Home » U20-WM

U20-WM: Kolumbien oder Nigeria?

Von am 29. Juli 2010 – 8.50 Uhr 2 Kommentare

Kolumbien und Nigeria – in Bielefeld spielen zwei Mannschaften, die man vor Beginn der U20-Frauenfußball-Weltmeisterschaft vielleicht nicht unbedingt auf der Rechnung hatte, heute Abend um den Finaleinzug. Das Spiel kann nur eines der beiden Teams gewinnen, doch als Sieger werden beide vom Platz gehen.

Anzeige

Beide Mannschaften hatten in ihren Vorrundengruppen routinierte Gegner hinter sich gelassen – Nigeria die favorisierten Japanerinnen und Engländerinnen, Kolumbien aufgrund des besseren Torverhältnisses die Französinnen. Dass der Viertelfinaleinzug jedoch nicht nur glücklich war, bewiesen die Südamerikanerinnen mit einem verdienten 2:0-Erfolg gegen Schweden. „Wir konnten den Raum, den Schweden uns bot, gut nutzen“, lobte Trainer Ricardo Rozo. Er hatte seine Mannschaft richtig eingestellt und bewiesen, dass sie sich auf den Gegner einstellen konnte, um Schweden am geordneten Spielaufbau hindern zu können.

Rozo erst seit Februar im Amt
Dabei  arbeitet die kolumbianische Auswahl, für die bereits die Qualifikation zur U20-Weltmeisterschaft überraschend kam, erst seit Februar mit Trainer Rozo zusammen. Drei Monate Vorbereitungszeit mit Trainingslager auf die WM folgten. Dort sei in erster Linie im athletischen und physischen Bereich gearbeitet worden, so der Trainer, der vor seinem Amtsantritt bereits im Frauenfußball gearbeitet hatte. Fünf Jahre lang hatte er die Regionalauswahl der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá trainiert, zweimal den nationalen Titel gewonnen.

Andrade gesperrt
Nun schickt sich der Trainer an, auch die U20-Nationalmannschaft zu neuen Höhen zu führen. „Es fühlt sich wie ein Traum an“, sagt Natalia Ariza über das WM-Abenteuer ihrer Elf. Im Spiel heute gegen Nigeria muss ihre Mannschaftskollegin Lady Andrade jedoch passen. Die Stürmerin, die im Auftaktspiel gegen Frankreich den so wichtigen Ausgleich erzielt hatte und zur besten Spielerin des Turniers nominiert ist, sah im Spiel gegen Schweden ihre zweite Gelbe Karte – völlig unnötig wegen Zeitspiels in der Nachspielzeit. Da fehlte noch etwas die Erfahrung und Souveränität – Vorteile, die auf Seite der Nigerianerinnen liegen könnten.

Die Mannschaft aus Nigeria. (c) Hans-Wilhelm Bar

Nigeria keine Unbekannte
Im Gegensatz zu Kolumbien, ist es für die Afrikanerinnen bereits die fünfte WM-Teilnahme, noch nie hat Nigeria die Qualifikation verpasst. Das Erreichen des Halbfinales ist bislang der größte Erfolg für die „Falconets“, doch auch bei den bisherigen Titelkämpfen konnten sie Ausrufezeichen setzen. Seit 2004 haben sie jedesmal das Viertelfinale erreicht, Deutschland in jenem Jahr in der Runde der letzten acht einen harten Kampf geboten, den die DFB-Auswahl erst nach Elfmeterschießen für sich entscheiden konnte.

Große Gefahr geht in diesem Jahr von Stürmerin Ebere Orji aus. Die Stürmerin hat zwar bislang erst einen Treffer in diesem Turnier erzielen können, ihre Übersicht sowie ihre Leistung als Vorbereiterin wurden dennoch mit einer Nominierung als beste Spielerin dieser WM ausgezeichnet.

Halbfinale im Live-Blogging
Nigeria dürfte favorisiert in die Partie gehen, doch die Kolumbianerinnen haben durch ihren Sieg gegen Schweden gezeigt, dass sie sich auch auf das Spiel einer vermeintlich stärkeren Mannschaft einstellen können. Mit frühen Toren überraschten sie die Skandinavierinnen und verwalteten anschließend ihren Vorsprung geschickt. Die Partie verspricht Spannung und ist auch bei uns im Live-Blogging ab 18.30 Uhr zu verfolgen. Seid dabei!

Tags: ,

Sie haben eine Frage zum Beitrag? Dann kontaktieren Sie mich doch per Mail! Oder folgen Sie uns einfach via RSS, Facebook oder Twitter!

2 Kommentare »

  • Jarmusch sagt:

    Einen interessanten Bericht zu den Ariza-Zwillingen aus Kolumbien gibt es auf der FIFA-Seite:

    (0)
  • Jan sagt:

    Danke Nora – mal bisschen Philosophie: Was ist schon Fußball..?

    Kolumbien.. Südkorea.. Nigeria.. ich versuch da stets Verbindungen zu knüpfen;
    und erinnere mich immer gern an deren Pavillons auf der EXPO 2000:

    * Kolumbien: Da gab’s S U U P E R Eiskaffee!
    ((und schenkte dem gebeultenen Land am Schlusstag alle Beethoven-Sinfonien auf CD — bitte gleich wieder vergessen))

    * Südkorea: Musste 3mal! in deren Show, um endlich die sensationellen Trommlerinnen zu sehen!
    – und wundervolle „handicrafts“ gab’s da (hab noch welche)

    * tja, Nigeria… also Feb/2001 musste ich deswegen sogar zur Psychologin! (kein Kommentar)

    Fazit: Eigtl. ist Weltausstellung das Größte. – Mh, warum?
    Da geht’s nicht um gewinnen (müssen), sondern um hehreres, zutiefst menschliches; j a .
    * * *
    Euch allen hoffentlich viel Freude an den Halbfinals! 🙂

    (0)