Ein Sonntag mit richtungsweisenden Duellen

Von am 1. Oktober 2010 – 14.04 Uhr 3 Kommentare

Es ist eng in der Frauenfußball-Bundesliga, daher geht es am achten Spieltag für die Vereine in erster Linie darum, den Anschluss nicht zu verlieren – sowohl in der oberen als auch in der unteren Tabellenhälfte. Der VfL Wolfsburg will nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge zurück in die Erfolgsspur, und der Herforder SV steht schon nach dem ersten Saisondrittel mit dem Rücken zur Wand.

Die Herforderinnen sind nach sieben Partien das einzige punktlose Team – in Ostwestfalen ist man sich der Brisanz der Situation bewusst und spricht vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken von einem Endspiel um den Klassenerhalt.

Kellerduell im Jahn-Stadion
„Wir müssen endlich einmal in Führung gehen“, so HSV-Trainerin Tanja Schulte, „das würde vieles einfacher machen und eine Menge Druck von der Mannschaft nehmen.“ Diesen Druck verspüren aber auch die Gäste aus Saarbrücken. Nach einem gelungenen Saisonstart haben sie zuletzt vier Niederlagen in Folge kassiert und nehmen mit Herford zusammen die Abstiegsplätze ein.

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Personell kann Schulte vermutlich aus den Vollen schöpfen, doch zur Aufstellung will sie sich noch nicht äußern. „Dazu will ich erst noch die Trainingseindrücke abwarten und dann eine Entscheidung treffen. Doch egal, wer am Sonntag aufläuft, muss über die Grenzen hinausgehen und sich zerreißen.“

Bayern erwartet die SGS
Die Sorgen von Herford und Saarbrücken sind dem FC Bayern München fremd – die Mannschaft spielt seit Saisonbeginn über den Erwartungen und nimmt den dritten Tabellenrang ein. Den möchte der FCB am Sonntag gegen die SG Essen-Schönebeck festigen, und die Statistik spricht für die Münchenerinnen: Noch nie hat Essen dort gewinnen können. „Es gilt weiter, den Blick nach vorne zu richten und gegen das Team aus Essen die Heimbilanz aufzubessern“, so Trainer Thomas Wörle. Die Gäste aus dem Ruhrgebiet sind allerdings nicht zu unterschätzen. Mit ihrem Sieg gegen den VfL Wolfsburg haben sie bereits bewiesen, dass sie auch die „Großen“ ärgern können.

Frankfurt will Serie gegen Leverkusen ausbauen
Der 1. FFC Frankfurt hat die letzten vier Bundesligapartien gewinnen können, und auch gegen Bayer 04 Leverkusen ist man haushoher Favorit. „Die Tendenz geht bei uns eindeutig nach oben, dem entsprechend stehen wir nach dem siebten Spieltag auf dem zweiten Tabellenplatz. Diesen gilt es jetzt von Spiel zu Spiel zu verteidigen und auch die Tabellenspitze im Blick zu haben“, so FFC Trainer Sven Kahlert.

Im DFB-Pokal besiegte Frankfurt die Werkself in dieser Saison mit 6:0, am Sonntag erwartet man in Frankfurt allerdings einen anderen Gegner. Leverkusens „Sieg gegen Wolfsburg ermahnt uns, sie auf keinen Fall zu unterschätzen“, so Kahlert. Nach einem miserablen Saisonstart hat Leverkusen aus den letzten vier Spielen sieben Punkte holen können.

Jena reist nach Potsdam
Nach dem so wichtigen Erfolg gegen den Herforder SV in der vergangenen Woche reist der FF USV Jena am Sonntag zum 1. FFC Turbine Potsdam. Die Favoritenrolle liegt klar beim Tabellenführer in Potsdam. Doch das bringt auch Druck mit sich. Lässt der Titelverteidiger Punkte liegen, ist sogar ein Abrutschen bis auf den vierten Platz möglich. Gegen Jena können die „Torbienen“ allerdings wieder auf die zuletzt gesperrten Fatmire Bajramaj und Tabea Kemme zurückgreifen.

Linda Bresonik

14 Tage Pause für Linda Bresonik. (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

Duisburg zu Gast beim „Wunschgegner“
Pokalsieger FCR 2001 Duisburg muss beim SC 07 Bad Neuenahr antreten. „Neuenahr ist bisher schon eine Art Wunschgegner für uns, weil wir in den letzten Jahren dort immer gut und erfolgreich gespielt haben. Das hoffe und erwarte ich auch am Sonntag“, so FCR-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg. Die Verletztenliste beim FCR bleibt lang. Hinzugekommen ist Linda Bresonik. Mit einer Knieverletzung muss die Weltmeisterin erneut etwa zwei Wochen pausieren. Bitter, denn der selbsterklärte Wunschgegner spielt bislang eine starke Saison, wie auch Voss-Tecklenburg anmerkt: „Diese Mannschaft hat einen Lauf. Sie ist spielstark, engagiert, laufbereit und sie hat derzeit keinen Schwachpunkt.“

Wolfsburg will zurück auf die Erfolgsspur
Für den VfL Wolfsburg gilt es, nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge, den Anschluss an die Tabellenspitze nicht zu verlieren. Dabei erwarten die „Wölfinnen“ mit dem Hamburger SV eine Mannschaft, die nach holprigem Saisonstart zuletzt besser ins Spiel fand. Trotz eines 3:1-Sieges beim 1. FC Saarbrücken ist der Abstand zu den Abstiegsplätzen allerdings noch immer gering. Bei einer Niederlage könnte es wieder gefärhlich eng werden.

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3 Kommentare »

  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ob diese erklärte Wunschgegnerschaft FCR gegen SC07 dieses Mal wirklich so aufgeht, ich wäre da skeptisch, aber was soll MVT auch anderes sagen! Bloss gut, dass der Livestream bei DFB-TV uns hautnah die Auflösung zeigen wird. 😉

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  • FFFan sagt:

    Ein Detail am Rande: am Sonntag treffen mit Sandra de Pol (35, Bayern München) und Melanie Hoffmann (35, SG Essen-Schönebeck) die beiden ältesten Spielerinnen der Frauen-Bundesliga aufeinander.

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  • expert sagt:

    FFFan Ein Detail am Rande, dies wollte sich jeder erfahren. Danke

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