Neuseeland für WM 2011 qualifiziert

Von am 8. Oktober 2010 – 9.36 Uhr 8 Kommentare

Mit einem zweistelligen Sieg gegen Papua Neuguinea hat sich die Nationalmannschaft Neuseelands als neuntes Team für die Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland qualifiziert. Dabei feierte die Wolfsburgerin Rebecca Smith nach ihrem Bandscheibenvorfall ein erfolgreiches Comeback.

Mit vier Treffern war Rosie White beim 11:0 (6:0)-Sieg im Finale der Ozeanien-Meisterschaft erfolgreichste Torschützin. Am Ende stand für Neuseeland fünf Siege und ein Torverhältnis von 50:0 zu Buche. Der Wechsel Australiens aus der ozeanischen in die asiatische Konföderation vor einigen Jahren kommt für das neuseeländische Team einem Freifahrtschein gleich.

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Neuseeland

Rosie White (2. v. re.) schoss ihr Team zur WM 2011 ©Nora Kruse / FF-Archiv

Comeback von Rebecca Smith
Ali Riley brachte ihr Team früh in Führung (7.), Rosie White (15., 38.), Ria Percival (18.) sowie Hannah Wilkinson (32., 36.) machten bereits zur Halbzeit das halbe Dutzend voll. Und im gleichen Stil ging es in den zweiten 45 Minuten weiter, erneut zweimal White (50., 56.), Sarah Gregiorius (73.), Amber Hearn (79.) und Hayley Moorwood (84.) machten das Ergebnis zweistellig. Die Wolfsburger Verteidigerin Rebecca Smith kam eine Stunde lang zum Einsatz, ehe sie von Kristy Hill ersetzt wurde.

Steffi Jones gratuliert
„Ich musste meine Spielerinnen heute nicht motivieren“, so Neuseelands Trainer John Herdman. In einem persönlichen Brief an Neuseelands Verbandspräsident Frank van Hattum gratulierte OK-Präsidentin Steffi Jones zur dritten Teilnahme der „Football Ferns“ an der Endrunde der Frauenfußball-Weltmeisterschaft.

„Spätestens seit der U-17-Frauen-WM 2008, die ich in Neuseeland miterleben durfte, bin ich ein großer Fan des neuseeländischen Fußballs. Die neuseeländische Frauen-Nationalmannschaft wird mit ihrer Leidenschaft und spielerischen Klasse die Frauen-WM 2011 bereichern“, so  Jones.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

8 Kommentare »

  • Jarmusch sagt:

    Ein Witz ist diese Qualifikation in Ozeanien!
    Die zweitbeste Mannschaft des Kontinents im Finale 11:0 besiegt. Wo ist da der sportliche Wert? Die Schweiz oder Italien gehen durch die Tretmühle einer extrem langen Quali mit zahlreichen Play-Off-Spielen. Und am Ende steht noch ein kontinentalübergreifender Vergleich mit dem Dritten der CONCACAF. Und Neuseeland spaziert gegen belanglose Gegner gemütlich zur WM 2011.
    Da ist dringender Änderungsbedarf lieber Herr Blatter, sonst gibt’s wieder eigene Kritik an zu hohen Ergebnissen bei der WM-Endrunde. Alles hausgemacht sage ich da nur! Gebt Europa mehr Startplätze und alles ist gut.

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  • Frieda sagt:

    Es ist aber eine WELTmeisterschaft und keine Europameisterschaft. Die Nachwuchs Ferns haben sich bei der U20 WM nicht schlecht geschlagen, 2:1 gegen Schweden, 2:1 gegen Nord Korea (Viertelfinalist) und ein 4:1 gegen Brasilien. Die Schweizerinnen hingegen haben keinen Treffer erzielt und mehr Tore kassiert…
    Nur weil die Quali leicht ist muss Neuseeland nicht einer WM unwürdig sein!

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  • Jarmusch sagt:

    @Frieda

    Ich habe ja nicht explizit Neuseeland die Klasse abgesprochen, sondern lediglich deren zu einfache Qualifikation kritisiert.
    Ich denke, dass die 2-3 Plätze die Europa meines Erachtens zu wenig zugestanden werden, nicht mit Klasse gefüllt werden. Und Neuseeland müsste zumindest noch einem kontinentalübergreifenden Entscheidungsduell (z.B. gegen den Vierten der AFC, den Dritten der CAF, den Dritten der CONCACAF oder eben den Siebten oder Achten der UEFA) standhalten.
    Mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht verstehen kann, wie ein Land wie Australien mal einfach so den Kontinentalverband wechseln kann um durch größere Leistungsdichte Fortschritte zu erzielen. Dann könnte ja auch ein europäisches Land nach Ozeanien wechseln…und ‚Schwupps‘ wären z.B. Portugal oder Griechenland für eine WM qualifiziert.

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  • Markus Juchem sagt:

    @Frieda und Jarmusch: Nora und ich hatten heute Vormittag eine ähnliche Diskussion. Beide Argumentationen haben meiner Meinung nach etwas für sich, aber das Konstrukt, dass Neuseeland durch den Wechsel Australiens in den AFC quasi einen Freifahrtschein für alle großen internationalen Turnier hat, finde ich auch unbefriedigend. Mir geht es da auch nicht so sehr um das Niveau Neuseelands, das sich unbestritten in den vergangenen Jahren deutlich verbessert hat.

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  • FFFan sagt:

    Die neuseeländischen Männer mussten, um sich für Südafrika zu qualifizieren, erst noch den fünftplatzierten der Asien-Zone ausschalten. Könnte man bei den Frauen genauso machen. Andererseits ist es immer schade, wenn bei einer Weltmeisterschaft ein Kontinent u.U. gar nicht vertreten ist. Und spätestens wenn 2015 das Teilnehmerfeld auf 24 erhöht wird, stört der ‚Freifahrtschein‘ auch nicht mehr so sehr.

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  • spoonman sagt:

    Nach dem Wechsel Australiens ist die Existenzberechtigung des ozeanischen Verbandes sowieso stark in Frage gestellt, und die Neuseeländer sind mit der jetzigen Situation selbst alles andere als glücklich – zumindest hört man das aus dem Männerfußball.

    Nachdem sie sich bisher wenigstens noch am „großen Bruder“ Australien abarbeiten konnten (und dabei meistens den Kürzeren zogen), haben sie jetzt überhaupt keine ernstzunehmende Konkurrenz mehr – und damit auch kaum noch Pflichtspiele unter echten Wettbewerbsbedingungen. Die WM-Quali (sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen) ist zu einer „tallest of the dwarves competition“ verkommen – ich glaube, so hat es jemand vom neuseeländischen Verband mal ausgedrückt.

    Die einzig sinnvolle Lösung wäre meiner Meinung nach, wenn man den ozeanischen Verband OFC als „Regionalzone“ in die asiatische AFC integrieren würde. Oder man müsste, als Kompromiss, zumindest gemeinsame AFC/OFC-Qualifikationsrunden zu FIFA-Turnieren ausspielen. Die beiden stärksten OFC-Teams (also faktisch Neuseeland +X) könnten ja dann in die letzte oder vorletzte Runde der AFC-Quali integriert werden.

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  • Steffen sagt:

    Für mich haben die Vereinigten Staaten auch so eine Art „Freifahrtsschein“! Haiti, Guatemala … Das Finale ist dann gegen Kanada, die ja auch nicht so stark sind wie wir alle wissen. Europa ist da eine ganz andere Liga.

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  • Detlef sagt:

    Der Charakter einer Weltmeisterschaft sollte schon erhalten werden!!!
    Ich glaube auch, daß die Kiwis mit ihrer Situation alles andere als glücklich sind!!!
    Die Schweiz zB, hat starke bis sehr starke Konkurrenz vor der Haustür, und viele Spielerinnen sind dort in den Vereinen aktiv.
    Somit haben sie gegenüber Neuseeland natürlich einen großen Vorteil!!!

    Europa einfach mehr Startplätze geben, wäre der völlig falsche Weg!!!

    Dagegen finde ich die Qualifizierung über kontinentale Verbände hinweg wohl die praktikabelste Lösung!!!

    Entweder man löst die Ozeaniengruppe vollkommen auf, und integriert sie zB als eigenständige Vorgruppe in die Asienmeisterschaft.
    Oder wie Jarmusch vorschlug, müßte der Ozeanienmeister PLUS Vizemeister, noch eine zusätzliche Qualifikationshürde überstehen!!!

    Ähnliches gilt dann natürlich auch für alle amerikanischen Mannschaften, egal ob Süd-, Latein-, oder Nordamerika!!!

    Verbände wie Australien, Kasachstan, Israel und die Türkei, setzen ja ganz bewußt auf die stärkere Konkurrenz, und dadurch die schwerere Qualifikation!!!

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