Bundesliga-Vorschau: das Führungs-Trio

Von am 13. August 2010 – 18.14 Uhr 14 Kommentare

Am Sonntag, 15. August, 14.00 Uhr, startet die Frauenfußball-Bundesliga in ihre neue, wegen der Frauenfußball-WM 2011 auf Mitte März komprimierte Saison. Im ersten von drei Teilen widmen wir uns den Top Drei der Liga.

In einem scheinen sich fast alle einig zu sein: Der Meistertitel dürfte nur zwischen dem 1. FFC Turbine Potsdam, dem FCR 2001 Duisburg und dem 1. FFC Frankfurt vergeben werden.

Turbine gegen die Last des Erfolgs
Meister 1. FFC Turbine Potsdam stieg erst spät am 19. Juli in die Vorbereitung ein, doch für den eingespielten Kader und Trainerfuchs Bernd Schröder sollte es kein großes Problem gewesen sein, sein Team bereits zum Saisonstart gegen den Hamburger SV einigermaßen in Schuss bekommen zu haben. Anders als in der Vorsaison verzichtete man in Potsdam diesmal auf große Neuverpflichtungen, neben Inka Wesely und Daniela Löwenberg (beide SG Essen-Schönebeck) rückten in Kristin Demann, Sandra Starke und Jennifer Cramer drei Spielerinnen der zweiten Mannschaft auf. „Warum sollen wir eine weitere Spielerin von außen holen, wenn die Mannschaft funktioniert?“, so Schröder.

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Nach zwei Meistertiteln in Folge und dem Gewinn der Champions League wachsen im Umfeld die Begehrlichkeiten. „Die Erwartungen, die die Menschen nach der vergangenen Saison an uns haben, sind unheimlich gestiegen“, erklärt Schröder den gestiegenen Druck. Dabei ließ die Vorbereitungszeit nichts zu wünschen übrig, dreimal täglich wurde trainiert, in Österreich stand erstmals ein Trainingslager im Ausland auf dem Programm.  In der vergangenen Saison bewies Turbine, dass man den Tanz auf drei Hochzeiten gut bewältigen kann, auch wenn zum Saisonschluss die Luft etwas dünn wurde. Auch in der neuen Saison sind die Potsdamerinnen ein heißer Kandidat auf Platz eins oder zwei, wenn es gelingt, sich vom Druck zu befreien.

Ist Duisburgs Kader breit genug?
Beim FCR 2001 Duisburg musste man wegen der Champions-League-Qualifikation in Nordirland bereits früh die Saison eröffnen. Der Abstecher nach Belfast verlief erfolgreich, wurde mit der schweren Verletzung von Annike Krahn aber teuer erkauft. Neben der am Knie verletzten Nationalspielerin Linda Bresonik werden zum Saisonauftakt weitere Spielerinnen fehlen. Schmerzlich dürfte man nun Spielerinnen wie Marith Prießen, Elena Hauer oder Lena Wermelt vermissen, die den Verein Richtung Leverkusen, Essen und Herford verließen. Die Duisburgerinnen mussten einen echten Aderlass verkraften, denn aus der zweiten Reihe verabschiedeten sich auch Eunice Beckmann, Ilka Pedersen, Irini Ioannidou oder Ana-Cristina Oliveira-Leite.

Porträtbild von Jessica Landström

Jessica Landström soll den Frankfurter Sturm beleben. (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

Und auch der plötzliche Umbau des Vorstands sorgte für Unruhe hinter den Kulissen. Zum Verein stießen Stürmerin Mandy Islacker (FC Bayern München), Stefanie Weichelt (SG Essen-Schönebeck) und Mirte Roelvink (FC Twente). Islacker soll in der Offensive die Positionen flexibel besetzen, aber auch gelegentlich im Mittelfeld zum Einsatz kommen. Allrounderin Weichelt ist vor allem als Verstärkung für das zentrale Mittelfeld gedacht, Roelvink kann sowohl in der Innenverteidigung als auch auf der rechten Außenbahn agieren. Die Belastung durch den Tanz auf drei Hochzeiten und Abstellungen zu den diversen DFB-Auswahlen und -Lehrgängen werden hoch sein. Den Duisburgerinnen dürfte keine einfache Saison bevorstehen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

14 Kommentare »

  • kantor sagt:

    Das Maß aller Dinge ist Potsdam, weil Bernd Schröder, und sein Trainerstab nicht zu verachten, immer seinen Laden im Osten im Griff hat. Die zweite Reihe könnte ohne wenn und aber in der 1. BL mit spielen. der 1.FFC aus FFM hat einen Kader der dies erst unter bewis stellen mß. Die Nerven sind jetzt schon angegriffen. Und 2001 Duisburg hat ein Abwehrproblem auf sich zukommen, der Rest der LIGA 1 wird nur Trainingspartner der genannten 3……….

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  • expert1 sagt:

    Jessi Landström, wie lange spielte sie in den USA. Den Ball mal Flach halten. Sven Kahlert, ist nicht der erfahrene Trainer für Frauenfußball, das muß er erst beweisen, mit dem 1.FFC der letzten Saison hätte jeder Trainer diese Platzierungen erreicht. Die anderen Gegner in der Liga sind doch weit weg. Potsdam ist eine andere Liga im Moment ! Duisburg da muß man die ersten vier Spiele abwarten Die Restlichen Spielen ihre eigenen Meisterschaften aus. Leider. ……
    Zur U17 WM werden auch noch Spielerinnen abzustellen sein, dann haben wir schon den Salat. Wir haben wieder genug zu motzen, uns gehts wieder gut. auf eine gute Saison 2010/11,,,,,,,,,,,,,,,,,,,

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  • Detlef sagt:

    TURBINE hat wohl den ausgeglichendsten Kader der drei Top-Teams.
    „Die Mannschaft funktioniert“ sagte Schröder, und so kann er da weitermachen, wo er letzte Saison unterbrochen hat!!!
    Das gilt ebenfalls für die Reservespielerinnen, die gegenüber der Stammelf kaum abfallen!!!
    Die Neuzugänge füllen problemlos die Lücken, die durch den Wechsel von CARO SCHIEWE, und LAURA BROSIUS zum USV entstanden sind!!!
    Die zweite Mannschaft zeigte sich mal wieder als gutes Sprungbrett für große Talente, denn gleich 3 haben es in den A-Kader geschafft!!!

    Frankfurt hat zu viele Häuptlinge im Kader, und hat nun noch zwei dazugeholt!!!
    Ihr größtes Problem bleibt aber die Abwehr, und es ist schon sehr fahrlässig von Dietrich, daß er außer mit Valeria Kleiner, nicht für entsprechende Verstärkung gesorgt hat!!!
    Sie haben den mit großem Abstand ältesten Kader der Topteams, und sind somit auch extrem Verletzungsanfällig!!!
    Trotzdem haben sie einen eher kleinen Reservekader, der durch zahlreiche Abgänge auch noch an Qualität verloren hat!!!

    Duisburg wird es wohl, und da muß ich Markus recht geben, in dieser Saison sehr schwer haben!!!
    Die Qualität der Stammelf ist in etwa gleich geblieben, aber ihre Trumpfkarte, ihre gute Reserve, ist doch arg ausgeblutet!!!
    Dabei wird schon zu Beginn der Saison von ihnen viel abhängen, denn neben Annike und Hasret, sind auch Linda, Marina und Inka stark angeschlagen!!!
    Die Neuzugänge sind vom Namen her recht ansprechend, allerdings sind zwei der drei, im Moment noch nicht fit genug, für die Liga!!!
    So gesehen kommt der FCR doch recht malat daher, und es wird nur mit allergrößten Anstrengungen gelingen, einen ähnlichen Absturz, wie er letzte Saison die Bayern-Ladies erwischt hat, zu verhindern!!!

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  • djane sagt:

    Detlef, mich würde mal interessieren, an welchen Kriterien Du „Häuptlingsverhalten“ bei Behringer und Landström festmachst
    !!!

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  • Svensson sagt:

    Yes Detlef, me too.

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  • Detlef sagt:

    Behringer und Landström sind beide gestandene Nationalspielerinnen!!!
    Solche Spielerinnen setzt man nicht so leicht auf die Bank!!!
    Huth und Marozsan dagegen dürfen nur mal kurz vor Schluß rein!!!
    Genau das hatte ich befürchtet, daß die Jugend von der Erfahrung verdrängt wird!!!
    Landström war heute fast ein Totalausfall!!!
    Behringer spielte besser, erzielte auch ein sehr glückliches Tor, aber ähnlich wie bei Bayern, genehmigt sie sich viele Pausen!!!

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  • Markus Juchem sagt:

    @Detlef: Huth und Marozsan haben doch nach der erfolgreichen U20-WM zehn Tage Urlaub erhalten, um sich zu regenerieren und den Kopf freizubekommen. Folglich haben sie auch noch kein einziges Training mit der Mannschaft bestritten, sie sind erst kurz vor dem ersten Spiel überhaupt wieder in Deutschland angekommen. Das ist nur folgerichtig, dass man sie nicht von Beginn an spielen lässt. Daraus ziehst Du den Schluss, dass die „Jugend von der Erfahrung verdrängt wird“? Das ist mir ein wenig zu kurzsichtig. Dass Landström noch eine Weile braucht, hatte Sven Kahlert ja bereits im Interview angesprochen. Die Achillesferse war heute die Defensivarbeit, wer drei Tore auswärts schießt, sollte ein Spiel nicht verlieren.

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  • djane sagt:

    also diese Analogie Natiospielerin=Häuptling=wird nicht auf die Bank gesetzt is mir doch etwas zu einfach, sorry.
    und Huth und Marozsan, die gerade erst eine WM hinter sich gebracht haben, hätte ich auch nicht von Anfang an gebracht. Den „WM-Kolleginnen“ Kulig oder Gessat ging es übrigens ähnlich, die wurden auch nur eingewechselt, bzw. haben im Fall von Gessat garnicht erst gespielt.

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  • djane sagt:

    Markus, geh aus meinem Kopf 🙂

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  • Markus Juchem sagt:

    😀

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  • Svensson sagt:

    Detlef:
    – Okay, I’m with you now. You’re right.
    But who wants to be outside the starting line-up. No player. 🙂

    I was very surprised to see the news about Jessica Landström leaving US for Frankfurt. I thought Frankfurt was looking for another type of player. If they were looking at all.

    Being a newcomer with little time to prepare and learn the system of Sven Kahlert’s, I doubt „Landis“ expected to be playing this early on. A later debut wouldn’t be a problem for her, due to the circumstances. Frankfurt is a highly regarded club with very skillful players. All swedish national players know that.

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  • Detlef sagt:

    Wir werden ja weiter beobachten können, wie sich Marozsan, Huth, und Kleiner in Frankfurt verwirklichen können!!!

    Sehr interessant fand ich da das Interview von Sarah Schatton im SR-Fernsehen, die zu ihren Gründen befragt, warum sie denn von Frankfurt nach Saarbrücken gegangen ist sagte; “ jetzt habe ich endlich wieder Spaß am Fußball spielen“!!!

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  • Jarmusch sagt:

    @Detlef
    Ganz so kann man das aber nicht stehen lassen. Schatton gibt ja letztlich zu ihre Chance in Frankfurt nicht genutzt zu haben. Spaß am Fußball bezieht sich da dann wohl eher auf regelmäßiges Spielen. Als Seitenhieb auf Frankfurt habe ich das nicht verstanden.
    Aber vielleicht hast Du auch Recht und das Zwinkern am Ende des Interviews ging doch in die von Dir beschriebene Richtung.

    Hier der Link (vielen Dank für die Info) zum Beitrag über Saarbrückens Spiel in Jena. In den 30 Minuten Sportsendung liegt er zwischen Minute 5:45 und 9:30.

    http://j.mp/9yhVpg

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  • expert1 sagt:

    Markus, ich kann doch als Trainer Spielerinnen wie M und H nicht einwechseln, wenn andere Spielerinnen die volle Vorbereitung mitgemacht haben, ( die Aktion Respekt hätte ich vom Trainer erwartet ) Was ist ab den Einwechslungen den geschehen, nicht viel oder. In der Reserve die mitgefahren war hat sich sicherlich einiges aufgestaut. Das hat mit Teamgeist nicht zu tun.

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