Die Tops und Flops der Woche 41/2010

Von am 19. Oktober 2010 – 14.42 Uhr 10 Kommentare

Zwei treffsichere Torschützinnen und eine Auszeichnung stehen genauso im Brennpunkt der Tops und Flops in dieser Woche, wie schwächelnde Teams in der zweiten Liga und in Schweden.

Top 4

Mittag und Rolser treffsicher
Manchmal reicht ein Spiel, um seine Trefferausbeute um 100 Prozent zu verbessern – so geschehen beim 6:1-Sieg des 1. FFC Turbine Potsdam gegen Bayer 04 Leverkusen. Nationalspielerin Anja Mittag ließ es in der ersten Halbzeit per Fuß und Kopf gleich dreimal klingen und schraubte damit ihre Saisonausbeute von drei auf sechs Treffer.  Genauso gut machte es Nicole Rolser beim 6:0-Sieg des SC 07 Bad Neuenahr gegen den 1. FC Saarbrücken – auch sie beförderte den Ball gleich dreimal ins gegnerische Netz – das gelang ihr zum ersten Mal in der 1. Bundesliga.

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Leipzig hegt Aufstiegsambitionen
In der 2. Bundesliga Nord bestimmten in dieser Saison lange der Hamburger SV II und der SV Werder Bremen mit ihrer gemeinsamen Tabellenführung die Schlagzeilen.  Doch wenn zwei sich streiten, freut sich bekanntlich der Dritte, und der heißt 1. FC Lokomotive Leipzig. Mit dem 2:1-Sieg gegen Bremen schob sich das Team auf Platz 2 in der Tabelle vor und darf sich nun berechtigte Aufstiegshoffnungen machen. Zwar liegt man sechs Punkte hinter dem HSV II, doch der ist nicht aufstiegsberechtigt. Bereits am 31. Oktober kommt es nun zum Showdown in der Hansestadt, eine echte Standortbestimmung für die Leipzigerinnen.

Sahnehäubchen für die U20
„Juniorsportler des Jahres“ darf sich die U20-Frauenfußball-Nationalmannschaft seit vergangenen Freitag nennen. Denn in Mannheim wurde das Team von Bundestrainerin Maren Meinert von der Deutschen Sporthilfe mit dieser Auszeichnung gekürt, nachdem man im Sommer im eigenen Land den WM-Titel erobert hatte. Neben Ruhm und Ehre gab es für die Spielerinnen ein schönes Taschengeld in Höhe von 2 000 Euro.

Lyon kommt in Fahrt
Wehe, wenn sie losgelassen – der französische Meister Olympique Lyon, der im vergangenen Jahr im Champions-League-Finale stand, präsentiert sich derzeit in bestechender Form. Am Donnerstag fertigten die Französinnen in der Champions League den niederländischen Meister AZ Alkmaar mit 8:0 ab, drei Tage später spielten sie in der französischen Meisterschaft Yzeure Allier mit 13:0 an die Wand. Sandrine Brétigny und Eugénie Le Sommer trafen dreimal, Lotta Schelin, Shirley Cruz und Amandine Henry zweimal, Elodie Thomis einmal. „Das war eine Fußball-Lehrstunde. Ich bin sehr zufrieden, denn meine Mannschaft macht Fortschritte“, so Trainer Patrice Lair.

Flop 4

Saarbrücken ergibt sich in sein Schicksal
Sicherlich kann man ein Spiel beim formstarken Emporkömmling SC 07 Bad Neuenahr mit 0:6 verlieren. Doch nach einer ordentlichen ersten Halbzeit ließ sich das Team in der zweiten Halbzeit nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Sif Atladottir nach einer Stunde hängen. „Danach ist die Mannschaft zusammengebrochen“, so Trainer Stephan Fröhlich, der konstatierte: „Von manchen Spielerinnen war es Arbeitsverweigerung, so hart es sich auch anhört.“ Bleibt zu hoffen, dass das Torverhältnis im Abstiegskampf am Ende für die Saarbrückerinnen nicht Zünglein an der Waage spielt.

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Anja Mittag

Treffsichere Stürmerin: Anja Mittag (li.) jubelt mit ihren Teamkolleginnen ©Sven-E. Haft / girlsplay.de

Tennis Borussia Berlin weiter auf Talfahrt
Die Talfahrt von Bundesliga-Absteiger Tennis Borussia Berlin setzt sich weiter fort. In der 2. Bundesliga Nord kassierte das Team am Wochenende beim 1:3 gegen den Magdeburger FFC die neunte Niederlage in Folge. Mit einem Torverhältnis von 4:30 liegt das Team nun gar am Tabellenende. Auch in puncto Außendarstellung liegt vieles im Argen. Der letzte Eintrag auf der vereinseigenen Website und auf dem TeBe-Twitterfeed datiert vom 12. September. Wann wird die Abwärtsspirale gestoppt?

Neuerliche Klatsche für Recklinghausen
Auch die 2. Bundesliga Süd hat ihr Sorgenkind und das heißt 1. FFC Recklinghausen. Nach dem 0:8 beim SC Freiburg, dem 0:10 beim FC Bayern München setzte es nun beim 0:9 gegen den 1. FC Köln die nächste bittere Niederlage. Einzig positiv, dass das Team von Trainer Jörg Amthor noch auf Tuchfühlung zu anderen abstiegsbedrohten Teams ist. Die Hoffnung ruht auf der noch verletzten Stürmerin Larissa Kock. „Wir müssen aber zudem viel schneller werden, im Kopf und in den Beinen, dann geht mit Sicherheit noch was“ , bleibt Amthor optimistisch.

Absturz erster Klasse
Noch vor ein paar Jahren waren Umeå IK und Djurgården Damfotboll große Nummern im europäischen Frauenfußball. Doch derzeit sind beide Teams von den einstigen Erfolgen meilenweit entfernt. Umeå, 2008 noch im Finale des UEFA-Pokals gegen den 1. FFC Frankfurt, beendete die am Wochenende zu Ende gegangene Saison mit einer 0:5-Niederlage bei Meister LdB Malmö und schloss die Saison auf einem enttäuschenden siebten Platz ab, mit 32 Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter. Noch schlimmer erging es Djurgården Damfotboll, UEFA-Pokal-Finalist 2005 gegen den 1. FFC Turbine Potsdam, aus der Hauptstadt Stockholm. Das Team belegte am Ende mit 37 Punkten Rückstand auf den Erstplatzierten den achten Platz und konnte mit Ach und Krach den Abstieg verhindern.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

  • Jarmusch sagt:

    Markus Juchem schrieb: ‚Mit dem 2:1-Sieg gegen Bremen schob sich das Team auf Platz 2 in der Tabelle vor und darf sich nun berechtigte Aufstiegshoffnungen machen. Zwar liegt man sechs Punkte hinter dem HSV II, doch der ist nicht aufstiegsberechtigt.‘
    Wenn allerdings die 1.Mannschaft des HSV absteigen würde, könnte die 2.Mannschaft als Meister sozusagen der Ersten die Klasse erhalten…oder irre ich mich?

    Markus Juchem schrieb: ‚Die Talfahrt von Bundesliga-Absteiger Tennis Borussia Berlin setzt sich weiter fort.‘
    Und die 2.Mannschaft ist in der Regionalliga zum Spiel bei Hohen-Neuendorf erst gar nicht angetreten. Damit (bzw. mit der generell schlechten Platzierung der Zweiten) ist die Möglichkeit der laut vorgedachten Wettbewerbsverzerrung seitens TeBe von vor der Saison wohl auch vom Tisch.

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  • djane sagt:

    Jarmusch, m. E. ist die zweite auf keinen Fall aufstiegsberechtigt. Wenn die erste Mannschaft des HSV absteigen würde, entsteht ein Dominoeffekt, unabhängig davon, wie der HSV II die Saison abschließt: HSV I ginge in die zweite Liga, und HSV II müßte ihrerseits eine Klasse tiefer, also Regionalliga spielen. HSV III müßte aus der Regionalliga in die Verbandsliga wechseln.

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  • Markus Juchem sagt:

    @Jarmusch und djane:

    Die Zweitvertretungen genießen durchaus ein Aufstiegsrecht, allerdings kommt es nur zum Tragen, wenn die jeweilige Erstvertretung absteigt. Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Würde der HSV1 aus der 1. Bundesliga absteigen und zugleich der HSV2 Meister der 2. Bundesliga Nord werden, wäre in der kommenden Saison dennoch eine HSV-Mannschaft berechtigt, in der 1. Bundesliga zu spielen, die Zweitvertretung würde somit für die Erstvertretung die Kastanien aus dem Feuer holen und einem HSV-Team die Zugehörigkeit zur 1. Bundesliga sichern.

    Ein weiteres Szenario, das letztens einmal falsch durch die Presse geisterte: Sollten zwei Zweitvertretungen z. B. HSV 2 und Potsdam 2 Meister und Vizemeister in der 2. Bundesliga Nord werden (und zugleich die Erstvertretungen nicht aus der 1. Bundesliga absteigen), dann würde der Drittplatzierte der 2. Bundesliga Nord aufsteigen. Analog würden diese Szenarien natürlich auch für die 2. Bundesliga Süd gelten.

    Hier der Passus aus der DFB-Spielordnung:

    § 47
    Aufstieg in die Frauen-Bundesliga und Aufstieg in die 2. Frauen-Bundesliga

    1. Spielmodus und Teilnahmeberechtigung

    Aufstiegsberechtigt in die Frauen-Bundesliga sind die Erstplatzierten der
    beiden Staffeln der 2.Frauen-Bundesliga.

    Aufstiegsberechtigt in die 2. Frauen-Bundesliga sind die Meister der
    Regionalligen Nord, Nordost, Südwest, Süd und West.

    2. Das Recht zum Aufstieg in die Frauen-Bundesliga oder 2. Frauen-Bundesliga
    entfällt für den Verein,
    2.1. der bereits mit einer Mannschaft am Spielbetrieb der betreffenden
    Spielklasse (Frauen-Bundesliga oder 2. Frauen-Bundesliga) teilnimmt,
    2.2. der sich nicht formgerecht um die Zulassung bewirbt oder auf sein
    Aufstiegsrecht verzichtet,
    2.3. dessen fehlende wirtschaftliche, technische oder verwaltungsmäßige
    Leistungsfähigkeit gemäß § 62 Nrn. 1. und 2. der DFB-Spielordnung
    festgestellt wurde.
    3. Trifft einer der in Nr. 2. genannten Fälle auf einen Meister der 2. Frauen-
    Bundesliga oder der Regionalliga zu, so ist an seiner Stelle der nächste
    aufstiegsberechtigte Verein der jeweiligen Staffel der 2. Frauen-Bundesliga
    oder der jeweiligen Regionalliga sportlich qualifiziert.

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  • djane sagt:

    ah, ok- dann hatte ich das falsch im Kopf, danke für die Aufklärung !

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ich glaube kaum, dass ein derartiges Szenario, und ich bleibe mal beim gen. Beispiel, das HSVI absteigt und HSVII aufsteigt. Wenn sowas tatsächlich eintreten sollte, hat man im Verein garantiert was falsch gemacht! Man hätte dann nämlich die Erstligamannschaft nicht konsequent oben zu halten versucht, indem man z.B. die besten Spielerinnen aus der 2. Mannschaft hochzieht, um den Abstieg abzuwenden.
    Aber wer garantiert denn eigentlich in diesem extremen Fall, beide Vereinsmannschaften kreuzen ihre Ligazugehörigkeit, das dann nicht das Gros der Spielerinnen ebenfalls kreuzt, also Erstligaspielerinnen weiterhin in der 2. Mannschaft Erstliga spielen, und die die den Aufstieg eigentlich geschafft haben, weiterhin in der 2. Liga die Deppen abgeben müssen? Ich weiß, da ist eine gehörige Portion von „wird niemals passieren“ dabei, aber man kann ja mal fragen…

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  • Tom Schlimme sagt:

    Bist du wirklich sicher, Markus, dass du da richtig liegst?

    Dann könnte ja schon ein Verein im Laufe einer Saison entscheiden, dass es vielleicht sinnvoller ist, mit Spielerinnen der ersten Mannschaft den Aufstieg der zweiten sicherzustellen und damit die obere Klassenzugehörigkeit zu erhalten.

    „2. Das Recht zum Aufstieg in die Frauen-Bundesliga oder 2. Frauen-Bundesliga
    entfällt für den Verein,
    2.1. der bereits mit einer Mannschaft am Spielbetrieb der betreffenden
    Spielklasse (Frauen-Bundesliga oder 2. Frauen-Bundesliga) teilnimmt,“

    Diesen Passus verstehe ich eigentlich so, dass der HSV II, um beim Beispiel zu bleiben, nicht aufsteigen kann, weil DERZEIT eine Mannschaft des HSV, der HSVI an der höheren Spielklasse teilnimmt. Du, Markus, verstehst es anscheinend so, dass der HSV II aufsteigen könnte, wenn NÄCHSTE Saison keine Mannschaft des HSV an der höheren Spielklasse, sprich erste Liga, teilnehmen würde, weil abgestiegen.

    „bereits teilnimmt“… für mich ist das Gegenwart. Am Anfang der Saison steht bereits fest, dass der HSV II nicht aufstiegsberechtigt ist.

    Aber ich bin kein Anwalt, ich muss das nicht wissen. Nur wenn es wirklich so wäre, wie du sagst, Markus, gehört es nach meinem sportlichen Verständnis geändert.

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  • FFFan sagt:

    @ Tom Schlimme:
    „Dann könnte ja schon ein Verein im Laufe einer Saison entscheiden, dass es vielleicht sinnvoller ist, mit Spielerinnen der ersten Mannschaft den Aufstieg der zweiten sicherzustellen und damit die obere Klassenzugehörigkeit zu erhalten.“

    Wäre das so schlimm? Wenn es tatsächlich so einfach wäre, mit einer Mannschaft, die für die 1.Liga zu schwach ist, in der 2.Liga Meister zu werden und so den Aufstieg (bzw. Klassenerhalt) „sicherzustellen“, würde das doch bedeuten, dass die 2.Liga insgesamt sehr schwach ist und dort kein (anderes) Team den Aufstieg wirklich verdient hat.

    In der Praxis funktioniert dies allerdings eh nicht (u.a. weil die Spielordnung dem in Form der „Stammspieler-Klausel“ Grenzen setzt) und ist m.W. auch nie ernsthaft versucht worden (auch bei TeBe hat man von solchen Überlegungen wieder Abstand genommen).

    Ob sich die Formulierung „bereits…teilnimmt“ in § 47 Nr.2.1 auf die laufende oder auf die nächste Saison bezieht, ist eine Auslegungsfrage. Für die letztere Alternative spricht der „Sinn und Zweck der Norm“: es soll verhindert werden, dass zwei Mannschaften desselben Vereins in der selben Liga spielen.

    Aber man könnte sich mal grundsätzlich Gedanken über die Reservemannschaften der Vereine der 1. und 2.Bundesliga machen. Bei den Männern sind das U23-Teams (mit maximal 3 älteren Spielern, glaube ich), bei den Frauen besteht eine solche Verpflichtung m.W nicht (einige Vereine haben ihre 2.Mannschaft aber freiwillig in eine U23 umgewandelt). Warum eigentlich nicht?

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  • Detlef sagt:

    @FFFan,
    Die Organisation des FF und des MF sind ja schon aus dem Grund verschieden, da die ersten Teams der Top-Männermannschaften Profis sind!!!
    Die Zweiten Vertretungen fallen dann mW nach schon unter den Amateurstatus!!!

    Bei den Frauen haben selbst die best bezahltesten Top-Spielerinnen immer noch den Amateurstatus!!!
    Alle zweiten Teams sind Ausbildungsmannschaften, sollen also den Kader der Erstvertretung mit Nachwuchskräften „beliefern“!!!
    Außerdem können hier langzeitverletzte Stammkräfte der Ersten, wieder Spielpraxis sammeln!!!

    Sollte eine Erstvertretung absteigen, und die Zweitvertretung als „Meister seiner Liga“ aufsteigen, kann man zwar die Fähigkeiten der Führungsetage dieses Klubs in Frage stellen, aber grundsätzlich ist daran nichts Wettbewerbsverzerrendes!!!

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  • FFFan sagt:

    @ Detlef:
    Deiner Aussage im 2. und 3.Absatz stimme ich zu! Aber was hat das damit zu tun, ob jemand „Lizenzspieler“ oder „Vertragsamateur“ ist?

    Zwar verstehen die meisten Frauen-Bundesligisten ihre ‚Zweite‘ mittlerweile als Ausbildungsmannschaft (U23), aber wenn es eng wird in bezug auf den Klassenerhalt, wird davon schon mal abgewichen. So hat beispielsweise der 1.FFC Frankfurt II in der vergangenen Saison des öfteren auch mehr als drei ältere Spielerinnen eingesetzt. Das war möglich, weil diesbezüglich -anders als bei den Männern- keine Vorschriften existieren.

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  • Detlef sagt:

    @FFFan,
    der Unterschied ist einfach der, daß es im Profibereich um sehr viel Geld geht!!!
    Also kann man schon aus diesem Grund nicht Frauen und Männer gleichsetzen!!!

    Die Zweite Liga ist ja keine Juniorenliga, deshalb ist es für einen Verein durchaus legitim, wenn er dann dort auch ältere Spielerinnen in seiner Zweitvertretung einsetzt!!!

    Diese fehlen ihm dann natürlich für sein erstes Team, denn man kann ja nicht so einfach von Liga Eins in Liga Zwei wechseln.
    Da gibt es Regeln, die penibel eingehalten werden müssen, um Strafen des DFB zu vermeiden!!!

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