Fit durch Fußball – So viel bringt kicken

Von am 28. Oktober 2010 – 9.50 Uhr

Fußball ist ein ungemein vielseitiger Sport. Laufen, drehen, passen, schießen, springen, grätschen – all das kostet jede Menge Kraft und Konzentration. Doch wie fit macht Fußball wirklich? Wie viele Kilometer legt ein Spieler zurück und wie viele Kalorien verbrennt er dabei?
Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika setzte vor allem in einer Hinsicht Maßstäbe: Nie zuvor wurden Fußballfans während eines Turniers mit so vielen Zahlen und Statistiken versorgt. So wussten gegen Turnierende sogar Gelegenheitsgucker, dass die beiden deutschen Mittelfeldspieler Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger mit rund 12 zurückgelegten Kilometern pro Partie die Dauer(b)renner des Turniers waren.

Fußball: Profis und Amateure sind gar nicht so unähnlich
Das sind beachtliche Zahlen. Doch einer brasilianischen Studie zufolge legen auch Amateurfußballer je nach Position und Spielertyp heutzutage acht Kilometer und mehr in einem einzigen Spiel zurück. Amateure wie Profis müssen sich im Schnitt alle vier Sekunden auf eine neue Situation einstellen. Das bedeutet Richtungs- und Tempowechsel, und in letzter Konsequenz einen erheblichen Bewegungsaufwand.

na_alleswas_dunkel_200x62 Profis sind häufiger in Grenzbereichen
Der große Unterschied zwischen Amateuren und Profis liegt in der Geschwindigkeit. Fußballer auf Top-Niveau legen rund ein Viertel ihrer absolvierten Kilometer in einer Geschwindigkeit von mehr als 15km/h zurück, davon mehrere Hundert Meter im Bereich der Höchstgeschwindigkeit – was im Falle eines austrainierten, antrittsstarken Fußballers auch schon einmal 30 km/h sein können. Diese Spitzengeschwindigkeiten haben zur Folge, dass die Laktatwerte im Verlauf eines Spiels „Achterbahn“ fahren. So sollen bei Profis schätzungsweise kurzzeitig Laktatwerte von 8-10 mmol/l zu Buche stehen. Zum Vergleich: Leistungsdiagnostiker nehmen einen Wert von 4 mmol/l als groben Referenzwert für die aerob-anaerobe Schwelle, bei der die Sportler eine Sauerstoffschuld eingeht.

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Massiver Kalorienverbrauch auch bei Hobby-Fußballern möglich
An solche Geschwindigkeiten und Laktatwerte kommen Amateure kaum heran, und bei ihnen dauert auch die Erholung üblicherweise länger. Was den Kalorienverbrauch angeht, erzielen aber auch Hobbyfußballer beachtliche Ergebnisse. Laut einer Studie der Universität Wien aus dem Jahr 2001, bei der die Ergebnisse mehrerer Untersuchungen zusammengefasst wurden, liegt die durchschnittliche Herzfrequenz über ein Fußballspiel verteilt bei entsprechendem läuferischem Aufwand bei etwa 160-170 Schlägen pro Minute.

Fit durch Fußball

Fitmacher Fußball ©istockphoto.com/kycstudio

Von diesen Werten ausgehend, verbrennt ein 75 kg schwerer Spieler in 90 Minuten an die 1.300 Kilokalorien (kcal). Zum Vergleich: Würde derselbe Spieler 90 Minuten bei gleichmäßigem Tempo joggen, müsste er einen Schnitt von 5 min/km (bzw. 12 km/h) laufen, um einen ähnlichen Kalorienverbrauch zu erzielen. Er müsste also eine größere Strecke zurücklegen, sofern er keine Spitzen in Form eines Intervalltrainings setzt.

Nichts anderes als ein Intervalltraining ist ein intensiv geführtes Fußballspiel, ob im Amateur- oder im Profibereich. Ein Faktor, der jedoch beim Fußball hinzukommt und einen nicht ganz unerheblichen Einfluss auf den Kalorienverbrauch hat, ist der Bodenbelag: Laufen auf Rasen oder Kunstrasen erfordert nämlich einen größeren Energieaufwand als Laufen auf Asphalt, wie eine Studie das Mapei Sport Research Center in Varese vor Kurzem gezeigt hat. Laufen auf Gras verbessert somit die Kraftwerte und erhöht zugleich den Kalorienverbrauch.

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