Die Tops und Flops der Woche 32/2010

Von am 17. August 2010 – 9.44 Uhr 14 Kommentare

In dieser Ausgabe unserer Reihe Tops und Flops beschäftigen wir uns mit treffsicheren Torjägerinnen, einer neuen Frauenfußball-Website sowie Lehrstunden für die Aufsteiger.

Tops

Grings lässt es fünfmal klingeln
„Ich habe wahnsinnig viel vor. Ich will meine Bestleistung abrufen. Ich will eine Führungsrolle im Verein und der Nationalmannschaft ausfüllen. Ich will meine Mitspielerinnen mitreißen“ – das sagte Inka Grings, frisch gebackene Fußballerin des Jahres in der vergangenen Woche in einem lesenswerten Interview. Und ließ sogleich Taten folgen. Beim 9:0-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen traf sie gleich fünfmal ins Schwarze und setzte sich somit bereits nach dem ersten Spieltag wieder an die Spitze der Torjägerliste. Ein mehr als gelungener Einstand in die WM-Saison 2010/11.

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Erfolgreicher Start für Saarbrücken
Für die wohl größte Überraschung des ersten Spieltags der Frauenfußball-Bundesliga sorgte der 1. FC Saarbrücken. Beim DFB-Pokal-Finalisten FF USV Jena feierte das Team von Trainer Stephan Fröhlich dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung einen unerwarteten 3:1-Auswärtssieg. Bereits in der Anfangsviertelstunde legten Christina Arend und Nina Rauch den Grundstein zum Erfolg. Arends zweiter Treffer sorgte für die Entscheidung, zuvor hatte Saarbrücken ein wenig Glück, dass U20-Weltmeisterin Sylvia Arnold nur Pfosten und Latte traf. Nach dem Sieg im DFB-Pokal auch ein gelungener Start in die Liga für die als Abstiegskandidaten gehandelten Saarländerinnen.

Nina Rauch lässt Saarbrücken jubeln. (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

Hartel schießt Hoffenheim in den siebten Himmel
Auch eine andere Torjägerin machte am vergangenen Wochenende von sich reden. Susanne Hartel, in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals noch wegen einer Tätlichkeit vom Platz geflogen, aber dennoch für die 2. Frauenfußball-Bundesliga spielberechtigt, traf beim 3:0-Überraschungserfolg von Aufsteiger TSG 1899 Hoffenheim gegen den VfL Sindelfingen gleich dreimal ins Schwarze. Und benötigte dafür gerade einmal 16 Minuten. Schade nur, dass Susanne Hartels Website von dieser tollen Leistung noch nichts weiß, der letzte Eintrag stammt vom 16. März.

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Soccerdonna erblickt Licht der Welt
Bei der bevorstehenden Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland will auch der Axel-Springer-Verlag ein Stück vom Kuchen abbekommen. Nur so ist wohl zu erklären, dass der 51prozentige Springer-Ableger Transfermarkt.de ein Online-Angebot zum Thema Frauenfußball gestartet hat – Soccerdonna.de. Wie auch der große Bruder liefert das Portal eine große Datenbank mit Infos aus der Frauenfußball-Bundesliga bis hinunter zu den Regionalligen. Darüber hinaus News, Porträts und ein Tippspiel. In Zukunft soll auch noch die von Transfermarkt.de bekannte Gerüchteküche folgen.

Flops

Lehrstunde für die Aufsteiger
Die Aufsteiger in die Frauenfußball-Bundesliga und die zweite Frauenfußball-Bundesliga mussten gleich am ersten Spieltag bitteres Lehrgeld bezahlen. Bayer 04 Leverkusen fing sich beim FCR 2001 Duisburg eine herbe 0:9-Klatsche ein, nicht viel besser lief es für den 1. FFC Recklinghausen, der beim SC Freiburg mit 0:8 unter die Räder kam. Und der 1. FC Lübars unterlag auf eigenem Platz gegen den Hamburger SV II mit 1:6. Bleibt nur die Hoffnung, dass sich derartige Ergebnisse im weiteren Saisonverlauf nicht häufen, sind sie doch nicht gerade ein Aushängeschild für den Sport.

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Fehlstart für den 1. FFC Frankfurt

Drei Tore schoss der 1. FFC Frankfurt bei seinem Gastspiel in Wolfsburg. Genug, um ein Spiel, zu gewinnen. Sollte man meinen. Doch am Ende stand das Team von Trainer Sven Kahlert bei der 3:4-Niederlage ohne Punkte da. Enttäuschend war vor allem, wie leicht sich die wenig kompakte Frankfurter Defensive von einem keineswegs übermächtigen Gegner aushebeln ließ. Die Moral stimmt im Team, das zeigte die Aufholjagd nach dem 1:3, doch bessert sich die Defensivarbeit aller Mannschaftsteile nicht schon bald, könnte der Traum vom europäischen Wettbewerb bald schon wieder vorbei sein.

Ehrung durch Stellvertreter
Zum zweiten Mal in Folge wurde Duisburgs Stürmerin Inka Grings bei der vom Fachmagazin „Kicker“ durchgeführten Wahl zur „Fußballerin des Jahres“ ausgezeichnet. Zur Ehrung schickte der „Kicker“ seinen stellvertretenden Chefredakteur Jörg Jakob nach Duisburg. Zur Auszeichnung Arjen Robbens begaben sich hingegen am vergangenen Freitag gleich die beiden Chefredakteure Rainer Holzschuh und Klaus Smentek in die Münchner Allianz Arena. Die „Kicker“-Berichterstattung über den Frauenfußball mag sich bereits verbessert haben, doch von Gleichbehandlung ist man noch meilenweit entfernt.

Umeå auf absteigendem Ast
Es ist noch gar nicht lange her, da gehörte Umeå IK zu den Top-Adressen des europäischen Frauenfußballs. Noch im vergangenen Jahr stand man etwa im Halbfinale der Champions League. Doch die finanziellen Probleme sowie die Abgänge von Spielerinnen wie Weltfußballerin Marta, Ramona Bachmann oder auch Manager Roland Arnqvist haben Spuren hinterlassen. Eine 1:4-Niederlage gegen Limassol bedeutete das Aus in der Champions-League-Qualifikation, in der Liga hat man als Tabellenachter unfassbare 26 Punkte auf Spitzenreiter Malmö. Da kann man nur die Daumen drücken, dass das Team in den kommenden Jahren nicht komplett in der Versenkung verschwindet.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

14 Kommentare »

  • Fuxi sagt:

    Die Einführung von Soccerdonna in ihrem Dasein als reine Portfolioerweiterung ohne ernsthaften Hintergrund (außer Klickzahlen für den ASV) als „Top“ zu werten, halte ich durchaus für eine mutige Entscheidung (= selten so einen Bullshit gelesen)…

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  • Markus Juchem sagt:

    @Fuxi: Aus meiner Sicht ist erst einmal jedes neue Angebot, jede neue Website, die sich dem Thema Frauenfußball widmet, ein Top, weil sie die Frauenfußball-Landschaft um eine Stimme bereichert, das Thema einem breiteren Kreis zugänglich macht und so dem FF in der Öffentlichkeit zu mehr Aufmerksamkeit verhilft. Ob Soccerdonna.de auf Dauer eine Bereicherung sein wird, kann man jetzt doch noch gar nicht beurteilen. Es bleibt ja jedem selbst überlassen, das Angebot zu nutzen oder nicht.

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  • laasee sagt:

    Frankfurt must worry about following Umea in decline. The landscape at the top of European football is now filled by Potsdam, Duisburg and Lyon.

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  • Jarmusch sagt:

    Soccerdonna.de ist die weibliche Version von transfermarkt.de. Und wenn man sieht was über die Jahre aus transfermarkt.de geworden ist, dann kann man sich auf hoffentlich ähnliches freuen. Klar, bisher ist das Angebot noch arg dünn und lückenhaft.

    Geduld, Geduld!

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  • expert1 sagt:

    zum Frauenfußball hat sich ein Neues Medium gemeldet, 2011 WM muß man dabei sein, sie werden sicher einige Frauenfußball Expertinnen abwerben. abwarten wer auf den fahrenden Zug aufspringt. ich könnte ein paar Namen nennen (bis später). zur sache Grings, das Angebot im Presseraum in Duisburg und in der A Arena in München läst die entscheidung schnell fallen ( der jetzige chefredakteur war im frühjahr im westen bei einer verleihung dabei) er hat sofort einen guten ersatz hingeschickt. Auch der Kicker wird berichten müssen Franz Beckenbauer wird denen schon auf den Zahn fühlen. Wenn Steffi Jones in um Hilfe bittet. Fehlstart für 1.FFC wie Womensoccer schreibt, das ist noch geschweichelt, wenn Welttorfrau A 4 Eier reinbekommt, ist dies eine Plamage, eine chance für Holl sich gut zu verkaufen. Frau Neid wird dies zur kenntnis nehmen. Potsdam wartet schon.

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  • Oliver sagt:

    Auch ich begrüße erstmal alle neuen Frauenfußball-Medien. So auch Soccerdonna. Aus eigener Framba.de-Sicht ist es allerdings schon ziemlich ärgerlich, wenn man dort im Forum lesen muss, dass die Bestückung der Erstligavereine ganz einfach wird, weil man ja nur die Daten von Framba.de, die-torjaeger.de, etc. zu kopieren braucht… Schon blöd, wenn man den Vereinen stundenlang hinterhertelefoniert, um an aktuelle Kaderinformationen zu kommen, die sie selbst nicht mal auf der eigenen Webseite kommunizieren – und eine 51%-ige Springertochter schöpft dann im Vorübergehen den Rahm ab. Bin trotzdem mal gespannt, wie sich Soccerdonna weiterentwickelt.

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  • Fuxi sagt:

    @Oliver
    Das Geile ist: Der Kader HSV II. ist noch aus der letzten Saison…
    Aber dass man sich Arbeit macht, und andere (vulgo: die von Springer) setzen sich ins gemachte Nest, ist schon beschissen.

    Wetten, dass die ganz schnell mit Abmahnung und Leistungsschutzrecht da sind, wenn es darum geht, dass WIR von DENEN was übernehmen?

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  • Detlef sagt:

    Absolutes TOP-Ereignis war für mich der klare Sieg des FCS in Jena!!!
    Dies kann man gar nicht hoch genug bewerten, wenn man sich die Querelen in und um die Frauenabteilung ansieht!!!

    Als Flop sehe ich auch die hohen Niederlagen vor allem die von Leverkusen!!!
    Was hat man nicht alles für Vorschußloorbeeren gelesen!!!
    Ja es war sogar schon von der baldigen Ablösung des FCR durch Bayer Leverkusen zu lesen!!!
    Die harte Realität sieht jetzt etwas anders aus, und die Brötchen sind plötzlich viel kleiner geworden!!!

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  • Jarmusch sagt:

    Detlef schrieb: ‚Ja es war sogar schon von der baldigen Ablösung des FCR durch Bayer Leverkusen zu lesen!!!‘
    Wer soll denn sowas gesagt haben? Ich habe davon nichts gehört.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    So verpeilt kann man ja gar nicht sein, um so eine Aussage zu tätigen, die ich allerdings auch nirgendwo aufgeschnappt habe. Das kann selbst bei den Bayer-Aktiven nur für heftiges Kopfschütteln sorgen.
    Ich hätte da eher den Vergleich, das Bayer Leverkusen die Aussenstelle oder meinetwegen B-Elf des FCR ist, nachempfinden können. 😉

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  • Winter sagt:

    @Oliver
    Also, ich habe heute morgen, wie jeden Tag, auf die Framba.de Seite geguckt. Ich finde die Idee mit den Zuschauerzahlen echt gut!
    Zu den mir derzeit bekannten Internetseiten kann ich sagen, dass ich womensoccer.de, fansoccer.de und framba. de auf unterschiedliche Art und Weise sehr gut finde.
    Diese werden sich meiner Meinung nach auch behaupten, da sie ganz unterschiedliche Ausrichtungen haben. fusa-online.de und ffnews.de gefallen mir eher weniger und haben nachgelassen bzw. nie ein bestimmtes Niveau erreicht.
    Bei soccerdonna.de denke ich, wird eher die Unsachlichkeit und Oberflächlichkeit ins FF-Geschäft gebracht, so wie sie vor einigen Tagen auch von Trainer Bernd Schröder angesprochen wurde. Mit anderen Worten, im Normalfall braucht man die Seite für eine nicht!

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  • expert1 sagt:

    es gibt etwas neues, dort steckt kapital dahinter, die können auch WOMENSOCCER übernehmen, so wie in der FREIEN WIRTSCHAFT. ( Siehe 11 FREUNDE ) S………………donna

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  • WalesGER sagt:

    🙂 Zuschauerzahlen auf Framba.de …naaaaaaaa…hat sich da einer inspirieren lassen?? 😉
    also das der SpringerrVerlag angesichts des Erfolges der U20WM und der bevorstehenden FrauenWM natürlich auch was vom Kuchen abhaben will, ist ja klar…grundsätzlich finde ich es auch nicht schlimm ein weiteres Portal zu haben, da bestimmt auf den üblichen Springerseiten für dieses Portal geworben wird und dann evtl. ein paar mehr Menschen auf den Frauenfussball aufmerksam werden..
    ( ja ja wo Licht ist ist auch Schatten,klar kann man jetzt streiten,ob man den gewöhnlichen Springerleser unbedingt mit Frauenfussball begeistern möchte..aber es erblöden sich ja quasi ganz „gescheite“ Leute für das Grösste SpringerBABY zu werben und zu zugeben, dass sie diese „zeitung“ lesen )
    was ich natürlich nicht gut finde, und auch nur in der Grauzone Internet möglich ist..Plagiatur! einfach sachen kopieren und einfügen (oder copy und paste wie es so chön neudeutschanglizistisch heisst) das geht ja garnicht! ausser es wird vorher gefragt und deutlich gemacht, woher es kommt!!
    sollen die sich doch die Arbeit selbst machen!! 🙂

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  • Oliver sagt:

    @WalesGER
    ich hatte die Skripte für die Zuschauerzahlen halb fertig in der Schublade, ich brauchte also nur einen Tritt in den Allerwertesten, dass ich sie auch einbaue. Vielen Dank dafür! 😉

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