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U20-WM: Kolumbien setzt Höhenflug fort

Von am 24. Juli 2010 – 13.22 Uhr 3 Kommentare

Kolumbien hat bei der U20-Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Deutschland mit einem überzeugenden Sieg gegen Schweden als erstes Team das Halbfinale erreicht.

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Die Kolumbianerinnen gewannen in Bielefeld gegen enttäuschenden Skandinavierinnen dank einer starken ersten Halbzeit souverän mit 2:0 (2:0), Yorely Rincón und Tatiana Ariza stellten bereits früh die Weichen für den bislang größten Erfolg in der kolumbianischen Frauenfußball-Geschichte. Im Halbfinale trifft Kolumbien am kommenden Donnerstag in Bielefeld (18.30 Uhr) nun auf den Sieger der Partie USA gegen Nigeria.

Vier Wechsel bei Kolumbien
Schwedens Trainer Calle Barrling vertraute derselben Anfangsformation, die zum Abschluss der Vorrunde mit 3:2 gegen Nordkorea gewonnen hatte. Kolumbiens Trainer Ricardo Rozo nahm hingegen gleich vier Wechsel vor. So rutschten neben den Zwillingschwestern Natalia und Tatiana Ariza auch Liana Salazar und Yulieth Dominguez in die Startelf, für sie mussten Lina Taborda, Ingrid Vidal, Vanessa Aponte und Melissa Ortiz auf der Bank Platz nehmen.

Überlegene Südamerikanerinnen
Von Beginn an übernahm Kolumbien das Kommando, gegen die spielerische Klasse der Kolumbianerinnen fand Schweden in der ersten Halbzeit kein Mittel. Mit einem Traumtor in den Winkel aus fast 25 Metern brachte Yorely Rincón ihr Team früh in Führung (11.), es war bereits der zweite Turniertreffer der erst 16-Jährigen. Mit der Führung im Rücken gewann das Spiel des südamerikanischen Vizemeisters zunehmend an Sicherheit.

Schnelle Tore
Nach einem Pass von Rincón ging Lady Andrade allein auf Schwedens Torhüterin Hilda Carlen zu, doch die Stürmerin zögerte zu lange (19.). Natalia Gaitan scheiterte kurz darauf mit einem Distanzschuss (20.). Besser machte es zwei Minuten später Tatiana Ariza. Nach einem abseitsverdächtigen Pass von Salazar schaufelte sie in Bedrängnis aus zehn Metern den Ball zur 2:0-Führung ins Netz (22.).

Schweden bleibt blass
Schwedens Trainer Barling reagierte und nahm Elin Borg vom Feld, um seine Abwehr zu stabilisieren. Die Schwedinnen verstärkten nun das Pressing und kamen etwas besser in die Partie, ohne allerdings große Torgefahr auszustrahlen. Im Mittelfeld fehlte es an Kreativität, um die gut gestaffelte kolumbianische Defensive in Gefahr zu bringen. Ein Drehschuss von Kristin Karlsson blieb die einzige gute Aktion der Schwedinnen vor der Pause (32.).

Kolumbien will nicht, Schweden kann nicht
In der schwächeren zweiten Halbzeit schaltete Kolumbien einen Gang zurück und tat nicht mehr als nötig. Schweden unterband das Aufbauspiel der Südamerikanerinnen nun besser, doch das eigene Spiel kam weiterhin nicht ins Rollen, das schwedische Sturmduo Sofia Jakobsson und Antonia Göransson konnte sich nicht in Szene setzen.

Lady Andrade fehlt im Halbfinale
Carolina Arias hätte nach einem Querschläger in der schwedischen Abwehr mit einem Heber fast für die endgültige Entscheidung gesorgt (72.). Jakobsson hatte mit einem von Gaitan abgefälschten Schuss die größte Torchance zum Anschlusstreffer, doch Arias klärte kurz vor der Linie gegen in der Schlussphase nun mehr Druck entfachende Schwedinnen (79.). Doch Kolumbien brachte den Erfolg routiniert und ohne größere Probleme über die Zeit, Tatiana Ariza vergab in der Nachspielzeit die letzte Torchance. Einziges Ärgernis: Stürmerin Lady Andrade fing sich in der 90. Minute ihre zweite Gelbe Karte ein und wird ihrem Team somit im Halbfinale fehlen.

Lina Taborda feiert Kolumbiens historischen Sieg ©Nora Kruse /FF-Archiv

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • laasee sagt:

    Super game from Colombia. Technique and tactics was impressive.

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  • Manne sagt:

    Super Leistung und (hoch)verdienter Sieg.

    Habe übrigens mal etwas gestöbert, weil irgendjemand (weiss nicht mehr wer) gefragt hatte, ob der Name „Lady“ jetzt ein Künstlername ist oder der richtige Vorname von Lady Andrade. Es ist tatsächlich der echte Vorname, genauer gesagt heisst die Gute (die leider im HF fehlen wird) „Lady Patricia“ mit Vornamen. Zumindest dieser Quelle nach:

    Woanders habe ich gelesen, dass die Vergabe des Namens Lady (oder auch Leidy – einge“spanischt“) wohl in Zusammenhang mit der allseits bekannten Lady Di steht, also einem kurzzeitigen Modetrend bei der Namenswahl geschuldet ist. Daher dürfte der Name auch wie im Englischen ausgesprochen werden.

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  • Jarmusch sagt:

    @Manne
    Die Frage kam unlängst von mir. Vielen Dank für deine Infos.

    Leider ist Lady Andrade ja jetzt im Halbfinale nach der 2.Gelben Karte gesperrt. Die hat sie sich unnötigerweise in der 90.Minute gegen Schweden abgeholt.

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