Die Tops und Flops der Woche 37/2010

Von am 21. September 2010 – 19.03 Uhr 7 Kommentare

Unter den Tops und Flops der vergangenen Woche sind diesmal unter anderem um eine vorzeitig gesicherte Meisterschaft, Unbeherrschtheit, leichtfertig vergebene Punkte und eine starke asiatische Jugend.

Top 4

Freiburg weiter ohne Gegentor
Sechs Spiele, sechs Siege – und darüber hinaus ein Torverhältnis von 27:0. Zweitligist SC Freiburg bleibt das Maß aller Dinge in der Südstaffel. Am Wochenende siegten die Breisgauerinnen beim 1. FFC Frankfurt II mit 3:0. Glücklich lief für den Absteiger auch die Begegnung in Hoffenheim: Dort teilten sich die TSG und der 1. FC Köln beim 1:1 die Punkte.

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Malmö nach sechzehn Jahren wieder Spitze
LdB FC Malmö ist neuer schwedischer Meister. Die Liga ist zwar noch nicht beendet, doch drei Spieltage vor Schluss liegen die Südschwedinnen mit zehn Punkten Vorsprung uneinholbar an der Spitze. Für Malmö ist es die insgesamt sechste Meisterschaft – der letzte Titel liegt allerdings schon 16 Jahre zurück.

Die asiatischen Teams marschieren vorweg
Drei Teilnehmer hat der asiatische Kontinentalverband zur U17-Weltmeisterschaft entsenden dürfen – alle stehen im Halbfinale, und somit ist auch klar, dass mindestens eine asiatische Mannschaft das Finale in Trinidad & Tobago erreichen wird. In der Runde der letzten Vier trifft heute ab 22 Uhr Südkorea auf Europameister Spanien, um 1 Uhr in der Nacht stehen sich Nordkorea und Japan gegenüber.

Drei Tore für Isabell Bachor
In den ersten fünf Bundesligaspielen hatte Isabell Bachor für den FC Bayern München auf dem Platz gestanden und dabei ein Tor erzielt. Der Bann brach in der sechsten Partie. Beim 4:0-Heimsieg gegen den 1. FC Saarbrücken gelangen der Angreiferin insgesamt drei Tore. Durch ihre Treffer in der 15., 56. und 78. Minute hatte die 27-Jährige die Partie bereits im Alleingang entschieden – in der Schlussminute gelang Nina Aigner noch der Endstand.

Flop 4

Rachel Brown sieht durch Bachmann rot
Wenn die Schweiz im entscheidenden Playoff-Spiel der WM-Qualifikation gegen England schon nicht sportlich überzeugen konnte, dann Ramona Bachmann zumindest schauspielerisch. Kurz vor der Halbzeitpause täuschte die Angreiferin theatralisch vor, von Englands Torhüterin Rachel Brown attackiert worden zu sein. Schiedsrichterin Cristina Dorcioman nahm der Schweizerin diese Einlage ab, und Brown wurde mit der Roten Karte des Feldes verwiesen. Mittlerweile bittet Bachmann auf ihrer Internetseite um Entschuldigung. Nichtsdestotrotz könnte ihre Unsportlichkeit Brown das Auftaktmatch bei der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr kosten.

Turbine-Trianer Bernd Schröder reagiert überzogen. (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

Bajramaj und Schröder unbeherrscht
Eine Gelbe Karte hatte Fatmire Bajramaj in der Begegnung gegen den SC 07 Bad Neuenahr wegen Meckerns bereits gesehen, und auch nach Schlusspfiff gab sie sich unbeherrscht. Schiedsrichterin Anja Kunick reagierte regelkonform und gab Gelbrot, Turbine-Trainer Bernd Schröder nahm das zum Anlass, die Unparteiische als „Osthasserin“ zu titulieren. Zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung sollten solche Aussprüche nicht nur längst der Vergangenheit angehören. Auch Schröders andere Bemerkung über Kunick („Das Spiel ist beendet, da muss ich mich als Schiedsrichterin wegdrehen.“) hätte umformuliert und an Bajramaj gerichtet werden sollen, denn von ihr ging das regelwidrige Verhalten aus. Ihr Team hatte die drei Punkte in der Tasche – anstatt den Ärger runterzuschlucken, wird die Nationalspielerin nun in der Bundesligabegegnung gegen den FCR 2001 Duisburg am Sonntag gesperrt sein.

U17 sang- und klanglos ausgeschieden
In der Vorrunde der U17-Weltmeisterschaft hatte das deutsche Team noch mit Spielfreude, Torhunger und drei Siegen aus drei Partien überzeugt. Doch im Viertelfinale gegen Nordkorea gingen der DFB-Auswahl die Ideen aus – der Titelverteidiger gewann mit 1:0. Neben Deutschland ist auch die Republik Irland ausgeschieden, wodurch Spanien der einzig noch verbliebene Vertreter aus Europa ist.

Wolfsburg lässt erneut Punkte liegen
Frankfurt besiegt und in der letzten Woche durch einen „Dreier“ gegen den 1. FFC Turbine Potsdam den Kampf an der Tabellenspitze wieder spannend gemacht. Gegen die großen Vereine der Liga trumpft der VfL Wolfsburg auf – gegen die Mittelfeldmannschaften lässt er Punkte liegen. Nach der 2:3-Niederlage bei Bayer 04 Leverkusen verloren die „Wölfinnen“ nun bei der SG Essen-Schönebeck ebenfalls mit 2:3. Auffällig ist dabei weiterhin das Torverhältnis. Der VfL verfügt über den drittbesten Sturm, aber gleichzeitig auch über die drittschwächste Abwehr – nur die Aufsteiger haben noch mehr Gegentore kassiert. Unangenehm ist für die Wolfsburgerinnen darüber hinaus, dass die anderen Top-Teams alle drei Punkte holten.

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7 Kommentare »

  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Isabell Bachors Formkurve ist ansteigend, und ich kann mir vorstellen, ihr Anspruch ist wieder eine Nominierung zur Nationalmannschaft zu erhalten. Das wäre nach dem Algarve Cup 2009, wo sie wohl letztmalig in der A stand, nicht gänzlich auszuschliessen. Lena Goeßling hat´s vorgemacht! 🙂

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  • FFFan sagt:

    Ich muss sagen, ich finde die Einschätzung zur U17 schon ein wenig unverschämt. Mal abgesehen davon, dass wir hier von 16- und 17-Jährigen Mädchen sprechen: Die Mädels haben jede Mannschaft bei der WM spielerisch klar beherrscht. 16-5 Torschüsse und 62% Ballbesitz kann man wohl nicht als sang-und klanglos bezeichnen. Dass man trotz spielerischer Überlegenheit und klarer Torchancen(Malinowski, Leupolz, Petermann) das Tor diesmal nicht machen konnte und die Koreanerin den Ball aus 25 Metern in den Winkel drischt, ist vielleicht auch einfach ein bisschen Pech. Auf keinen Fall ein Flop!

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  • Liti sagt:

    Ich kann mich FFFan nur voll und ganz anschließen! Das Ausscheiden der U17 ist auf keinen Fall ein Flop -nur sehr sehr bitter und großes Pech. Das müssen alle Beteiligten erst einmal verarbeiten!

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  • Detlef sagt:

    Ich würde gerne eine Brücke schlagen zwischen dem von Nora, und dem von FFFan und Liti geschriebenen.
    Zunächst mal stimme ich den Beiden zu, daß unsere U17 ganz sicher nicht sang und klanglos untergegangen ist!!!
    Dafür waren sie den Nordkoreanerinnen vor allem spielerisch überlegen!!!

    Allerdings müssen sich Ralf Peter und seine Mädels fragen lassen, warum ausgerechnet gegen den Titelverteidiger so die Nerven flatterten!!!

    Und FFFan, daß hat sicher auch etwas mit dem Alter der Mädels zu tun, aber die Nordkoreanerinnen waren auch nicht älter!!!

    Und so toll die Spiele in der Vorrunde auch waren, mit vielen Toren und tollen Spielzügen, aber die wahre Leistung erkennt man erst dann, wenn man auf einen Gegner trifft, der die gleiche Kragenweite hat!!!

    Und da war die Gelegenheit doch sehr günstig, denn der Titelverteidiger spielte alles andere als gut!!!

    Am Ende war es wohl auch Pech, aber unsere U-17 scheiterte vor allem an sich selber, und weniger am eher mittelmäßigen Gegner!!!

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  • karl sagt:

    Ich habe das nicht so in Erinnerung dass die Mannschaft Nordkoreas mittelmaessig gewesen waere , zumindest nicht in der Abwehr und in der Chancenverwertung , dem Rest kann ich zustimmen.

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  • laasee sagt:

    Nora is correct that the U17 team was a flop.
    The biggest criticism is for the lack of intelligence by the players and the coach to find a solution to the tactics of the Koreans.
    The second half in particular was depressingly predictable.

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  • pinkpanther sagt:

    @laasee: I agree!
    Was immer auch die Ursache gewesen sein mag, aber die deutsche Mannschaft hat insbesondere im zweiten Spielabschnitt einfach kein Mittel gegen die massierte Deckung der Nordkoreanerinnen gefunden. Und so überlegen wie hier einige schreiben, war die deutsche Mannschaft nun wirklich nicht. In der zweiten Halbzeit hatte ich eigentlich nie das Gefühl, dass die Mädels das noch drehen können 🙁
    Die Japanerinnen haben heute gezeigt frau es doch noch schafft …
    Es ist schon richtig, die Mädels sind erst 16 oder 17, und da kann sowas schon mal passieren. Deswegen sollte auch keiner über sie „herfallen“, war einfach kein guter Tag!
    Aber gemessen an der überzeugenden Vorrunde war die Art und Weise des Ausscheidens trotzdem enttäuschend und deswegen zu Recht unter den Flops!
    Irgendwie muss ich da jetzt an die jungen Amerikannerinnen denken, denen es noch weit schlimmer ergangen ist: Die Vorrunde mit 32:0 Toren abgeschlossen, auch das Spiel um Platz 3 noch mit 6:0 gewonnen, aber einmal war das Tor dann doch wie vernagelt und das ausgerechnet im entscheidenden Spiel für die WM-Quali … Ohne einen einzigen Gegentreffer (das Aus kam nach einem 0:0 schließlich im EM) mit insgesamt 38:0 Toren die Qualifikation zur WM verpasst zu haben, das nenn ich brutal!

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