt?………and then the club follows Umea, Los Angeles Sol and Gold Pride into financial chaos.

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  • Winter sagt:

    Diese Liga ist seit Jahren einfach nur ein Lacher!

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @laasee
    Yes, this is my funny back idea. 😉

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