Die Tops und Flops der Woche 38/2010

Von am 29. September 2010 – 18.04 Uhr 4 Kommentare

In der heutigen Ausgabe der Tops und Flops geht es um einen Meistertitel sowie einen Abstieg – darüber hinaus um viele Tore und wenig Zuschauer.

Top 4

Rachel Brown ist bei der WM spielberechtigt
Der Englische Fußballverband war mit seinem Protest bei der UEFA erfolgreich – Nationaltorhüterin Rachel Brown hat nach der Roten Karten im WM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz keine Zwangspause zu befürchten. Drei Spiele Sperre hätte die Entscheidung der Schiedsrichterin eigentlich zur Folge gehabt. Sie hatte Brown wegen einer angeblichen Tätlichkeit vom Platz gestellt. Damit hätte Brown die gesamte Vorrunde bei der Weltmeisterschaft 2011 verpasst – wohl gleichbedeutend mit einem WM-Aus, denn die drei englischen Nationaltorhüterinnen sind auf ähnlichem Niveau, ein Wechsel im Tor nach einer Vorrunde wäre wohl unwahrscheinlich gewesen.

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Gold Pride gewinnt den US-Titel
Die zweite Saison der US-amerikanischen Profiliga ist mit dem Endspiel um den Meistertitel zwischen dem FC Gold Pride und Philadelphia Independence zu Ende gegangen. Gold Pride sicherte sich den Titel mit einem ungefährdeten 4:0-Sieg. Die Tore erzielten Christine Sinclair (2), Kandace Wilson und Marta.

Doreen Nabwire spielt in den Niederlanden
Ein Jahr lang hatte Doreen Nabwire für den SV Werder Bremen gespielt, doch ihr Vertrag in der Hansestadt wurde nicht verlängert. Nun hat die 23-jährige Kenianerin ein Angebot aus der niederländischen Liga angenommen und heuert beim Erstligisten FC Zwolle an. Dort gab sie einen Einstand nach Maß: Gegen den FC Utrecht  gelang ihr schon nach fünf Minuten das 1:0. Die Partie musste nach 26 Minuten wegen Unwetters beim Stand von 1:1 allerdings abgebrochen werden.

Safi Nyembo hält Leipzig im Rennen
Im Spitzenspiel der Zweiten Bundesliga Nord trennten sich der Hamburger SV II und Werder Bremen mit 1:1 – profitiert hat davon der 1. FC Lok Leipzig. Die Sächsinnen gewannen ihrerseits in Cloppenburg mit 4:1. Dreifache Torschützin war Safi Nyembo, die ihr Team schon nach sechs Minuten in Führung brachte. Nach einer Stunde fiel der Ausgleich für den Aufsteiger, doch ein Doppelschlag von Nyembo (67./86) brachte die Entscheidung. Marlene Ebermann gelang nur eine Minute später der Endstand. Mit noch einem Spiel in der Hinterhand läuft es für Leipzig momentan optimal, denn an der Tabellenspitze ist nur Bremen ein Konkurrent – Hamburg ist nicht aufstiegsberechtigt.

Flop 4

Lisa De Vanna

Lisa De Vanna ist nur eine von vielen internationalen Größen, die schon das AIK-Trikot trugen. (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

AIK ist nur noch zweitklassig
Es ist der größte Sportverein in Schweden, doch im Frauenfußball ist AIK nur noch zweitklassig. Zwei Spieltage vor Saisonende steht der Abstieg des Clubs aus Solna (Stockholm) fest. Noch vor drei Jahren galt AIK als Mannschaft mit Meisterschaftsambitionen, und der internationale Kader konnte sich sehen lassen. Doch die Geldprobleme in der schwedischen Liga holten auch AIK ein, es folgte außerdem eine radikale Verjüngung des Kaders. Nach zwanzig Spieltagen hat das Team nur zehn Punkte auf dem Konto.

Herford kann auch in Jena nichts reißen
Die Hoffnungen in Herford waren groß, nach dem schweren Auftaktprogramm beim FF USV Jena die ersten Punkte einfahren zu können. Schon vor Saisonbeginn hatte man optimistisch auf das Ligaprogramm ab dem siebten Spieltag geschaut. Dass die Mannschaft nach den sechs harten Partien zu Beginn eingespielt sein würde, konnte man vernehmen. Doch sechs Niederlagen in Folge (sowie das Aus im DFB-Pokal) kratzen am Selbstbewusstsein. Beim 1:2 in Jena hat der HSV nun eine große Möglichkeit verpasst, den Abstand auf die Nichtabstiegsplätze zu verringern – der beträgt mittlerweile schon sieben Punkte.

Frankfurt II (mal wieder) im Tabellenkeller
Schon in der vergangenen Saison hatte die zweite Mannschaft des 1. FFC Frankfurt lange im Tabellenkeller gelegen, gelernt hat man daraus offensichtlich nicht. Nun setzte es am Wochenende eine 1:2-Niederlage beim Aufsteiger 1. FFC Recklinghausen, der die rote Laterne dadurch an die Hessinnen abgab. Die Reserveteams der anderen Erstligisten spielen in den Ligen eine gute Rolle – nur in Frankfurt schaut man schon das zweite Jahr in Folge etwas hinterher. Als das Erstligateam noch souverän an der Tabellenspitze gestanden hatte und nicht um die Champions-League-Qualifikation zittern musste, war das anders. Hat man die zweite Mannschaft bei den Bemühungen, die erste wieder zu alter Stärke zu führen, ein wenig aus den Augen verloren?

Heimspiele bei TeBe locken nicht
Schon in der vergangenen Erstligasaison waren Heimspiele von TeBe Berlin alles andere als Publikumsmagneten, der Hauptstadtclub hatte den niedrigsten Zuschauerschnitt der Liga. In der Zweiten Bundesliga hat sich dieses Bild nicht geändert, auch jetzt liegen die Borussinnen mit zweistelligen Zuschauerzahlen am Ende der Beliebtheitsskala. Am Wochenende fanden gerade 38 Menschen den Weg ins Mommsenstadion. Eintrittskarten sind auch Einnahmen, und die könnte TeBe doch so gut gebrauchen.
Leistungsmäßig nimmt TeBe den letzten Platz der Tabelle ein, doch selbst am anderen Ende, wo der Hamburger SV II so erfolgreich spielt, wie nie bisher, sieht der Schnitt ähnlich trist aus.

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4 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    Auch die Duisburger Reserve hatte am vergangenen Sonntag gegen Hoffenheim nur 40 Zuschauer – kein Wunder, wenn zeitgleich die erste Mannschaft ein Heimspiel gegen Potsdam hat!

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  • Jarmusch sagt:

    @FFFan
    Das sehe ich ebenfalls sehr negativ.
    Ich verstehe nicht, dass 1. und 2.Mannschaft des FCR zuletzt fast immer zeitgleich ihre Heimspiele ausgetragen haben.
    Auch wenn die Spielstätten einige Kilometer voneinander entfernt sind konnte man sich bei Anstoßzeiten von 11 und 14 Uhr die Spiele von beiden Mannschaften ansehen. So habe ich das selbst mehrfach gemacht. Und da ich eine Anfahrt von knapp 50 Kilometern ins PCC-Stadion habe lohnt die Anfahrt für 2 Spiele einfach eher. Ich kann mich noch gut an den ersten Spieltag der Saison 08/09 erinnern, als Duisburgs Zweite den Aufstiegsfavoriten Saarbrücken durch ein Tor in letzter Minute mit 2:1 schlug. Und die Spielerinnen tauchten dann pünktlich zum Saisonstart der Ersten um 14:00 Uhr (gegen Herford) im PCC-Stadion auf. Ich sehe noch das Funkeln in den Augen der Siegtorschützin Eyline Lupprich als sie einigen Spielerinnen der Ersten noch vor deren Anstoß von ihrem Erfolgserlebnis berichtete.Die Vernetzung der beiden Top-Teams ist doch extrem wichtig. Das Training kann doch die Wettkampferlebnisse nicht ersetzen. In Duisburg hatte ich zuletzt nicht das Gefühl, dass die 2.Mannschaft innerhalb des Vereins einen ausreichenden Stellenwert besitzt. Die Zweite ist einfach zu weit weg vom Geschehen, das unbedingte Feuer ’seinen Vorbildern im eigenen Verein nachzueifern‘ kann so nur schwer entstehen. Perspektiven sehen viele Nachwuchsspielerinnen oder Akteure aus der Zweiten dann eher bei anderen Vereinen, wie der Abgang zahlreicher Spielerinnen zu Bor. M’Gladbach zur letzten Saison gezeigt hat. Hier konnte der ebenfalls von Duisburg gewechselte Trainer Baumann sicher bessere Perspektiven aufzeigen.
    Und um den Bogen zum eigentlichen Thema wieder herzustellen: Wer (außer Verwandten und Bekannten) sollte sich den die Spiele der Zweiten denn anschauen, wenn zeitgleich die Erste spielt?

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  • rockpommel sagt:

    Jarmusch, wie recht Sie doch haben!

    Und seit wann ist das so? 😉 Und warum ist das so?
    Oder anders gefragt, wer trägt Ihrer Meinung nach dafür die Verantwortung?

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  • Jarmusch sagt:

    rockpommel schrieb: ‚Und seit wann ist das so? 😉 Und warum ist das so?
    Oder anders gefragt, wer trägt Ihrer Meinung nach dafür die Verantwortung?‘
    Sag‘ Du es mir!

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