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Bundesliga-Vorschau: das Mittelfeld

Von am 14. August 2010 – 12.02 Uhr 1 Kommentar

In Teil zwei der Vorschau auf die neue Saison in der Frauenfußball-Bundesliga beschäftigen wir uns mit den Teams aus dem Mittelfeld.

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Wolfsburg mit großem Kader
Mit 25 Spielerinnen bietet der VfL Wolfsburg einen der größten Kader der Liga auf. Im Poker um Österreichs Nachwuchstalent Laura Feiersinger hat der VfL gegenüber Aufsteiger Herforder SV zwar den Kürzeren gezogen, doch die „Wölfinnen“ bilden nichtsdestotrotz auch eine der internationalsten Mannschaften der Liga. Spielerinnen aus sieben Nationen sind in Wolfsburg aktiv – die Frage wird jedoch sein, ob die individuelle Klasse der Akteurinnen nun auch zu einer konstanten Mannschaftsleistung führen wird.

Schritt für Schritt nach oben
Nach der Rückkehr in die Erste Bundesliga 2006 konnte sich der VfL in der Liga kontinuierlich verbessern. Das erste Jahr wurde auf dem achten Rang abgeschlossen, in der vergangenen Saison waren die „Wölfinnen“ schon Fünfter. Dennoch bot Wolfsburg immer einen Kader auf, von dem man dachte, dass er mehr erreichen könnte. Gegen die Top-Mannschaften war immer mal eine Überraschung drin, doch wurden zu viele Punkte gegen schlechter platzierte Teams vergeben.

Obwohl in Wolfsburg das Verletzungspech schon vor der neuen Saison begann, ist der Kader stärker einzuschätzen, als im vergangenen Jahr. Die Neuzugänge bringen internationale Erfahrung mit, aus Frankfurt wechselte Leni Larsen Kaurin, aus Freiburg Martina Moser – in der Breite ist Wolfsburg gut aufgestellt. Dass sich die Niedersächsinnen auch in diesem Jahr erneut um einen Platz verbessern, was Rang vier bedeuten würde, ist realistisch.

Bad Neuenahr will konstant werden

In der vergangenen Saison war der SC 07 Bad Neuenahr mit Platz sechs die Überraschungsmannschaft – in diesem Jahr solle die Leistung bestätigt werden, um mittelfristig auch oben reinzuschnuppern, so Trainer Thomas Obliers. „Den Grundstock dafür haben wir jetzt mit jungen und talentierten Spielerinnen.“ In der Tat können sich die Neuzugänge der Kurstädterinnen durchaus sehen lassen. Vom FC Bayern München wechselte Bianca Rech an die Ahr, aus Sindelfingen kommen die Rolser-Schwestern Nadine und Nicole, von Absteiger Freiburg die Schweizer Internationale Danique Stein.

Nach der tollen Serie in der vergangenen Saison, sechs Spiele ohne Niederlage und Gegentor, sowie den Neuzugängen ist der Vorteil des „Underdogs“ in dieser Saison allerdings hinfällig – hinzu kommt, dass die Mannschaft mehr Konstanz zeigen muss. Gerade das sei für ein junges Team schwierig, so der Trainer resümierend über die Saison 2009/2010 – und nun sei die Mannschaft gar noch jünger als zuvor.

Wohin marschiert München?
Am Ende der Saison 2008/2009 trennte den FC Bayern München nur ein einziges Tor von der Deutschen Meisterschaft, in der darauf folgenden Saison waren es schon ganze zwanzig Punkte. Ob der FCB die Lücke in dieser Spielzeit zu schließen vermag, ist unwahrscheinlich. Wichtige Stützen, wie Melanie Behringer, Bianca Rech und Mandy Islacker, haben den Verein verlassen – Carmen Roth und Ulrike Schmetz die Karriere beendet. Diesen Verlusten stehen mit Petra Wimbersky und Nachwuchstalent Lena Lotzen gerade zwei Neuzugänge gegenüber. Dazu mit Thomas Wörle ein junger  Trainer auf seiner ersten Trainerstation.

Wohin diese Saison den FCB bringen wird, ist fraglich. Von einem echten Neuanfang kann man angesichts der wenigen Neuzugänge kaum sprechen. Stattdessen dürfte am Ende ein Mittelfeldplatz rausspringen, der wohl in der oberen Tabellenhälfte liegt, der aber dennoch den Kontakt zu den Top-Mannschaften, die man zwischenzeitlich schon hinter sich gelassen hatte, vermissen lässt.

Frischer Wind durch Trainerwechsel
Die SG Essen-Schönebeck entging in der vergangenen Saison nur hauchdünn dem Abstieg, erst am letzten Spieltag konnte der Klassenerhalt gesichert werden. Trainer Ralf Agolli machte den Weg frei für Markus Högner, der mit neuen Ideen frischen Wind in den Kader gebracht hat und auch verstärkt auf Videoanalysen und Taktikschulung setzt. „Körperlich haben sich die Spielerinnen weiterentwickelt. Und unser Passspiel sieht anders aus als noch in der ersten Trainingswoche“, so Högner optimistisch. Er gibt den Klassenerhalt als oberstes Saisonziel aus, hofft aber, dass man dank der Neuzugänge, sich deutlich besser platzieren zu können als in der Vorsaison.

„Mit Ioannidou, Oliveira-Leite, Hauer, Tarr und Weissenhofer haben wir uns sinnvoll verstärkt“, so Högner. Die guten Ergebnisse in der Vorbereitung scheinen ihn in seiner Annahme zu bestätigen. Und auch vom Verletzungspech der Vergangenheit blieb man verschont. Allerdings musste das Team den Weggang von Inka Wesely und Daniela Löwenberg nach Potsdam verkraften. Gelingt es, Stabilität in die Defensive zu bringen und die Spielfreude hoch zu halten, muss ein Platz im gesicherten Mittelfeld kein Wunschtraum bleiben.

Kaum Pause für Kim Kulig (vorne). (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

HSV sieht sich gut gerüstet
Mit einem Trainingslager im thüringischen Bad Blankenburg sowie einem intensiven Konditions- und Taktikprogramm hat HSV-Trainer Achim Feifel versucht, seine Spielerinnen auf die verkürzte WM-Saison einzustimmen. „Wir sind gut vorbereitet“, so Feifel. In Anika Höß vom TSV Crailsheim verpflichtete der HSV eine flexible Spielerin für die Außenbahn, die in der Vorbereitung aber noch eher unauffällig agierte. Jobina Lahr rückte genauso aus der zweiten Mannschaft nach oben, wie die erst 17-jährige Torhüterin Saskia Schippmann, die bereits in der Vorsaison einmal Erstligaluft schnuppern durfte.  Fragezeichen stehen hinter U20-Weltmeisterin Kim Kulig und der Schweizer Nationalspielerin Ana Maria Crnogorcevic.

„Sie hatte kaum Pause, um zu regenerieren, bevor es nun in die extrem lange erste Saisonhälfte geht“, so Feifel über Kulig. Crnogorcevic hat bei der verkorksten U20-WM nicht gerade Selbstvertrauen tanken können und nur eine kurze Vorbereitung absolvieren können. Zudem wird sie dem Team gleich mehrfach wegen Abstellungen zur Nationalmannschaft fehlen, im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan genauso wie voraussichtlich in den zwei zu erwartenden WM-Play-off-Spielen. Zum Saisonbeginn fehlt zudem Imke Wübbenhorst wegen einer Achillessehnenverletzung. Dennoch sollte ein gesicherter Mittelfeldplatz auch in dieser Saison wieder möglich sein.

Jena setzt auf Sturmduo
Auch im dritten Jahr seiner Erstligazugehörigkeit hat man beim FF USV Jena den Klassenerhalt als oberstes Ziel ausgegeben. Erst spät wurde in Trainer Thorsten Zaunmüller von Zweitliga-Absteiger FFC Wacker München ein Ersatz für Heidi Vater gefunden. Der Bayer tritt ein schweres Erbe an und ihm blieb nur wenig Zeit, dem DFB-Pokalfinalisten der Vorsaison seine Vorstellungen zu vermitteln. „Es gilt, eine ganz neue Mannschaft zu formen, wir haben viele neue Spielerinnen“, so Zaunmüller über die Herausforderung.

Carolin Schiewe stieß aus Potsdam zum Team und wurde zur neuen Spielführerin für die zum VfL Wolfsburg abgewanderte Ivonne Hartmann bestimmt. Prunkstück des Teams ist der Sturm, wo Genoveva Anonma aus Äquatorial-Guinea zusammen mit U20-Weltmeisterin Sylvia Arnold für die Tore sorgen soll. „Die Qualität im Angriff ist sehr hoch, das war mir schon nach den ersten Trainingseinheiten klar. Wir werden immer für ein Tor gut sein“, freut sich Zaunmüller. Bis sich das Team findet, wird es möglicherweise noch ein wenig Zeit brauchen, doch der Kader scheint stark genug, um mit dem Abstiegskampf nichts zu tun zu bekommen.

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1 Kommentar »

  • expert1 sagt:

    Gut man spricht auch übers Mittelfeld, aber um Fußball gehts nur leider über die Spitze und wer hintendrin sich bewegt. Im FF besonders. Womensoccer sagt uns hoffehtlich nicht jetzt schon wer in den saueren Apfel beißen muß 2011( Hoffentlich nicht) danke.

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