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Kulig und Marozsán: Ab in den Süden!

Von am 2. August 2010 – 15.21 Uhr

In den Katakomben des FIFA-WM-Stadions Bielefeld bewiesen die Spielerinnen der U20-Frauenfußball-Nationalmannschaft nach dem gewonnenen Finale der U20-WM, dass sie auch neben dem Platz einen guten Ton anschlagen können. Während für die einen bereits wieder die nächsten Verpflichtungen in den Vereinen anstehen, können andere ein wenig durchschnaufen.

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„So wie auf dem Platz funktioniert das auch in der Kabine“, so Kim Kulig augenzwinkernd über die Gesangskünste ihr Teamkolleginnen.

Kulig sorgt für Erlösung
Nach und nach hatte sich die Spielerin des Hamburger SV in das Turnier gebissen, im Halbfinale steuerte sie zwei Treffer zum 5:1-Erfolg gegen Südkorea bei, im Endspiel war sie dafür verantwortlich, dass in den Schlusssekunden nicht noch einmal das große Zittern aufkommen musste. Ihr kraftvoller Kopfball landete in der Nachspielzeit am Pfosten, von dort fand der Ball den Weg über den Rücken der unglücklichen Nigerianerin Osinachi Ohale ins Netz. „In dem Moment war uns klar, dass wir es geschafft haben“, beschrieb Kulig den Moment der Erlösung. Belohnung für die harte Arbeit, die die Spielerinnen in der Vorbereitung und während des Turniers abgeliefert haben. „Es war ein langer, harter Weg, auch wenn Alex, Bibi und ich ja nicht alle Lehrgänge bestritten haben. Unsere Konditionstrainerin hat täglich hart mit uns gearbeitet und uns fit gemacht, da können wir dankbar sein.“

Verschworene Gemeinschaft
Von Spiel zu Spiel wuchs die Mannschaft, die in der Vorbereitung noch nicht rundum zu überzeugen wusste und unter anderem gegen Japan eine Testspielniederlage kassierte, zu einer verschworenen Einheit zusammen. „Das hat uns ausgezeichnet und das hat man auch auf dem Spielfeld gesehen.“ Da machte es sich auch bezahlt, dass sich viele Spielerinnen von zahlreichen Lehrgängen und Turnieren seit der U15 bestens kennen. „Wir waren im Finale vielleicht nicht so souverän wie in den Spielen zuvor, aber wir sind trotzdem stolz, dass wir unser Ziel erreicht haben.“

Dzsenifer Marozsan

Dzsenifer Marozsán steigerte sich von Spiel zu Spiel ©Nora Kruse / FF-Archiv

Unbeschreibliches Gefühl
Und auch Dzsenifer Marozsán räumte ein: „Die erste Halbzeit war nicht so gut, aber in der zweiten Halbzeit waren wir klar besser. Es gibt nichts Schöneres, als Weltmeister zu werden, das ist unbeschreiblich. Da war auch zu verschmerzen, dass sie wegen muskulärer Probleme ausgewechselt werden musste. „Das ist bei einer Aktion mit einer Gegenspielerin passiert, die den Ball abgelaufen hat. Ich habe einen blöden Schritt gemacht.“

Urlaub in der Türkei
Heute steht für sie noch ein Fototermin beim 1. FFC Frankfurt auf dem Programm, bevor sie erst einmal die Batterien aufladen wird. „Wir haben zehn Tage Urlaub bekommen. Ich fliege mit Svenja in die Türkei, es ist wichtig, einmal abzuschalten, wir haben ja die ganze Saison durchgespielt und dann noch die WM. Es ist gut, wenn wir mal ein bisschen Zeit für uns haben.“

Frauenfußball-WM 2011 als Herkulesaufgabe
Auch Kulig will sich ein paar Tage Pause in heimatlichen Gefilden im Süden gönnen, bevor sie beim Hamburger SV wieder angreifen wird. „Nächste Woche geht es dann zurück nach Hamburg, wo ich mich weiterentwickeln will. Es wird schwer, 2011 im Kader für die Frauenfußball-WM zu stehen. Das ist eine große Aufgabe, denn wir haben einen guten Nachwuchs und man muss jeden Tag hart arbeiten.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.