U20-WM: Deutschland gelingt Auftakt nach Maß

Von am 13. Juli 2010 – 20.40 Uhr 9 Kommentare

Die deutsche U20-Frauenfußball-Nationalmannschaft ist mit einem Sieg in die Weltmeisterschaft im eigenen Land gestartet. Gegen Costa Rica gewann die DFB-Auswahl mit 4:2 – was Erinnerungen an das „Sommermärchen“ von 2006 weckte.

„Daraus kann man sicherlich positive Schlüsse ziehen“, so Bundestrainerin Maren Meinert über die Parallelen mit den Männern, die 2006 bei der WM in Deutschland ebenfalls die Auftaktpartie mit 4:2 gewannen – auch gegen Costa Rica und auch bei bestem Sonnenschein.

Svenja Huth gelingt frühe Führung

Insgesamt hätte der Sieg der DFB-Elf jedoch deutlicher ausfallen können. Für den Spielverlauf sei der „Sieg nicht hoch genug ausgefallen“, so Meinert, deren Mannschaft bereits in der zweiten Minute durch Svenja Huth mit 1:0 in Führung ging. Nachdem Costa Ricas Torhüterin Priscilla Tapia einen Schuss aufs Tor von Bianca Schmidt nicht hatte festhalten können, stand die Stürmerin vom 1. FFC Frankfurt goldrichtig und verwandelte sicher.

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Deutschland war nach der Führung deutlich überlegen, folgerichtig fiel nur eine Viertelstunde später schon das 2:0 durch Alexandra Popp, die eine schöne Vorarbeit von Huth und Bianca Schmidt mit einem tollen Schuss abschloss.

Doppelt erfolgreich: Alexandra Popp

Costa Rica bleibt dran
„Wir wussten, dass auf eine starke Mannschaft treffen würden, die ihre Stärken auch gerade in der Physis hat“, kommentierte Costa Ricas Trainer Randal Chacón, der im Vorfeld der Partie angekündigt hatte, auch gegen den WM-Favoriten auf Sieg spielen zu wollen. Und tatsächlich kam seine Mannschaft trotz 0:2-Rückstand besser ins Spiel, gab sich nicht auf und erzielte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte den Anschlusstreffer. Deutschlands Torhüterin Almuth Schult verschätzte sich bei einem Freistoß von der linken Seite, Carolina Venegas schloss zum 2:1 ab.

Schult hatte von Meinert den Vorzug vor Desirée Schumann bekommen. Sie sei eine Torhüterin, die mitspiele, urteilt die Bundestrainerin und verkörpere „das moderne Torwartspiel“. Den Fehler der Magdeburgerin wollte Meinert daher nicht allzu hoch hängen, da ihre Mannschaft vor allem auf den Treffer gut reagiert habe. Schon kurz nach der Halbzeitpause stellte Popp in der 53. Minute den alten Zwei-Tore-Vorsprung wieder her, nur vier Minuten später legte Marina Hegering mit einem sehenswerten Weitschuss das 4:1 nach.

Kemme verletzt vom Feld, Schmidt mit rot

Die zweite Halbzeit konnte Tabea Kemme nicht mehr mitmachen, die Potsdamerin wurde bereits nach 21 Minuten mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt. Für Kemme kam Stefanie Mirlach ins Spiel.

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Auch Schmidt hat das Ende der Partie in Bochum nicht auf dem Feld erleben können. Ausgerechnet die A-Nationalspielerin ließ sich in der 72. Minute zu einer Notbremse hinreißen, den fälligen Strafstoß verwandelte Katharine Alvarado zum 2:4-Endstand.

Meinert zufrieden mit dem Auftakt

„Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, dass sie trotz der Hitze viel gearbeitet hat“, lobte die Bundestrainerin, die zwar einige Konzentrationsfehler ihrer Elf beobachtete – doch die Priorität lag beim gewonnenen Auftakt. „Wir haben drei Punkte, das ist toll.“

Auch Costa Ricas Trainer war trotz der Niederlage zufrieden mit seiner Mannschaft, die gut gekämpft habe. „Das war erst der Anfang“, so Chacón – es folgen noch zwei weitere Gruppenspiele. Und so schlecht sieht es für seine Elf nicht aus, nachdem in der darauf folgenden Partie Frankreich und Kolumbien lediglich 1:1 spielten.

Den Spielverlauf der Partie Deutschland gegen Costa Rica könnt Ihr noch einmal im Liveblogging von heute Mittag nachlesen.

U20-WM: Deutschland – Costa Rica

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9 Kommentare »

  • laasee sagt:

    A win is the desired result.

    Some good actions but team play needs to improve a lot.

    Hegering was the best player……….2 goals from Popp was very good.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Zuerst nochmal an Markus für die ruhige und sachliche sowie informative Moderation des Liveblogs mein Kompliment!
    Das Spiel selbst stellte mich weitestgehend zufrieden, aber die Art +Weise, wie die Gegnerinnen aus CR die Gesundheit unserer Mädels auf das Gröbste missachteten und gefährdeten, ist einfach hochgradig skandalös. Es war die Duplizität der Ereignisse vom letzten Sonntagabendspiel und sowas macht einfach keinen Spass!
    Unklar ist mir im Nachhinein, welchen Grund es für den sehr frühen Wechsel Mirlach gegen Kemme kam und was sich Bianca bei der roten Karte wohl durch den Kopf hat gehen lassen.
    Auch weshalb das Ausschöpfen des Wechselkontingentes zu so einem frühen Zeitpunkt und in Anbetracht eines derartigen ruppigen Spiel seitens CR, erfolgte – auch für mich ein Coachingfehler von Frau Meinert.
    Da der Livestream doch seine Ecken und Kanten hatte, freue ich jetzt schon auf die Spielzusammenfassung auf Eurosport.

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  • Ralf sagt:

    🙂

    4:2 für unsere Mädel’s!

    … und jetzt sag‘ noch jemand, Geschichte wäre nicht interessant!?

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  • Ossi sagt:

    @Ralf: Zum Glück ist Italien nicht dabei 😉

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  • fisch sagt:

    Zunächst erst mal Glückwunsch zum Auftaktsieg. Als Fan einer bestimmten BL- Mannschaft schaut man bei den „eigenen“ Spielerinnen immer mal einen Tick genauer hin. Dabei ist mir trotz des sonst recht guten Spiels von Bianca Schmidt aufgefallen, dass sie hinsichtlich ihrer gelegentlich riskanten Foulspiele heute zur größten Gefahr für unser Team avancierte. Beide Gegentore hatte sie so durch völlig unnötige Foulspiele verschuldet, die Sperre obendrein. Da scheint mir eine klare Ansage nötig. Da erwartet man von einer A-Nationalspielerin mehr Souveränität.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @fisch
    Und was sagst Du als Fan dieser bestimmten BL-Mannschaft zu der mysteriösen Auswechslung von Biancas Kollegin? 😉
    Ich habe den Eurosport-Kommentator mutmassen hören, dass es u.U. einer taktischen Umstellung geschuldet war, da auch er keine offenkundige Verletzung ausmachen konnte.

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  • Markus Juchem sagt:

    Also wie Nora aus Bochum berichtet, hat Kemme eine Oberschenkelverletzung.

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  • Jarmusch sagt:

    Also, was unsere Mannschaft wirklich gut gemacht hat, sie hat Costa Rica nicht wirklich ins Spiel kommen lassen.
    Denn wenn diese Mannschaften (dazu zähle ich die südamerikannischen und die mittelamerikanischen), die kleingewachsene, wuselige und technisch versierte Spielerinnen haben, erst mal ihr Spiel aufziehen, dann sind sie gefährlich. Das musste Frankreich am Nachmittag gegen Kolumbien ja leidvoll erfahren. Und die Französinnen hatten noch Glück im Unglück, Kolumbien hätte dieses Spiel normalerweise gewinnen müssen.
    Wenn Deutschland gegen Kolumbien die gleiche Defensivstärke zeigt sollte es eigentlich mit einem Sieg klappen.

    Nicht gefallen hat mir wiederholt die fehlende Präzision im Abspiel. Immer wieder diese Ungenauigkeiten, das kann man sich gegen stärkere Mannschaften nicht erlauben. Und es waren nicht nur einige wenige Spielerinnen, sondern diese Schwäche zog sich heute (und auch in der jüngeren Vergangenheit) durch die gesamte Mannschaft. Also, einfache und klare Bälle spielen und nicht Dinge versuchen, die man nicht wirklich beherrscht (z.B. Svenja Huth bei ihrem Versuch die Gegnerin mit Übersteigern zu vernaschen, bei dem sie sich beinahe selbst verletzt hätte). Gelungene Kunststücke dieser Art zeigte heute die Kolumbianerin Lady Andrade. In unserem Team taugt lediglich Dzenifer Maroszan dazu.

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  • stargirl sagt:

    sowas passiert halt mal. Es können nicht immer alle tricks perfekt klappen. Und bei nem übersteiger auf den ball zu treten is ja keine schande,das passier auch mal nem ronaldo. Zu sagen ,dass sie technisch nichts können ist totaler schwachsinn.

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