Herforder SV entlässt Tanja Schulte

Von am 15. Oktober 2010 – 0.28 Uhr 5 Kommentare

Die Frauenfußball-Bundesliga hat ihre erste Trainerentlassung der Saison 2010/11 zu verzeichnen. Aufsteiger Herforder SV reagierte auf die sportliche Talfahrt mit null Punkten aus den ersten neun Spielen mit der Entlassung von Trainerin Tanja Schulte.

„Wir müssen jetzt eine Trendwende einleiten, sonst könnte es zu spät sein“, begründete Birgit Schmidt, Vorsitzende des Herforder SV, den Schritt, der ihr menschlich schwer gefallen ist.

Lob für die Ex-Trainerin
„Sie hat in Herford seit ihrem Amtsantritt ganz hervorragende Arbeit geleistet und ist mit der Mannschaft souverän wieder aufgestiegen“, stellte sie Schulte ein positives Zeugnis aus. „Zudem war sie immer mit viel Engagement und Leidenschaft, auch über den sportlichen Bereich hinaus, für den Herforder SV aktiv und aufgrund ihrer offenen, kommunikativen Art bei allen sehr beliebt“, so die positive Beurteilung, die die Beurlaubung aber nicht verhinderte.

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Tanja Schulte

Tanja Schulte musste beim Herforder SV ihren Platz räumen ©Nora Kruse / ff-archiv.de

Neuer Trainer als letzter Strohhalm
Der Aufsteiger hatte in den ersten neun Partien der neuen Saison keinen einzigen Punktgewinn erzielen können, bei einem Torverhältnis von 8:35. Zuletzt setzte es beim zweiten Aufsteiger Bayer 04 Leverkusen eine bittere 1:5-Niederlage, wodurch sich die Vereinsverantwortlichen offenbar zum Handeln gezwungen sahen. Ein neuer Trainer soll für einen zündenden Impuls sorgen, um doch noch den Klassenerhalt zu schaffen.

Schulte zeigt Verständnis
Schulte kann den Schritt nachvollziehen: „Wir hatten ein Hammerprogramm zum Start, haben aber dann auch gegen die vermeintlich schlagbaren Gegner nicht gepunktet. Das ist, ganz nüchtern betrachtet, nun einmal so.“

Schmutzige Wäsche möchte sie trotz der Entlassung nicht waschen. „Ich wünsche dem Team, dass die Entscheidung tatsächlich den gewünschten Effekt hat.“ Am Sonntag im Heimspiel gegen die SG Essen-Schönebeck wird Schmidt zusammen mit Co-Trainerin Britta Hainke die Mannschaft interimsweise coachen. Ein Nachfolger soll schon bald präsentiert werden. „Wir sind in Gesprächen, werden einen Nachfolger aber erst in der kommenden Woche vorstellen können.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

5 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    Angesichts der sportlichen Situation ist dieser Schritt keine große Überraschung. Aber allzu viel verspreche ich mir davon nicht. Eine Trainerentlassung kann vielleicht einen kurzfristigen Motivationsschub auslösen, aber nicht auf Dauer fehlende Qualität kompensieren. Zum Klassenerhalt wird es für den Herforder SV nicht reichen, zumal der Rückstand bereits sehr groß ist.

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  • WalesGER sagt:

    Ich denke es ist wieder immer, irgendwie muss der Verein ja reagieren, aber ob der Trainer ist eben immer nur so gut wie sein Material 🙂 ( tschuldigung die „drastische“ Wortwahl)
    Der Mentalcoach hat erfahrungsgemäß nach der kurzen Zeit auch keine Wunder bewirkt, kann er (bzw sie) ja auch nicht… und ich schließe mich das FFFan an, auch ein neuer Trainer/ Trainerin wird es schwer haben…Herford ist leider wieder ein Beispiel für eine Mannschaft, die in ihrem Leistungsniveau irgendwo zwischen der 1.Bundesliga und der 2.Bundesliga steht…ich glaube nicht mehr an den Klassenerhalt, das wird der direkte Wiederabstieg!
    (Aber Wunder gibt es ja bekanntlich immer wieder 😉 )

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  • laasee sagt:

    She is a good coach and has done well for Herforder.

    Now they follow the Jena plan and get a male coach?

    Both clubs in Buli 2 next year.

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  • Guterrat sagt:

    Sicher haben die Männer wieder im Frauenfußball eingegriffen? Schade für den Frauenfußball, was werden sich die Spielerinnen denken………….Herford hat doch Tradition im Frauenfußball, jeder wußte, Herford ist nicht Bundesliga tauglich, aber Sie haben den Aufstieg geschafft. Man hätte dann einige Führungsspielerinnen sich besorgen können. Frau Mohn in Gütersloh hätte schon geholfen. Hat MANN Sie gefragt? Da reagieren die sogenannten Oberen und entlassen die Trainerinn, lachhaft. Ich hoffe für die Spielerinnen sich schnellstens umzuorintieren! sonst sind die Österreicherinnen bald beim Skifahren. lassen Sie sich von einen Frauenfußball experten helfen und nicht einen der nur von Männerfußbal ahnung hat. In diesem Sinne, alles Gute im Namen des FF.

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  • licaro sagt:

    ich frage mich auch, welche kompetenzen im frauenfußball herr prüfer wohl vorzeigen kann; meines erachtens ein schritt in die falsche richtung mit seiner verpflichtung. man hätte jemanden verpflichten müssen, der bereits erfahrung im frauenfußball vorweisen kann. insgesamt liegt, meines erachtens, der wurm im spielerinnenpotential und nicht im können der jetzt ex-trainerin. man hätte in der personalpolitik vor der saison mehr agieren müssen, um das ziel klassenerhalt angehen zu könne. so bleibt mir leider zu sagen, dass, egal mit welcher/m trainer/in bereits jetzt schon ein bundesligaabsteiger namens herford feststeht.

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