Champions League: Duisburg will starkes Glasgow stoppen

Von am 10. August 2010 – 8.03 Uhr 29 Kommentare

Heute Abend ab 18.00 Uhr MEZ kämpft der FCR 2001 Duisburg gegen Glasgow City um den Einzug in die K.-o.-Runde der Champions League. Für die Duisburgerinnen steht gegen den unbequemen schottischen Meister sportlich wie finanziell eine Menge auf dem Spiel.

Ein Sieg ist Pflicht, um sich ohne Wenn und Aber einen Startplatz in der Runde der letzten 32 Mannschaften zu sichern. Als UEFA-Pokal-Sieger 2009 und Champions-League-Halbfinalist des Vorjahres will man ein nicht gerade imageförderndes Aus in der Qualifikation verhindern. Bei einem Remis müsste Duisburg darauf hoffen, als einer der zwei besten Gruppenzweiten weiterzukommen. Rechenspiele, auf die man sich sicherlich nicht einlassen will.

Appell an Duisburger Spielerinnen
Wie schnell sich die Dinge negativ entwickeln können, musste gerade der schwedische Vizemeister Umeå IK leidvoll erfahren. Nach einer überraschenden 1:4-Niederlage gegen Zyperns Meister Apollon Limassol LFC steht das Team, ebenfalls Champions-League-Halbfinalist in der vergangenen Saison, vor dem Aus. Wohl auch unter diesem Eindruck sah sich Duisburgs Vorsitzender Dieter Oster dazu veranlasst, an seine Spielerinnen zu appellieren, die Aufgabe mit hundertprozentiger Ernsthaftigkeit anzugehen. „Diese Begegnung ist für uns extrem wichtig; denn es muss unserer sportlicher Anspruch sein, nicht in der Vorrunde auszuscheiden. Genauso wichtig aber ist für den Verein das Weiterkommen auch aus finanzieller Hinsicht; denn dieses Vorturnier kostet uns viel Geld.“

Anzeige

Alexandra Popp wird spielen können. (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

Schottischer Meister echter Prüfstein
Die Schottinnen von Glasgow City haben in ihren bisherigen zwei Spielen gezeigt, dass sie einen gepflegten Ball spielen können, auch wenn die beiden Siege gegen Bratislava (4:0) und Newtownabbey (8:0) als Gradmesser nur bedingt geeignet waren. Doch das Team, das in Katharina Lindner, die unter anderem in der Vergangenheit für den 1. FFC Frankfurt spielte, eine deutsche Spielerin in seinen Reihen hat, ist bis in die Haarspitzen motiviert. Denn man will beweisen, dass man zu Unrecht in die Qualifikation geschickt und nicht gesetzt wurde. Und so dürfte gerade in der momentanen Saisonphase Glasgow City ein echter Prüfstein für die Duisburgerinnen werden.

Popp und Grings einsatzbereit
Erleichterung herrscht bei den Löwinnen aber, dass sowohl Inka Grings als auch Alexandra Popp zum Einsatz kommen dürften. „Alle Belastungstests wurden ohne Beschwerden absolviert“, so Teamarzt Claus Petsch. Grings erklärt: „Die Schottinnen spielen hier gut, aber unser Anspruch ist, diese Begegnung zu dominieren und auch zu gewinnen.“

Tags:

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

29 Kommentare »

  • timmy sagt:

    http://j.mp/c1rQWy
    Ich glaube Rossiyanka geht als frischgebackener Meister in das letzte Vorrundenspiel, da Sonntag Zvezda Perm verloren hat.

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    1:0 für Duisburg durch Annemieke Kiesel in der 11. Minute.

    (0)
  • spoonman sagt:

    Everton führt schon 4:0, Rossiyanka 3:0. Die beiden dürften wohl durch sein 🙂

    (0)
  • pinkpanther sagt:

    Super! Jetzt noch das 2:0, dann können wir uns die Rechnerei sparen 😉

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    Da isses doch schon, 2:0 Grings (27.) 😉

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    3:0 Grings (32.), der Rechenschieber kann weggepackt werden. 🙂

    (0)
  • pinkpanther sagt:

    Ich habs ja mit Kopfrechnen versucht 😉 Aber so isses mir lieber 🙂 Da sollte jetzt wirklich nichts mehr anbrennen …

    (0)
  • Ute sagt:

    ? gibt es irgendwo eine TV-Übertragung? oder live-icker?
    könnte hier bitte jemand den link einstellen. Danke.

    (0)
  • spoonman sagt:

    Zur Halbzeit: Everton, Rossiyanka und Duisburg souverän, Verona (2:0 gegen Krka) dürfte wohl auch nix mehr anbrennen lassen. Bröndby tut sich mit einem 1:0 gegen Sofia noch relativ schwer. Breidablik führt ebenfalls 1:0 gegen Essonne. Und für Umea sieht es ziemlich finster aus.

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    4:0 Laudehr (83. Elfmeter)

    (0)
  • spoonman sagt:

    Breidablik und Essonne liefern sich ein heißes Duell um den Gruppensieg. Kurz vor Schluss steht es 3:3, womit Essonne die Nase vorn hätte. Aber wegen des guten Torverhältnisses wird wohl auch Breidablik weiterkommen.

    (0)
  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ja, und Wensing wurde in der Nachspielzeit 2x gefoult – die Arme! McSorley und Corsie die Übeltäterinnen, schottische Härte eben…

    (0)
  • spoonman sagt:

    [u]Die Gruppensieger[/u]
    1: (DEN) Bröndby 9
    2: (ENG) Everton 9
    3: (CYP) Limassol 9
    4: (FRA) Essonne 7
    5: (ITA) Bardolino 9
    6: (RUS) Rossiyanka 9
    7: (GER) Duisburg 9

    [u]…und die besten Gruppenzweiten[/u]
    4: (ISL) Breidablik 7
    5: (SCO) Glasgow City 6 (12:4)

    Sofia hat mit ebenfalls 6 Punkten und 11:3 Toren die nächste Runde haarscharf verpasst.

    (0)
  • Frank sagt:

    Nicht Glasgow ist als 2. weiter, sondern Krka.

    (0)
  • spoonman sagt:

    Hmm… Aber Krka hat doch nur ein Torverhältnis von 9:4.

    (0)
  • laasee sagt:

    Inka und FCR ist super gut.

    Umea ist raus!!!!

    (0)
  • Frank sagt:

    Es zählen nur die spiele gegen den 1. und 3.
    Das ergibt: Krka 5:4, Sofia 4:3, Glasgow und Umea 4:4

    (0)
  • spoonman sagt:

    Ah, sorry. Das wusste ich nicht. Halte ich aber für eine sehr alberne Regel.

    (0)
  • Jarmusch sagt:

    Echt ne dämliche Regelung!
    Wäre z.B. in Gruppe 1 das normalerweise völlig unwichtige Spiel zwischen dem moldawischen und dem türkischen Vertreter nicht 3:3 ausgegangen, sondern hätten die Türkinnen gewonnen, dann hätte Sofia als Gruppenzweiter 7:3 Tore gewertet bekommen und wäre weiter gewesen. Das Ausgleichstor für die Moldawierinnen fiel übrigens in der 88. Minute. Echt krass.

    (0)
  • Manne sagt:

    Das ist immer wieder das Problem, wenn noch zwei weitere „Beste“ in Gruppenphasen weiterkommen. Wirklich „gerecht“ wird man das nie hinbekommen. Ist ja auch nicht „gerecht“, wenn die einen Mannschaften zugelost bekommen, die „nur“ 7:0 verlieren und die anderen welche, die halt schon mal „12:0“ auf die Mütze bekommen. Solange das Leistungsgefälle so gross ist, schwierig, schwierig.

    (0)
  • Jan sagt:

    @Jarmusch
    Ja, echt krass für Sofia – aber in zweierlei Hinsicht wiederum gerecht:
    1.) Die Moldawierinnen sind zu Recht Dritter, denn sie haben 3:13 Tore, die Türkinnen nur 3:22.
    2.) Qualifizieren sich damit zwei Gastgeber (statt nur einer) als zwei beste Gruppenzweite.
    Diese Regelung macht also schon Sinn. Der Grund dafür dürfte wohl d e r sein: Angenommen, in 2 der 7 Quali-Gruppen spielt jeweils ein ganz schwaches Team mit, was bei dem Leistungsgefälle z.Z. ja durchaus vorkommen kann. Dann wäre das doch ein klarer Wettbewerbsvorteil für die Gruppenzweiten in jenen 2 Gruppen, oder etwa nicht?

    (0)
  • spoonman sagt:

    Äh… Warum soll es „gerecht“ sein, wenn sich ausgerechnet durch diese Regel zwei Gastgeber qualifizieren? Die hatten doch sowieso schon einen gravierenden Vorteil. Wenn sie den nicht nutzen, um Gruppensieger zu werden, haben sie halt Pech gehabt.

    Unterm Strich sollte die UEFA zusehen, dass sie diesen abenteuerlichen Modus möglichst schnell ändert. Diese Miniturniere mit Heimvorteil in der Quali sind mir sowieso ein Dorn im Auge. Das kann man in Juniorenturnieren machen, aber eines Wettbewerbs, der den großspurigen Namen „Champions League“ trägt, ist sowas eigentlich unwürdig.

    (0)
  • Lusankya sagt:

    @spoonman
    Du hast Recht, der Qualimodus ist nicht wirklich gut ausgearbeitet. Aber die UEFA unterstützt das auch nicht wirklich finanziell. Z.B hieß es auf der Duisburger Startseite, dass sie das Qualiturnier Geld kostet!
    Die kriegen nicht etwa Geld dafür, dass sie sich für die CL (Quali) qualifiziert haben, nein, die müssen bezahlen.

    Wenn man anstatt der Miniturniere einen besseren Modus findet, könnte man das vielleicht auch besser vermarkten. Ich war entsetzt, als ich gestern sehen musste, dass ich im Fernsehen ein Vorbereitungsspiel zwischen Stuttgart und Augsburg sehen konnte, aber nicht wie Duisburg die CL Quali spielt.
    Ich gucke zwar sehr gerne Männerfußball, aber ein Testspiel der Männer sollte nicht wichtiger als die CL der Frauen sein…

    (0)
  • spoonman sagt:

    Naja, dass die CL-Quali live im Fernsehen kommt, sollte man wohl in den nächsten 5-10 Jahren erst mal nicht erwarten. Die frühen Runden werden weiterhin quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Aber dann soll man lieber erst mal im KO-Modus anfangen (mit gesetzten und ungesetzten Teams) und für die besten Acht eine Gruppenphase mit zwei Vierergruppen machen. So hat ja die Männer-CL auch angefangen, und das war für mich immer noch der beste Modus.

    Außerdem wäre dieses System im Frauenfußball geradezu ideal, weil es ja (realistisch betrachtet) sowieso nur ca. ein Dutzend Clubs gibt, die auf Topniveau spielen. Wenn man dann acht davon in Gruppen spielen lässt, müsste das eigentlich eine sehr spannende Angelegenheit werden.

    Aber wahrscheinlich hat man Angst davor, dass sich auch dieser Modus (noch) nicht ordentlich vermarkten lässt.

    (0)
  • Manne sagt:

    Ich meine, wenn ein Spiel Stuttgart-Augsburg live gezeigt wird, dann sagt das nur etwas darüber aus, welchen Stellenwert hierzulande der Männerfussball im Verhältnis zum FF eben hat – da liegen halt noch Welten dazwischen (muss ich nur in meinen Bekanntenkreis schauen, die sich nicht die Bohne für FF interessieren). Da sollte man die nächsten Jahre noch nicht zu viel erwarten, umso schöner wenn man erlebt, dass das Interesse und die Akzeptanz langsam grösser wird und die Einschaltquoten bei bestimmten Spielen dann auch stimmen. Siehe CL-Finale oder U20-WM.

    Und nicht täuschen lassen: wenn Erfolge da sind, dann kommen auch Zuschauer (und wenns nur auf die Couch vor dem Fernseher ist), im FF genauso wie bei Schwimmern, Tennisspielern, im Handball, Hockey oder wo auch immer. Ein „nationaler“ Effekt, da wird etwas für Deutschland geholt und damit können sich immer viele identifizieren, sprich kurzzeitiger Aufmerksamkeitssprung. Deswegen ist das Interesse für Gummersbach gegen Lemgo danach weiterhin gering – das interessiert eben nur die, die sich schon immer für Handball interessiert haben.

    @spoonman

    Ich weiss nicht, aber vielleicht hat sich die UEFA bei den Miniturnieren auch was gedacht (hoffe ich). Wenn man diese in Regionen vergibt, wo der FF noch etwas schwach auf den Beinen ist, soll das ja auch einen Aufmerksamkeitseffekt haben, Interesse wecken, schwache Mannschaften die Gelegenheit geben, Erfahrung zu sammeln und diesen Verbänden die Möglichkeit zu geben, so etwas auszurichten. Fällt also auch unter die Rubrik Förderung von FF.
    Wie lang man das so noch machen kann (oder sollte) und inwieweit es sportlich Sinn macht, ist wieder ne andere Frage.

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    @Lusankya: Also ganz so ist es dann doch nicht. Die Vereine erhalten eine Aufwandsentschädigung von der UEFA, wenn sie im internationalen Einsatz sind. Aber richtig Geld verdienen kann man mit der CL sicherlich erst in den späteren Runden.

    (0)
  • Lusankya sagt:

    @Markus Juchem
    Wenn ich das richtig in den Regeln gelesen habe, wird ihnen Aufenthalt und Verpflegung gestellt (vom Gastgeber, welcher dafür Geld von der UEFA bekommt) müssen aber die Reisekosten selbst übernehmen.

    Ab Zeile 11 sagts der Chef persönlich.

    (0)
  • Jan sagt:

    Die Miniturniere find ich OK. Allerdings könnte gern noch Norwegens Vizemeister mitspielen. Um im KO-System auf die Anzahl Teams für’s 1/16-CL-Finale zu kommen, hätten ca. 40 Teams jeweils nur EINEN Gegner (einige Teams hätten Freilos). Bei den Miniturnieren haben immerhin 28 Teams jeweils DREI Gegner! Solch ein Turniercharakter steht der CL m.E.

    Spiele sowie An- u. Abreisen (meist Flüge) gäbe es nur unwesentlich weniger als für Miniturniere. Hingegen bestünde sicher vermehrt die Gefahr zweistelliger Resultate. Wer will schon Hin- UND Rückspiel zweistellig gegen einen übermächtigen Gegner verlieren? Einmal im Miniturnier reicht ja wohl. Außerdem dürfte so ein Miniturnier bestimmt mehr Turnier-Atmosphäre verströmen – vielleicht weiß ja davon jemand zu berichten…

    und @spoonman
    Der Heimvorteil dürfte hier m.E. weniger entscheidend sein als vielmehr die Spielstärke. Wenn ein Verein sich immerhin dazu bereit erklärt hat, eines der Miniturniere auszurichten, und dafür dann mit der Qualifikation zur CL belohnt wird, ist das doch in gewisser Weise auch gerecht, oder?

    (0)

1 Pingbacks »

  • […] ersten Runde ran, die Qualifikation für das Sechzehntelfinale entschied sich erst im letzten Gruppenspiel gegen Glasgow. Der FCR nahm jedoch auch diese Hürde souverän und zog in die nächste Runde ein. […]