Bundesliga: Sorgenfalten wegen WM-Qualifikation

Von am 20. August 2010 – 13.23 Uhr 29 Kommentare

Gleich am zweiten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga sind an diesem Wochenende 10 der 12 Teams von Abstellungen für die vorentscheidenden Qualifikationsspiele zur Frauenfußball-WM 2011 betroffen. Doch einige Nationalspielerinnen versuchen, rechtzeitig zu ihren Vereinen zurückzukehren.

Der 1. FFC Frankfurt muss am Sonntag im Heimspiel gegen den Herforder SV auf Jessica Landström und Sara Thunebro verzichten, die mit der schwedischen Nationalelf am Samstag in Prag gegen die Tschechische Republik antreten und am kommenden Mittwoch mit einem Heimspiel in Växjö gegen Wales die WM-Qualifikation beschließen werden.

Schwedinnen fehlen auch in Duisburg
Da Schweden aller Voraussicht nach seine Gruppe 8 gewinnen wird, droht dem Verein weiteres Ungemach, denn dann stünden am 11./12. und am 15./16. September zusätzlich Play-off-Spiele auf dem Programm. Dann werden Landström und Thunebro dem FFC noch schmerzlicher fehlen, beim Auswärtsspiel gegen den FCR 2001 Duisburg. Und auch die Amerikanerin Alexandra Krieger wird wegen der WM-Qualifikation in Mexiko (28. Oktober bis 8. November) im Auswärtsspiel bei Bayern München und im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg wohl nicht zur Verfügung stehen.

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Herford holt Österreicherinnen zurück
Auch die Herforderinnen müssen zwei Spielerinnen abstellen. Laura Feiersinger und Marion Gröbner bestreiten am Samstagnachmittag für Österreich in Krems ein Heimspiel gegen England. Sie sollen dennoch am Sonntag beim Spiel am Brentanobad einsatzbereit sein. „Dank des Entgegenkommens des österreichischen Fußballverbandes können die beiden zurückfliegen. Sie werden vom Länderspiel gegen die Türkei am Mittwoch darauf freigestellt“, erklärt Herfords Trainerin Tanja Schulte.

Reise-Odyssee für Kiesel und Roelvink
Der FCR 2001 Duisburg ist beim Gastspiel bei der SG Essen-Schönebeck ebenfalls von zwei Abstellungen betroffen. Annemieke Kiesel-Griffioen und Mirte Roelvink treten mit den Niederlanden am späten Samstagnachmittag in Molodechno gegen Weißrussland an, sind aber fest entschlossen, dank eines nächtlichen Fluges um 3 Uhr früh von Minsk rechtzeitig wieder zurück zu sein. Bei der derzeit durch einige Verletzungen extrem angespannten personellen Situation für Trainerin Martina Voss-Tecklenburg zumindest eine Option für einen Kurzeinsatz, sollte es der Spielverlauf nötig machen, auch wenn sie erklärt: „Selbst wenn das funktioniert, haben beide mehr oder weniger in der Nacht nicht geschlafen – das ist nun wirklich keine optimale Spielvorbereitung.“ Gastgeber Essen muss ohne Stürmerin Ana Cristina Oliveira Leite auskommen, die am kommenden Mittwoch in Armenien im Einsatz für Portugal ist.

Sif Atladottir ist mit der isländischen Nationalmannschaft unterwegs. (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

29 Kommentare »

  • Markus Juchem sagt:

    Ich habe jetzt noch Ana Cristina Oliveira Leite von der SG Essen-Schönebeck ergänzt, die hatte ich im Eifer des Gefechts unterschlagen. Sie spielt am Mittwoch in Armenien und muss gemäß den FIFA-Regularien ebenfalls bereits vier Tage vor dem Qualifikationsspiel freigestellt werden.

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  • Lucy sagt:

    @expert1

    Das hat mit Vereinsbrille gar nichts zu tun ! Hauptsache gleich mal wieder einen Seitenhieb auf SD losgelassen. Dabei kam doch von dort her in o.g. Bericht überhaupt keine Stellungnahme, sondern nur MVT wurde erwähnt.

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  • Jan sagt:

    Mh, Söldner/in?? – Heißt das nicht Legionär/in?

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Da dieser Ansetzungstermin vermutlich nicht der letzte sein wird, der die Wogen der Empörung so hochkochen läßt, frage ich mal ganz besorgt, wollen wir uns jetzt jedes Mal darüber so echauffieren, übereinander herfallen und vom Leder ziehen?

    @expert1
    Neben dem mehrfach diskutierten Unwort (das ich jetzt nicht nennen möchte) plädiere ich ernsthaft dafür, das Wort „Söldnerin“ aussen vor zu lassen! Dieses Wort ist negativ besetzt und sollte nicht im Kontext mit dem Frauenfussball benutzt werden!

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  • laasee sagt:

    @ Striker

    I agree that it is crazy. FIFA allocate the date for World Cup qualifiying games and domestic league games should be postponed. The men’s clubs do not have this crazy situation but it is allowed with FF.

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  • Detlef sagt:

    Söldner sind im Prinzip alle Spielerinnen (auch Deutsche), die für ihre Leistungen besoldet (entlohnt) werden!!!
    An dem Begriff Söldner, ist eigentlich nix negativ besetzt, denn im Prinzip ist jeder von uns ein Söldner, der Lohn(Sold)empfänger ist!!!

    Das hat erst mal prinzipiell nix mit Ausländerinnen zu tun!!!
    Wie hier schon mehrfach geschrieben, weiß jeder Verein vorher, der eine ausländische Nationalspielerin verpflichtet hat, daß er sie zu Länderspielen abstellen muß!!!
    Wenn er davon gleich mehrere hat, wie zB Frankfurt, Wolfsburg, oder Duisburg, muß er auch an die Möglichkeit denken, daß er alle ersetzen muß!!!

    Soll die Bundesliga wirklich professioneller werden, muß auch mit dem Thema Ausländer professionell umgegangen werden!!!
    Wer das eine will, muß auch das andere mögen!!!

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  • Ulf sagt:

    Experten sei gesagt: Söldnermentalität ist keine Legionärskrankheit.

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  • Striker sagt:

    @Detlef: vollkommen richtig, dass ein Verein seine Nationalspieler abstellen muss und das vorher weiß. Allerdings spielt wie gesagt an diesen Tagen normalerweise auch der DFB. In der Saison 09/10 waren es 10 Länderspiele plus EM im Verhältnis zu 22 Ligaspielen plus Pokal, damit war auch für eine deutsche Nationalspielerin jedes dritte (!!!) Spiel ein Länderspiel. Bei Männern sind es zehn Länderspiele auf 34 Ligaspiele und die Liga käme erst gar nicht auf die Idee, ein Ligaspiel an einem Länderspieltag anzusetzen. Die Terminprobleme im Frauenfußball sind selbst geschaffen.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Detlef
    Trotz Deiner Versuche der Schönrednerei und -färberei bleibe ich dabei, der Begriff der Söldnerin hat im Kontext mit dem Frauenfussball nichts verloren! Sold ist eine Bezeichnung für die Entlohnung von Militärangehörigen bzw. deren Ableger und wenn, dann bekommst Du ein Gehalt (so wie die Spielerinnen auch) oder eben Lohn
    Du kannst Dich ja so betiteln lassen und noch stolz darauf sein.

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  • jeanwood sagt:

    Wo bitte hat MVT gejammert? Sie hat lediglich darauf hingewiesen, dass die sofortige Rückreise ihrer zwei holländischen Nationalspielerinnen aus Weissrussland wohllöblich ist, aber, da man auf Reisen eher weniger relaxen bzw. schlafen kann, ist selbst ein Kurz-Einsatz im Spiel gegen Essen eher kontraproduktiv, selbst wenn beide in Essen anwesend sein sollten. Sie hat das so ausgedrückt, dass ein Kurz-Einsatz der beiden höchstens eine Option sein könnte, aber dass das alles andere als eine ideale Vorbereitung ist. Das ist eine realistische Feststellung und hat mit Jammern überhaupt nichts zu tun. Kritik an der Abstellung habe ich von MVT nicht gehört. Die kam von anderer Seite. Sie ist kein Don Quichot, die gegen Windmühlen kämpft, auch wenn scheinbar hier ne Menge Leute das so sehen wollen.
    Der einzige, der bundesweit beanstandet, dass man Spieler aus dem eigenen Verein zu Länderspielen abstellen muss, ist Uli Hoeneß und der meint bestimmt nicht seine Frauenfussballabteilung.

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  • Detlef sagt:

    @Frau Fußball,
    Warum spricht man dann aber von LegionärenInnen???
    Legionäre waren früher bei den Römern auch nur Soldaten, heute werden damit auch Sportler betitelt!!!
    Kein Militärangehöriger wird heute in Deutschland noch als Söldner bezeichnet!!!
    Im Begriff SoldatIn, steckt aber auch das Wort Sold drin!!!

    Söldner ist heute ein eher negativ besetzter Begriff, und bezeichnet einen käuflichen Menschen, der für Geld alles macht!!!
    Daher auch der Begriff „Söldnerseele“!!!
    Von daher stimme ich Dir zu, daß man ihn für den FF lieber nicht verwenden sollte!!!

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  • sarah sagt:

    @danke jeanwood
    Endlich mal eine sachliche Feststellung
    Warum werden Feststellungen hier oftmals als „Jammern“ ausgelegt? Und warum wird konstruktive Kritik nicht als diese aufgenommen. Sie soll dazu dienen, dass sich Fehler im Spielplan minimieren und Absprachen zwischen UEFA und DFB verbessern! Nicht mehr und nicht weniger

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Detlef
    Zum Begriff „Legionär(-in)“ generell im Sport:
    So bezeichnet man in der Gegenwart eine(n) Sportler(-in), der/die außerhalb seines Heimatlandes professionell tätig ist!
    Insofern ist da ein Unterschied und eben kein Zusammenhang zum hässlichen Söldner-Begriff! Denn was hat die Bezahlung/Entlohnung mit der Nationalität zu tun?
    Zu Deinem Vergleich: Militärangehörige sind Soldaten, nicht Söldner, wenn es um die offizielle Armee eines Staates geht! Söldner dagegen sind militärisch Ausgebildete, die ihre Dienste wechselnden Auftraggebern, i.d.R. meistbietend und damit abhängig von der Besoldungshöhe, anbieten! Sind das unsere Fussballerinnen? Wohl kaum!

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  • expert1 sagt:

    Diese Begriffe gehöhren nicht in den Sport allgemein. Aber man sieht an den Beiträgen doch, wie einzeln reagiert wird. alles gute bis zum nächsten……………………………….

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