U20-WM: Der vierte Spieltag im Überblick

Von am 17. Juli 2010 – 21.01 Uhr 6 Kommentare

Als Europameister 2009 hatten sich die Engländerinnen für die Weltmeisterschaft qualifiziert, doch ins Turnier finden die „Three Lions“ nicht. Nach dem 1:1 gegen Nigeria zum Auftakt präsentierte sich England im zweiten Spiel erschreckend schwach und verunsichert – nun steht die Mannschaft von Trainerin Mo Marley vor dem Turnieraus.

„Wir haben vor dem Spiel gesagt, dass wir uns steigern müssen – und das ist uns auch gelungen“, urteilte Marley nach der Partie, doch insgesamt war es eher erschreckend, was ihre Mannschaft im Regen von Augsburg bot. Nach einem guten Start bauten die „Lionesses“ nach etwa einer Viertelstunde immer weiter ab und wirkten ideenlos und verunsichert. Dabei spielten sie gegen einen Gegner, der selbst nicht über die spielerische Klasse verfügte, eigene Akzente zu setzen. Einzig das Siegtor in der 62. Minute von Renae Cuellar war in Vorbereitung (Pass durch die englische Abwehr) und Abschluss ein echter Glanzmoment.

England muss auf Konkurrenz hoffen
„Wir haben hart für diesen Sieg hart gearbeitet“, so Mexikos Trainer Roberto Medina, dessen Mannschaft sich in der letzten halben Stunde auf die Verteidigung der knappen Führung beschränkte. England hat dabei erst in den Schlussminuten das richtige Mittel gegen die Mexikanerinnen gefunden: Druck. Sobald die Mannschaft den Druck erhöhte, geriet Mexiko in Bedrängnis. „Wir haben bis zum letzten Drittel gut gespielt“, empfand Marley. Doch eine unfassbar hohe Fehlpassquote zerstörte den unsicheren Spielaufbau immer wieder. In der 82. Minute hätten die Engländerinnen durch Cuellar sogar fast noch das 0:2 kassiert, als es Rebecca Spencer im englischen Tor verpasste, bei einem langen Ball auf die Mexikanerinnen aus dem Tor zu kommen. Die Londonerin blieb stehen und hatte lediglich Glück, dass die Kugel den Kasten verfehlte.

Anzeige

Eine doppelte Chance zum Ausgleich hatten die „Three Lions“ allerdings dennoch. In der 84. Minute klärte Mexikos Torhüterin Cecilia Santiago einen Schuss von Jade Moore im Fünfmeterraum noch knapp zur Ecke. Pech hatte Moore auch beim dann getretenen Eckball, den sie knapp verfehlte.

Die englischen Chancen auf einen Einzug ins Viertelfinale sind deutlich gesunken. Um noch die Runde der letzten acht zu erreichen, muss die Mannschaft am Mittwoch in Bielefeld hoch gegen Japan gewinnen und hoffen, dass Nigeria und Mexiko nicht unentschieden spielen.

Japan findet nicht ins Turnier
Ähnlich, wie den Engländerinnen, ergeht es momentan auch Japan. Nach einem Unentschieden zum Auftakt verloren die Asiatinnen ihr zweites Spiel gegen Nigeria mit 1:2. „Nigeria war stark in der Offensive, das war ihr Schlüssel zum Erfolg“, so der japanische Trainer Norio Sasaki. Tatsächlich waren die Nigerianerinnen die spielbestimmende Mannschaft und konnten die Partie mit frühen Toren zu ihren Gunsten entscheiden. Schon nach sechs Minuten brachte Amarachi Okoronkwo Nigeria in Führung, nur elf Minuten später erhöhte Desire Oparanozie auf 2:0, was auch den Trainer zufrieden stimmte. „Im ersten Spiel haben viele gesagt, wir hätten ein gutes Spiel gezeigt, aber die Spielerinnen haben meine Erwartungen nicht erfüllt. Heute war das anders“, empfand Ndem Egan. Japan kam in der 62. Minute durch Mana Iwabuchi noch zum Anschlusstreffer – nun ist die Ausgangsposition am Mittwoch gegen England die gleiche, wie für die „Three Lions“.

Schweiz ausgeschieden
Noch viel bitterer erging es der Schweiz bei ihrem zweiten Turnierauftritt. Nach der 0:4-Klatsche zum Auftakt gegen Südkorea verloren die Eidgenössinnen gegen die Vereinigten Staaten gar mit 0:5 – ein Erreichen des Viertelfinales ist nicht mehr möglich. Bereits nach 25 Minuten lagen die US-Amerikanerinnen nach Toren von Kristie Mewes (4.), Sydney Leroux (23.) und Zakiya Bywaters (25.) mit 3:0 in Front. In der zweiten Hälfte legte Leroux nach und stellte mit ihren Treffern in der 52. Und 76. Minute den 5:0-Endstand her.

Südkorea souverän an der Spitze
Die Tabellenführung in Gruppe D gehört weiterhin den Südkoreanerinnen. Die Asiatinnen gewannen mit 4:2 gegen Ghana und verbuchen nun sechs Zähler. Dabei legte Ghana den besseren Start hin, nach 28 Minuten brachte Deborah Afriyie ihr Team in Front. Doch zum psychologisch günstigen Zeitpunkt erzielte Ji So Yun noch vor der Halbzeit den Ausgleich.

In den zweiten 45 Minuten waren es erneut die Ghanaerinnen, die vorlegten. Elizabeth Cudjoe (56.) erzielte die 2:1-Führung, doch auch diesmal konnten die Afrikanerinnen daraus keinen Profit schlagen und mussten kurze Zeit später durch Kim Narae den Ausgleich hinnehmen. Mit dem zweiten koreanischen Tor war der Weg zum Sieg geebnet, Kim Jin Young (70.) und erneut Ji (87.) schraubten das Ergebnis in die Höhe. Damit stehen die Südkoreanerinnen sicher im Viertelfinale, während Ghana in der kommenden Woche gegen die Schweiz hoch gewinnen und auf eine Niederlage der US-Amerikanerinnen gegen Südkorea hoffen muss.

Sie haben eine Frage zum Beitrag? Dann kontaktieren Sie mich doch per Mail! Oder folgen Sie uns einfach via RSS, Facebook oder Twitter!

6 Kommentare »

  • Ulf sagt:

    „Nigeria findet nicht ins Turnier“ ? Könnte es sein, daß stattdessen Japan gemeint ist ?

    (0)
  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ja, es ist das Team gemeint, gegen das wir in der Vorbereitung auf diese WM zu Hause verloren hatten! 😉

    (0)
  • Nora Kruse sagt:

    Ups, danke für den Hinweis. Natürlich sind die Japanerinnen gemeint. Es ist korrigiert 🙂

    (0)
  • laasee sagt:

    Mexico have spent money on a training center to support the U17, U20 and National teams …………. England spend money (£ 6 million per year ) on Fabio Capello wages, but only pennies on FF. Mexico are beginning to see some benefits of their investment. England can only compete at a physical level but not with skill or technique. Today Mexico were tactically more intelligent. Besides hard work and effort, England had nothing more to offer.

    (0)
  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Das Straucheln der gen. Teams ist zwar ungewöhnlich und teilweise auch nicht erklär- und schon gar nicht vorhersehbar, aber es erhöht die Spannung und verbreitert den Kreis von möglichen WM-Titelanwärtern. Kann mir durchaus auch vorstellen, dass dadurch auch die Publikumsresonanz steigt und die Zuschauerzahlen in den Stadien zulegen. Ich bin gerade dabei mal zu checken, ob ein Spiel der beiden koreanischen Mannschaften im Rahmen des Turniers noch denkbar ist – etwas, was nicht nur mich besonders reizvoll wäre! 🙂

    (0)
  • laasee sagt:

    South Korea v Korea DPR ist ein explosive spiel …… Shiedsrichter ist Ban Ki -moon auf der United Nations?

    (0)