Wolfsburg wieder auf Kurs, Führungsduo souverän

Von am 12. Oktober 2010 – 6.00 Uhr 2 Kommentare

Der VfL Wolfsburg hat am neunten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga seine Niederlagenserie stoppen können. Mit einem Sieg gegen den FCR 2001 Duisburg ist der VfL wieder auf Spur, an Boden verloren hat dagegen der FC Bayern München.

Mit 1:2 unterlag der FCB beim Hamburger SV. Die Hanseatinnen haben damit ihren zweiten Sieg in Folge einfahren können und finden sich nach holprigem Start im gesicherten Mittelfeld wieder. Die Münchenerinnen haben dagegen auf die Spitze verloren, denn sowohl Frankfurt als auch Potsdam gewannen. Die Brandenburgerinnen siegten beim 1. FC Saarbrücken mit 2:0, beide Tore gingen auf das Konto der Ex-Saarbrückerin Nadine Keßler.

Wolfsburg punktet gegen die „Großen“
Gegen den 1. FFC Frankfurt hatte der VfL gewonnen, gegen den 1. FFC Turbine Potsdam ebenso. Doch dann folgten Niederlagen gegen Mittelfeldmannschaften, sodass die Wolfsburgerinnen den Anschluss zur Spitze verloren. Nun gelang ein 3:2-Heimsieg gegen Duisburg. Braucht die Mannschaft Spiele gegen Spitzenteams, um konzentriert zur Sache zu gehen?

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Popp wieder in der Viererkette
Duisburg ist aufgrund der Verletztensituation in personellen Nöten – so kam gegen den VfL selbst Isabel Hochstein zu ihrem Bundesligadebüt. Die U17-Spielerin wurde erst kurzfristig in den Kader berufen – Trainerin Martina Voss-Tecklenburg musste auch auf anderen Positionen kurzfristig umdisponieren. Alexandra Popp musste wieder zurück in die Viererkette rücken, Stefanie Weichelt zu Femke Maes auf die Sechser-Position. Im Sturm lief Kozue Ando neben Inka Grings auf – eine Taktik, die aufging: Die Japanerin erzielte zwischenzeitlich das 1:1 für den FCR.

Extra-Lob für Martina Müller
Auch beim VfL mussten die verletzungsbedingten Ausfälle von Navina Omilade und Selina Wagner kompensiert werden. Überraschend spielte Rebecca Smith die neunzig Minuten durch, obwohl sie nach einem Bandscheibenvorfall erst vor wenigen Tagen bei der Ozeanien-Meisterschaft ihr Comeback gegeben und dann den langen Flug zurück nach Deutschland angetreten hatte.

Ein Sonderlob gab es allerdings für Martina Müller. „Überragend“ habe sie agiert, so VfL-Trainer Ralf Kellermann über die zweifache Torschützin. Insgesamt überwog bei ihm nach neunzig Minuten die Erleichterung, dass „wir nach drei Niederlagen endlich mal wieder gewonnen haben.“ Seine Kollegin auf der anderen Seite haderte mit ihrer Mannschaft, die „die Fehler des Gegners nicht genutzt“ habe. „Aber unsere Fehler führten zu Toren“, so Voss-Tecklenburg weiter, die einräumte, „auch von eigenen Spielerinnen enttäuscht“ zu sein.

Wenn’s läuft, dann läuft’s…
…denkt man momentan in Frankfurt. Die Hessinnen tanken von Spieltag zu Spieltag mehr Selbstbewusstsein. Bei der SG Essen-Schönebeck gewann der 1. FFC Frankfurt gar mit 8:0. Mit 38 Toren hat der FFC momentan den besten Sturm der Liga – in den vergangenen Saisons hatten Potsdam und Duisburg hier meist die Nase vorn. Gleiches gilt für die Torschützenliste. Still und heimlich hat sich Kerstin Garefrekes heran geschlichen und hat mit einem Doppelpack gegen Essen Inka Grings überholt.

Desiree Lenz (li.) und Lena Steinbach

Nicht nur hier ist Leverkusen um Lena Steinbach (re.) einen Schritt schneller als die Herforder Konkurrenz ©Nora Kruse / ff-archiv.de

Wenn nicht, dann nicht…
…ist das Fazit, das man beim Herforder SV ziehen muss, denn hier kommt der Negativlauf zu keinem Ende. Bei der 1:5-Auswärtsniederlage bei Bayer 04 Leverkusen hatten die Herforderinnen, die neuerdings mit Mentaltrainerin arbeiten, zunächst aktiver angefangen. Doch in der sechsten Minute kam Leverkusen durch Lena Steinbach zum ersten Mal gefährlich vor das Tor, und schon stand es 1:0 für die Werkself.

Leverkusener Effizienz
Erneut bekamen die Ostwestfälinnen mit einem frühen Gegentreffen einen Dämpfer. Es schien zunächst, als sollte sie dies nicht aus der Bahn werfen. Doch auch wenn der HSV mehr Spielanteile hatte – Gefahr strahlte Leverkusen aus. Wann immer sich die Gäste auch in den Strafraum vorarbeiteten, hatte man nicht das Gefühl, dass davon tatsächlich Gefahr ausging: ungenaue Zuspiele, mangelndes Durchsetzungsvermögen und schwache Chancenverwertung. Ganz anders die Gastgeberinnen, bei denen jeder (seltene) Angriff gefährlich war. Hätten sie ihre Chancen besser genutzt, hätte es auch höher als 5:1 ausfallen können.

Jenas Trainer sauer
Beim FF USV Jena herrschte nach der 0:7-Klatsche gegen den SC 07 Bad Neuenahr dicke Luft, Trainer Thorsten Zaunmüller hielt sich mit seiner Kritik nicht zurück. „Ich bin stinksauer, wir besprechen unter der Woche noch bestimmte taktische Aspekte, geben klare Anweisungen, aber die Spielerinnen setzen dies nicht um. Was machen wir beim dritten Tor? Wir haben eine Fünf-gegen-drei-Situation gegen uns, unsere Spielerinnen sollten im höchsten Tempo zurück – meine Spielerinnen traben! Das kann nicht sein, uns fehlte die geistige Wachheit.“

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2 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    Nicht nur Martina Müller bekam ein Sonderlob von VfL-Coach Kellermann, sondern auch Martina Moser: „Bemerkenswert ist die Leistung von Martina Moser. Ich habe erst kurz vor dem Spiel entschieden, dass sie nach ihrem Länderspiel am Donnerstag heute von Beginn an ran darf und sie bereitete gleich unsere ersten beiden Treffer vor.“
    Dem ist nichts hinzuzufügen.

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  • Detlef sagt:

    Also in der Überschrift sind gleich zwei dicke Übertreibungen drin!!!
    Ob WOB jetzt wieder „auf Kurs“ ist, darf nach den Erkenntnissen der Hinrunde getrost bezweifelt werden!!!
    Und ob TURBINE „Am Kieselhumes“ wirklich so souverän gespielt hat, kann ich auch nicht wirklich glauben!!!
    Ein 2:0 ist für ein Spitzenteam in Saarbrücken einfach zu wenig!!!
    So ist der Aufwärtstrend, den ich gegen Duisburg und Jena beobachtet habe, wohl leider wieder verpufft!!!

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