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Die Tops und Flops der Woche 33/2010

Von am 24. August 2010 – 12.16 Uhr 12 Kommentare

In dieser Ausgabe unserer Reihe Tops und Flops geht es um die WM-Qualifikation, Trainerwechsel, den kometenhaften Aufstieg einer Engländerin – aber auch um hohe Niederlagen und erneute Negativschlagzeilen rund um die US-amerikanische Profiliga.

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Die Top 4

Die Schweiz schafft Playoff-Qualifikation
Noch nie hat sich die A-Nationalmannschaft der Schweiz für ein großes Turnier qualifizieren können. Als die Qualifikationsgruppen zur Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 ausgelost wurden, hatten viele wohl auch eher Gruppengegner Russland favorisiert – doch die Schweiz setzte sich in Gruppe 6 durch und löste das Ticket zu den Playoffs im September. Für die Eidgenössinnen, deren Jugendnationalmannschaften in den vergangenen Jahren immer mal wieder die Qualifikation zu Europa- und Weltmeisterschaften gelang, ist es ein weiterer Schritt nach vorne.

Ein halbes Dutzend für Lübars
Nach der deutlichen 1:6-Niederlage in der vergangenen Woche hat Zweitligaaufsteiger 1. FC Lübars nun in der Nordstaffel ein Zeichen gesetzt. Mit 6:0 siegten die Hauptstädterinnen bei Holstein Kiel. Dabei zeigten auch die Neuzugänge von TeBe Berlin, dass sie beim Lokalrivalen angekommen sind: Anna Sophie Fechner traf gleich dreimal, Aylin Yaren zweimal. Den Endstand erzielte Aileen Pieper.

Wales' Nationaltrainer Adrian Tucker übergibt an Jarmo Matikainen. (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

Wales setzt auf internationale Erfahrung
Der walisische Fußballverband hat für seine Frauen-Nationalmannschaften einen neuen Trainer verpflichtet. Aus Finnland kommt Jarmo Matikainen. Der 50-Jährige bringt internationale Erfahrung mit, gehörte für die UEFA diversen technischen Studiengruppen an und arbeitet seit über zehn Jahren im Frauenfußball. Dort trainiert er momentan noch die U19- und U17-Nationalmannschaften Finnlands, beim überraschenden Einzug ins Halbfinale der Europameisterschaft 2005 assistierte er dem damaligen Nationaltrainer Michael Käld. Neben seinem Posten als Trainer der Frauen-Nationalmannschaften in Wales wird er auch Strategien entwickeln, den Frauenfußball insgesamt weiter voran zu bringen. In Wales scheint man sich am Nachbarn Schottland zu orientieren, wo seit den internationalen Trainerinnen Vera Pauw und Anna Signeul der stetige Fortschritt läuft.

Junge Engländerin spielt sich in die erste Reihe
Es ist schon ein Flop, das in England in der vergangenen Woche mit Lianne Sanderson eine erst 22-jährige Spielerin das Ende ihrer Nationalmannschaftskarriere erklärte – doch es ist ein Top, welch neues Talent innerhalb von nur fünf Monaten im Nationalteam für Aufsehen sorgt: Ellen White. Seit ihrem Debüt am 25. März gegen Österreich stand die 21-jährige Stürmerin in jedem Länderspiel auf dem Platz. Sechs Einsätze hat sie mittlerweile absolviert, im WM-Qualifikationsspiel am vergangenen Samstag gelang ihr der insgesamt vierte Treffer. Beeindruckend dabei: nur in einem Spiel bisher durfte sie tatsächlich 90 Minuten durchspielen.

Flop 4

Die Erstliga-Aufsteiger bleiben torlos
Es gibt nur zwei Mannschaften in der Ersten Frauenfußball-Bundesliga, die bislang noch keine Tore geschossen haben: der Herforder SV und Bayer 04 Leverkusen – die Aufsteiger also. Punktelos und mit einem Torverhältnis von 0:13 (Leverkusen) und 0:8 (Herford) liegen die beiden Vereine auf dem letzten Platz der Tabelle. Die Abstände zwischen erster und zweiter Liga sind trotz guter personeller Verstärkungen eben noch immer groß.

Sindelfingen erlebt klassischen Fehlstart
Ähnlich, wie den beiden Erstligaaufsteigern, geht es dem VfL Sindelfingen in der Südstaffel der zweiten Bundesliga. In den vergangenen Jahren spielte der VfL stets an der Tabellenspitze, nun steht er nach dem zweiten Spieltag ohne Punkte und mit einem Torverhältnis von 1:9 am Ende der Tabelle. Die Sindelfingerinnen haben vor dem Saisonstart einige Leistungsträgerinnen an Erstligaclubs abgeben müssen – wie groß das Loch ist, das die Abgänge reißen, musste der VfL bei der 1:6-Klatsche gegen den 1. FC Köln im heimischen Stadion erleben.

WPS weiter mit Negativschlagzeilen
Vereinspleiten, Vertragsauflösungen und Wechsel der internationalen Spielerinnen zurück in die Heimat – die Schlagzeilen, die die US-amerikanische Profiliga WPS in den vergangenen Monaten schrieb, waren alles andere als positiv. Nun kommt eine neue hinzu: die Zuschauerzahlen sind im Vergleich zur Vorsaison um etwa ein Fünftel zurück gegangen, durchschnittlich kamen in dieser Saison etwa 3.600 Zuschauer in die Stadien. In der Vorsaison noch gut 4.500. Diskussionen und Ursachenforschung haben in den Vereinigten Staaten begonnen – denn das Bild, das die Liga in der Öffentlichkeit momentan abgibt, ist stark verbesserungswürdig.

Rote Karte für Navina Omilade
Nach Foulspielen am ersten und zweiten Spieltag an ihren Mannschaftskolleginnen verwandelte Navina Omilade vom VfL Wolfsburg jeweils einen Foulelfmeter – in der Partie beim 1. FC Saarbrücken wurde sie jedoch nur etwa vierzig Minuten nach ihrem Strafstoß selbst vom Platz geschickt. Die Abwehrspielerin ließ sich kurz vor der Halbzeit zu einer Notbremse hinreißen – das sollte einer 61-fache Nationalspielerin eigentlich nicht passieren. Das Sportgerichtsurteil ist auch bereits gefallen: Omilade ist für zwei Bundesligaspiele gesperrt, der VfL hat das Urteil akzeptiert.

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12 Kommentare »

  • djane sagt:

    ich möchte die rote Karte für „Ommel“ keinesfalls gut heißen, zumal ich die besagte Szene nicht gesehen haben, aber hat eine Notbremse wirklich was damit zu tun, ob man Nationalspielerin ist ? wenn sich jemand zu etwas hinreissen läßt geschieht das wohl im Affekt, ohne das da Bewußtsein darüber da ist, ob man in der Natio spielt oder nicht.

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  • Fredi sagt:

    Leverkusen hat sich aber nicht gut genug verstärkt.

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  • Fuxi sagt:

    Bin da bei djane – die Formulierung finde ich etwas unglücklich. Eine Notbremse gibt’s in vielen Formen, von der Blutgrätsche als letztem Rettungsversuch oder gar Opfer bis hin zum unglücklichen Kreuzen des Laufweges der (cleveren) Angreiferin oder dem einfachen Beinstehenlassen gegen die Vorbeilaufende bei einem langen Ball hinter die eigene Abwehrreihe.

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  • Detlef sagt:

    Die rote Karte für OMMEL sehe ich auch nicht als Flop an, eher als „dumm gelaufen“!!!

    Herford muß man zugute halten, daß sie bis jetzt nur starke Gegner hatten!!!
    Da war man sicher realistisch genug, um da nicht unbedingt einen Punktgewinn einzuplanen!!!
    Als Flop kann man dann höchstens die letzten 20 Minuten gegen Frankfurt betrachten, als sich die Mannschaft (nach Schultes Meinung) zu sehr hängen ließ!!!

    Bei der Werkself sieht das schon ganz anders aus!!!
    Gegen Duisburg darf ein Aufsteiger sicherlich auch klar verlieren, aber mit 9 Toren???
    Und wenn man in dieser ersten Liga verbleiben möchte, kann man gegen Jena auch mal einen Punkt holen!!!

    Die Sifi-Girls müssen jetzt aufpassen, daß sie wieder in die Spur finden, sonst wirds wieder nichts mit Liga Eins!!!

    Als Flop möchte ich noch die (im Vergleich zur Vorsaison) stark erhöhten Eintrittspreise in Aschheim bewerten!!!
    Da man dort sowieso an chronischem Zuschauermangel leidet, dürften 10€ für ein Sitzplatz, und 7€ für ein Stehplatz kaum dafür sorgen, daß sich dies verbessern wird!!!
    Und da kommen noch 2,50€ Parkplatzgebühr dazu!!!
    Man darf nicht vergessen, wo man da spielt!!!

    Außerdem finden sich jetzt sogar in Aschheim die Security-Leute, um Stadionbesucher am stehen bleiben zu hindern!!!
    Wie krank im Kopf muß man sein, um eine Toilette bewachen zu lassen???

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  • djane sagt:

    echt ? gut zu wissen, Detlef.
    Und das wäre überhaupt einmal einen Artikel wert, der Versuch einiger FF-Vereine, „professioneller“ zu werden/wirken durch merkwürdige Kooperationen: in einigen Fällen (Duisburg, jetzt wohl auch FCB) beginnt das wohl mit dem Anheuern von Sicherheitsleuten, die für nicht viel, außer für Riesenärger unter den treuen Fans sorgen, die regelmäßig kommen. Zudem die unauffällige Anhebung der Eintrittspreise. Dazu in beiden Fällen noch die Parallelen „eher schlechte Erreichbarkeit mit dem ÖPNV“, ergo kommt man mit dem Auto, um gleich Parkgebühren abzudrücken.
    ich bin durchaus bereit, Geld für meinen Verein auszugeben, aber dann möchte ich auch a) wie ein Mensch und nicht wie ein Kapitalverbrecher behandelt werden, und b) wissen, das dieses Geld auch in den Taschen des Vereins landet- was es in Duisburg m. E. nicht tut, da der VfB Homberg als Eigentümer der Platzanlage das Geld für sich behält.
    Auch wenn beim FCB die Gründe andere sein werden, ist es in jedem Fall ein Ärgernis- denn dazu ist der FF wohl noch nicht weit genug, um sich solche Anpassungen zu erlauben. Und zu weiteren Zuwachsraten wirde es in Aschheim, wie Detlef schon vermutet hat, wohl auch nicht führen.
    So, mal wieder ordentlich O.T geworden- mea culpa 😉

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  • Sant sagt:

    Nicht nur die junge Engländerin, auch die 18-jährige Angriffsspielerin Emilie Bosshard Haavi aus Røa IL/West-Oslo sind vielsprechende Spielerinnen. Die Norwegerin absolvierte seit Juni 2010 drei Einsätze und erzielte dabei zwei Tore. Schießt sie heute Abend wieder für die Landsem-Elf?

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  • labrys696 sagt:

    10 Euro für einen Sitzplatz???? Herrgott beim Spiel der Schweiz gegen Kasachstan kostete der Sitzplatz 10 Franken (7,50 euro) und das war ein uefa spiel….

    Vielleicht sammeln sie ja auch Geld, um eine dritte Toilette für die weiblichen Zuschauer zu machen 😛

    Scherz beiseite. Ohne Auto ist Aschheim echt bescheuert gelegen (dann noch bei wind/schnee/regen), da überlegt man es sich zweimal, ob man geht. Und da man auf das Auto angewiesen ist (Aschheim) knöpft man dort auch schon ab. Ich weiss ja nicht, ob beim FCB-TP Spiel die Securitys da waren, weil es ein „Spitzenspiel“ war, aber wenn der FCB gegen einen Gegner aus der weit unteren Tabellenhälfte spielt, werden die wohl nicht da sein, was soll man da schützen bei 200 Zuschauern? Die meisten sind eh Freunde, Familie und Bekannte….

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  • sisyphos sagt:

    Detlef, Du weißt aber noch, dass es im PCC teurer ist, oder? Der Parkplatz kostet inzwischen auch, und ne unheimlich ’nette‘ Security bekommst Du hier auch geboten. Und glaub net, du kämst hier als Sanitäter ohne Akkreditierung ins Stadion …

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  • sisyphos sagt:

    Ach ja, Detlef: ich befürchte, hinsichtlich SiFi ist der Gedanke an Liga eins Dein Wunschdenken und für mich im Reich der Utopie anzusiedeln, nach den Abgängen von Maier und den Rolser-Schwestern. Man sollte vielleicht auf ganz was anderes aufpassen?! Ich werde sie mir am Sonntag ansehen.

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  • FFFan sagt:

    Top sind bisher die Zuschauerzahlen in der Frauen-Bundesliga! An den ersten beiden Spieltagen wurden insgesamt 12.460 Zuschauer gezählt, das sind im Schnitt über 1.000 pro Spiel! Wenn es auf diesem Niveau bleibt, wäre dies ein neuer Rekord. Aber wahrscheinlich lässt das Interesse im Laufe der Saison nach…

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  • Markus Juchem sagt:

    Naja, die Zuschauerzahl relativiert sich recht schnell. Die über 3000 Zuschauer beim Saisoneröffnungsfest in Wolfsburg verfälschen das Gesamtbild nach zwei Spieltagen doch ziemlich. Höher als letzte Saison sollte der Schnitt aber allein schon deswegen werden, weil TeBe weggefallen ist, da war es ja in der vergangenen Saison oftmals nur zweistellige Zuschauerzahlen.

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  • Detlef sagt:

    @sisyphos,
    klar ist es in Homberg ähnlich grenzwertig wie in Aschheim!!!
    Aber im PCC habe ich bis jetzt noch nie Parkgebühren bezahlt, weil ich immer zeitig da bin, und einen kostenlosen ergattere!!! 😉
    Sifi hat schon immer eine recht große Fluktuation gehabt (Kulig, A.Vetterlein), die sie aber meistens kompensieren konnten!!!

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