Arabia Cup 2010: On the road to Germany

Von am 16. Oktober 2010 – 12.31 Uhr

Die findigen Macher der Frauenfußball-WM 2011 lassen keine Gelegenheit aus, um für die WM die Werbetrommel zu rühren. Acht Monate vor dem Turnier in Deutschland wird OK-Chefin Steffi Jones im Auftrag des Auswärtigen Amtes am Montag den unter dem Motto „On the road to Germany“ stehenden Arabia Cup 2010 in Bahrain eröffnen.

Beim feierlichen Opening im Nationalstadion Bahrain in Riffa wird auch die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper, anwesend sein. Das Außenministerium hatte die arabischen Staaten im Vorfeld der WM dazu aufgerufen, ein Frauenfußball-Turnier zu veranstalten. Bahrain bewarb sich und organisiert nun mit der Botschaft, dem Sportministerium und Bahrains Fußballverband den zehn Tage dauernden Wettkampf mit acht Nationalteams. Dem Sieger winkt eine Woche Trainingslager in Deutschland, spendiert vom DFB.

Arabiens Fußball fördern
„Wir wollen den arabischen Frauen mit dem Turnier helfen, stärker am Fußball zu partizipieren, vorhandene Netzwerke zu stärken und neue aufzubauen“, sagt Pieper. „Spielen bedeutet Lebensfreude pur. Diese Lebensfreude ist wichtig.“ Pieper schätzt die Bedeutung des Fußballs in der Vermittlung von Werten und zugleich das Kennenlernen anderer Kulturen im friedlichen Wettbewerb. „Gerade in Krisenprogrammen spielt Sport eine erhebliche Rolle.“

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Trainingslager in Deutschland winkt
Bahrains Sportminister Scheich Fawaz nahm diese Vorlage aus Deutschland mit Freude an. Neben dem Bahrain kämpfen vom 18. bis 28. Oktober auch der Irak, Ägypten, Katar, Jordanien, Palästina, Syrien und der Libanon um den Titel. Dabei feiern der Irak sowie Katar sogar ihr internationales Großfeld-Debüt. Bahrain, Jordanien und Ägypten gelten als Favoriten für das Medaillentreppchen. Als erstes angereist ist bereits am Donnerstag das jordanische Team. Torhüterin Reema Mussa’ada hat das Motto des Turnieres zu ihrem Ziel erklärt: „Ich möchte unbedingt gewinnen und beim Trainingscamp in Deutschland dabei sein“, sagt die 27-Jährige.

Sawsan Taquawi

Sawsan Taquawi, Generalmanagerin des Arabia Cups ©Rainer Hennies

Turnier mit Modellcharakter
Scheich Fawaz erklärt: „Immer mehr arabische Frauen wollen Fußball spielen. Das reflektiert eine enorme Energie. Wegen des Modellcharakters sind wir stolz auf dieses Turnier.“ Er wird sogar Prinzessin Sabeeka, die Ehefrau von König Hamad, bei der Frauenfußball-Fiesta als Ehrengast begrüßen können. „Das ist ein deutliches Signal am Golf eine Woche vor den dortigen Parlamentswahlen“, sagt Turnier-Generalmanagerin Sawsan Taquawi aus dem Sportministerium.

Frauenfußball soll Durchbruch schaffen
Gleichzeitig passt das Turnier zu den Zielen des Weltverbands FIFA, der sich von der WM in Deutschland den Durchbruch für den in weiten Teilen der Welt noch stiefmütterlich behandelten Frauenfußball erhofft. Das weiß auch Jones. „Wir haben die einmalige Chance, den Frauenfußball weiter voranzubringen. Ich bin davon überzeugt, dass von Deutschland 2011 eine große Signalwirkung ausgehen wird.“ Die Bundesregierung erhofft sich einen Imagegewinn wie bei der Männer-WM 2006. Erst kürzlich wandte sich Pieper an die deutschen Auslandsvertretungen: „Werben Sie bitte tatkräftig für die Frauen-WM. Die nächste große Gelegenheit, über den Sport weltweit Sympathien einzuwerben, wäre erst wieder mit der Winter-Olympia 2018.“

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Fußball als Friedensstifter
Die Werbung durch den Fußball lässt sich das Auswärtige Amt auch einiges kosten. „Wir investieren als Bundesregierung jedes Jahr fünf Millionen Euro in die Sportförderung. Etwa 70 Prozent gehen nach Afrika“, erklärte Pieper zuletzt beim Auftakt des WM-Kulturprogramms, dem Discover Football Festival in Berlin: „Wir nutzen die Frieden stiftende Botschaft des Sports, insbesondere des Fußballs.“ Fairness, Toleranz, friedlicher Wettkampf. Im interkulturellen Dialog baut Sport Brücken über sprachliche, politische und kulturelle Grenzen, schafft Vertrauen und Toleranz. Sportförderung ist deshalb elementarer Bestandteil in der Kultur- und Bildungspolitik. „Es gilt, Zeichen zu setzen“, sagt Pieper.

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