Frankfurt siegt weiter, Wolfsburg verliert erneut

Von am 3. Oktober 2010 – 16.07 Uhr 11 Kommentare

Der 1. FFC Frankfurt hat seine Erfolgsserie am achten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga mit einem deutlichen Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen ausgebaut. Der VfL Wolfsburg kassierte dagegen seine dritte Niederlage in Folge, und der Herforder SV wartet weiter auf den ersten Punkt.

Die Frankfurterinnen feierten einen ungefährdeten 5:1 (3:0)-Erfolg. Tore von Ariane Hingst (10.), Gina Lewandowski (16.) und Kerstin Garefrekes (23.) sorgten früh für klare Verhältnisse.

Frankfurter Miniserie
Shelley Thompson gelang nach der Pause der Anschlusstreffer (55.), ehe wieder Frankfurt am Zug war, durch Tore von Birgit Prinz (58.) und Conny Pohlers (66.) machte das Team den fünften Sieg in Folge perfekt.

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Bayern lässt Punkte liegen
Der FC Bayern München musste sich hingegen im Heimspiel gegen die SG Essen-Schönebeck mit einem 1:1 (1:0) begnügen. Petra Wimbersky brachte die Münchnerinnen vor 380 Zuschauern im Sportpark Aschheim zwar kurz vor der Pause nach Flanke von Nina Aigner in Führung (39.), doch Michele Weissenhofer verdarb den Gastgeberinnen mit einem Saltoeinwurf den Dreier, den laut Schiedsrichterin Verena-Kordula Schultz die Essenerin Jessica Bade die entscheidende Berührung gegeben haben soll (70.). Eine Meinung, der sich die Verantwortlichen des FC Bayern München nicht anschließen wollten, die den Treffer als irregulär ansehen, weil ihrer Ansicht nach der Einwurf direkt ohne weitere Berührung im Bayern-Tor landete.

„Den Sieg hätten wir heute nicht wirklich verdient gehabt. Wir hatten keine Ruhe im Spiel. Schon vor dem Ausgleich hatten wir eine schlechte Phase. Erst nach dem 1:1 versuchten wir auf Sieg zu Spielen. Das war dann sehr engagiert, aber zu ungeordnet.“ so das Fazit von Bayern-Trainer Thomas Wörle, der ob des Ausgleichstreffers so erbost war, dass er den Rest des Spiels von der Tribüne aus verfolgen musste. U17-Nationalspielerin Lena Lotzen musste in der Schlussphase mit Verdacht auf Bänderriss vom Feld.

Nina Rauch

Nina Rauch erzielte für den 1. FC Saarbrücken den Siegtreffer ©Nora Kruse / FF-Archiv

Herford weiter punktlos
Der Herforder SV wartet auch nach dem achten Bundesligaspiel noch auf den ersten Punktgewinn. Gegen den 1. FC Saarbrücken musste sich das Team von Trainerin Tanja Schulte mit 1:2 (0:0) geschlagen geben.

Sif Atladóttir brachte die Gäste  in Führung (50.), Laura Feiersinger gelang schnell der Ausgleich (53.). Doch Nina Rauch machte in der Schlussphase die Hoffnungen der Herforderinnen auf den ersten Punktgewinn zunichte (81.). Herfords Lena Wermelt verschoss beim Stand von 1:1 einen Foulelfmeter (63.), der die Führung bedeutet hätte.

Wolfsburg verliert in Hamburg
Nach dem sensationellen Saisonauftakt hat der VfL Wolfsburg nun seine dritte Niederlage in Folge einstecken müssen. Beim Hamburger SV unterlagen die Wölfinnen mit 1:2. Stephanie Bunte hatte den VfL kurz vor der Halbzeit in Führung gebracht (45.), doch Carolin Simon glich nach 70 Minuten für die Gastgeberinnen aus. Lena Petermann gelang in der 85. Minute der Siegtreffer für die Hanseatinnen.

Duisburg gewinnt auswärts
Ein Auswärtserfolg gegen den SC 07 Bad Neuenahr gelang dagegen dem FCR 2001 Duisburg, obwohl es bis zum Führungstreffer einige Zeit dauerte. „Wir haben in der ersten Halbzeit wieder sehr zerfahren gespielt und auch die Bälle zu lange gehalten“, analysierte FCR-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg. Nach einer knappen Stunde gelang Alexandra Popp per Kopfball der Führungstreffer für die Gäste (57.). „Alexandra Popp ist die stärkste Kopfballspielerin der Bundesliga“, so Bad Neuenahrs Trainer Thomas Obliers, „sie kann man nie ganz ausschalten.“ Den 0:2-Endstand erzielte Mandy Islacker mit einem Heber von der Strafraumgrenze (77.).

Potsdam lässt nichts anbrennen
Der 1. FFC Turbine Potsdam hat beim Heimspiel gegen den FF USV Jena keine Zweifel aufkommen lassen. Bereits zur Halbzeit lagen die „Torbienen“ durch Tore von Fatmire Bajramaj (21.), Nadine Keßler (31.) und Bianca Schmidt (38.) mit 3:0 in Front. In den zweiten 45 Minuten schraubten Yuki Nagasato (78.) und Bajramaj (86.) das Ergebnis auf ein souveränes 5:0, das bei Turbine-Trainer Bernd Schröder dennoch keinen Anklang fand: „Gemessen an unseren Ansprüchen kann ich mit dem Spiel heute nicht zufrieden sein.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

11 Kommentare »

  • bneidror sagt:

    Also laut DFB war für Essen Jessica Bade Torschützin, nicht Weissenhofer .. und das Tor von Sif Atladóttir für Saarbrücken auch kein Elfmeter.

    Was ist denn jetzt korrekt?

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  • labrys696 sagt:

    Das erste Tor von Saarbrücken war ein elfer

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  • licaro sagt:

    auf die dfb-angaben ist sowieso kein verlass. ganz zu schweigen von den mangelhaften kommentatoren-beiträgen.

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  • bneidror sagt:

    Ach an sich sind sie eigentlich recht verlässlich .. leider widersprechen sie die unterschiedlichen Quellen öfters ..
    Das mit Jessica Bade hat sich nun geklärt .. und den Elfmeter haben sie scheinbar vergessen. ..

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  • Tobias sagt:

    Weissenhofer konnte ja schon denklogisch kaum die Torschützin gewesen sein. Sonst wäre es nämlich doch ein direkter Einwurf gewesen, der nicht hätte zählen dürfen. Fast ein bisschen paradox.

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  • bneidror sagt:

    Die Entstehung des Tores war mir zum Zeitpunkt meine Frage noch nicht bekannt .. klar das Weissenhofer als Torschützin nicht in Frage kommt.

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  • Markus Juchem sagt:

    @Tobias: Stimmt so nicht ganz. Denn ein direkter Einwurf, der auf dem Weg ins Tor noch von einer Spielerin berührt wird, ohne dass sie dem Ball eine entscheidende Richtungsänderung gibt, ist ein regulärer Treffer, als Torschützin wird in diesem Fall die einwerfende Spielerin gewertet.

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  • Tobias sagt:

    Deswegen sprach ich von „kaum“. Wenn die Schiedsrichterin die Einwerferin als Torschützin wertet, sollte sie jedenfalls auf dem Feld nochmal schwer über die Entscheidung nachdenken. 😉

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  • maxsee sagt:

    Neuenahr:Duisburg
    Das war doch mal eine korrkte Schiedsrichterleistung, auch wenn sich der DFB-Reporter nicht ganz dazu durchringen konnte

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  • FFFan sagt:

    Spiel-Analyse: SC 07 Bad Neuenahr – FCR 2001 Duisburg

    Im Vergleich zum letzten Spieltag gab es eine Änderung im Bad Neuenahrer Team (Doorsoun für Pyko), deren zwei in der Gäste-Elf (Knaak für Oster auf rechts, B.Müller für die verletzte Bresonik, deren Position in der Innenverteidigung Kiesel übernahm).

    Die Platzherrinnen, die mit einem sehr defensiv interpretierten 4-1-4-1-System antraten, trugen ihre Angriffe weitgehend ideen- und planlos vor. Immer wieder schlugen Goeßling & Co. lange, hohe Bälle in den Strafraum, wo die Angreiferinnen gegen die kopfballstarke Duisburger Abwehr auf verlorenem Posten standen. Auch der Versuch, das Spiel auf die Außenpositionen zu verlagern, blieb im Ansatz stecken, weil unpräzise Pässe und Flanken immer wieder für Ballverluste sorgten. Dennoch verzeichneten sie durch Ni.Rolser (6.) die erste große Chance des Spiels.
    Davon unbeirrt zog der FCR sein offensiv ausgerichtetes Spiel auf und erspielte sich seinerseits Torchancen: Laudehr (10.) und Maes (12.) trafen jedoch nur das Aluminium. Nach einer Viertelstunde riß unerklärlicherweise der Spielfaden bei Duisburg und es entwickelte sich ein Kampfspiel, das durch zahlreiche Fouls im Mittelfeld immer wieder unterbrochen wurde.

    Voss-Tecklenburg reagierte in der Halbzeitpause: sie nahm die läuferisch überforderte B.Müller aus dem Spiel, stellte Maes ins defensive Mittelfeld und brachte Ando für die Offensive. Oster, die wenig später Knaak ersetzte, kurbelte nun das Spiel über rechts an.
    Dennoch bedurfte es einer Standardsituation, um in Führung zu gehen: Ecke Grings, Kopfball Popp (wobei Kuznik nicht eng genug dran war und Richter nicht eingriff) – 0-1 (57.)! Den Kurstädterinnen mit der fleißigen, aber diesmal wenig effektiven Goeßling als Antreiberin, fiel nach wie vor wenig ein. Erst in der 69.Minute klappte ein ‚tödlicher‘ Pass durch die Mitte, doch Ni.Rolser scheiterte an der erneut sehr starken Holl. Statt des Ausgleichs sorgte die kurz zuvor eingewechselte Islacker, von S.Schröder nicht angegriffen, mit einem klugen Heber über die zu weit vor ihrem Tor stehende Richter für die Entscheidung (77.). Auch in Unterzahl (Himmighofen konnte verletzungsbedingt nicht weiterspielen und der FCR hatte bereits dreimal gewechselt) geriet der Duisburger Sieg nicht mehr in Gefahr, Grings (84.) hätte sogar noch erhöhen können.

    Fazit: Duisburg war das bessere Team, trotzdem resultierte die Neuenahrer Niederlage auch aus dem Auslassen bester Torchancen.

    SC 07: Richter (3) – Maier (3), Störzel (4), Kuznik (3,5), Na.Rolser (4,5) – Götte (3,5) – Doorsoun (3,5), Petzelberger (4), Goeßling (4), Okoyino da Mbabi (3) – Ni.Rolser (4)

    69. S.Schröder (-) für Doorsoun
    74. Pyko (-) für Na.Rolser

    FCR: Holl (2) – Himmighofen (3), Kiesel (3), Wensing (2,5), Weichelt (4,5) – B.Müller (5) – Knaak (4), Maes (3,5), Laudehr (2) – Grings (3), Popp (3)

    46. Ando (3,5) für B.Müller
    52. Oster (3) für Knaak
    67. Islacker (-) für Maes

    SR: Inka Müller (Potsdam), Note 3, mit kleineren, nicht spielentscheidenden Fehlern, hatte die Partie aber insgesamt gut im Griff.

    SdS: Simone Laudehr (FCR Duisburg), sprühte vor Energie, schuf mit ihren mitreißenden Soli Räume für Mitspielerinnen.

    (c) FFFan

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Kein Spiel mit dem Niveau eines Spitzenspiels und auch nach einhelliger Traineraussage, weit weg von den eigenen Ansprüchen!
    Leider hatte eine zwar stark indisponierte Lena Goeßling (Dauerkopfschmerzen/Migräne) tapfer das gesamte Spiel durchgehalten, konnte aber keine wesentlichen Akzente setzen, nur sporadisch ging da hin und wieder was. Sicher etwas, was bei der Bedeutung dieser zentralen Position, den Duisburgerinnen sehr in die Karten gespielt hat.

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