DFB-Elf mit weißer Weste ins Viertelfinale

Von am 20. Juli 2010 – 18.30 Uhr 16 Kommentare

Die deutsche U20-Frauenfußball-Nationalmannschaft hat bei der WM im eigenen Land mit dem dritten Sieg im dritten Spiel das Viertelfinale erreicht. Gegen Frankreich feierte das Team von Maren Meinert in Augsburg einen deutlichen 4:1 (2:0)-Sieg. Spielerin des Tages war Alexandra Popp, die drei Treffer (10., 35., 60.) erzielte. Den vierten deutschen Treffer steuerte Dzsenifer Marozsan bei (73.). Für Frankreich traf die eingewechselte Pauline Crammer kurz nach der Pause (47.).

Damit zieht Deutschland als Gruppensieger in das Viertelfinale ein, wo es am Samstag in Bochum um 18.00 Uhr gegen Nordkorea geht, das zum Abschluss der Gruppenphase 2:3 gegen Schweden verlor und somit Gruppenzweiter wurde. Für Frankreich ist das Turnier nach der Niederlage beendet, Kolumbien zieht nach einem 3:0-Sieg gegen Costa Rica als Gruppenzweiter ins Viertelfinale ein.

Meinert zufrieden
Bundestrainerin Maren Meinert zog ein positives Fazit: „Wir wollten heute gewinnen, um als Gruppensieger ins Viertelfinale einzuziehen und ein gutes Spiel zeigen. Ich bin mit der Art und Weise und dem Ergebnis sehr zufrieden, denn gegen die dichte Abwehr der Französinnen war es nicht so leicht. Normalerweise gibt es zwischen beiden Teams knappe Spiele, aber wir hatten natürlich heute eine leichte Ausgangsposition, da wir schon für das Viertelfinale qualifiziert waren.“

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Vier Wechsel in der Startformation
Auf vier Positionen verändert ging die DFB-Elf ins Spiel. Desirée Schumann hütete verabredungsgemäß das Tor anstelle von Almuth Schult, Bianca Schmidt spielte nach ihrer Rotsperre wieder auf der rechten Außenbahn. Steffi Mirlach wechselte auf die linke Abwehrseite, dafür nahm Inka Wesely Platz auf der Bank, genauso wie Sylvia Arnold und Kim Kulig, für die Selina Wagner und Turid Knaak von Beginn an agierten.

Frankreich setzt auf Defensive
Bei Frankreich musste zunächst Topstürmerin Marina Makanza auf der Bank schmoren, genauso wie Pauline Crammer, da Trainer Jean Michel Degrange seiner Elf eine defensivere Grundausrichtung verpassen wollte. Doch es half nichts: Mit einem Abstauber brachte Alexandra Popp ihr Team früh in Führung (10.), unbeeindruckt davon, dass die leicht erkältete Marina Hegering zwei Minuten zuvor einen unberechtigten Foulelfmeter an den Pfosten gesetzt hatte.

Popp-Festspiele

Gegen die kompakten Französinnen tat sich die DFB-Elf trotz Führung schwer. Doch Popp war erneut zur Stelle, als sie einen weiten Schlag von Marith Prießen aus der eigenen Hälfte unter Kontrolle brachte und souverän den Ball zum 2:0 ins Netz hob (35.). Mit dieser Zwei-Tore-Führung ging es in die Pause, zur zweiten Halbzeit übernahm Kim Kulig die Sechserposition von Hegering.

Ehrentreffer für Frankreich
Doch die Defensivarbeit in den deutschen Mannschaftsteilen klappte nach wie vor nicht optimal. Die eingewechselte Makanza bediente vom rechten Flügel Pauline Crammer, die mit dem 1:2 die Hoffnung zurückbrachte (47.). In der Folge bekam aber die DFB-Elf das Spiel nach und nach besser in den Griff, weitere Tore waren die logische Folge.

Reguläres Tor nicht anerkannt
Einen Konter der deutschen Mannschaft krönte Popp mit ihrem dritten Treffer des Tages (60.), Dzsenifer Marozsan setzte noch einen drauf (73.), als sie eine perfekte Flanke von Kulig vom linken Flügel über die Linie drückte. Frankreich hatte Pech, dass ein regulärer Treffer von Lea Rubio nicht anerkannt wurde, obwohl ihr Schuss von der Unterkante der Latte rund 30 Zentimeter hinter der Torlinie zu Boden fiel (80.). Doch den Französinnen wollte in der Schlussphase trotz aller Bemühungen kein Treffer mehr gelingen. Degrange erklärte: „Es ist natürlich schade, dass dieser Treffer nicht gegeben wurde, denn das hätte uns noch einmal einen mentalen Schub gegeben. Bedauerlicherweise haben wir für diesen Fehler teuer bezahlt.“

Frankreich beklagt Zeitpunkt des Turniers
Für das frühzeitige Turnier-Aus machte Degrange aber mehrere Punkte verantwortlich. „Der Zeitpunkt des Turniers war für uns ungünstig. Meine Spielerinnen haben gerade erst die Meisterschaft zu Ende gespielt, viele meiner Spielerinnen haben das Abitur gemacht oder waren schon bei der U19-EM in Mazedonien im Einsatz. Die Vorbereitungszeit war sehr kurz.“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

16 Kommentare »

  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Wem es nicht gelingt, sich im Turnierverlauf zu steigern, wird die K.o.-Phase nicht siegreich bestehen! Unsere Mannschaft verfügt über dieses Potenzial, ob sie es allerdings auch abrufen kann, wird sich zeigen. Auch Maro, trotz des Tores (und ihrer gut getretenen Eckbälle), hat noch Steigerungsbedarf in einigen Belangen wie Antrittsschnellig- und Spritzigkeit, Zweikampfverhalten und ein besseres Auge für die Mitspielerin, aber da ist ist sie nicht die Einzige! Ich denke da insbesondere an eine doch recht enttäuschende Kim, die mir den Eindruck macht, als hätte sie nicht begriffen, wo und für wen sie hier spielt.
    Besser in den Tritt zu kommen, scheint mir Bianca mit einem Spiel weniger, die an Offensivaktionen und Körpersprache zugelegt hat.
    Ganz wichtig wird sein, keine Torgeschenke an die PRK zu verteilen, damit muss mit der Gruppenphase endgültig Schluß sein!

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