Die Tops und Flops der Woche 42/2010

Von am 27. Oktober 2010 – 13.19 Uhr 20 Kommentare

Die Tops und Flops beleuchten in dieser Woche eine treffsichere Nationalstürmerin und einen erfolgreichen Zweitligisten, rümpfen aber auch die Nase über eigenwillige Nominierungen und bescheidene Zuschauerzahlen.

Top 4

Inka Grings im Torrausch
Dass Inka Grings viele Tore erzielen kann, ist bekannt. Doch fünf Treffer in einem bedeutenden Auswärtsspiel gegen ein Team aus der oberen Tabellenhälfte der Bundesliga sind auch für sie keine Alltäglichkeit. So geschehen beim 5:1-Sieg im DFB-Pokal beim VFL Wolfsburg. „Sie war überragend, keiner dieser Treffer war Glück. Sie weiß, wo sie stehen muss“, zollte ihr sogar der gegnerische Trainer Ralf Kellermann Respekt.

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Gütersloh hält die Fahnen hoch
Die TSG 1899 Hoffenheim und der 1. FC Köln zogen sich im DFB-Pokal-Achtelfinale bei den klassenhöheren Gegnern achtbar aus der Affäre, doch ein einziger Zweitligaverein hat den Sprung ins Viertelfinale geschafft. Der FSV Gütersloh 2009, das muss fairerweise gesagt werden, hatte aber auch die lösbarste aller Aufgaben zu bewältigen. Der 4:2-Sieg im Elfmeterschießen beim FFC Oldesloe bedeutet, dass man sich nun sowohl sportlich als auch finanziell auf ein attraktives Duell mit einem Erstligisten freuen darf.

Champions League live im TV
Wenn am Mittwoch, 3. November, der FCR 2001 Duisburg sein Hinspiel im Achtelfinale der Champions League gegen Fortuna Hjørring bestreiten wird, können die Frauenfußball-Fans an den heimischen Fernsehgeräten mitfiebern. Denn Eurosport überträgt die Partie live ab 14.30 Uhr auf seinem frei empfangbaren Sender. Zuletzt gab es bereits auf Eurosport 2 das Duell zwischen Olympique Lyonnais und AZ Alkmaar zu sehen. Und in diesem Takt soll es weitergehen, denn bereits jetzt sind weitere Übertragungen geplant. Daumen hoch für Eurosport!

Südkorea gewinnt Peace Queen Cup
Bisher machte der südkoreanische Frauenfußball in diesem Jahr vor allem durch seine Juniorinnenauswahlen von sich reden, doch nun hat auch die A-Nationalmannschaft ein Ausrufezeichen gesetzt. Zum ersten Mal konnte man den heimischen Peace Queen Cup gewinnen. Zwar benötigte man zum Finaleinzug das Losglück, doch im Finale setzte man sich mit 2:1 gegen Asien-Meister Australien durch, den nächsten Gegner der deutschen Nationalelf.

Flop 4

Nominierungen zur Weltfußballerin
Dass der Weltverband FIFA in jedem Jahr eine Weltfußballerin des Jahres kürt, ist aller Ehren wert. Doch die Auswahl der nominierten Spielerinnen sorgt jedes Jahr für Stirnrunzeln und Fragezeichen. So wurde etwa Stürmerin Inka Grings, ihres Zeichens Deutschlands Spielerin des Jahres und beste Spielerin beim Algarve Cup, offenbar übersehen. Hingegen stehen Spielerinnen zur Auswahl, die bestenfalls ein durchschnittliches Jahr hinter sich gebracht haben, wie etwa Hope Solo oder Camille Abily. Mag sein, dass es Gründe gegeben hat, diese Spielerinnen zu nominieren. Doch dann wäre ein wenig mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Nominierungskriterien wünschenswert.

Jena auf Talfahrt
Mit der Verpflichtung eines neuen Assistenztrainers zur Unterstützung von Trainer Thorsten Zaunmüller versucht der FF USV Jena die sportliche Talfahrt zu stoppen. Zuletzt gab es im DFB-Pokal eine bittere 0:8-Niederlage gegen den 1. FFC Turbine Potsdam, davor bereits in der Bundesliga ein 0:7 auf eigenem Platz gegen den SC 07 Bad Neuenahr. Auch wenn im Pokal die Teilnehmerinnen am Afrika Cup fehlten und das Team schwächten – man wird sich kräftig steigern müssen, um am Ende nicht ganz tief im Abstiegsstrudel zu stecken.

Inka Grings

Treffsicher wie eh und je: Inka Grings ©Sven-E. Haft / girlsplay.de

DFB-Pokal als Ladenhüter
Das Achtelfinale im DFB-Pokal entpuppte sich am vergangenen Wochenende nicht gerade als Zuschauermagnet. Im Schnitt verfolgten nicht einmal 400 Zuschauer die Partien. Negativer Höhepunkt: Nur 241 Zuschauer schauten sich das Topduell der Runde zwischen dem VfL Wolfsburg und dem FCR 2001 Duisburg an, die durch Abwesenheit Glänzenden verpassten so die Torgala von Inka Grings. Schade, dass sich das öffentliche Interesse auch in der WM-Saison in mehr als überschaubaren Grenzen hält.

Böse Klatschen für Irak und Katar
Beim Arabia Cup 2010 setzte es in Bahrain für zwei Debütanten auf dem internationalen Parkett herbe Klatschen. Katar kam gegen den Gastgeber zunächst mit 0:17 unter die Räder, es folgten ein 0:18 gegen Palästina und ein 0:12 gegen Syrien. Für den Irak lief es nicht besser: Zum Auftakt gab es ein 0:20 gegen Jordanien, in den weiteren Spielen gab es ein 0:15 gegen Ägypten und ein 0:9 gegen Libanon.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

20 Kommentare »

  • laasee sagt:

    Respect for Ralf Kellermann.
    Some people in football can speak the truth!!

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  • uwe sagt:

    241 Zuschauer in Wolfsburg muss man nicht verstehen,wenn man bedenkt das 2 Wochen vorher beim gleichen Spiel über 3000 Menschen anwesend waren.Freikarten hin oder her,die sehr gute Leistung der Wolfsburger bei diesem Spiel hätte doch den ein oder anderen Freikartenbesitzer ins Stadion locken dürfen.
    Wenn man bedenkt das beim Pokalspiel auch noch knapp 100 Zuschauer aus Duisburg kamen ist das mehr als bedenklich.

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  • Speedy sagt:

    Soviel zu dem Thema, Wolfsburg als Spielort der WM 2011 auszuwählen. Die Einheimischen dort interessieren sich nicht für Frauenfußball auf Nationaler Ebene. Diese Zuschauerzahlen bei den VFL Frauen haben doch schon Tradition. Natürlich werden die Besucherzahlen bei der WM anders aussehen, aber warum wird dieses Desinteresse auch noch vom DFB belohnt, hätte sich da keine anderer Ort finden lassen?

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  • Jennifer sagt:

    Den Spielort Wolfsburg würde ich nicht in Frage stellen, da bei den letzten Bundesligaspielen immer sehr viele Zuschauer kamen, das geht auch aus dem Bericht hervor. Warum jedoch bei einem so wichtigen Pokalspiel nur so wenige Zuschauer kamen ist auch mir unerklärlich. Könnte auch daran liegen, dass z. B. in den Tageszeitungen gar nicht oder nur in einem klitzekleinen Artikel über dieses Spiel berichtet wurde.

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  • Frieda sagt:

    Um genau zu sein kamen im Schnitt 1391 Zuschauer (siehe framba), außerdem bot Wolfsburg die unangefochtene Rekordkulisse von 3187 Zuschauern in der BuLi. Wolfsburg ist eine ziemlich gute Lösung für WM: 1) sehr gutes Stadion, 2) nur eine (gute) Stunde Fahrzeit bis/von Berlin 3) gute Infrastruktur 4) würdigster Austragungsort im Norden
    und außerdem wurde WOB bei der Männer WM 2006 nicht berücksichtigt. Diese Standorte wurden bei der Vergabe bevorzugt behandelt, teilweise mit Recht.

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  • Markus Juchem sagt:

    @Frieda und Jennifer: Man muss aber schon fairerweise erläutern, dass der Schnitt durch zwei Spiele nach oben verzerrt ist. Das Spiel gegen Frankfurt fand im Rahmen des Saisoneröffnungsfestes statt, beim Ligaspiel gegen Duisburg wurden an Vereine der Umgebung massenhaft Freikarten verteilt. Rechnet man das raus, kommt Wolfsburg nicht auf einen vierstelligen Zuschauerschnitt. Man ist ja selbst im Verein und auch bei den Spielerinnen mit dem Zuschauerzuspruch nicht besonders zufrieden. Die Kulisse im DFB-Pokal gegen einen Spitzengegner ist aber schon sehr enttäuschend.

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  • Frieda sagt:

    @ Markus Juchem
    Das kann schon sein, aber immerhin kommen die Leute doch, wenn sie Freikarten bekommen. Also finden die Menschen in Wolfsburg und Region den Frauenfußball nicht abschreckend.
    Beim öffentlichen Training der Nationalmannschaft waren auch relativ viele Leute zum schauen. Wie groß das Interesse genau ist, kann man morgen Abend eventuell besser einschätzen.
    Ich denke nur, dass man Vergabe als WM Spielort nicht unbedingt kritisieren sollte in dem man Besucherzahlen vom Vereinsfußball heranzieht. Wie wären dann Augsburg, Leverkusen, Gladbach, oder Dresden zu rechtfertigen ?

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  • Michele sagt:

    Weiß man den schon ungefähr wie viele Menschen morgen in die VW Arena kommen?

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  • Markus Juchem sagt:

    @Frieda: Die Vergabe als WM-Spielort habe ich nicht kritisiert.
    @Michele: Ich habe bisher nirgendwo Informationen über die Anzahl verkaufter Tickets finden können, diesmal gab es anders als bei vorherigen Länderspielen keine regelmäßigen Updates auf der DFB-Website, möglicherweise weil der Vorverkauf nicht besonders gut läuft.

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  • Frieda sagt:

    @ Markus Juchem
    Nicht Sie, aber Speedy. An sie/ihn richtete sich meine Ausführung im Besonderen.

    Wegen morgen bin ich allerdings auch ein wenig skeptisch. Freundschaftsspiele ziehen generell nie so viele Menschen an. Das Dresden so stark besucht war, lag meiner Meinung nach daran, dass die Zuschauer Karten für das angekündigte Schweden Spiel hatten und die Weltmeisterschaften (Männer und U20) wirklich noch nicht lang her waren.
    Andererseits bin ich sehr gespannt, wie sich die Asienmeisterinnen so schlagen werden!

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  • Michele sagt:

    Normalerweise erfährt man die ungefähre Zuschauerzahl schon vorher. Ist schon komisch das man diesmal gar nichts hört. Ich tippe trotzdem mal auf knapp 10000 Zuschauer.

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  • Markus Juchem sagt:

    @Michele: In einem aktuellen taz-Artikel ist die Rede von weniger als 10 000 Zuschauern: http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/wir-wollen-stars-entwickeln/
    Das wäre schon eine enttäuschende Kulisse, mit die schwächste der vergangenen Jahre.

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  • laasee sagt:

    Seat tickets sold from the eventim website between 22 September – 25 October totalled 4,534.
    The highest daily sales was 272 on 15 October.
    The lowest daily sales was 5 on 17 October.
    On 26 October the eventim website stopped selling tickets!!!
    The data for the number of standing tickets sold is not available.

    I assume that the promotion for this game has been organised by either :-

    a. The English FA

    or

    b. FIFA World Player Awards Committee.

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  • laasee sagt:

    I forgot to mention that of the seat tickets available on eventim website only 58% were sold.

    From monitoring daily sales it is very clear that the marketing/promtion of the game was non-existent.
    If there had been any marketing/promotion then there would have been significant indicators on the sales pattern.
    There was none!!!!

    It is interesting to compare Wolfsburg with Dresden. Dresden did show distinct patterns of very increased sales which indicates that the people there were proactive in promoting the game.
    Wolfsburg may well achieve a respectable crowd figure tomorrow but I think this will be due to the VW company ‚buying in‘ spectators.
    It might look good as as an attendance statistic but it will be a false indicator of the genuine fan appeal in Wolfsburg. ‚Free fans‘ never end up being real fans!
    That is not very good for the genuine development of a FF fanbase in that city.

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  • doc8181 sagt:

    Kurze Frage: Das Champions League live im TV ist doch am 03. NOV und nicht am 03. Oct oder? 🙂

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  • Markus Juchem sagt:

    Ähm, ja, danke, ich will es offenbar noch nicht wahrhaben, dass der Winter naht… 😀

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  • Markus Juchem sagt:

    Es gibt jetzt noch eine exaktere Zahl: Gut 7 000 Tickets wurden bisher verkauft, ganz schwach:

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  • Wayne sagt:

    @frieda

    Zum Thema Auswahl Wolfsburgs als WM-Standort zwei Anmerkungen. Ich denke nicht, dass die „Nicht-Berücksichtigung“ bei der Herren-WM 2006 ein Kriterium sein kann. Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber Wolfsburg dürfte nicht mal ansatzweise ernsthaft in Betracht gezogen worden sein. Bei allem lobenswerten Erfolg der Männer des VfL „VW“ Wolfsburg. Aber 30.000 Zuschauer Kapazität sind nicht das, was für das größte Einzelsportereignis, wenn es zudem noch in Deutschland stattfindet, angemessen ist.

    Und was den Zuspruch durch Freikarten angeht: Wenn man sich schon darüber freuen muss, dass die Zuschauer kommen, wenn man ihnen den Eintritt schenkt, liegt wirklich viel im Argen. Man muss sich eines vor Augen halten und im FF ehrlich gegenüber sich selbst sein. Die BL ist alles andere als ein Zuschauermagnet. Die Länderspiele und das Endspiel werden mit viel Aufwand durch den DFB gepuscht (und selbst dabei werden Freikarten verteilt). Hat jemand in Köln die vielen bunten jungen Menschen gesehen? Das waren Auswahlspieler eines Junioren-Länderpokals, der gerade in Duisburg stattgefunden hat. Und das werden nicht die einzigen gewesen sein, die keine zahlenden Zuschauer waren. Und da auch die teilweise hohen Zuschauerzahlen bei Wolfsburger Spielen genau so zu erklären sind, darf man doch zumindest sachlich die Frage stellen, ob die Auswahl Wolfsburgs für die WM wirklich so eine gute Idee war.

    Ein Beispiel: Die Eishockey-WM 2001 in Deutschland hat in Köln toll funktioniert, die Zahlen bei den Spielen in Hannover waren mies. Daraus hat man in diesem Jahr gelernt und in Köln und Mannheim gespielt (naja, und in Schalke). NRW bietet durch seine Ballungszentren ein ungeheures Potenzial, bei dem Niedersachen nicht so ganz mithalten kann. Dennoch muss bei einer WM natürlich auf eine ausgewogene Auswahl der Stadien in der ganzen Republik geachtet werden.

    Wie gesagt, nur als Anmerkung.

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  • FFFan sagt:

    Falls es Wayne interessiert: 😉

    1.) Die WM-Standorte stehen seit 2008 fest. Änderungen sind nicht mehr möglich. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt absolut sinnlos, Wolfsburg als Spielort der WM 2011 in Frage zu stellen.

    2.) Viele Alternativen gab es sowieso nicht. Das WM-OK war seinerzeit froh über jede Bewerberstadt. Bis auf Magdeburg und Bielefeld wurde auch alle berücksichtigt, die die formalen Voraussetzungen erfüllt hatten.

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  • Wayne sagt:

    @FFFan

    Das ist mir schon bekannt. Es waren ja nur Anmerkungen zu vorherigen Diskussionsbeiträgen…. 😉

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