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U20-WM: Favoritensterben in der Vorrunde

Von am 23. Juli 2010 – 14.00 Uhr

Frankreich, Brasilien, Japan und England – alles Mannschaften, von denen man bei der U20-Frauenfußball-Weltmeisterschaft die Viertelfinalteilnahme nahezu erwartet hatte. Doch nach der Gruppenphase mussten alle vier die Heimreise antreten. Erklärungsversuche unternahmen die TrainerInnen schon nach Abpfiff der Vorrunde.

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„Es ist eine große Forderung an junge Spielerinnen, unter Druck zu spielen“, so Englands Trainerin Mo Marley, deren Team die Vorrunde mit nur einem einzigen Punkt beendete und zu keiner Zeit überzeugen konnte.

Erwartungsdruck für England zu groß?

„Unglücklicherweise reflektieren unsere Ergebnisse bei dieser WM nicht unsere Leistung“, zeigte sich Marley von den Ergebnissen ihrer Elf enttäuscht, nicht aber von deren Auftreten – zumindest nicht in der Öffentlichkeit.  Ihre Mannschaft hätte Probleme gehabt, sei aus europäischen Wettbewerben mehr Raum zum Spielaufbau gewöhnt. „Es ist für uns ein großer Schritt von der Europa- zur Weltmeisterschaft“, erklärte Marley weiter, die sich im vergangenen Jahr als U19-Europameister für diese WM qualifiziert und auch in diesem Jahr erneut im Finale gestanden hatte. „Vielleicht war der Druck, als Europameister angereist zu sein zu groß und wir kommen mit einer Rolle als Underdog besser zurecht.“

Frankreich stellt Belastung der Spielerinnen heraus
Im Finale der U19-Europameisterschaft in diesem Jahr unterlagen die Engländerinnen Frankreich. Das Endspiel wurde am 5. Juni ausgespielt – „die Vorbereitungszeit war zu kurz“, beklagte Frankreichs Trainer Jean Michel Degrange. Insgesamt sind es auf französischer Seite 15 Spielerinnen, die nach dem EM-Sieg auch für die Weltmeisterschaft nominiert wurden. Das ergibt eine Belastung, die ohne Frage hoch ist, allerdings muss man sich auf französischer Seite fragen, ob man den Gewinn der EM mit der jetzigen Schlappe hat bezahlen müssen. Zum Vergleich: In der deutschen Mannschaft stehen lediglich sechs Spielerinnen, auf denen die Doppelbelastung aus Europa- und Weltmeisterschaft liegt. Wurde hier mehr Weitsicht bewiesen?

Japan reicht Sieg gegen England nicht

Einen völlig verdienten 3:1-Erfolg feierten die Japanerinnen im letzten Gruppenspiel gegen England – für den Viertelfinaleinzug reichte dies jedoch nicht. „Wir waren während der gesamten Partie über das aktuelle Ergebnis zwischen Nigeria und Mexiko informiert, wollten aber unser Spiel dennoch unbedingt gewinnen“, so Trainer Norio Sasaki, „Es war für uns eine wichtige Erfahrung, gegen drei völlig verschiedene Mannschaften zu spielen, um das Level unserer Mannschaft zu verbessern und hoffentlich auch einige Spielerinnen in die A-Nationalmannschaft zu bringen.“

Erst kurz vor der WM weilte die japanische Elf zu Testspielen in Deutschland – und gewann sowohl gegen den Gastgeber als auch gegen die Auswahl der Vereinigten Staaten. Für Trainer Norio Sasaki sei diese Frühform jedoch kein ausreichender Indikator gewesen. „Sowohl Deutschland als auch die USA waren in der Vorbereitung und noch nicht auf ihrem normalen Leistungsniveau.“

Abwärtstrend bei Brasilien
Ebenso enttäuschte die brasilianische Nationalmannschaft. Auf Seiten der „Seleção“ begeisterte Leah das Publikum zwar mit ihren Salto-Einwürfen, doch zeigten sich die Südamerikanerinnen insgesamt zu ineffektiv. Nach der Auftaktniederlage gegen Nordkorea kam Brasilien zwar besser ins Turnier. Gegen Schweden folgte – trotz Überlegenheit auf dem Feld – ein 1:1, gegen Neuseeland ein deutliches 4:1. Bei den Turnieren von 2002 bis 2006 waren die Brasilianerinnen jeweils unter die ersten vier gekommen, vor zwei Jahren folgte das Ausscheiden im Viertelfinale (2:3 gegen Deutschland), diesmal war bereits nach der Vorrunde Schluss.

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