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Duisburg beweist Moral, Aufsteiger zeigen Zähne

Von am 6. September 2010 – 18.50 Uhr 4 Kommentare

Trikotwechsel, Stutzentausch und ein Kreuzbandriss von Mirte Roelvink – der FCR 2001 Duisburg ließ sich beim FC Bayern München durch nichts aus der Bahn werfen. Am Ende gingen die Punkte dank Kampfgeist und Cleverness nach Duisburg. Eine Kampfansage an die Konkurrenten im Titelrennen, die erste Zeichen von Schwäche zeigten, während die Aufsteiger ein kräftiges Lebenszeichen von sich gaben.

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„Dieses Spiel war für den Kopf sehr wichtig, das gibt Mut für die nächsten Wochen“, so das positive Fazit von Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg nach dem hart erkämpften 4:2-Erfolg. Dabei schien sich an diesem Tag zunächst alles gegen Duisburg verschworen zu haben. Vor dem Spiel hatte Schiedsrichterin Anja Kunick die orangefarbenen Auswärtstrikots wegen zu großer farblicher Nähe zur Heimmannschaft untersagt und ordnete zudem einen Stutzenwechsel an, so dass die Spielerinnen im Trikot der zweiten Mannschaft auflaufen mussten, da kein zweiter Trikotsatz vorhanden war.

Duisburg mit Biss und Cleverness
Doch an den ungewohnten Rückennummern lag es nicht, dass die Duisburger Abwehr in der ersten Halbzeit ein ums andere Mal ins Schwimmen geriet, wie etwa beim Kopfballtor von Petra Wimbersky, dem Treffer der starken Isabell Bachor und zahlreichen Standardsituationen. Doch nachdem Roelvink nach einer guten Stunde schwer verletzt vom Platz musste, ging noch einmal ein Ruck durch die Duisburger Reihen. Die sonst unauffällige Femke Maes lieferte Sekunden später den präzisen Pass zum vorentscheidenden 3:2 von Kozue Ando, die gesamte Elf bot bis zum Schluss eine konzentrierte Leistung. „Darauf müssen wir aufbauen“, so Voss-Tecklenburg. Zumindest besteht Hoffnung, dass sich kommende Woche das Lazarett durch die Rückkehr von Mandy Islacker ein wenig lichtet. Voss-Tecklenburg nimmt ihre Spielerinnen in die Pflicht: „So wie Inka müssen auch andere Spielerinnen an ihre Grenzen gehen und sich durchbeißen.“ Vielleicht war die spielerisch durchwachsene, aber kämpferisch starke Leistung in München der Startschuss dafür, dass die Mannschaft in den kommenden Wochen enger zusammenrückt.

Verbesserte Bayern hadern mit Schiedsrichterin
Bei Bayern München stand man trotz der Leistungssteigerung gegenüber dem Heimspiel gegen den 1. FFC Turbine Potsdam am Ende erneut ohne Punkte da. Bayern-Trainer Thomas Wörle haderte: „Wir waren mehr als ebenbürtig und brauchen uns fußballerisch nicht vor einer Spitzenmannschaft wie Duisburg nicht zu verstecken. Aber wir haben unsere Chancen nicht genutzt, obwohl wir aktiv und mutig nach vorne gespielt haben. In vielen Situationen ist Duisburg einfach cleverer, daran müssen wir arbeiten, aber das ist ein Reifeprozess. Wenig positive Worte fand er für die Schiedsrichterleistung. „Der erste Elfmeter war ein Oberwitz. So eine Schiedsrichterleistung macht ein Spiel kaputt, auch wenn ich nichts pauschalieren will. Viele Schiedsrichter haben selber nicht Fußball gespielt und können Dinge nicht abschätzen“, so die Kritik Wörles.

Turbine-Trianer Bernd Schröder ist unzufrieden. (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

4 Kommentare »

  • expert1 sagt:

    Trainer Kahlert verspricht nach jedem Spiel etwas besonderes, was wird er nach dem Spiel am Samstag. ( ein Glück oder Pech Duisburg sicher ersatzgeschwächt) Ich hoffe es wird ein spiel auf AUGENHÖHE (life im DFB.TV) Hoffe auch Hamburg und Saarbrücken hat sich wieder erholt. Bayern wird sicher aus dem letzten Spiel gelernt haben.Jena sollte sich freuen auf übernächste Woche gegen die Müden Frankfurter ( Länderspiel om Mittwoch davor) also bis Samstag alles gut. RESPEKT und FAIR geht vor.

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  • expert1 sagt:

    Rockpommel ich kenne nur Jango A. aus Passau der auch im Kicker sein unheil treibt.

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  • expert1 sagt:

    Rockpommel , nur ich kenne beim KICKER jango A. aus Passau

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  • Detlef sagt:

    TURBINE ist bis jetzt noch nicht richtig drin in der Saison!!!
    Einzig das Spiel gegen zugegeben schwache Bayern-Ladies, hinterließ recht positive Eindrücke!!!
    Gegen Frankfurt zeigte Potsdam zwar, daß die Moral und der Kampfgeist im Team sehr stark ist, aber spielerisch ließen sie doch einiges zu Wünschen übrig!!!

    Jetzt gegen Herford, war hoffentlich der Hallo-Wach-Effekt!!!
    Ohne den tapfer kämpfenden Ostwestfälinnen zu Nahe zu treten, aber TURBINE ist ein anderes Kaliber, und das muß sich auch im Spiel zeigen!!!
    Ich hoffe doch sehr, daß wir jetzt in Wolfsburg wieder die „alte“ TURBINE sehen werden!!!

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