Mit Handschuhen und für Afrika: Nigeria träumt vom WM-Titel

Von am 31. Juli 2010 – 20.49 Uhr 1 Kommentar

„Das ganze ist wie ein Traum. Wir stehen im WM-Finale. Ich bin überglücklich. Jetzt werden wir alles daran setzen, Weltmeister zu werden“, sagt Rebecca Kalu. Die Nummer „10“ im Team Nigerias strahlte mit ihren Teamgefährtinnen um die Wette über das erreichte Endspiel. Kalu und ihre Kameradinnen werden nur als klarer Außenseiter gehandelt. Aber sie sprühen dennoch vor Optimismus. Denn eigentlich haben sie ja nichts zu verlieren.

Da fällt es leicht, sich stark zu reden. Zumal das Team nach jedem Spiel betet, sich so für den Sieg bedankt und den Zuspruch fürs nächste Match erbittet.

50:50-Chance
„Unsere Chancen gegen Deutschland stehen 50:50. Wir werden kämpfen bis zum Umfallen.“ Für Rebecca Kalu und Co ist die Erfüllung eines Traumes zumindest greifbar nahe geworden. „Letzte Nacht habe ich davon geträumt, wie ich die WM-Trophäe in die Höhe recke“, sagt die Spielerin von den Delta Queens. Ndem Egan, Trainer der Falconettes, gibt sich ebenfalls furchtlos. „Deutschland ist ein starker Gegner. Aber im Fußball ist nichts unmöglich. Wir werden gut vorbereitet sein und bis zum Äußersten gehen. Wir sind optimistisch für unser Land Nigeria und den afrikanischen Kontinent.“

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Nigeria hofft auf Hilfe von oben

Nigeria hofft auf Hilfe von oben ©Rainer Hennies

Nigeria will mit Gottes Hilfe siegen
Erstmals steht Nigeria im Endspiel einer weiblichen WM. Das verleiht Flügel. Egan ist sicher, dass der ganze Kontinent hinter ihm steht. Auch wenn die Kontrahenten in Bielefeld am Sonntag vor ausverkauften aus, also fast 25 000 Zuschauern alles andere als auf Augenhöhe antreten. Es gibt einen klaren Favoriten – und das ist Deutschland. Egan kontert mit westafrikanischer und tiefer Überzeugung: „Wir wissen, wer uns gegenüber steht, aber unsere Moral bleibt positiv. Alles in dieser Konstellation Deutschland gegen Nigeria wird bedeutungslos sein, weil Gott auf unserer Seite steht.“

Mit mehr Zielstrebigkeit zum Erfolg
Gleichwohl war der Coach mit dem Halbfinalspiel gegen Kolumbien nur teilweise zufrieden. „Es war ein interessantes Spiel. Ich bin mit der Leistung nicht voll zufrieden, wir können besser spielen. Aber der Erfolg geht in Ordnung. Wir setzen unser Projekt ‚WM-Gold‘ weiter fort. Im Finale dürfen wir uns keine Lücken mehr im Mittelfeld leisten und müssen zielstrebiger zu Werke gehen“, grummelte er etwas mürrisch unter seiner Mütze. Um danach humoristisch in die Vollen zu gehen: „Wir wissen, das wir jetzt gegen den WM-Gastgeber spielen müssen und gegen die Zuschauer. Wir werden keinen einzigen Fan auf unserer Seite haben. Und wir werden gegen das Wetter spielen. Da haben wir bereits vorgebeugt und uns Handschuhe gekauft.“

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1 Kommentar »

  • pinkpanther sagt:

    Eigentlich hätte das schwüle Wetter ja den Nigerianerinnen entgegenkommen müssen … Handschuhwetter war das jedenfalls nicht 😉

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