Champions League: Duisburg braucht Sieg zum Abschluss

Von am 8. August 2010 – 0.50 Uhr 7 Kommentare

Der FCR 2001 Duisburg hat zwar sein zweites Spiel in der Champions-League-Qualifikation klar gewonnen. Doch aufgrund des schlechteren Torverhältnisses ist ein Sieg gegen Glasgow City im abschließenden Spiel Pflicht.

Die Duisburgerinnen gewannen nach dem 3:0-Auftaktsieg gegen Slovan Bratislava gegen Gastgeber Newtownabbey Strikers locker mit 6:1 (4:0). Doch da Glasgow City gegen Slovan Bratislava mit 4:0 gewann, spricht das Torverhältnis gegen Duisburg (9:1 gegen 12:0). „Jetzt wissen alle, wo dran wir sind; die Konzentration wird also hoch gehalten“, findet Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg die Ausgangsposition dennoch nicht schlecht.

Grings und Popp fehlen
Ohne die am Oberschenkel verletzte Inka Grings und die geschonte Alexandra Popp versprühte das Team trotz des klaren Siegs nur wenig spielerischen Glanz. Dabei erzielte Luisa Wensing per Kopf nach Flanke von Marina Himmighofen schnell das 1:0 (3.), und nur Augenblicke später war die Ersatz-Mittelstürmerin wieder per Kopf zur Stelle, diesmal bedient von Simone Laudehr (7.).

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Doppelschlag von Roelvink
Gegen die sich ganz auf die Defensive konzentrierenden Gastgeberinnen dauerte es bis zur 33. Minute, ehe eine niederländischen Koproduktion für den dritten Treffer sorgte. Einen Eckball von Annemieke Kiesel drückte Mirte Roelvink ebenfalls per Kopf ins Netz. Und die extra aus dem irischen Urlaubsort angereisten Eltern der Neu-Duisburgerin durften ein weiteres Mal jubeln, denn nach erneuter Kiesel-Ecke und Verlängerung von Annike Krahn war erneut Roelvink zur Stelle (36.).

Martina Voss-Tecklenburg muss mit dem FCR gewinnen, um im Wettbewerb zu bleiben. (c) Nora Kruse, ff-archiv.de

Ehrentreffer durch Nelson
Julie Nelson erzielte aus dem Gewühl heraus in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit den Ehrentreffer (53.), doch Kiesels Eckenspektakel ging weiter, diesmal setzte sie Krahn in Szene, die mit dem Rücken zum Tor die Führung artistisch ausbaute (74.). Dann durfte sich Kiesel selbst in die Torschützinnenliste eintragen, sie verwandelte einen an Laudehr verursachten Foulelfmeter zum 6:1-Endstand (85.).

Gute Kombinationen in Halbzeit eins
Voss-Tecklenburg meinte nach der Partie: „Im ersten Durchgang haben wir gut kombiniert und hätten auch höher führen können; nach der Pause haben wir uns leider von der Hektik anstecken lassen, um das Gegentor haben wir förmlich gebettelt; allerdings haben auch noch nicht alle Stammspielerinnen ihre Bestform.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • Jarmusch sagt:

    Da meines Wissens die beiden besten Gruppen-Zweiten ebenfalls weiterkommen, könnte ein Unentschieden bereits reichen. Lediglich aus den Gruppen 1 und 4, eventuell aus Gruppe 5 (wenn die Sloweninnen ihr verschobenes Spiel gewinnen) droht noch die Gefahr, dass dort ein Zweitplatzierter auf 7 Punkte kommen kann.

    Die Konstellationen in den abschließenden direkten Duellen:
    Gruppe 1: Vertreter Dänemarks – Bulgarien (Unentschieden unwahrscheinlich)
    Gruppe 4: Vertreter Frankreichs – Island (Unentschieden denkbar)
    Gruppe 5: Vertreter Italiens – Slowenien (Unentschieden unwahrscheinlich)

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  • Webcam sagt:

    Naja, angesichts der Favoritenrolle der deutschen Vertretung wäre es schon ziemlich peinlich, wenn FCR nur als bester Gruppenzweiter in die CL einzieht.
    Aber bei Duisburg kann man nie wissen …

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Wenn das drin ist, was drauf steht, benötigt der FCR keine Rechenspielchen! Ausserdem gibt es da immer noch den ominösen Schalter, den man nur umzulegen braucht, und das kann der FCR ohne Frage, insbesondere in Drucksituationen. 🙂
    Aber sagt mal, kristallisiert sich jetzt nach Popp eine Wensing als Goalgetterin nach dem Motto:“Die Verteidigung beginnt im Sturm!“ heraus. Muss ja ganz schön motivierend und funkeüberspringend wirken, was da z.Z. so abläuft. Mir gefällt´s jedenfalls, wenn Allrounderqualitäten ersichtlich werden! 😉

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  • timmy sagt:

    Auf 7 Punkte kommt kein Gruppenzweiter, weil das Spiel gegen den Gruppenletzten rausgerechnet wird. Dennoch hat Duisbug den fünftbesten Zweiten von 7 schon sicher. Aber dann müssten schon noch 3-5 Spielausgänge hinkommen damits klappt.

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  • Jarmusch sagt:

    timmy schrieb: ‚Auf 7 Punkte kommt kein Gruppenzweiter, weil das Spiel gegen den Gruppenletzten rausgerechnet wird. Dennoch hat Duisbug den fünftbesten Zweiten von 7 schon sicher. Aber dann müssten schon noch 3-5 Spielausgänge hinkommen damits klappt.‘

    Das ist doch völlig unerheblich, da es wahrscheinlich ist, dass alle Gruppenletzten mit 0 Punkten nach Hause fahren werden. Da braucht dann nichts mehr abgezogen zu werden, bzw. es macht keinen Unterschied aus.
    Und darüber hinaus traue ich außer Duisburg (wenn sie denn gegen Glasgow nur unentschieden spielen sollten) und Breidablik (Island) keinem vermeintlichen Gruppenzweiten ein Unentschieden gegen den Gruppensieger zu.

    Aber wahrscheinlicher ist doch, dass Duisburg mit einem sicheren Erfolg den Sack zumacht, und dann Glasgow hoffen muss zu den besten Gruppenzweiten zu gehören.

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  • Jan sagt:

    2009 hatte es Bayern München auch nicht leicht gegen Glasgowerinnen, oder? – Und für Umea wird’s eng.

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  • pinkpanther sagt:

    Also ich denke auch, dass es nicht leicht wird … aber ich denke Duisburg weiß um den Ernst der Lage.
    @Jarmusch: Und ich wäre mir da nicht so sicher, dass nicht doch noch ein weiterer Gruppenzweiter einen Punkt holt – zumindest sollten sich die Duisburgerinnen darauf mal nicht verlassen! Hand aufs Herz: Oder hättest du etwa vorher mit einem Sieg von Limassol gegen Umea gerechnet? Und dass die Spiele gegen die Gruppenletzten nicht gewertet werden, kann durchaus erheblich sein, weil bei Punktgleichheit der Gruppenzweiten auch die Tordifferenz gewertet wird. Und da kann z.B. ein nicht gewertetes 10:0 gegen den Gruppenletzten am Ende sehr schmerzhaft fehlen, insbesondere in den Gruppen, in denen die Spiele zwischen den ersten drei Mannschaften eher eng ausgegangen sind 😉
    Apropos Umea: Die sind schon mit anderthalb Beinen draußen, da sie maximal nur Gruppenzweiter werden können und dann nur 3 Punkte und 4:4 Tore haben – hier ist das Ausscheiden schon fast vorprogrammiert, eben weil das Ergebnis gegen den Gruppenletzten nicht gewertet wird! Ob 1:0 oder 20:0 im letzten Gruppenspiel: Die Ausgangsposition ist in jedem Fall die gleiche!

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