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Topspiel in München – Pflichtaufgaben für Führungs-Duo

Von am 4. September 2010 – 12.16 Uhr 1 Kommentar

Am vierten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga kommt es am Sonntag (11.00 Uhr, live auf DFB-TV) zum Topspiel zwischen dem FC Bayern München und dem FCR 2001 Duisburg. Doch auch in den anderen Spielen werden die Weichen für die kommenden Wochen gestellt.

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In Aschheim werden zwei Teams aufeinander treffen, die mit Personalsorgen zu kämpfen haben. Bayern muss ohne seine Langzeitverletzten Katharina Baunach und Ivana Rudelic auskommen, Torhüterin Kathrin Längert muss wegen ihrer Schulterverletzung weitere drei bis vier Wochen pausieren.

Verletzungssorgen
Abwehrspielerin Corinna Paukner wird wegen einer Knorpelverletzung im Knie gar mehrere Monate nicht zur Verfügung stehen. Weitere zwei Spielerinnen, Lena Lotzen und Clara Schöne, sind zudem bei der U17-WM in Trinidad und Tobago. Bayern-Trainer Thomas Wörle erklärt: „Ich erwarte, dass die Mannschaft an ihre guten Auswärtsleistungen anknüpft. Wir wollen am Sonntag eine bessere Rolle wie in der vergangenen Saison spielen beim 0:7 und 1:2.“

Voss-Tecklenburg: „Können derzeit keinen Gegner weghauen“
Noch dünner ist die Personaldecke in Duisburg. Das Fehlen einer ganzen Reihe von Spielerinnen (Annike Krahn, Marina Hegering, Alexandra Popp, Steffi Weichelt, Mandy Islacker, Luisa Wensing, Hasret Kayikci) war zuletzt nicht zu kompensieren. Popp und auch die zuletzt angeschlagenen Inka Grings sowie Linda Bresonik reisen zwar nach München, doch dort wird erst kurzfristig über einen Einsatz entschieden. Trainerin Martina Voss-Tecklenburg appelliert an ihre Spielerinnen: „Wir können derzeit keinen Gegner weghauen; wir brauchen jetzt auf dem Feld und bei den Fans viel Geduld.“ Im Moment laute die Devise: „Jedes Spiel, das bevorsteht, ist unser aktuelles Highlight, auf das wir uns konzentrieren müssen.“

Frankfurt unter Druck
Nach bereits zwei Saisonniederlagen steht der 1. FFC Frankfurt gegen den SC 07 Bad Neuenahr ohne seinen gesperrten Trainer Sven Kahlert gewaltig unter Druck, sollen die Saisonziele nicht bereits frühzeitig in Gefahr geraten. Selbstvertrauen holte sich der Gastgeber mit dem überzeugenden 6:0-Pokalsieg in Leverkusen unter der Woche. Mit einem Erfolg könnte man in der Tabelle am Gegner vorbeiziehen. Ungewiss ist der Einsatz von Ariane Hingst, die zuletzt Meniskusprobleme plagten. Beim Gast steht nach überstandener Knieverletzung Claudia Götte wieder im Kader.

Essen peilt ersten Dreier an
Erst ein Punkt steht auf der Habenseite der SG Essen-Schönebeck, doch im Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken soll der erste Sieg her. Der Gast ist überraschend stark in die neue Saison gestartet und konnte zwei seiner drei Spiele gewinnen. Bei den Gastgeberinnen steht nach ihrer schweren Herz-Operation Anfang Mai erstmals wieder Stephanie Goddard im Kader. Erst in dieser Woche erhielt die 22-Jährige bei einer sportärztlichen Untersuchung grünes Licht. „Das wichtigste ist überhaupt, dass ich wieder meine Fußballschuhe schnüre“, so Goddard.

Shelley Thompsons Einsatz ist mehr als fraglich. (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

Leverkusen ohne Thompson und Dej
Mit dem vierten Sieg im vierten Saisonspiel will sich der VfL Wolfsburg in der Spitzengruppe der Bundesliga etablieren und alles andere als ein Sieg beim Aufsteiger Bayer 04 Leverkusen wäre eine Überraschung, kassierte der Gastgeber doch bereits 15 Gegentreffer in drei Saisonspielen und hat noch keinen eigenen Treffer erzielt. „Wir werden mit Leidenschaft, Willen und Teamgeist für die ersten Tore und Punkte kämpfen“, verspricht Leverkusens Trainerin Doreen Meier. Sie muss allerdings voraussichtlich auf Topstürmerin Shelley Thompson und auch Caro Dej verzichten, die beide bereits im Pokal wegen einer Grippe fehlten. Der Gast muss wegen Rotsperre weiterhin auf Navina Omilade verzichten.

Pflichtaufgabe für Potsdam
Meister 1. FFC Turbine Potsdam ist beim zweiten Aufsteiger Herforder SV zu Gast. Turbine-Trainer Bernd Schröder warnt: „Das wird auf keinen Fall ein Selbstläufer. Herford steht mit dem Rücken zur Wand und wird dementsprechend auftreten.“ Herfords Trainerin Tanja Schulte erklärt: „Potsdam ist im Moment das Maß aller Dinge im deutschen Frauenfußball.“ Dennoch erwartet sie von ihrem Team, nach Gegentoren konzentrierter zu Werke zu gehen. „Wir müssen uns von der Körpersprache her anders präsentieren.“ Ins Tor wird Tessa Rinkes zurückkehren, personell kann Schulte also wieder aus dem Vollen schöpfen.

HSV mit neuem Selbstvertrauen
Der überraschende Punktgewinn beim FCR 2001 Duisburg hat dem Hamburger SV einen zusätzlichen Motivationsschub gegeben. Bis auf die zur U17-WM abgestellte Lena Petermann kann HSV-Trainer Achim Feifel auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. „Jena ist ein Gegner, der aus einer kompakten Defensive heraus mit schnellen, brandgefährlichen Offensivkräften auf Kontersituationen lauert. Das erfordert höchste Konzentration und Genauigkeit“, so Feifel. Erst kurzfristig wird entschieden, ob Neuzugang Antonia Göransson bereits ihr Debüt geben wird. Beim Gast ist der Einsatz von Susann Utes (Adduktorenprobleme) fraglich.

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

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