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Zoff in England: US-Profi Sanderson erklärt Rücktritt

Von am 16. August 2010 – 22.19 Uhr 9 Kommentare

Mit gerade 22 Jahren hat Lianne Sanderson ihren Rücktritt aus der englischen Nationalmannschaft erklärt. Verletzungen haben sie zu diesem Schritt nicht bewogen – die Stürmerin will nicht länger unter Trainerin Hope Powell spielen.

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Bei Arsenal in der Premier League bereits Torschützenkönigin, seit dieser Saison für Philadelphia Independence in der US-amerikanischen Profiliga aktiv. Im Nationaldress lief Sanderson 29 Mal auf – zu wenig, wie sie meint.

Persönliche Probleme mit Hope Powell
„Das Problem dauert nun schon einige Jahre an“, erzählt Sanderson dem Guardian. „Wann immer ich gut gespielt habe, habe ich keine faire Chance erhalten. Ich denke, das hat persönliche Gründe und es gibt einen Punkt, an dem ich das nicht mehr ertragen kann.“

WM-Quali in Spanien ausschlaggebend
Das Fass zum Überlaufen habe das entscheidende WM-Qualifikationsspiel gegen Spanien im Juni gebracht. „Wie kann man mich aus den USA einfliegen lassen, um mich auf die Tribüne zu setzen?“ Und auch im Hinspiel am 1. April saß Sanderson nur auf der Bank. „Gegen Österreich [am 25. März] habe ich getroffen, und nur eine Woche später durfte ich überhaupt nicht aufs Feld.“

Lianne Sanderson will nicht mehr unter Hope Powell spielen. (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

Kein Kommentar von Powell
„Ich möchte meinem Land nicht den Rücken zudrehen, aber solange Hope Powell die Verantwortung trägt, sehe ich mich nicht zurück kehren – und ich denke auch nicht, dass sie mich will.“ Die Nationaltrainerin, die das Team im letzten Jahr ins EM-Finale geführt und just die Playoffs der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2011 erreicht hatte, gab nur ein kurzes Statement ab. „Das war Liannes Entscheidung, und ich respektiere sie – aber ich werde keinen anbetteln, für England zu spielen.“

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9 Kommentare »

  • rockpommel sagt:

    Ich hab ein Déjà-vu!

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  • labrys696 sagt:

    Bürki? 😀

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  • laasee sagt:

    Sanderson has only 4 goals in the WPS. It is always better to argue from a position of strength than from a lower position. Hope Powell is a class coach and is the main reason for the improvement in the England team over recent years.

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  • Jan sagt:

    Schicksal, dass im Schatten eines großen Baumes nichts großes gedeiht.
    Da müsste wohl erst eine Kelly Smith weichen (wie QE II für Prinz Charles).

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  • WalesGER sagt:

    @Jan tja leider kennst Du Dich mit dem Englischen Fussball (Frauennationalmannschaft) nicht wirklich aus…
    Der Grosse Baum wie Du sie nennst, hat nämlich so rein garnichts mit der Entscheidung von Sanderson zu tun!! Im übrigen steht
    Kelly Smith (leider) vor dem Ende Ihrer Karriere.. vorne setzen sich mehr und mehr die Youngsters durch wobei Eni Aluko auch schon zu den alten Hasen zählt und auch Rachel Yankey, die wieder in die Nationalmannschaft verdientermaßen aufgrund herausragender Leistungen zurückgekehrt ist, nicht grade ein Youngster ist!
    Doch mit Ellen White ist ein herausragende junge Stürmerin in der A-Natio mittlerweile zu einer festen Grösse geworden …zusammen mit Sanderson wäre es ein Sturmduo, dass seines gleichen suchen würde und höchstens evtl. nur vergleichbar wäre, wenn Grings und Popp oder Grings und Bajramaj mal zusammen spielen (würden) …
    das Problem ist, dass es sich hier eine 22jährige, handelt,die sich nicht im Stande sieht, die ANTIPATHIE auszuhalten -die leider offensichtlich besteht -und die durch das Spiel-System-Powells auch keine wirkliche Chance sieht, sich in der Mannschaft einzufügen…
    mit 22Jahren somit den Rücktritt aus der AMannschaft zu verkünden….ob das eine schlaue Idee war, wird sich zeigen…jedenfalls wird sie die nächsten 1 1/2 Jahre mindestens ..wahrscheinlich eher noch bis 2012 nach der Olympiade ( dort wird es zu 98% erstmals eine Frauenfussballmannschft für Großbrittanien geben,welche vermutlich mehr oder weniger aus Englischen Spielerinnen und Powell als Trainerin bestehen könnte) somit keine Chance auf „Rückkehr“ in die Mannschaft haben!
    Schade für England!!

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  • Nora Kruse sagt:

    Also da wäre ich wohl nicht ganz so voreilig. Zustimmung gibt’s von mir definitiv, dass Ellen White Hoffnung macht, denn sie könnte sich zu der Stürmerin entwickeln, die England noch nie gehabt hat: eine effektive, die tatsächlich Tore schießt. In den letzten Jahren ging die größte Gefahr eigentlich immer vom Mittelfeld aus (F. Williams, K. Smith (machmal ja auch Sturm)). Aber als feste Größe würde ich sie noch nicht bezeichnen. Sie ist 21 Jahre und hat erst fünf (!) Länderspiele absolviert – in denen mit drei Toren allerdings einen sehr guten Eindruck hinterlassen hat. Auch sie muss erstmal beweisen, dass sie dieses Level halten kann. Mit ihrem Wechsel zu Arsenal hat sie sich mit Sicherheit einen Gefallen getan, aber da muss man erstmal abwarten…

    Skeptisch bin ich auch, dass Lianne Sanderson ihre „Traumpartnerin“ im Sturm wäre. Ich weiß nicht, was alles zwischen Sanderson und Powell vorgefallen ist, aber rein sportlich kann ich die Entscheidung, im Sturm z.B. eine Eni Aluko vorzuziehen, nachvollziehen. Rechnet man es allein auf Tore um, ist Sanderson etwas effektiver, aber Aluko gefällt mir im Zusammenspiel mit (offensivem) Mittelfeld besser, schafft mehr Räume und hat sich v.a. in den letzten ein bis anderthalb Jahren enorm weiter entwickelt. Bei der EM konnte man deutlich sehen, wie sie von der WPS profitiert hat (wo sie auch besser eingeschlagen hat als Sanderson). Darüber hinaus ist sie mit 23 Jahren gerade ein Jahr älter als Sanderson, halt also prinzipiell noch die gleiche Zeit/Entwicklung/… vor sich.
    Darüber, ob und wie gut sie mit einer Ellen White harmoniert, will ich mir allerdings noch kein Urteil erlauben – ich habe die beiden noch nie gemeinsam auf dem Feld gesehen. Aber im Sturm gibt es mit Jess Clarke auch ein weiteres Talent, das bislang einen guten Eindruck hinterlassen hat und auf die man gespannt sein darf.

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  • Antje aus London sagt:

    Lianne Sanderson hatte in ihrer Zeit bei den Arsenal Ladies eine phaenomenale Torausbeute. Dies hat sie in der Nationalmannschaft nie zeigen koennen, obwohl bis vor kurzem der Grossteil der englischen Startelf auch im Verein bei Arsenal zusammen gespielt hat.

    Wann immer in der englischen Frauenfussball-Presse die Arsenal-Mannschaft vorgestellt wurde, haben ihre Mitspielerinnen Sanderson als jemand beschrieben, die immer einen flotten Spruch auf Lager hat. Die Bechreibungen erinnerten etwas an Anja Mittag und Lira Bajramaj wenn sie ihre Shoppingausfluege fuer Fake-Designer-Handtaschen in China beschreiben. Eni Aluko spielt deutlich mannschaftsdienlicher und ist eine sehr intelligente Spielerin und Person. Vielleicht wirkt das bei Hope Powell besser?

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  • WalesGER sagt:

    also da hab ich mich falsch ausgedrückt mit der „festen Grösse“ ..was ich meinte ist, sie zählt jetzt schon zum festen Kader der A-Nationalmannschaft während Clarke und auch z.b. Dowie (eine weitere junge Stürmerin…mit der übrigens Powella uch ein kleines nicht-sportliches Problem zu haben scheint) durchaus auch in der U23 Nation noch auftauchen! Natürlich spielt White noch nicht durchgehend und von Anfang an in der A-Natio! Und mit Jess Clarke hat sie auch deswegen eine exzellente Sturmpartnerin,weil die beiden sich sozusagen aus dem „eff-eff“ kennen…… Aluko hat sich seit Ihrem Wechsel in die WPS enorm gesteigert und ist vorallem laufbereiter geworden..
    Das Traurige ist eigentlich meiner Meinung nach eher, wie das ganze Abgelaufen ist …und wie gesagt,dass eine 22 jährige sich nicht im Stande sieht,auch mal etwas Druck und Rückschläge auszuhalten und an sich zu arbeiten und eine Trainerin, die sowohl als Spielerin als auch als Trainerin für den Englischen Frauenfussball enormes geleistet hat, davon zu überzeugen, dass sportliche Aspekte letztlich den Ausschlag geben sollten…..
    Mannschaftsdienlichkeit und auch zurückhaltung stehen bei Powell tatsächlich sehr hoch im Kurs @antje von daher kommt die Art von Sanderson und auch von Dowie unter Umständen nicht so unbedingt bei Hope an 😀

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  • Jan sagt:

    Stimmt, WalesGer: Ich hätte es besser als Frage formulieren sollen. – Naja, dann behaupte ich jetzt eben das Gegenteil, hihi.

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