Deutschland fertigt Kanada ab

Von am 15. September 2010 – 19.51 Uhr 2 Kommentare

Mit einem überzeugenden Sieg gegen Kanada ist die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft in Dresden erfolgreich in die WM-Vorbereitung gestartet. In der ersten Halbzeit mangelte es noch an der Chancenverwertung, doch dann brach eine wahre Torflut über den Gegner herein.

Am Ende stand vor 20 431 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion ein klarer 5:0 (1:0)-Sieg. Inka Grings (2. Foulelfmeter), Fatmire Bajramaj (54.), Alexandra Popp (76.), Melanie Behringer (79.) und Célia Okoyino da Mbabi (83.) machten einen auch in dieser Höhe verdienten Sieg perfekt.

Bresonik und Hingst auf der Bank
Bundestrainerin Silvia Neid verzichtete zunächst auf große Experimente, Lena Goeßling nahm die Position der verletzten Annike Krahn ein und bildete zusammen mit Saskia Bartusiak die Innenverteidigung, Linda Bresonik blieb wegen ihrer Knieverletzung genauso auf der Bank wie Ariane Hingst.

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Frühe Führung
Nur 45 Sekunden waren gespielt, da ertönte der Elfmeterpfiff von Schiedsrichterin Dagmar Dankova. Die kanadische Verteidigerin Emily Zurrer, früher in Diensten der SG Essen-Schönebeck, foulte ungeschickt Birgit Prinz, Inka Grings verwandelte den Foulelfmeter sicher (2.).

Deutsches Übergewicht
Deutschland erarbeitete sich mit der Führung im Rücken ein Übergewicht, ohne jedoch spielerische Glanzlichter zu setzen. Grings spielte einen Pass in den Rücken der kanadischen Viererkette, doch Kerstin Garefrekes hob den Ball von der Strafraumgrenze über das Tor (9.). Nach kämpferischer Vorarbeit von Simone Laudehr traf Prinz aus sechs Metern den Ball nicht richtig, der Nachschuss von Kim Kulig ging über das Tor (12.). Grings hatte die nächste Chance, doch ihr Schussversuch wurde abgeblockt, nachdem sie zunächst zwei Abwehrspielerinnen ausgespielt hatte (17.).

Viele Torchancen, wenig Ertrag
Die DFB-Elf erarbeitete sich gegen die kompakte Defensive nach einer guten halben Stunde zahlreiche Chancen, einzig die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig. Prinz mit einem abgefälschten Schuss und ein Kulig-Schuss, der von Kanadas Torhüterin Karina LeBlanc glänzend gehalten wurde, hätten das Ergebnis in die Höhe schrauben können (35.), die beste Gelegenheit ließ jedoch Garefrekes aus, die nach perfektem Pass von Kulig ebenfalls an LeBlanc scheiterte (37.). Laudehrs 20-Meter-Schuss strich knapp am Tor vorbei (43.), so dass es mit einer nur knappen Führung in die Pause ging.

Bajramaj baut Führung aus
Zur zweiten Halbzeit wirbelte Neid die Elf gehörig durcheinander, es kamen Ariane Hingst, Melanie Behringer, Célia Okoyino da Mbabi und Anja Mittag, für sie verließen Prinz, Grings, Garefrekes und Laudehr die Partie. Entschlossen nahm Bajramaj einen Hingst-Pass auf und drang von rechts in den Strafraum ein, mit einem Schuss durch die Beine von LeBlanc erhöhte sie auf 2:0 (54.). Okoyino da Mbabi hatte mit einem Volleyschuss aus der Drehung die nächste gute Chance (57.).

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Célia Okoyino da Mbabi

Célia Okoyino da Mbabi (re.) brachte Schwung ins deutsche Spiel ©Nora Kruse / FF-Archiv

Kanada harmlos
Auch weiterhin war von Kanada offensiv wenig zu sehen, die DFB-Elf bestimmte das Spiel nach Belieben. Christine Sinclair gab nach einer gute Stunde den ersten Schuss auf das deutsche Tor ab, Ausdruck der kanadischen Harmlosigkeit (63.). Alexandra Popp kam nun für Bajramaj in die Partie, so dass die Offensive der DFB-Elf komplett durchgewürfelt wurde. Das Spiel verflachte kurzzeitig, doch weiter hatten die Deutschen ihre Chancen, Hingst scheiterte nach Pass von Okoyino da Mbabi von der Strafraumgrenze noch knapp (73.).

Deutsche Torflut
Besser machte es kurz darauf Popp, die nach Flanke von Behringer einen wuchtigen Kopfball in die Maschen setzte (76.). Und für nun müde wirkende Kanadierinnen kam es noch schlimmer, Behringer traf nach Ablage von Mittag mit einem platzierten Schuss aus 20 Metern (79.). Für ein paar Minuten durfte dann auch noch Josephine Henning ihr Debüt geben, Okoyino da Mbabi durfte sich noch über einen Treffer freuen, unter gütiger Mithilfe von Leblanc, die den Ball durch die Finger gleiten ließ (83.).

Deutschland – Kanada 5:0 (1:0)

Deutschland: Angerer, Fuss, Goeßling (82. Henning), Bartusiak, Peter, Kulig, Laudehr (46. Hingst), Bajramaj (65. Popp), Garefrekes (46. Okoyino da Mbabi), Prinz (46. Behringer), Grings (46. Mittag)

Kanada: LeBlanc, Nault, Zurrer (60. Booth), Chapman, Wilkinson (60. Stewart), Moscato, Matheson, Parker (66. Kyle), Belanger (84. Lang), Tancredi (76. Julien), Sinclair

Tore: 1:0 Grings (2. Foulelfmeter), 2:0 Bajramaj (54.), 3:0 Popp (76.), 4:0 Behringer (79.), 5:0 Okoyino da Mbabi (83.)

Gelbe Karten: Zurrer, Chapman

Schiedsrichterin: Dagmar Damkova (Tschechien)

Zuschauer: 20 431

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • expert1 sagt:

    da Mbabi brachte nicht nur Farbe ins spiel, sie ist genau wie Mira eine Erfrischung und Belebung wenn sie einläuft, ich freue mich schon auf das nächste Länderspiel…………..

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  • djane sagt:

    ich kaufe ein „L“ und möchte lösen…

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