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Sven Kahlert: „Es herrscht eine andere Stimmung“

Von am 13. August 2010 – 8.56 Uhr 9 Kommentare

Nach zwei verpatzten Jahren will der 1. FFC Frankfurt in der Frauenfußball-Bundesligasaison 2010/11 wieder ganz vorne mitmischen. Im Interview mit Womensoccer spricht Trainer Sven Kahlert über gelungenes Teambuilding, die Integration der Neuzugänge und die schärfsten Konkurrenten.

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Womensoccer: Die Bilanz des 1. FFC Frankfurt in den vergangenen zwei Jahren war nicht gerade rosig. Was stimmt Sie optimistisch, dass es diesmal besser läuft?

Sven Kahlert: Ich denke, wir sind gut gerüstet und wollen das bereits am Sonntag zeigen. Wir hatten eine lange Vorbereitung mit siebeneinhalb Wochen, die meisten Spielerinnen hatten zuvor fünfeinhalb Wochen Urlaub, selbst die Nationalspielerinnen hatten vier Wochen frei. Alle waren ausgeruht und richtig heiß, dass es wieder los geht. Zu 99 Prozent haben die Spielerinnen eine überragende Vorbereitung gemacht, gefühlsmäßig greifen die Rädchen besser. Es blieb auch Zeit fürs Teambuilding. Wir haben ein River-Rafting auf dem Rhein gemacht mit anschließendem Grillabend und Bogenschießen, dazu haben wir in Wiesbaden im Kletterwald Neroberg einen Riesenspaß gehabt. Aber es zählt nicht, ob die Vorbereitung gut oder schlecht war. Man wird sehen, wie das erste Spiel ausgehen wird und wie wir in Wolfsburg auftreten werden. Die ersten vier, fünf Spiele werden zeigen, ob wir auf einem guten Weg sind, unsere Ziele zu erreichen. Wir müssen allerdings ein bisschen aufpassen, weil die beiden Schwedinnen schon zum zweiten Punktspiel nicht da sind, und womöglich auch in Duisburg wegen der WM-Playoffs fehlen werden.

Womensoccer: Musste man sich wegen der verkürzten Saison anders vorbereiten?

Kahlert: Im Prinzip war alles schon bis zum 26. März ausgelegt, das DFB-Pokalfinale wäre das letzte offizielle Spiel. Was danach kommt, wird man sehen, wie wertvoll das für die Vereine ist. Wir haben uns lange Gedanken gemacht und uns dann für eine längere Vorbereitung entschieden, weil wir Dinge aus unserer Sicht besser steuern konnten, damit wir bis zum Winter unser Level halten. In den letzten zwei Jahren waren der FC Bayern München oder auch der 1. FFC Frankfurt von vielen Verletzungen geplagt. Bei Potsdam und Duisburg war dies nicht so schlimm. Doch was passiert, wenn dort Spielerinnen angeschlagen sind? Das möchte ich natürlich niemandem wünschen. Aber wie viele Spielerinnen kommen hinten nach, die diese Qualität haben?

Womensoccer: Sie haben sich prominent verstärkt, den Kader aber verkleinert.

Kahlert: Wir haben 19 Spielerinnen, davon zwei Torfrauen. Dadurch, dass wir den Kader quantitativ verringert und qualitativ verbessert haben, ist eine ganz andere Stimmung da. Melanie Behringer war von Beginn der Vorbereitung an dabei und hat sich schnell eingefunden, denn sie kennt die Nationalspielerinnen und die Spielweise. Jessica Landström braucht sicherlich noch eine Weile, um sich an die Laufwege zu gewöhnen, das ging auch bei Sara Thunebro nicht so schnell. In den USA wird viel mit langen Bällen gearbeitet, hier wollen wir aber Fußball spielen. Aber man sieht, dass sie jede Trainingseinheit weiterbringt. Valeria Kleiner hat erst am Donnerstag ihr erstes Training mitgemacht, wird aber schnell reinkommen. Dazu haben wir noch zwei ganz junge Spielerinnen, die eine gute Vorbereitung gezeigt haben, aber auch in der zweiten Mannschaft spielen werden. Wir haben mit unserem Kader viele Optionen, können uns viel verschieben und die Außenpositionen flexibel besetzen. Man muss nicht 20 Spielerinnen haben, um jede Position doppelt zu besetzen.

Womensoccer: Am Sonntag beginnt die neue Saison der Frauenfußball-Bundesliga mit einem Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg, nicht gerade ein leichter Auftakt.

Kahlert: Das ist gut so, denn dann wissen wir gleich, wo wir stehen. Wolfsburg ist sicherlich ein größerer Gradmesser, als wenn man wie etwa Duisburg mit einem Heimspiel gegen einen Aufsteiger beginnt. Es wäre nicht nur wichtig, dieses Spiel zu gewinnen, sondern mit der Art und Weise uns auch Selbstbewusstsein zu holen und den Schwung mitzunehmen. Wir wollen von Beginn an bei den Topteams dabei sein. Spielerisch werden wir mit demselben System spielen, allerdings mit dem Ziel, weniger Tore zu kassieren und mehr zu schießen. Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Defensive. Wichtig ist, dass man zu Null spielt, denn wir sind immer in der Lage, ein Tor zu schießen. Man muss nicht jedes Spiel 6:0 gewinnen.

Frankfurts Trainer Sven Kahlert ist optimistisch. (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

9 Kommentare »

  • Winter sagt:

    Ich traue Frankfurt einen guten Start in die Liga zu, vielleicht auch am 3. Spieltag gegen Turbine Potsdam zu gewinnen.
    Bis zum 19.12.2010 (nach 17. Spieltagen) wird ihnen aber die Puste ausgehen. Der Kader ist zu knapp besetzt und hat seinen Horizont teilweise überschritten.

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  • Sant sagt:

    Das sehe ich genauso. Frankfurt gewinnt in POT auf jeden Fall wie Saison 2004/2005 !!!

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  • expert1 sagt:

    Der sogenannte CHEFTRAINER, wie in viele nennen, hat jetzt eine WELTELF ZUSAMMEN ALLES WAS RANG UND NAHMEN hat. jetzt liegts nur an der Qualität und Umsetzung des Trainerteams. Es gibt keine ausreden mehr, hoffe Frau Angerer hat gute nerven. der neue Ball von Adidas ist auch keine ausrede mehr……………

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  • djane sagt:

    an den sogenannten „Experten“, Kahlert ist Cheftrainer, und nicht sogenannter Cheftrainer.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ich glaube, hier sollten mal Zwei ihre Glaskugel neu kalibrieren lassen, die sagt nämlich schon völlig hirnrissige Spielergebnisse voraus! 😉

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  • Manne sagt:

    Mal etwas Off-Topic: gibt es eigentlich irgendwo offizielle Zuschauerzahlen der einzelnen BL-Clubs (1. und 2. Liga) für die einzelnen Saisons? Würde mich mal interessieren.

    Und übrigens: Toi, toi, toi FFC ( >> Frankfurt <<).

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  • expert1 sagt:

    Manne und djana, heute Mo 16. August, ich wollte nur sagen er /Kahlert ) muß erst beweisen, und den Namen Cheftrainer. Wie Planlos der 1. FFC in Wolsburg auf dem Feld rumlief, trotz einer Weltauswahl auf dem Platz, man sah keine Handschrift. das wollte ich nur mitteilen und so sah man es am 15. August in Wolfsburg. Der Trainerstab sollte sich gedanken machen. Ein Ergebnis von 3:4 kann ich bei einen Wohltätigkeitsspiel erzielen, aber bei einem Frauenbundesligaspiel 4 Gegentreffer das Kann man beim DFB.TV nicht entschuldigen. Am kommenden Sonntag kommt ja kein Angstgegner………….

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  • Ulf sagt:

    Vielleicht sollte man noch einen zweiten Xperten holen und den running gag dann als Waldorf + Statler verkaufen.

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  • expert1 sagt:

    Sant was ist deine Meinung zum start 1.FFC

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