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Bundesliga-Vorschau: die Abstiegskandidaten

Von am 14. August 2010 – 22.30 Uhr 2 Kommentare

Im dritten Teil unserer Vorschau auf die kommende Saison der Frauenfußball-Bundesliga widmen wir uns den Mannschaften, die vermutlich um den Klassenerhalt kämpfen müssen.

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Überraschungen sind nie ausgeschlossen, doch einige Mannschaften werden werden es wohl schwerer haben, in der Ersten Bundesliga zu bleiben – die Aufsteiger aufgrund des großen Leistungsunterschieds zwischen der ersten und zweiten Liga, aber auch für den 1. FC Saarbrücken dürfte es allein um den Klassenverbleib gehen.

Viele Abgänge bei den Saarländerinnen
Schon vor der vergangenen Saison hatte der 1. FC Saarbrücken viele Abgänge zu verzeichnen – umso überraschender war, dass der FC damals als Aufsteiger die Klasse halten konnte. Mit Torhüterin Romina Holz kehrt eine der damaligen Abgänge zurück ins Saarland, doch beim FC bleibt die Situation schwierig, denn erneut haben einige Leistungsträgerinnen dem Verein den Rücken gekehrt. Stephanie Kaiser, Sabine Blank und Barbara Legrand beendeten ihre aktive Karriere, Selina Dambier geht zurück nach Frankfurt und die US-Amerikanerinnen Meredith Teague und Kelli Conkrite in die Heimat.

Neben Holz ist Sarah Schatton (vom 1. FFC Frankfurt) der namhafteste Neuzugang, doch es wird trotz allem eine schwere Saison für den FC – die anderen neuen Spielerinnen kommen alle aus Vereinen unterer Ligen, sowie im Fall von Elisabeth Scherzberg und Nina Rauch aus der eigenen Jugend.

Ausgangslage unverändert
Die Voraussetzungen, mit denen der FC in die Saison startet, sind im Vergleich zur Vorsaison also nahezu unverändert, auch wenn Saarbrücken weiterhin auf die international erfahrenen Cynthia Uwak und Sif Atladottir zur Verfügung stehen. Aber die Mannschaft hat bereits gezeigt, dass sie überraschen kann und nicht abgeschrieben werden sollte.

Tanja Schulte zuversichtlich
Vor zwei Jahren war der Herforder SV zum ersten Mal in die Erste Bundesliga aufgestiegen und am Ende der Saison wieder abgestiegen. Nun sind die Ostwestfälinnen zurück und wollen sich in der Liga halten. Das Auftaktprogramm ist denkbar schwer, an den ersten sechs Spieltagen warten die besten sechs Mannschaften der Vorsaison. „Wir machen aber nicht noch mal den Fehler, dass wir uns gegen die starken Mannschaften erst gar nichts zutrauen. Ich glaube nicht, dass wir da keinen Punkt holen werden“, gibt sich Trainerin Tanja Schulte in einem heute veröffentlichten Westfalen-Blatt-Interview dennoch optimistisch.

Nationalspielerin Marion Gröbner wechselt nach Herford. (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

Herford verstärkt sich im Ausland
Unbegründet ist Schultes Optimismus keineswegs, im Vergleich zum ersten Bundesligaaufstieg konnte sich der HSV weit besser verstärken. Aus Österreich kommen Laura Feiersinger, Verena Aschauer und Marion Gröbner, aus Belgien Heleen Jaques und Jessy Torreele. Lena Wermelt kommt von Bundesligakonkurrent FCR 2001 Duisburg, Christina Drewitz bringt Zweitligaerfahrung aus Gütersloh mit, spielte jedoch zuletzt für Arminia Bielefeld in der Westfalenliga. Neue Nummer Eins wird Tessa Rinkes, U20-Weltmeisterin von 2004. „Wir haben jetzt einen großen und ausgeglichenen Kader. Damit sind wir stark genug“, so Schulte weiter. Qualitativ hat Herford einen Sprung nach vorne gemacht, doch es bleibt abzuwarten, wie der HSV auf mögliche Verletzungen von Leistungsträgerinnen reagieren kann – hier lag in der ersten Erstligasaison der Knackpunkt. Hinzu kommt, dass im Kreise der Neuzugänge kaum Erstligaerfahrung vorhanden ist. Wermelt und Rinkes spielten zwar bereits im Oberhaus, bekamen jedoch kaum Einsatzzeiten.

Leverkusen im WM-Jahr erstklassig
Eine der Spielstätten der Frauenfußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr wird Leverkusen sein, und so hat Bayer 04 zum günstigsten Zeitpunkt den Aufstieg in die Erste Bundesliga gefeiert. Die Neuzugänge können sich sehen lassen (u.a. Marith Prießen, Shelley Thompson und Susanne Kasperczyk), die Trainingsbedingungen im Profiverein hatte Trainerin Doreen Meier bereits zu Zweitligazeiten gelobt.

Mit dieser Infrastruktur hat Bayer innerhalb von nur zwei Spielzeiten auf Aufstieg geschafft und die finanziellen Möglichkeiten bekommen, sich gezielt zu verstärken. Doch trotz überzeugender Leistung in der zweiten Liga ist für die Spielerinnen der Druck im Oberhaus ein anderer. Im Duell mit Erstligakonkurrenten gab es zuletzt in der Sommerliga keine überzeugenden Vorstellungen. Bayer erreichte – im Gegensatz zu Herford – zwar das Final Four, schoss dort jedoch kein einziges Tor. Auf eine 0:5-Niederlage gegen Duisburg folgte ein 0:3 gegen Essen-Schönebeck.

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2 Kommentare »

  • Jarmusch sagt:

    Ich denke zu den drei genannten Teams kann man noch Essen und Hamburg dazurechnen.

    Essen wird mir in den verschiedenen Prognosen ein wenig überschätzt. Mag sein, dass Weissenhofer eine große Verstärkung wird, Tarr hingegen ist wohl eher guter Durchschnitt. Und die vier Reservespielerinnen aus Duisburg sollte man tunlichst nicht überschätzen. Mit Ausnahme von Hauer haben sie auch noch nicht viel vorzuweisen.
    Die Abgänge von Löwenberg (hatte die meisten Einsätze letzte Saison für Essen), Weichelt, Wesely, Zurrer sind nicht ohne.
    Hoffnung gründet sich vielleicht im Trainerwechsel, der leistungsmäßig stagnierenden Spielerinnen wie Hamann, Özer oder Goddard (sofern die Gesundheit es zulässt) helfen könnte.
    Wenn ein denkbarer Start mit 0 Punkten aus zwei Spielen eintritt, könnte das bereits zu einer Nagelprobe für den weiteren Saisonverlauf werden.

    Bei Hamburg hat sich fast schon traditionell wenig im Kader verändert. Das kann ein Vorteil sein, andererseits kann Konkurrenz im eigenen Lager (in Form von neuen hungrigen Spielerinnen) auch belebend wirken. Viel wird wieder von Kim Kulig abhängen. Und wenn Crnogorcevic nicht an ihre guten Leistungen aus der Vorsaison anknüpfen kann wird es auch mit dem Toreschießen eng. Zudem sollte man keine größeren Verletzungssorgen haben, da meines Erachtens die qualitative Breite im Kader nicht gegeben ist.

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  • Detlef sagt:

    Auch Jena darf man wieder zu den Abstiegsgefährdeten Mannschaften zählen, wenn auch mit starker Tendenz nach oben!!!
    Heidi Vater war ein Großteil des USV-Erfolges!!!
    Ob der „Neue“ sich da so schnell reinfuchst, wird sich zeigen!!!
    Der Kader wurde gut verstärkt, denn mit Bartke, SCHIEWE und BROSIUS, kommen starke Kräfte nach Jena!!!

    Essen muß erst beweisen, daß sie das Abstiegsgespenst schnell verscheuchen können!!!
    Ihr Problem waren ja vor allem die vielen Ausfälle.
    Wenn in den ersten Spielen die Punktausbeute mager bleibt, kann sich die Negativ-Spirale auch wieder nach unten drehen!!!

    Hamburg sollte eigentlich wenig Abstiegssorgen haben, muß dafür aber auch mehr tun!!!
    Der HSV-Kader ist definitiv erstligareif, und mit etwas mehr Konstanz, sollten die benötigten Punkte für den Klassenerhalt schnell eingefahren werden!!!
    Für diese Konstanz könnte die Tatsache, daß der Kader fast unverändert blieb, ihren Teil dazu beitragen!!!

    Für Saarbrücken wird es wohl sehr eng werden, da zu den Verletzungssorgen, jetzt auch noch finanzielle Probleme dazukommen!!!
    Der FCS ist für mich wieder der Top-Abstiegskandidat!!!

    Zu Herford und Leverkusen kann ich nicht viel sagen!!!
    Beide haben sich gut verstärkt, besser als Saarbrücken!!!
    Beide Teams haben auch sehr gute Trainerinnen!!!
    Für Herford spricht ihre (wenn auch nur einjährige) Erstligaerfahrung!!!
    Für Leverkusen spricht das professionellere Umfeld!!!

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