U20-WM: Verschläft Europa die Entwicklung?

Von am 27. Juli 2010 – 8.50 Uhr 21 Kommentare

Deutschland, Kolumbien, Nigeria, Südkorea – Teams von vier verschiedenen Kontinenten haben das Halbfinale der U20-Frauenfußball-WM in Deutschland erreicht. „Toll, dass das so hingehauen hat! Das nenn ich eine echte WM!“, freut sich Womensoccer-Leser „Jan“ und auch Steffi Jones und Franz Beckenbauer zogen nach dem Viertelfinale ein positives Zwischenfazit der Titelkämpfe. Doch die Zusammensetzung des Halbfinales ist auch ein Warnsignal für Europas Frauenfußball.

Gleich drei Außenseiter haben erstmals das Halbfinale eines FIFA-Frauenfußball-Turniers erreicht. Kolumbien, Nigeria und Südkorea wirbeln die Weltkarte des Frauenfußballs in diesen Tagen gehörig durcheinander. Favorisierte Teams wie die USA, Nordkorea, Japan oder Brasilien mussten genauso vorzeitig die Segel streichen wie die europäischen Schwergewicht aus England, Frankreich und Schweden. Und auch die Schweiz, immerhin Halbfinalist der U19-EM 2009 in Weißrussland, verabschiedete sich sang- und klanglos aus dem Turnier. Gastgeber Deutschland ist der letzte verbliebene europäische Vertreter.

Jones: „Feld ist zusammengerückt“
„Bei dieser U20-WM wird sichtbar, wie dicht das Feld zusammengerückt ist“, erklärt  Steffi Jones, OK-Präsidentin der Frauenfußball-WM 2011. „Die Mannschaften haben sich verbessert, sie bekommen mehr Förderung als früher. Diese Entwicklung trägt dazu bei, dass wir noch attraktiveren Fußball sehen“, so Jones über die positiven Aspekte. Doch was für den Frauenfußball im Allgemeinen gut ist, dürfte Europas Frauenfußball-Nationen nicht besonders gefallen. „Wir in Europa müssen aufpassen, dass wir nicht stagnieren, sondern dass wir uns auch weiterentwickeln“, warnt Jones.

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Europäisches Trio enttäuscht
Die Teams aus England und Frankreich enttäuschten bei der U20-WM, die Spielerinnen wirkten überspielt, saft- und kraftlos. Englands Trainerin Mo Marley machte den Druck auf ihr Team für das schlechte Abschneiden verantwortlich, Frankreichs Trainer Jean Michel Degrange erklärte, wegen der Belastung aus Liga, U19-EM in Mazedonien und beruflichen Verpflichtungen habe seinen Spielerinnen die körperliche und mentale Frische gefehlt. Und in Schweden hat man sich im Juniorinnenbereich in den vergangenen Jahren einen Rückstand eingefangen, durch verpasste Teilnahmen an großen Turnieren und wegen der Vielzahl von Ausländerinnen in der Liga, die junge Talente reihenweise zu Bankdrückerinnen verkommen ließen. Darüber können auch die beiden knappen Siege gegen Neuseeland und Nordkorea nicht hinwegtäuschen.

2011 noch einmal mit 16 Teams
Doch für die öffentliche Wahrnehmung des Frauenfußballs kann die aktuelle Entwicklung nur gut sein. Wehmut, dass man bei der Frauenfußball-WM 2011 noch mit 16 und nicht wie ab 2015 mit 24 Teams spielen wird, kommt bei Jones dennoch nicht auf. „Bei den Frauen sind die Unterschiede doch noch etwas größer. Ich finde es gut, dass man noch einmal vier oder sechs Jahre Zeit hat, sich weiterzuentwickeln. Die jetzigen U20-Spielerinnen werden dann im besten Alter sein. Ich denke, es war die richtige Entscheidung, noch einmal mit 16 Mannschaften zu spielen.“

Steffi Jones und Franz Beckenbauer

Steffi Jones und Franz Beckenbauer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Augsburg ©Frank Scheuring/Girlsplay.de

Beckenbauer: „Der Frauenfußball ist auf dem Vormarsch“
Franz Beckenbauer, Vorsitzender der FIFA-Kommission für die U17- und U20-Frauenfußball-Weltmeisterschaften, ist ebenfalls von den Darbietungen der U20-Teilnehmer angetan: „Die Organisation ist perfekt und die Zuschauerzahlen sind sehr gelungen. Ich denke, dass die FIFA mit dem Wettbewerb und den gezeigten Leistungen sehr zufrieden sein kann. Man sieht, mit welchem Einsatz und welcher Begeisterung die jungen Damen zu Werke gehen. Ich glaube, der Frauenfußball ist auf dem Vormarsch und es wird in Zukunft immer weniger Unterschiede zwischen den Teams geben.“

Wertschätzung für U20-Teams
Zum Turnier merkt Beckenbauer allerdings auch kritisch an: „Es ist etwas unglücklich, dass zwei Weltmeisterschaften direkt aufeinander ausgetragen werden und vielleicht  ist auch deswegen nach meiner Einschätzung die Berichterstattung über die U20-WM etwas zu gering.“ Doch das schmälert den Gesamteindruck von Jones nur wenig. „Wir sind superzufrieden und haben tolle Zuschauerzahlen. Die Mannschaften haben die Wertschätzung spüren können, wir haben jetzt schon 160 000 Eintrittskarten verkauft. Das zeigt, dass die U20-WM angenommen wurde.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

21 Kommentare »

  • Markus Juchem sagt:

    „Wir in Europa müssen aufpassen, dass wir nicht stagnieren, sondern dass wir uns auch weiterentwickeln.“ Das sagte Steffi Jones am Sonntag auf der Pressekonferenz in Augsburg.

    Hat Europa in den vergangenen Jahren die Entwicklung im Frauenfußball ein wenig verschlafen? Eure Meinung ist gefragt!

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  • rockpommel sagt:

    Zitat: „….und wegen der Vielzahl von Ausländerinnen in der Liga, die junge Talente reihenweise zu Bankdrückerinnen verkommen ließen.“

    Eine Gefahr, die dem deutschen FF auch durchaus droht!

    Die zahlreichen Verpflichtungen von Ausländerinnen bringen halt nicht nur Farbe in die stärkste Liga der Welt, sondern führen auch zu dem o.g. Effekt.

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  • laasee sagt:

    Europe is stagnating […]. The style of football played by the ’new teams‘ is centred on ability and passing the ball well. European teams rely very much on physical strength and organisation. Coaching and developing players costs money and in Europe far too little money is invested in FF.

    I think that the eternal problem of male prejudice within football is still the central issue. I subscribe to the UEFA email newsletter and 99% of the content is about mens football. Look at the situation in the Netherlands where Vera Pauw takes the team to the semi-final of EM Finland and then resigns because of the Netherlands FA. That is a backwards step for FF.

    German FF is in a special position but even the DFB are very slow in equality progress. The women win EM2009 and get 12,000 euros, the men come third in South Africa and get 100,000 euros. In tennis at Wimbeldon the mens and womens champion gets equal prize money but not so in Football. The DFB have no problem in organising Buli 3 for mens football but FF still has a regional format for the second division.

    […]

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Leitlinien des Blogs editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • eisbär sagt:

    Früher hat die Physis den Ausschlag gegeben, da die Technik bei vielen noch nicht so ausgereif war wie heute und da waren vor allem die Skandinavierinnen immer weit vorne. Wenn man sich heute die afrikanischen, asiatischen und auch die lateinamerikanischen Mannschaften anschaut, dann sieht man, dass die Spielerinnen keine Angst haben, angespielt zu werden, da das Vertrauen in der eigenen Technik vorhanden ist. Bei den meisten europäischen Mannschaft hat man das Gefühl, dass sich einige Spielerinnen etwas verstecken, um nicht in brenzlige Situationen zu geraten und dann werden die Bälle einfach nach vorne geschlagen.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Einerseits sehe ich das ähnlich wie rockpommel, andererseits haben einige massgebliche Vereine wohl doch bereits mehrjährig auf die Jugendarbeit gesetzt bzw. setzen schon immer darauf (z.B. TP).
    Nur wenn dort positionsbezogen nichts Adäquates nachwächst oder Ängste aufkommen, man könne national/international wegen mangelnder Mannschaftshomogenität nicht mithalten, dann wird ausserhalb der Grenzen geguckt oder beispielsweise wie im Falle von Yuki und Ando, das überzeugende Vorspielen als Anlass für eine Verpflichtung genommen. Finanzielle Gründe sollen wohl auch ab und an ausschlaggebend sein.
    Was die internationale FF-Entwicklung angeht, glaube ich nicht, dass man von „verschlafen“ sprechen kann. Damit tut man u.a. der Schweiz, Niederlande, Island und Österreich Unrecht, denn die haben z.T. deutlich zugelegt.
    Die Ergebnisse der aktuellen U20-WM sollte man in Ruhe analysieren und nicht in Hektik verfallen. Ich sehe momentan keine gleichgearteten Fehler als Ursache für das Favoritenmassensterben und kann auch nicht eindeutig erkennen, weshalb wir als Gastgeber verschont geblieben sind. Kolumbien- und Mexikospiele waren nicht die Brüller- oder Überspiele dieser WM als dass man wirklich Angst um den Stellenwert und die Weltranglistenpositionen haben muss.
    Ausserdem bin ich mir sicher, dass in der Person von Steffi Jones, die richtige Aufpassermentalität an den massgeblichen Schalthebeln des dt. FF plaziert ist, da ist mir absolut nicht Bange um unsere Zukunft!

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  • Alois sagt:

    „Die zahlreichen Verpflichtungen von Ausländerinnen…“ sehe ich (noch) nicht.
    Gerade die momentan führenden der Liga (Turbine Potsdam, FCR Duisburg) zeichnen sich doch durch ständiges Einbinden neuer junger Spielerinnen aus.
    Das Einkaufen eines Starensemles scheint dagegen in dieser Liga nicht mehr zu funktioniern (sh FFC Frankfurt), dafür ist das was ständig dank der guten Jugendarbeit in Deutschland nachrückt einfach zu stark.
    Natürllich darf man sich nicht dem Einbau einzelner Spielerinnen aus dem Ausland nicht verschliessen, sonst wird man langfristig nicht wettbewerbsfähig bleiben.

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  • Nora Kruse sagt:

    @eisbär… Da gab’s mal eine schöne Aussage von Eli Landsem, Trainerin der norwegischen Mannschaft, als ich mich mit ihr beim Algarve Cup unterhielt. Das schließt daran gut an: Der norwegische Verband habe früh Geld investiert, also hätten sie früh gut trainieren können – heute würden das alle machen. Dann sei das Spiel der Norwegerinnen früh sehr gut organisiert gewesen – heute seien alle auf diesem Stand. Die Physis sei früh top gewesen – heute hätten alle dort einen guten Stand…

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  • labrys696 sagt:

    Man sollte das nicht so dramatisch sehen. Die europöischen Mannschaften (bis auf Schweiz) sind nicht sang- und klanglos gegangen. Mit bisschen Glück hätte es auch ein anderes Ergebniss gegeben und man hätte nun darüber diskutiert, ob Europa weiterhin Nr.1 ist. Es ist ein schmaler Grad 😉

    Bisher hat nur Deutschland klare Ergebnisse geliefert. Aber wie lange noch? Alle deutschen A/U-Natiospielerinnen sind in Deutschland, vielleicht wäre es gut, wenn einige ins nahe/ferne Auslang gehen würden um deren Spielweise zu lernen…. das machen ja die anderen ausländischen Mannschaften auch, es gibt viele Legionäre in der Buli 😉

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  • Markus Juchem sagt:

    @labrys696: Naja, ich fand die Auftritte schon sehr schwach. England ein Remis, zwei Niederlagen, Frankreich ein hart erkämpfter Sieg gegen Costa Rica, ein Remis gegen Kolumbien und eine klare Niederlage gegen Deutschland, Schweden sah zwar von den Zahlen in der Vorrunde gut aus, aber der Sieg gegen Neuseeland war eher glücklich, der gegen das bereits fürs Viertelfinale qualifizierte Nordkorea war auch nicht richtig überzeugend, und Brasilien war auch nicht das Maß aller Dinge in diesem Turnier. Der Auftritt gegen Kolumbien war sang- und klanglos. Und über die Schweiz breite ich den Mantel des Schweigens aus. 😉

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  • laasee sagt:

    UEFA U19 – England win in 2009 and second in 2010. In this tournament England only score 1 goal and finish last in the group. Switzerland were dreadful and France were also bad. Europe is definitely going backwards.

    In club football – this season the CL will be won by either Potsdam, Duisburg or Lyon. That is a certain conclusion. The other clubs do not have the resources to compete.

    The big problem for European FF is lack of money and investment.

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  • expert1 sagt:

    Erst ein U19 Turnier, dann ein U17 Turnier, dann ein U20 Turnier, vorher , und während die Landesmeisterschaften, dann die häufigen Legionärinnen, die Verbände müssen das abwägen, da viele spielerinnen in verschiedenen U- turnieren eingesetzt werden dürfen. Es sind die Verbände gefordert,für klarere RICHTLINIEN zusorgen, damit ordnung reinkommt. Es kann nicht sein das SECHTZEHNJÄHRIGE (16 Jährige) bei der U20 WM teilnehmen. Die FIFA sollte seine REGELUNGEN in frage stellen, zum wohle des Frauenfußballs. Die verein werden dadurch schaden erleiden sie in Schweden, Norwegen, Dänemrk, Frankreich, und demnächst auch bei uns, siehe 2012…………………….

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  • Markus Juchem sagt:

    @expert1: Warum soll eine 16-Jährige nicht an einer U20-WM teilnehmen? Ich sehe hier die Sorgfaltspflicht bei den beteiligten Trainern und Betreuern der jeweiligen Nationen, das ist keine Frage von Regelungen.

    Frankreich und England haben beide z. B. in hohem Maße Spielerinnen für die U20-WM nominiert, die bereits bei der U19-EM im Einsatz waren und sich dabei offenbar verzockt. Auch Frau Meinert hätte die Möglichkeit gehabt, mehr U19-Spielerinnen in den U20-WM-Kader aufzunehmen, hat dies aber in weiser Voraussicht und auch aufgrund der Erfahrungen aus der Vergangenheit unterlassen.

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  • Jarmusch sagt:

    Ich sehe es ähnlich wie laasee.

    Der finanzielle Invest in den Frauenfußball bietet den bisher noch ‚kleinen‘ Ländern die realistische Chance auf mittelfristigen Erfolg. Aktuelle Beispiele sind Mexiko und Kolumbien, die noch vor wenigen Jahren deutlich schwächer waren.
    Man muss dabei aber folgendes berücksichtigen: Frauenfußball scheint überall dort -in Relation- besonders gefördert zu werden (zumindest finanziell) wo die Männer-Nationalmannschaften nicht ganz vorne dabei sind. Gerade Länder aus der CONCACAF-Region (insbesondere Zentralamerika und Karibik), der CAF (Afrika), AFC (Asien) und OFC (Ozeanien) können im Frauenfußball die Chance sehen mit verhältnismäßigen Mitteln realistische Erfolgsaussichten zu schaffen. In Europa hingegen ist die Strahlkraft der Männernationalteams deutlich zu groß, als das der Frauenfußball hier gleichberechtigt auftreten könnte. Einzig in Skandinavien halte ich die Diskrepanz für nicht so gewaltig.
    Technisch waren diese Länder, namentlich Kolumbien, Nigeria, Ghana, Mexiko, schon immer gut (bzw. sogar besser als die Europäer). Und jetzt kommt noch eine verbesserte Fitness, gepaart mit spieltaktischer Reife hinzu. Und schon stellt sich der Erfolg ein.

    Allerdings ist es so einfach natürlich auch wieder nicht. Denn des einen Schwäche ist des anderen Stärke. Wie von dem einen oder anderen Vorredner trefflich bemerkt, wirkten England, Frankreich, die Schweiz, aber auch Schweden irgendwie müde und überspielt. Gründe dafür würden ein eigenes Thema anstoßen, würde aber hier zu weit gehen.

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  • labrys696 sagt:

    @Markus: Weisst du, wann die Ligen in den anderen Kontinenten starten/vorbei sind? (ich weiss es nicht 🙁 Deutschland, England (?!?), Frankreich und die Schweiz hatten knapp 1-2 Monate vor der WM schluss. Jedoch mussten viele dieser Juniorenspielerinnen mit U/A-Natio herumreisen und irgendwelche Turniere Spielen (z.b WM-Quali)….verständlich, das sie nicht mehr so fit sind… Deutschland hat ein gutes Mass gefunden zwischen sehr jung und schon A-Natio Erfahrung.

    Ich würde noch immer nicht behaupten, das Europa die Entwicklung verschläft, eher schliessen die anderen Mannschaften auf und/oder haben schon gar überholt. Der DFB macht viel für die Jugendarbeit, wie auch der Schweizer Verband mit den Ausbildungszentren…. Ist doch wie in der Buli vor 10 Jahren. Frankfurt war das Mass aller Dinge, nun haben andere Mannschaften aufgeschlossen und es gibt nächste Saison einen heissen Kampf 😉

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  • laasee sagt:

    Jarmusch @

    I agree with your comments 100%.

    There must be a change of attitude by the National Federations/UEFA first of all and then proper investment will happen.

    I think that in the DFB there are ‚progressive‘ people and ‚reactionary‘ people. It was curious that the quarter-final game in Dresden (21,146) had more fans than the Germany game in Bochum! Maybe the promotion/organisation with the Dresden game was with a more ‚progressive‘ attitude.

    Germany is a soccer mad country and it is quite possible for the FF Bundesliga to be in the top 10 of listings for zuschauer/cash in Europe. I think that prospect makes the ‚reactionary‘ people run to the toilet. What is required is for visionary people in high positions to make the necessary changes. […]

    One simple change that the DFB could introduce is that the mens and womens winners of the DFB Pokal receive equal prize money. That would be a good step forward.

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Leitlinien des Blogs editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • Manne sagt:

    Also, meiner Meinung nach sollte man den Ball mal flach halten. Ich kann nicht erkennen, warum der europ. FF hinter der Entwicklung zurückbleiben sollte oder angeblich geblieben ist. Nur weil von 5 (!) europ. Teams nur zwei das Viertelfinale erreicht haben? Das ist doch nun wirklich kein Anzeichen. Ein schlechtes Turnier (wie von Frankreich und England) sagt doch noch generell nichts aus. Zumal – hallo – wir hier U20-Teams haben, nicht die A-Natios. Da sind die Leistungsschwankungen von Haus aus immer noch grösser.
    Was die deutsche Mannschaft angeht, kann ich ein Gerede von Stagnation schon überhaupt nicht nachvollziehen – als ob es in den letzten 20 Jahren nicht eine rasante Entwicklung gegeben hätte hin zur absoluten Weltspitze, zu einem Niveau, das man sich vor eben 20 Jahren noch nicht hat träumen lassen. Also für Deutschland muß man m.M. nach eindeutig sagen: hier wurde die Entwicklung absolut nicht verschlafen.

    Und für Europa als ganzes? Kann ich auch nicht sehen. Im Gegenteil, überall sind deutliche Fortschritte beim FF zu erkennen. Das kann man doch nicht an einem „Durchhänger“ in der Entwicklung Schwedens oder vielleicht auch Norwegens festmachen, schon garnicht an einem U20-Tief der Engländerinnen und Französinnen. Die Akzeptanz und die Entwicklung des FF zeigt überall nach oben und das spielerische Niveau en gros auch.

    Die Süd- und Mittelamerikanerinnen (die übrigens in ihren Ländern mit viel, viel grösseren Problemen, was v.a. die Akzeptanz angeht, zu kämpfen haben) haben aufgeholt, d.h. heisst aber nicht, dass in Europa die Stagnation ausgebrochen ist. Und balltechnisch waren sie so oder so schon immer gut.

    Also: die anderen haben aufgeholt, nicht mehr und nicht weniger.

    @Jarmusch
    Deine Meinung zur finanziellen Ausstattung und Förderung, da wäre ich zurückhaltender. Da habe ich doch meine ernsthaften Zweifel, ob in Nigeria, Süd-, Mittelamerika von echter Förderung gesprochen werden kann, nicht nur in finanzieller Hinsicht. Einzig Nordkorea wird mit Sicherheit jegliche staatliche Förderung bekommen haben, die man sich denken kann.

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  • Detlef sagt:

    Ich halte auch nix von der Behauptung, daß Europa generell die Entwicklung verschlafen hat!!!
    Hier muß man schon innerhalb von Europa distanzieren!!!
    Skandinavien hat ganz klar an Bedeutung eingebüßt!!!
    Das betrifft sowohl Schweden, als auch Norwegen und Dänemark!!!
    Wo dort das Problem im Einzelnen liegt, kann ich nicht nachvollziehen, Fakt ist nur, daß Länder wie England, Frankreich, Holland, Island und die Schweiz mächtig aufgeholt haben!!!
    Auch Spanien und Italien werden in Zukunft sicher eine größere Rolle spielen!!!
    In Europa ist lediglich Deutschland die große Konstante, seit vielen Jahren!!!

    Und wenn man ganz ehrlich ist, so kamen doch die ganz großen Favoriten vor dieser WM, nicht hauptsächlich aus Europa (außer Deutschland natürlich)
    Ganz oben standen die USA, Nordkorea, Brasilien, und vielleicht noch Japan!!!
    Es gab ein generelles Favoritensterben!!!
    Für Länder wie Brasilien und Japan, war das Ausscheiden in der Vorrunde mindestens genauso frustrierend, wie für England und Frankreich!!!
    Und das dann die USA bereits im Viertelfinale ausgeschieden ist, kam schon einer nationalen Katastrophe gleich.
    Für Schweden war das nicht ganz so dramatisch!!!

    Auch bei den Favoriten ist Deutschland die einzige Konstante!!!

    Es bleibt also generell festzuhalten, daß viele frühere Underdogs, jetzt zu den großen Teams aufgeschlossen haben!!!

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  • laasee sagt:

    @Detlef

    Also, USA failed to qualify for WM U17 in September. Another major setback for them.

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  • Jan sagt:

    Huch, da werd ich ja zitiert. Mit den Achtelfinals bestand dieser Wunsch bei mir – also 4 Kontinente unter den letzten 4. Bloß äußern darf man ja sowas vorher nicht, sonst wird’s nix. Die Chance dafür war also gegeben, schien jedoch nicht allzu wahrscheinlich. Die 2. solche Konstellation wäre gewesen: N-Korea, Schweden, Mexiko, Nigeria – die aber gleich nach dem 1.VF nicht mehr möglich war – und die wir sicher wenig prickelnd empfunden hätten, gell.

    Und: Kolumbien oder Nigeria im Finale! – wirklich schön für das Eine Team, aber auch absolut schade um das Andere.

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  • pinkpanther sagt:

    @laasee: Jepp! 2010 ist fussballerisch sicher nicht das Jahr der USA.

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  • pinkpanther sagt:

    @Markus: Danke für diesen Diskussionsthread! Die verschiedenen Beiträge haben sehr deutlich gezeigt, dass es zu diesem Thema keine Monokausale Erklärung gibt.
    Es wurden viele Argumente bereits aufgeführt, deshalb hier nur die Argumente, die mir am wichtigsten erscheinen:

    1. Europa ist nicht schlechter geworden, sondern andere Nationen holen -insbesondere im taktischen und athletischen Bereich- auf.
    Nicht nur die Europäerinnen, sondern auch die USA mussten das schmerzlich erfahren – ganz zu schweigen davon, dass sie bei der kommenden U17-WM gleich gar nicht vertreten sind.

    2. Bei U-Mannschaften herrscht naturgemäß eine viel höhere Fluktuation als bei den Erwachsenen, d.h. ein einmalig schlechtes Abschneiden (England, Frankreich, Brasilien, Japan – 2008 alle im VF) ist eher eine Momentaufnahme.

    3. England und Frankreich wirkten müde, u.a. da viele der Spielerinnen vorher noch U19-WM gespielt hatten. Hier kommt wohl zum Tragen, dass die U-Wettbewerbe in Europa jedes Jahr ausgespielt werden und -wie bereits oben erwähnt- von deutscher Seite wurde der diesjährigen U19-EM ein niedriger Stellenwert zugewiesen, indem einige Spielerinnen geschont wurden. Vor der EM habe ich mich geärgert, dass Spielerinnen wie Maroszan, Popp oder Svenja Huth nicht aufgeboten wurden, obwohl noch spielberechtigt. Im Nachhinein halte ich dies für eine gute Entscheidung. Mit Ausnahme von Turid Knaak spielen diejenigen Spielerinnen, die schon bei der U19-EM dabei waren, nur eine untergeordnete Rolle bei der WM (Wesely, Kleiner, Bagehorn).

    3. Unterm Strich denke ich, dass die etablierten europäischen Mannschaften ebenso wie die USA aufpassen müssen, weil die anderen Nationen sichtlich aufgeholt haben, aber dass Europa insgesamt die Entwicklung verschlafen hat denke ich nicht.

    @Manne, Detlef: Schließe mich desweiteren eurer Meinung (Argumenten) im Wesentlichen an.

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